Ich war von dem Buch eher enttäuscht. Die sehr guten Kritiken und die brillante Idee, den Tod als Erzähler auftreten zu lassen, hatten mich davon überzeugt, das Buch zu kaufen. Ich lese sowieso gerne traurige Bücher und da schien es mir genau das richtige zu sein. Daher habe ich die 20€ für die gebundene Ausgabe investiert. Ich finde das Cover übrigens absolute Weltklasse, mit der kleinen Zeichnung, wo der Tod mit dem Mädchen tanzt und dem vergilbten Papier als Hintergrund.
Es hatte mich gleich etwas abgeschreckt, dass die Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus spielt und leider steht dieses Thema dann auch ziemlich im Vordergrund. Der Geschichte fehlt es meiner Meinung nach an Besonderem, alles kam mir irgendwie schon aus anderen Büchern bekannt vor. Dadurch fand ich das Buch weniger spannend und musste mich über einen ziemlich langen Zeitraum Kapitel für Kapitel "durchquälen".
Der Stil des Autors gefällt mir auch nicht so. Das Buch ist mir zu sehr wie ein Kinderbuch geschrieben, was nicht nur daran liegt, dass die Protagonisten ein junges Mädchen ist. Die zahlreichen bildhaften Vergleiche haben mich ziemlich ermüdet. Jede Frisur, jedes Gesicht, jeder Blick, eigentlich fast alles wurde damit belegt. Das wirkte auf mich schon sehr kitschig. Und die Kapitelüberschriften sowie die ständigen Voraussagungen "des Todes" zerstören die Spannung vollkommen.
Die Idee, den Tod als Erzähler auftreten zu lassen, finde ich aber nach wie vor fantastisch, ich wünschte, Markus Zusak hätte aus dieser tollen Idee etwas mehr gemacht! Immer, wenn der Tod über seine Arbeit berichtete und ausführte, wie er die verschiedenen Arten von Seelen einsammelte, gewann die Geschichte gleich an Spannung! Ich fand das geschah viel zu selten.
Richtig traurig bzw. mitreißend fand ich nur das Ende des Buches, aber auch das hielt sich in Grenzen, da es mir nicht gelungen ist, eine wirkliche "Verbindung" zu den einzelnen Figuren aufzubauen. Ich bin wirklich enttäuscht, ich hatte mir nach den wirklich außerordentlich guten Kritiken (sowohl von Presse als auch von Lesern) so viel davon versprochen.
Eigentlich wollte ich auch Zusaks Buch "Der Joker" lesen, aber sicherlich ist das vom Stil her ähnlich und gefiele mir dann wohl auch nicht. 