ZitatOriginal von Iris
Mal ganz im Ernst: Die islamische Kultur mithin auch die türkische, die du hier als inkompatibel mit der europäischen abtust, speist sich interessanterweise aus denselben Hauptquellen wie die europäische: das römische Imperium und durch dessen Vermittlung (wie später auch durch die Byzanz') die griechisch-hellenistische Kultur.
Du willst doch hier nicht allen Ernstes die These aufstellen, der türkische Staat sei eine Weiterentwicklung des Byzanthinischen Reiches?
Da muß man wohl doch erst einmal über das osmanische Reich nachdenken, dessen Kultur sich sehr streng nach den Regeln eines Wüstenvolkes ausrichtete und nach und nach alle Relikte Ostroms aus seiner Kultur tilgte. Heute haben wir einen türkischen Staat, der praktisch mit den Wurzeln Europas nichts mehr gemein hat. Übrig blieb lediglich der Islam in seiner fundamentalen Form als staatsprägendes Element und als Kulturboden der Gesellschaft. Das gesamte Rechtswesen der Türkei ist auf den Koran jenes Wüstenvolkes abgestellt und nicht auf römisches Recht.
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Den keltisch-germanischen Anteil kannste vernachlässigen, der hat vor der Entwicklung der Nationalismen nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Europa ist kulturell vor allem durch die Tradition der Latinität geprägt worden -- von Caesar bis zum Absolutismus.
Ja, natürlich und die ganze Reihe von ehemals keltischen Feiertagen ist natürlich auf dem Mist des alten Rom gewachsen. Daß selbst die römische Kultur eine ganze Menge von den Kelten übernommen hat, seis aus der Gallia cisalpina, seis aus der Gallia transalpina wirst du doch wohl kaum bestreiten können.
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Über diese Tradition drang ganz nebenbei die griechische Kultur in Europa ein.
Ach ja? Ich dachte, die Kelten wären durch den ausgedehnten Handel mit den Griechen schon kulturell bedient worden, als Rom sich noch mit den Italern prügelte.