Beiträge von Demosthenes

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    Original von Tanzmaus
    danke!!


    demo ist wieder zu hause und ich in Meiningen...


    ich hoffe mal, dass er euch besser beschreiben kann, was los war...


    Alles halb so schlimm. Die üblichen kleinen Herzprobleme, also nichts wichtiges. :grin

    Ähnlich erging es Tanzmaus im Fach Musik, wie sie ja oben schon anspielte. Sie hatte einen Notenspiegel aus den Arbeiten mit 1. Im Zeugnis bekam sie aber eine zwei, weil ihr, wie ihr Lehrer sich ausdrückte, der "Pepp" fehle.
    Idiotischer geht es wirklich nicht mehr. Wie will man "Pepp" notenmäßig beurteilen?

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    Original von churchill
    Gerade die musischen Fächer sowie Sport und Religion möchte ich ausdrücklich weiter benotet wissen. Allerdings sollte nicht das Talent allein bewertet werden, sondern der Einsatz, die Kreativität und die Haltung.


    Zum Thema Sport fallen mir schon einige Gegenargumente auf Anhieb ein. Wenn ich sehe, wieviele Kinder bereits ein körperliches Handicap mitbringen, wo will man da mit der Bewertung ansetzen?
    Und zum Thema Religion kann ich nur sagen, wer daraus ein Leistungsfach machen will, hat den Sinn einer Religion nicht verstanden. Die Diskussion hab ich vor Jahren schon mit einem Gymnasiumsleiter geführt, der auch deiner Meinung war. Wir kamen auf keinen gemeinsamen Nenner. Offenbar fällt es vielen Leuten schwer, eine Religion über ihre Inhalte zu sehen und zu verstehen.

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    Original von Oryx
    Demosthenes : Nur an den sozialen Verhältnissen? Wieso sind dann keine Vietnamesen dabei, oder welche aus der Région d'Outre-Mer?
    Mir ist der sozioökonomische Aspekt zu einfach, um als Grund durchzugehen.


    Ich darf dich daran erinnern, daß NL noch vor wenigen Jahren ein gewaltiges Problem mit seinen aus den ehemaligen Kolonien stammenden Leuten hatte. Die Gründe lagen auf der gleichen Schiene. Daß Vietnamesen nicht offen rebellieren, hat etwas mit der Mentalität dieser Leute zu tun. Da spielen z. T. noch die starken familiären Bande mit, die jedes Mitglied auffangen. Der Indochina-Krieg kann da nicht herangezogen werden, denn da ging es um ganz andere Dinge.
    Außerdem neigen die afrikanischen Einwanderer in Frankreich schon mehr zu gewalttätigen Aktionen. Denke nur an den sehr erbittert geführten Algerienkrieg, der auch nicht mit Vietnam verglichen werden kann. Frankreich hatte schon immer Probleme mit im Lande lebenden Nordafrikanern.

    Wir sollten wieder zum Ausgangspunkt des Threads zurückkehren. Die Krawalle in F liegen zum Teil daran, daß die Vorstädte eine Ghettofunktion übernommen haben. Dort ist die Arbeitslosigkeit und die Perspektivenlosigkeit am höchsten. Besonders für Jugendliche, die oft ihre Ausbildung abgebrochen haben, sehen keine Chancen für ihr Leben. Eine sozial restriktive Politik heizt die Atmosphäre da lediglich noch an.
    Eine ähnliche Entwicklung können wir in den alten EU-Staaten überall beobachten. Gerade in NL ist derzeit ein Riß im Volk zu beobachten, was die Ausländerfrage angeht. Im Grunde ist in ganz Europa die "Multikulti"-Ideologie gescheitert. Aber das hat mit den Problemen in Frankreich nur am Rande zu tun. M. E. liegt es dort wirklich nur an den sozialen Verhältnissen. Davon ausgehend, dürfen wir eine solche Gewaltexplosion auch bei uns demnächst erwarten.

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    Original von Voltaire
    Und das die Bilder ausschließlich vom britischen Geheimdienst stammen ist ganz einfach nicht wahr.
    Bilder stammen unter anderem auch von internationalen Fernsehteams, darunter auch von deutschen Kameraleuten.
    Bevor du eine derartige Verschwörungstheorie vom Stapel lässt, informiere dich vorher vielleicht ersteinmal über die Fakten.


    Da wäre ich ein wenig vorsichtiger, Voltaire. Jener besagte Giftgaseinsatz wird heute schon von vielen Kenner bezweifelt. Dem Vernehmen nach soll dabei ein Gas zum Einsatz gekommen sein, daß im Iran hergestellt wird. Das Zeug, das Saddam zusammenkochen ließ, ist in seinen Komponenten anders.
    Aber ich geb dir natürlich recht, daß der Kerl alles in allem trotzdem ein Massenmörder ist. Nur sollte man die einzelnen Vorgänge schon genauer unter die Lupe nehmen. Da gibt es noch wesentlich mehr Killer in der Gegend.

    Wenn das mal nur kein Ablenkungsmanöver ist. Ich bin dafür, daß man Saddam einlocht im tiefsten Kerker und dann den Schlüssel in den Gully wirft. Aber hinrichten? Nee, so ein Diktator kann seine Macht doch nur entfalten, wenn viele kleine Diktatoren mitmischen und das alles erst ermöglichen. Folglich sollte man jetzt doch langsam anfangen und mit all den kleinen Saddams im Irak aufräumen. Auch die gehören auf die Anklagebank und sollten ebenso wie ihr großer Chef lebenslang eingelocht werden.

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    Original von Waldfee
    Das finde ich aber schon... Antiautoritäre Erziehung ist nämlich nichts anderes als Laissez-faire. Kindern werden keinerlei Anregungen zur Verhaltenskorrektur gegeben, ihnen werden keine Grenzen gesetzt, und sie werden fast zwangsläufig zu permanent grenzüberschreitenden Wesen.


    Oha, da verwechselst du aber zwei verschiedene Dinge, wie manche Eltern offensichtlich auch.
    Unter antiautoritär versteht man nichts anderes, als eine Erziehung ohne Überfiguren (meist Eltern) und die Einbeziehung der Kinder in Entscheidungsprozesse zur Verstärkung der Verantwortungsübernahmebereitschaft.
    Was du meinst, ist nichts anderes als Chaotentum resp. gar keine Erziehung. Das ist aber etwas ganz anderes.

    Langsam Voltaire, es geht ja nicht um spielende Kinder im Allgemeinen, sondern in Hotels. Du weißt sicher aus anderen Threads, daß ich ein Verfechter des Kinderspiels bin, aber ich sehe nicht ein, daß Kinder nicht schon von Anfang an ihre Grenzen kennenlernen sollen. Meine Tochter durfte auch auf meinem Grundstück rumtoben wie sie wollte, doch in Gaststätten und Pensionen hatte sie sich ordentlich zu benehmen - d.h. Rücksicht auf die anderen Gäste zu nehmen. Das funktionierte auch wunderbar, denn meine Frau hatte immer einen Stift und Papier in ihrer unergründlichen Tasche und die damals Kleine malte dann mit Begeisterung und vor allem leise vor sich hin.
    Trotzdem kann ich die Entscheidung des Hoteliers nicht billigen, denn er scheut hier lediglich die Auseinandersetzung mit Eltern, die erziehungsunfähig sind.

    Kurzbeschreibung
    In eine Tafel aus Saphir wurden vor unendlichen Zeiten die Antworten auf die großen Fragen der Menschheit eingemeißelt. Auf verschlungenen Pfaden ist diese Botschaft ins Spanien des 15. Jahrhunderts gelangt und beunruhigt die fanatischen Kleriker, vor allem den Großinquisitor. Interessiert an dem "blauen Stein" sind auch drei gelehrte Männer unterschiedlicher Religionszugehörigkeit: ein Rabbi, ein Scheich und ein junger Franziskanermönch. Sie begeben sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch Spanien.


    Irgendwie erinnert die Handlung ein wenig an Lessings "Nathan". Jeder dieser drei Suchenden ist von seiner eigenen Religion felsenfest überzeugt, traut den anderen nicht. Und doch schweißt sie die Reise irgendwie zusammen. Die Geschichte spielt im Spanien zur Zeit der Reconquista und die Inquisition ist ständig auf den Fersen der Suchenden.
    Der Leser erfährt sehr viel an Wissen über die drei Religionen, ihre Auslegungen und vor allem über Menschen. Die Spannung hält sich in Grenzen aber dennoch wird es nie langweilig. Ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist die richtige Lektüre für die Zeit zwischen Wachsein und Traum.

    Wenn man es genau nimmt, hat der Titel mit dem Inhalt wenig gemein. Unter Rebellion stellt man sich doch etwas ganz anderes vor. Aber dafür kann der Autor nichts. Die Geschichte ist jedenfalls etwas ganz besonderes und auf jeden Fall lesenswert. Eric ist da wieder ein toller Wurf gelungen.

    Meinen Dank an Herrn Momo. Ich habe in der Tat versucht zu löschen, doch das ging nicht, da Antivir alles blockierte. Daraufhin hab ich alles komprimiert und nochmal neu gebootet. Jetzt ist die Mailbox wieder frei, aber dafür natürlich alle Eingänge über den Jordan.
    Naja, wenigstens konnte der Virus nichts schlimmeres anstellen. Ich hoffe, daß keine wichtigen Mails dabei waren.

    Hab heute morgen beim Öffnen meiner Mailbox eine Warnung von meinem Antivir erhalten.
    "Enthält Signatur des PHISH/PostBkfraud.P-Virus


    Die Datei ist eine Mailbox und kann deshalb nicht gelöscht werden.
    Die Datei wurde entsprechend der Standardeinstellung blockiert."
    Jetzt hängt das Miststück allerdings immer noch in der Mail und blockiert natürlich alles. Löschen geht nicht.
    Absender war: dvd-gewinnen.de betreff: summer spezial

    Was macht man dagegen?

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    Original von Perseus


    Immer heißt es, die islamisch-türkische Gesellschaft sei weit weg von uns, ganz konträre Geschichte, Kultur etc.


    Daran wird auch noch so eine heiße Diskussion nichts ändern, es ist nun mal so. Aber selbstverständlich hängt das Verständnis dafür am Blickwinkel des Einzelnen.

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    Original von Iris
    "Jenes Wüstenvolk", lieber Demo, befand sich damals unter der schwindenden Kuratel des byzantinischen Reiches als Erbe "Ostroms" (d.h. Konstantinopels). Muhammad und seine Anhänger berufen sich explizit auf eine Erneuerung der "Religion der Schrift", auf das ausgeprägte jüdische und tw. auch (spätantike) christliche Erbe des südöstlichen Mittelmeerraumes.
    ich weiß nicht, was du dir über die Ursprünge des Islam, das Selbstverständnis des frühen Islam und die Umstände der Ausbreitung angelesen hast, aber die Abqualifizierung der frühen islamischen Welt als "jenes Wüstenvolk" klingt schon ziemlich sonderbar, wenn man mal überlegt, daß Bagdad und andere "Wüstenstädte" unter den Abbasiden über ein ausgeklügeltes Kanalisations- und Trinkwasserversorgungssystem (inkl. üppiger öffentlicher Badeanstalten) verfügte, während "Kerneuropa" gerade versuchte, nach Jahrhunderten der Barbarei kulturell und politisch wieder auf die Füße zu kommen. Oder daß es in al-Andaluz über Jahrhunderte hinweg eine (wenn auch eingeschränkte) Religionsfreiheit gab, die durch die Reconquista 1492 (man beachte die schicksalhafte Jahreszahl!) ein abruptes und blutiges Ende fand, als die höchstchristlichen Könige Isabela und Fernando V zur Zerschlagung aller nicht-christlichen Religionen die Spanische Inquisition (ich weiß, daß es eine Römische I. seit 1231/32 gibt!) einführten. Und was wäre das heutige Sizilien ohne das arabische Intermezzo, das durch ausgeklügelte Bewässerungstechnik -- "jenes Wüstenvolk" halt -- für lange Zeit zu allgemeinem (!) Wohlstand auf der kleinen Insel führte?


    Halt, halt, nun mal langsam mit den jungen Pferden. Offenbar verwechselst du da einiges. Daß der olle Mohammed seinen Koran aus den Elementen mehrerer ihm bekannter Religionen zusammengebastelt hat, hat ja niemand bestritten. Der rote Faden aber, der immer wieder im Koran durchschimmert, ist eindeutig nomadenhaft und auf ein Leben in der Wüste abgestimmt. Eben "jenes Wüstenvolk", das erst durch seine Eroberungen mit der byzantinischen Zivilasition seinen Aufschwung fand.
    Das hat in seinem Ursprung aber nicht das geringste mit Ostrom zu tun und eben nur am Rande mit rudimentären Spuren des Christentums. Mohammed erkennt ja immerhin Christus als Propheten an.
    Selbstverständlich hat sich im islamischen Bereich auf den Trümmern Ostroms auch eine Hochkultur entwickelt, die gerade in der Zeit der Kreuzzüge durchaus der abendländischen überlegen war. Doch scheint mir, daß diese Entwicklung weniger aus der christlichen Vergangenheit kam, sondern vielmehr eine Neuentwicklung darstellte. Wer die Hinterlassenschaften der Mauren in Spanien kennt, wird das sicher bestätigen. Es leugnet auch niemand, daß die geistige Oberschicht durchaus tolerant eingestellt war.
    Letztlich aber entwickelte sich doch ein Fundamentalismus, der seinesgleichen suchte.
    Der ständige Kampf zwischen Schia und Sunna hat natürlich auch seine Spuren hinterlassen und führt ja auch heute noch zu mächtigen Problemen mit dem Irak und Iran, den Hochburgen der Schia.
    In der Türkei traten ja dann auch noch ganz andere Probleme auf, angefangen von dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches, das beinahe zum Ende der Türkei geführt hätte und nur durch Kemal Attatürk abgewendet werden konnte.

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    Mein lieber Demo, die Römer "übernahmen" keine Festtage, sie zwangen den Völkern, deren Gebiete sie eroberten, schlicht und einfach nicht ihre eigene Religion als die einzig wahre auf. Auf diese Weise blieben alte Kulte mit ihren Festen tw. erhalten, wurden aber durch die Romanisierung merklich verändert. Das vorrömische Gallien und das römische Gallien unterschieden sich (laut archäologischer Zeugnisse) in erheblichem Maße.


    Zwangsläufig, da die Kelten ja damals Weltmeister im Abkupfern und vor allem im Weiterentwickeln waren. Etwa so wie die Japaner heute. Ich darf da nur an die "Regenbogenschüsselchen" erinnern, die auf der Rückseite eigentlich Alexander darstellen, aber in einer so stilisierten Weise, daß es künstlerisch schon wieder etwas völlig neues darstellt. Hab ja selbst so ein Ding ausgebuddelt. Auch Eber und Lilie auf der -Vorderseite sind kaum als solche erkennbar, weil nur noch stilisiert - und das 100 b.c.
    Die alten römischen Gottheiten wurden übrigens auch teilweise romanisiert und veränderten ihre Bestimmung in etwas neues. Andererseits übernahmen auch die Römer neue Gottheiten. Ich erinnere nur an den Mithras-Kult, der hauptsächlich von den römischen Legionären gepflegt wurde und eigentlich aus Syrien stammen dürfte. Selbst den findest du auf gallischem Gebiet wieder.

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    Demo, willst du dich wirklich über kulturwissenschaftliche Aspekte der europäischen und euroasiatischen Geschichte mit mir prügeln?


    Ich prügele keine Frauen. :grin Aber ich vermute, du warst auf einem humanistischen Gymnasium. Ich auch, aber ich hab mir die dort anerzogenen Allüren zum Glück wieder abgewöhnt. :grin
    Nachdem wir jetzt die halbe Weltgeschichte durchgeackert haben, sollten wir aber eigentlich wieder zum Thema kommen. :wave