Beiträge von Demosthenes

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    Original von Tom
    Ich habe auch nicht von einer radikalen Kehrtwende gesprochen, aber wenn Du das dieserart ergänzen mußt, damit Du die Beleidigung noch unterkriegst, dann ist's in Ordnung.


    Nanu, so dünnhäutig plötzlich? Bist du doch sonst nicht, wenigstens beim Austeilen. :lache


    Für Merkel ist US immer noch das große Vorbild. Ebenso für ihre Partei. Es hat mich ohnehin schon gewundert, daß Schröder damals den Mumm hatte, zum Irak-Krieg ein so klares "Nein" zu sagen. Aber vielleicht hatte er auch zur Abwechselung mal einen wirklich guten Berater, der ihn auf die zu erwartenden Verfassungsprobleme aufmerksam machte. Wer die Begegnung Merkel/Rice aufmerksam beobachtete, stellte von einem Umdenken nicht das Geringste fest. Und wer die CIA-Affäre verfolgt, kann sich doch eines unguten Gefühls nicht erwehren, denn einiges deutet darauf hin, daß unsere Behörden und die Regierung Schröder da nicht ganz so unschuldig sind, wie sie immer behaupten. Und da auch die jeweilige Opposition als Kontrollorgan beteiligt ist, dürfte auch die CDU von vielen Hintergründen wissen.


    Egal, das hat alles mit dem Thema wenig zu tun. Ich bin nur froh, daß in D die Todesstrafe nicht erlaubt ist.

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    Original von Tom


    Auch politisch gibt es m.E. keine kritiklose Unterwerfung mehr, und dieser Prozeß hat mitnichten erst mit Schröders Verweigerung, am zweiten Irak-Krieg teilzunehmen, eingesetzt....


    Ich glaube übrigens, daß gerade ein Umkehrungsprozeß einsetzt. Durch den Irak-Krieg, das Verhalten in puncto Klimaschutz, Bush generell und viele andere Aspekte riskieren die USA ihre Vorbildrolle, wenn sie sie nicht schon längst verloren haben.


    Wo siehst du da einen Umkehrungsprozess? Die derzeitige Bundeskanzlerin hat doch ihrem Amtsvorgänger damals auf die Verweigerung im 2. Irak-Krieg vorgeworfen, Deutschland in die Isolation zu treiben. Sie ist damals sogar extra nach Washington geflogen, um dort um gut Wetter anzuhalten. Meinst du nicht, daß so eine Politikerin auch heute noch an diesen Anschauungen festhält? Eine solche radikale Kehrtwende glaubt doch nur, wer die Hose mit der Beißzange anzieht.

    Tookie Williams ist tot. Arnold Schwarzenegger hat eine Begnadigung abgelehnt. Obwohl Williams immer seine Unschuld beteuert hatte und der ganze Prozess auf Indizien beruhte, wurde die Todesstrafe durch die Giftspritze vollstreckt.
    Die Entscheidung Schwarzeneggers war ja vorhersehbar und er hat, wie immer, auch diese Gelegenheit zur Show genutzt. Ich finde dieses System in US einfach unmenschlich und grausam.

    Trugbild
    Du sprichst da die Zeit des Palästina-Mandates der Engländer an. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht auch interessant zu wissen, daß damals die Vorzeichen umgekehrt waren. Ähnlich wie im Irland der 70er und 80er gab es den jüdischen Widerstand in Palästina. Es gab die Hagana als politischen Flügel (ähnlich der Sin Fein) und die militanten Makabäer als Äquivalent der RAF. Die Engländer waren damals froh, dem ständigen Terror entfliehen zu können.
    Allerdings wurden bei der Gründung des Staates Israel auf allen Seiten Fehler begangen, die sich noch heute auswirken.

    Bei dem Thema ist es wirklich nicht so einfach, sich zu äußern. Meist wird gewollt einiges mißverstanden oder man landet in irgendeiner Schublade.
    Die Äußerung, um die es hier geht, ist m. E. hahnebüchener Unsinn und sollte rasch wieder vergessen werden. Die Gründung des Staates Israel ist an und für sich ein Akt, der sich ja schon mehrmals im Laufe der Geschichte wiederholte. Und die Probleme mit den Israeliten (ich wähle mal den alten Ausdruck) sind nun wirklich auch nicht neu. Bisher hatten alle angrenzenden Staaten, aber auch Besatzer und dergleichen, sei es in der Antike, sei es heute, einfach keinen Frieden mit ihnen. Aber auch im Exil kam es im Laufe der Geschichte ständig zu Verfolgungen und Morden.
    Warum das so ist, kann wohl nicht so einfach beantwortet werden. Sicher spielt die Religion dabei eine gewaltige Rolle - allerdings dürfte das nur Teil des Ganzen sein.

    Ich glaube nicht, daß durch Lesen Vorurteile abgebaut werden. Schließlich werden Presseartikel, auf die du anspielst, auch von Menschen verfasst. Wenn du mal solche Artikel und Kommentare genau analysierst, wirst du schon an der Wortwahl erkennen, wie unterschwellig der Verfasser seine eigenen Vorurteile da reingepackt hat. Ein unbedarfter Leser ist da stets in Gefahr, genau diese zu übernehmen, weil er sie nicht auf Anhieb erkennt.
    Romane hingegen erzeugen häufig gewaltige Vorurteile, weil die meisten Leser nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können. Man sieht ja, was bei Autoren wie Brown, Clancy und Co herauskommt.
    Da stimme ich Oryx eher zu, daß Vorurteile am besten durch persönliche Kontakte revidiert werden können. Eine Bestätigung wäre ja dann kein Vor - urteil mehr.

    Solange ein Staat nicht in der Lage ist, Leben zu geben, darf er auch keines nehmen. Rachegelüste betroffener Einzelpersonen sind zwar nachvollziehbar und können das Leid vielleicht lindern, doch ein Staat muß über solchen Gefühlen stehen. Wie die Rechtsgeschichte zeigt, hat sich so manch eindeutiger Fall im Nachhinein ganz anders dargestellt als während des Prozesses. Wer aber will ein Fehlurteil revidieren, wenn der unschuldig Verurteilte bereits hingerichtet wurde? Sollen dessen Angehörige dann auch Rache üben?
    Todesstrafe ist keine Lösung.

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    Original von Tom
    Back to the roots also. Das nächste sind Hexenverbrennungen.


    Vielleicht darf ich darauf hinweisen, daß die Inquisition gar nicht so wild auf Hexenverbrennungen war. Im Gegenteil betrieben oft Inquisitoren Rettungsmaßnahmen, um die Auswirkungen der weltlichen Fanatiker zu dämpfen. Ich darf auch daran erinnern, daß ein Jesuit ein überzeugendes Werk gegen die Verbrennungspraxis veröffentlichte - mit dem Plazet des Vatikans. Ich hasse solche pauschalen Geschichtsverzerrungen!

    Kurzbeschreibung:
    Markus Heitz hat den Zwergen ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Nach mehr als einer Viertelmillion verkaufter Romane um Tungdil und seine Gefährten zieht der tapfere kleine Held erneut aus, um gegen die Feinde des Geborgenen Lands anzutreten. Diesmal machen ihm die gefährlichsten Wesen des Heitzschen Universums zu schaffen: üble Halbkreaturen, teils Albae, teils Orks, die sich mit todbringenden Maschinen umgeben und mordend durch das Zwergenreich streifen. Als dann noch der versteinerte Magus Lot-Ionan gestohlen wird, weiß Tungdil, daß sich ein furchtbares Unheil nähert. Erneut muß er zur Doppelaxt greifen, um sein Land zu retten … Mit diesem rasanten Zwergen-Thriller hält Markus Heitz seine Leser ein weiteres Mal in Atem.


    Mit diesem dritten Band endet erst mal der Zwergenzyklus. Doch das Ende des Buches läßt schon den nächsten Band vermuten. Hoffentlich dauert die Pause nicht zu lange.
    Auch dieser Roman ist gleich seinen Vorgängern spannend bis zur letzten Zeile. Wie immer hat Markus Heitz eine Menge Überraschungen für den Leser eingebaut, wie immer ist alles anders als es scheint. Kurz, Tolkien hätte seine Freude daran gehabt. Ich jedenfalls konnte das Buch erst zur Seite legen, als ich die letzte Seite gelesen hatte.

    Hab mir das Buch am letzten Donnerstag bei der Buchhandlung Welsch gekauft, als Christoph an diesem Abend sein neues "Lilith" und noch einige andere Bücher vorstellte. Wie kann es anders sein - ich bin wieder total begeistert von den "alten" Bekannten. Ich hoffe doch, daß wir bald mal wieder eine Leserunde mit ihm machen.
    Übrigens, an dem Abend stellte Marcus Heitz auch seinen dritten Band von den Zwergen vor - "Die Rache der Zwerge". Da bin ich aber noch am Lesen.

    Meine Bücher habe ich nach Genre, dann nach Autor sortiert. Trotz der Platzprobleme versuche ich die Sortierung einigermaßen beizubehalten, denn sonst finde ich einfach gar nichts mehr.
    Wie war das? "Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum suchen." :lache

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    Original von Heidi Hof


    Der Unterschied liegt darin, dass die Mutation immer zufällig ist wie hier auch schon richtig erwähnt worden ist. Zum Beispiel ein Vogel bekommt einen längeren Schnabel rein zufällig, weil er so besser an den Nektar kommt, die anderen Vögel sterben aus.


    Modifikation besagt, dass der längere Schnabel nicht zufällig entsteht, sondern weil er dienlich ist. Gewollt oder so, weil die Natur es so lenkt, dass der Vogel besser an den Nektar kommt. (Quasi eine denkende Natur :grin)


    Die Definition gefällt mir. So etwa sehe ich das auch. Ein besonders trauriges Beispiel für Mutation: die Kinder mit Conterganschäden damals.


    Unter Modifikation verstehe ich auch die langsame Anpassung einer Spezies an bestimmte Gegebenheiten um zu Überleben.


    Ansonsten kann ich nur einen mir bekannten Wissenschaftler wiederholen: "Je mehr Antworten ich finde, desto mehr Fragen werfen sich für mich auf."

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    Original von Doc Hollywood
    Was aber stets daran scheitern muss, daß niemand die Fakten kennt. Selbst die Wissenschaft nicht - und das ist auch ein Fakt.


    So ganz unterschreibe ich das aber nicht. Immerhin ist der Wissenschaft gelungen, eine ganze Reihe von aufeinanderfolgenden Menschtypen zu klassifizieren. Typen, die sich nach und nach weiter entwickelt haben. Und das sind schon harte Fakten.

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    Original von Doc Hollywood
    @Demo
    Nun, Darwin selbst hat den Begriff "Mutation" verwendet.


    Was immer Darwin auch unter dem Begriff verstanden haben mag, wenn wir uns die Entwicklung des Menschen heute anschauen, dann stellen wir fest, daß er sich lediglich ständig modifiziert hat. Jeder Typus in den einzelnen Entwicklungsstufen stellte die Anpassung auf besondere Umwelteinflüsse dar. Sicher, der Neandertaler mag da vielleicht eine Abweichung sein - da könnte vielleicht sogar der Begriff Mutation gelten, doch die Hauptlinie hat sich lediglich immer nur angepasst.
    Suche dir eine Tierrasse raus und prüfe deren Werdegang nach. Dann wirst du ebenso die Veränderungen durch Anpassung finden. Es gab m. E. nur eine einzige Gelegenheit, in der keine Modifikation mehr möglich schien - bei den Sauriern. Obwohl es auch da noch Relikte gibt, die vermutlich diese Fähigkeit noch besaßen und anwandten - z. B die Krokodile, Schildkröten, Warane etc.

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    Original von Doc Hollywood
    Einer der grundlegendsten Stolpersteine bei Darwin ist z. B., daß Evolution von ihm stets mit Mutation begründet wird. Und gerade diese Aussage kann z. B. die moderne Genetik so nicht stehen lassen.


    Ich habe eigentlich Darwins Darlegungen nie in Richtung Mutation verstanden, sondern eher als Modifikation. Und gerade die Modifikation wird von der Genetik ja bestätigt.

    Man darf hier nicht alles durcheinanderwerfen. Die neuere Archäologie bestätigt Darwin durchaus in seiner Aussage. Auf der anderen Seite muß man bedenken, daß die Schöpfungsgeschichte in einer Zeit geschrieben wurde, in der man von der Entwicklungsgeschichte dieses Planeten noch keinen Schimmer hatte. Mein Religionslehrer hatte da eine sehr gute Erklärung parat: Die Story von Adam und Eva sollte man doch bitte nicht wörtlich sondern im übertragenen Sinne sehen. Und ich denke, da lag er richtig.
    Anders ausgedrückt, den Bauplan für das Universium mit all seinen Folgen kann man durchaus einer höheren Macht zuschreiben und Darwin dennoch akzeptieren, weil sich beides nicht ausschließt.

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    Original von LadyDuck
    Warum sollte man geistige Leistungen bewerten dürfen, körperliche aber nicht?
    Warum sollte jemand der geistige Talente von der Natur mitbekommen hat und daher gut in Mathe oder auch Deutsch ist dafür gute Noten bekommen und jemand der halt körperliche Talente von der Natur mitbekommen hat und daher gut in Sport ist bekommt dafür keine gute Note?


    Ganz einfach zu beantworten: Mit Mathe, Deutsch und auch evtl. Physik verdient die Mehrheit der Schüler später mal ihre Brötchen. Was man mit Sport, Musik oder Religion nun weniger sagen kann.


    nach edit: Übrigens, ich hatte, da Brillenträger, in der Schule immer eine pauschale 4 in Sport, da ich die meisten Dinge damals nicht mitmachen durfte. Daß ich mich bei den erlaubten Übungen genau so anstrengte wie die anderen, zählte dabei nicht. Ist das gerecht?

    Danke Freunde, für die Besserungswünsche. Ich werd mich auch bessern. :lache
    Aber im Ernst, diese Anfälle kommen ab und an vor, meist unter Stress. Die liebe Ärzteschaft findet aber die Ursache nicht. Im Grunde ist es nicht das Herz selbst, sondern wohl eher der Darm, der auf das Herz drückt. Und da die olle Pumpe nur noch zu 30% arbeitet, geht mir natürlich rasch die Puste aus. Ich werd mal sehen, ob ich in den nächsten Tagen einen Homöopathen finde, denn ich habe da so einen kleinen Verdacht.
    Aber in die Klinik zur Kontrolle muß ich natürlich immer bei solchen Anfällen, denn es könnte sein, daß die ganze Sache zu einem weiteren Infarkt führt. Und darauf lege ich natürlich keinen gesteigerten Wert. :lache
    Aber im Augenblick sitze ich vor dem PC und schreibe, da kann ich die Beklemmungen und die Atemnot am schnellsten überwinden.