Ich komme nicht original aus Österreich, lebe aber aufgrund meines Studiums und aus privaten Gründen (*auf Mr. Nightfall zeig*) derzeit in Villach / Kärnten
Beiträge von Nightfall
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Eigene Meinung:
Gestern kam "Das Jungfrauenspiel" als Wanderbuch mit der Post... und heute um 16:30 Uhr habe ich diesen historischen Roman wieder zugeschlagen. Einigermaßen unterhalten. Und doch lässt mich einiges aufstoßen, vor allem der große Kitschfaktor und damit zusammenhängend, der Realismus in der Geschichte.
Marianna (Bei der Suche nach der Herkunft ihres Namens, bin ich auf einen nordisch - keltischen Ursprung gestoßen, aber auch auf einen hebräischen. Und trotzdem: Der Name erscheint mir unpassend für die Zeit um 1580/1590.) ist Gemahlin eines Mannes, der auf der Folterbank sein Leben lassen muss, weil er im Verdacht stand wieder einmal die englische Krone betrogen zu haben. Er wird nach einem Spion befragt, dem "Greif", worauf er keine Antwort geben kann. Marianna, zusammen mit ihrem Gemahl nach Calais geflüchtet, versucht währenddessen ihren Sohn Nathaniel zu befreien, der bei einem grausamen und unbarmherzigen Vormund sein Leben fristen muss. Dies schlägt fehl; sie wird verhaftet und wird auch noch Zeuge, wie der sie festgenommene "Polizist" hingemetzelt wird. Von da an mimt sie die Spionin im Hause ihres Onkels, immer gefährdet entdeckt zu werden, auf der Suche nach dem "Greifen". Dabei verliebt sie sich in den Höfling James Danvers und muss bald erkennen, dass dieser ein doppeltes Gesicht hat...
Die Geschichte bleibt spannend; man hat immer wieder den Spannungsbogen vor Augen, wie er sich hebt, während man damit beschäftigt ist mitzurätseln, wer nun der "Greif" ist. Die dabei immer wieder etwas "heftigen" Szenen, wie die Folterungen ihres Mannes Roger oder aber auch die Schändung Judiths und ihrem traurigen Ende passen in diese doch sehr traurige Geschichte, die eine düstere Atmosphäre umgibt.
Spannend ist die Geschichte, aber auch kitschig und unrealistisch, wenn es um das logische Handeln von Figuren geht. Ein Beispiel:
Marianna wird davon konfrontiert, dass Jimmy sie belogen hat. Er hat sich ihr nie richtig offenbart, er hat jemanden gespielt, der er nicht ist und sie dabei auch noch fast getötet. Und nach genau drei Seiten hat sie ihm verziehen und plant, leidenschaftlich an ihn geschmiegt die Flucht.Auch sind die Charaktere teilweise etwas blass. Nathaniels Alter bleibt unbekannt; über Marianna weiß man nichts mehr, als dass sie kupferrotes Haar hat und Verwandte in Beverly hat bzw. eine Liebschaft, bei der Nat entstanden ist. Man weiß ansonsten nichts - über ihre Statur, ihre Kleidung, ihren Stand, ihre Vergangenheit. Die Figur bleibt ständig blass und auch relativ wahllos in ihren Handlungen. Sie verurteilt das Eine, kommt aber nicht umhin selbst dieses "Eine" zu tun. Eine sehr seltsame Figur.
Wie Gepflogenheiten, z.B. die Folterungen, oder aber auch Merkmale dieser Zeit in die Handlung eingewoben werden, ist geradezu schön. Man erfährt viel, auch z.B. etwas über den Degen, über die Folter, über das höfische Leben, über die Erziehungsmethoden. Die Erklärungen der Autorin wirken dahingehend auch nicht aufdringlich, wie ihr Schreibstil insgesamt auch nicht aufdringlich ist. Der Schreibstil bleibt immer flüssig, immer konstant gut und die Geschichte verliert nie an Fahrt.
Insgesamt: Ein kurzweiliger, schön geschriebener Roman mit Schwächen in den Charakteren und deren Lösungen.
6 / 10
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Als ich etwas jünger war, so mit 12/13, habe ich die Reihe der "Fear Street"-Jugendbücher geliebt. Es waren spannende Krimis, in denen Jugendliche die Hauptrolle übernamen und für sich selbst agiert haben, egal ob dies positiv oder negativ ausgeartet ist.
"Besessen" dürfte der letzte Band dieser Reihe sein, den ich gelesen habe. Die Bücher wurden mit der Zeit immer durchschaubarer, was zur Langeweile führt; ich wollte unterhalten werden und miträtseln können, wer nun der oder die Täter/in ist. Gerade bei diesem Band habe ich dann entschieden mit der Buchreihe zu brechen... ganz einfach, weil ich von Anfang an wusste, wer es war.
Im Nachhinein betrachtet, hat sich R.L.Stine auch nicht mehr um seine Charaktere bemüht bzw. ihnen in irgendeiner Form Tiefe oder Charakter gegeben. Sie wirkten recht blaß und ihre Motivationen nicht nachvollziehbar. Gerade "Besessen" ist ein gutes Beispiel - Die leibliche Schwester Emilys, Nancy, kommt aus ihrem "Urlaub", der Besserungsmaßnahme und Psychotherapie, wieder zurück und ist sofort gut Freund mit Emily, die zwar misstrauisch ist, aber sehr schnell vergisst, was sie ihr angetan hat. Es kommt, wie es kommen muss - wieder zum Eklat. *gähn*
Wie gesagt, viel zu durchschaubar, langweilig und vor allem nicht gerade stilvoll geschrieben. -
Woyzeck
Eigene Meinung:
Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und ich mag auch keine offenen Enden und deswegen war für mich das Wort "Fragment" irgendwie... leicht beängstigend. Die Reihenfolge der Szenen ist nicht geklärt, auch nicht, ob diese geschriebenen Szenen auch wirklich in das Endmanuskript sollten oder auch nur eine Vorauswahl sind.
Ich mag eigentlich keine unfertigen Sachen. In diesem Fall wirklich nur "eigentlich".Im Gegensatz zu euch hat mir "Woyzeck" sehr gut gefallen; das Stück bietet sehr viel Raum für Interpretationen. Man darf niemals vergessen, welche politische Gesinnung Büchner vertrat und schon erkennt man, wenn auch nur ansatzweise, kleine Kritik"partikelchen" - Marie wird gemieden von der Gesellschaft und als Hure beschimpft aufgrund eines unehelichen Kindes. Woyzecks Sold scheint nicht für deren gemeinsame Grundversorgung zu reichen, aus diesem Grund macht er bei einem medizinischen Versuch mit und isst wochenlang nur Erbsen, was ihn schluss endlich in den Wahnsinn treibt (Er glaubt unter dem Waldboden, von wo er Stecken schneiden muss, Freimaurergespräche zu hören). Des Weiteren wird Marie untreu und Woyzeck ist außer sich vor Zorn und
ersticht sie. Und erkennt schluss endlich, dass er die Schuld nicht von sich weisen kann; sie wird ihn verfolgen und so ertränkt er sich.Es gibt viele Interpretationen, ich habe eine für mich sehr "Befriedigende" gefunden. Woyzeck handelt nicht. Ist jemanden dies aufgefallen? Er geht, er rennt durch's Leben, aber handelt nicht selbst, denkt kaum selbst, was auch verdeutlicht wird, indem man feststellt, dass Woyzeck keine Monologe hat, wie sonst bei Dramen aus dieser Zeit üblich. Er handelt nicht, er wird also kein Täter, sondern immer Opfer sein; auch, als er Marie ersticht, so ist immer wieder der Hintergedanke dabei "Sie hat ihn betrogen, sie ist selbst Schuld!" und somit bleibt auch die Opfertheorie. Wovon Woyzeck ein Opfer ist, erkennt man an der Position des Arztes und des Hauptmannes, der ihn mehr und mehr Aufgaben gibt als Laufbursche, aber von ihm fordert, er möge doch langsam gehen, langsam laufen, "er habe doch Zeit".
Die Sprache des Dramas gefällt mir sehr gut, sie ist leicht und flüssig lesbar und passt auch ins Milieu, in das Büchner seine Figuren angesiedelt hat - kleinbürgerlich bis randgesellschaftlich. Das alle Figuren nicht gut heraus gearbeitet sind, z.B. ist es Woyzecks Kinder oder doch von einem Anderen, kann man leider zum Vorwurf machen und muss es darauf schieben, dass es nun einmal ein Fragment ist.
Ein sehr gutes, gut lesbares und gute Thematiken aufgreifendes Drama. Mir hat es sehr gut gefallen.
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Zitat
Wie stark gekürzt ist der Text der Theateraufführung, kannst du da was beurteilen?
Das kann ich leider nicht beurteilen.
Ich kenne nur die Aufführung des Odyssees Theaters in Wien, auch nur als Videoaufzeichnung und da auch nur die ersten fünf Minuten, weil mir bisher die Zeit gefällt hat dieses Stück in Ruhe anzuschauen. Ich kann allerdings nur sagen, dass "Jedermann" ein Einakter ist, dementsprechend auch nicht lang. In meiner Ausgabe (Hambruger Lesehfte) ist die neuste, gereimte Fassung ungefähr 40 Seiten lang; die Aufführung mit Veronika Ferres und Peter Simmonischek dauert 137 Minuten. Eigentlich sollte es da keine Kürzungen geben, aber sicher kann man da nie sein.
Das Interessante an diesem Stück ist ja auch, dass es mehrere Fassungen, auch von Hofmannsthal selbst gibt. Die Salzburger Festspiele halten sich an die neuste, gereimte Fassung; allerdings gibt es auch eine ungereimte Fassung in Dramenform und auch die Prosaerzählung. Zumindest in meiner Ausgabe, die ich sehr empehlen kann, ist dies alles enthalten.
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Wenn du nach historische Romane suchst:
241 Treffer bei den Büchereulen
Wenn du nach so etwas gesucht hast, wie wäre es denn, bevor du einen Thread eröffnest dich durch ein Forum mal bewegst und dir mal die einzelnen Genre-Foren anschaust und mal durchklickst...
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Über den Autor:
Hugo Laurenz August Hofmann, Edler von Hofmannsthal, genannt Hugo von Hofmannsthal (* 1. Februar 1874 in Wien; † 15. Juli 1929 in Rodaun bei Wien) war ein österreichischer Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Librettist sowie Mitbegründer der Salzburger Festspiele. Er gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschsprachigen Fin de Siècle und der Wiener Moderne.
Quelle: Wikipedia
Inhaltsangabe / Klappentexte
"Geld regiert die Welt!" Auf diese Weisheit hat Jedermann sich zu Lebzeiten stets verlassen. Als er jedoch vor dem Richterstuhl Gottes steht, muß er erkennen, daß dort andere Maßstäbe angelegt werden - Die Neubearbeitung des mittelalterlichen Mysterienspiels durch Hugo von Hofmannsthal stieß nicht nur bei Erscheinen auf große Resonanz. Alljährlich im Rahmen der Salzburger Festspiele aufgeführt, ist Jedermann bis heute von großer Aktualität und sorgt stets aufs neue für Diskussionen.
Eigene Meinung
Ich bin etwas verwundert; gehört dieses Stück doch zu den s.g. Klassikern unter den Dramen, obwohl aus der eher neueren Epoche (1911 erschienen, ab 1920 regelmäßig bei den Salzburger Festspielen aufgeführt). Kennen gelernt habe ich es nicht in meiner Schulzeit, sondern während meiner Studienzeit, die ich in Österreich verbringe, wo dieses Drama in den Kanon dessen gehört, was "jeder Student einmal gelesen haben muss". Man kann über diese Aussage "Muss man(n)/Frau einmal gelesen haben" geteilter Meinung sein, aber für dieses Stück trifft das ohne weiteres zu.
Gott bemerkt, dass er von den Menschen nicht mehr geschätzt wird und so beauftragt er den Tod eines gewissen Menschen abzuholen, den Jedermann. Dieser ist kein primitiver Geizhals, sondern ein kluger, gebildeter, aber habgieriger, sündig-lebender Mensch, ohne großen Glauben und Vertrauen in etwas, was nicht mit materiellen Werten zu tun hat. Als der Tod sich ihm offenbart, bittet er um eine Stunde Aufschub, um jemanden zu finden, der ihn vor den "Thron des Allmächtigen" begleiten kann, um bezeugen, dass er ein "guter" Mensch im Leben gewesen ist. Und er findet auch jemanden, nämlich den Glauben. Der Teufel, sich schon seiner Sache sicher, dass er diese Seele mit ihn die Hölle nehmen kann, stößt auf einen Jedermann, der schon den göttlichen Segen hat, trotz eines schadhaften Lebens, weil er wieder zum Glauben gefunden hat.
Die Thematik dieses Stückes ist aktueller denn je. Menschen leben ein nicht gutes, ein korruptes, andere Menschen ausbeutendes Leben und finden Platz in Gottes Schoß bzw. glauben diesen zu haben, weil sie regelmäßig bei der Kollekte gut gespendet haben (Übertrieben formuliert).
Dieses Stück hat mich allerdings nicht so positiv überrasch wegen der Thematik, sondern auch weil Hofmannsthals Umsetzung so gelungen ist. Die Personifikationen von Jedermanns Werke, seiner Liebe, seinem Glauben, die er für sich selbst sprechen lässt, sind sprachlich wunderbar aufbereitet. Das ganze Stück wird gereimt und so wird ein leichter, schneller Lesefluss erreicht. Man muss sich erst einmal reinfinden, gibt es auch viele Anspielungen auf andere Dramen, die Hofmannsthal persifliert, aber letzt endlich ist dies ein wirklich unterhaltsames Stück mit einer interessant aufbereiteten Thematik.
Für mich wirklich ein Kanonstück.
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Ich kann hier nur beantworten, was mein erstes selbst gelesenes Buch war - An all die Kinderbücher davor, die mir vorgelesen worden sind, kann ich mich nur schwer erinnern. Sind auch ganz eindeutig zuviele.
Aber an dieses kann ich mich sehr gut erinnern, weil ich so stolz war, dass ich ein Buch mit mehr als sechs Seiten alleine meiner Mutter vorgelesen habe; das war mit ungefähr sechs Jahren, also vor ca. 15/16 Jahren... *nostalgisch werd*Das Tierhäuschen von Samuil Marschak (Autor), Johannes Bobrowski (Autor), Ingeborg Meyer-Rey (Autor), Ingeborg Meyer- Rey (Autor)
Freundschaft ist eine wirksame Waffe der Schwächeren. So auch bei Frosch, Haslmaus, Hahn und Stacheligel. Gemeinsam verteidigen sie ihr Häuschen gegen den Wolf, Bär und Fuchs. Die Dialogform der Verse eignet sich gut zum Nachspielen schon mit Vorschulkindern.
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Das einzige Werk von ihm, was ich beendet und sogar irgendwie gemocht habe, war "Die Templerin". Alles andere, was ich nur irgendwie begonnen habe, so was wie "Märchenmond" oder "Krieg der Engel" hat bei mir einen sehr negativen Eindruck hinterlassen - Kennst du ein Werk, kennst du sie alle. Immer wieder die gleichen (immer männlichen, aus reichen Hause stammmende Charaktere, die eine andere Welt entdecken und NATÜRLICH gleich große Talente entwickeln wie Schwertkampf oder Führungsqualitäten, obwohl sie in ihrer realen Welt "kleine Mäuschen" sind.) Charaktere und Handlungsstränge, eben ein Fließbandautor. Man könnte fast den Eindruck bekommen, als hätte er sich als Ziel gesetzt pro Jahr mindestens drei, vier Bücher auf den Markt zu werfen - Hauptsache, man kauft es, weil Wolfgang Hohlbein draufsteht.
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Das läuft noch?
Wie gut ist das Leben, wenn man keinen Fernseher hat...
Okay, man verpasst vielleicht nette Sendungen wie "Kulturzeit" oder "Druckfrisch", aber man wird verschont von Big Brother, Hausfrauenstreik und wie diese ganzen Sendungen heißen.
Zumal... wenn ich das Verhalten "geschlchtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" sehen will und dazu passende Zickereien, Heulereien und so weiter, sehen möchte, fahre ich in meine Heimatstadt Berlin und setze mich vor meine ehemalige Gesamtschule und habe "GZSZ" und das sogar live -
Dieses Machtwerk wurde von dem Autor persönlich in einem anderen Forum angepriesen und solange es noch nicht veröffentlicht war, konnte man es sich runterladen. Es ging um Berlin, es ging um Jugendliche und deren Identitätssuche in Ostdeutschland, kurz nach der Wende.
Und ich sehe, auch bei Amazon hat das Werk nur gute Rezensionen...
... und ich frage mich warum. Dieses Buch hat wahrscheinlich nie ein Lektorat gesehen, ansonsten wären solche Satzgefüge nicht drin: "Außerdem wurden aber auch Fernsehsendungen ausgewertet. Oft wurden Fernsehsendungen ausgewertet
Mal etwas zu den Protagonisten: Er stellt eine Gruppe von "Freundeskreislern" (ich zitiere ihn nur.) dar, die mehr oder weniger durch Liebesbeziehungen und Freundschaften verbunden ist. Ein Pärchen kommt erst später zusammen - Steffi und Dirk - vorher ist sie NATÜRLICH mit einem Sunnyboy zusammen, der sie mit reihenweise Frauen betrügt und sie kann ihn nicht verlassen, weil sie ihn so liebt *gähn* Erst nach einer plötzlichen Trennung kommt sie natürlich mit Dirk zusammen *noch mal gähn*, der sie fast betrügt und mit dem sie dennoch ewig zusammenbleibt, zumindest bis im Epilog ein Gespräch Dirks mit ihrem ersten Kind stattfindet *noch mal gähn²*.
Und natürlich ist dieser Dirk ein Säufer, Mitglied einer fast erfolgreichen Band und hat Abitur gemacht und kann nebenher nur über's "Ficken", den Kapitalismus und Frauen reden.Das schlimme an diesem Stück Literatur ist, dass der Autor auch noch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit beschreibt, wie die Sehnsüchte dieser Jugendlichen aussehen. Er meint diese Geschichte ernst... die auch noch gespickt ist mit lauter Stilfehlern, Schreibfehlern und Recherchefehlern.
Ein ganz schlimmes Stück Literatur.
Nach dem Lesen habe ich so lange gelacht, weil ich nicht glauben konnte, dass jemand so einen Mist produzieren kann.Gehört MIT SICHERHEIT auf meine Liste der schlechtesten Bücher überhaupt.
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Eigene Meinung
Das 1844 bei Hoffmann und Campe erschienene satirische Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen" handelt von einer Liebe. Und von einer Abrechnung. Heinrich Heine liebt sein Land, liebt Deutschland, vor allem seine Heimatstadt Hamburg und dessen Wappenfigur Hammonia. Aber er muss auch abrechnen mit diesem Land. Mit dem deutschen Philistertum, mit der preußischen Zensur, dem Chauvinismus und Militarismus, mit den Bürgern, die erscheinen, als hätten sie den "Stock nicht mehr im Hintern, sondern ihn stark verinnerlicht." Er erzählt von Freiheitsbestrebungen, sieht Frankreich und dessen Revolution von 1789 als Vorbild, Napoleon als große Figur dieser "Staatsveränderung"; er erzählt von Nationalismus, von den Farben Schwarz-Rot-Gold und gleichzeitig räumt er auf mit den restaurativen Tendenzen im Staat, die sich lieber bemühen einen im Mittelalter unterbrochenen Dombau zu beenden, um die Vergangenheit zu beschwören als ihre Waffen zu nehmen und nach vorne zu schauen.
Man reist mit Heine aus Frankreich durch Elsass-Lothringen, durch den Teutoburger Wald, durch Minden und Brückeburg nach Hamburg, um die Mutter zu besuchen; dort wird miteinander gespeist, man unterhält sich und gibt doch nur unausreichend Auskunft. Heine spaziert durch Hamburg und trifft im Dirnenviertel auf ein wunderschönes Mädchen, er verbringt die Nacht mit ihr und sie offenbart ihm die Zukunft der Deutschen, die er nicht verraten kann, und die, selbst wenn er sie offenbarte so oder so durch die Zensur entfernt werden würde.
Dies ist nicht nur eine Reise durch West- und Norddeutschland, bei der man Wahrzeichen einer Stadt schon erkennt, bevor sie namentlich erwähnt werden (z.B. der "riesige" Dom von Köln), sondern es geht Heine um viel mehr in diesem nur in Jamben verfassten Werk. Es ist ein Porträt. Ein Porträt der Gesellschaft seiner Zeit; die nur bruchstückhaften, aber dennoch aussagekräftigen Beschreibungen sagen sehr viel aus. Heine beschreibt Kirchenmänner, die "Wasser predigen und Wein trinken", er beschreibt den hohen, preußischen Militarismus mit seinem Wahrzeichen, dem Adler, den er "am liebsten erwürgen würde". Heine bildet nicht nur Gruppen wieder, sondern auch politische Strömungen, andere Künstler wie Körner oder Bartholdy und immer wieder wird der Unterschied spürbar; zwischen der romantischen Wahrnehmung Deutschlands mit seinen "Schankstuben und hübschen Weibern" und den abergläubischen, fehlgeleiteten, politischen Tendenzen der Restauration.
Ich gestehe ganz ehrlich, ohne die Anmerkungen wäre es schwierig gewesen einige Symbole zu entziffern oder auch Anspielungen auf zeitgenössische Werke zu verstehen, wenn Heine z.B. Liedzeilen aus den "kriegerischen" Liedern Theodor Körners einbaut. Das Werk ist durchzogen von Wortspielen, Wortwitzen, Übertreibungen, Ironie und Sarkasmus, die ein großes Lesevergnügen bereiten, wenn man weiß, was genau jetzt verunglimpft wird.
Und selbst wenn nicht, dieses Werk ist durchzogen von großer Bedächtigkeit für eine größere Rolle des Dichters für das politische Geschehen in seinem Land und auch die der Anderen sich zu engagieren.Auch wenn dieses Werk nicht leicht lesbar ist und man bestimmt seine Zeit braucht um hinein zu finden, so ist es doch eine "gute Sache", wenn man entdeckt, was Heine einem hier gegeben hat.
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Da bekommt man wirklich Lust selbst nach Spanien zu gehen, um sich dort die herrlich - mediterrane Landschaft mit den Klöstern, Palmen und Sandstränden anzuschauen. Nicht zuletzt durch "Der Schatten des Windes" finde ich Spanien als Land, und auch Barcelona im besonderen sehr beeindruckend.
Nur ein Frage, du hast deinen eigenen Roman vorgestellt, der ins Spanische übersetzt wurde, als du in der Buchhandlung deine Präsentation gehalten hast oder? Darf man fragen, worum es in diesem Werk geht? (Wenn es auch ganz leichte Werbung ist, aber wenigstens mal eine mit Nachdruck.) -
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Ich will die jetzt nicht alle im Einzelnen aufzählen. Aber nur um ein Stichwort zu nennen- die meisten Werke der Autoren die in der Sendung von Thea Dorn auftauchen, sind nicht nur anspruchsvoll sondern auch wirklich toll!
Thea Dorn schreibt aber selbst auch Romane, mit Krimielementen und das auf sehr hohem Niveau. Siehe z.b: die Rezension zu "Mädchenmörder".
Ach ja und wenn du meinst, sie würde in ihrer Sendung "Literatur im Foyer" keine Krimis vorstellen, weil diese so schundbehaftet sind, dann frage ich mich, wie sie auf die Idee kam Juli Zeh vor sechs Wochen einzuladen um über ihren neuen Krimi "Schilf" zu diskutieren...
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Aber um sie richtig bewerten zu können schon.
Was heißt denn für dich "richtig" bewertet? Und wenn es ein "richtig" bewertet gibt, muss es doch auch eine falsche Bewertung geben, weil es ja immer zwei Seiten einer Medaille gibt.
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Man muss sich nicht mit Literatur auskennen, um sie bewerten zu können. Wer das Lesen und die Literatur liebt, kann den Wert eines Buches vielleicht sogar mehr zu schätzen wissen, als ein Germanist, der Werke manchmal nur "wissenschaftlich" betrachten darf. Ich darf als angehende Germnistin z.B. kein Buch nach dem bewerten, ob es mir gefällt oder nicht, sondern muss trotz meiner Abneigung dem Werk einen zeitlich, historisch - wertvollen Hintergrund zuordnen.
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Original von Alicja
Niemand behauptet hier Krimis wären Schund.
Ich hab das eher als Frage formuliert.
Ich finde es traurig, dass es so viele anspruchsvolle, wertvolle Bücher gibt, die von den Lesern nicht einmal bemerkt werden.
Ich möchte gar nicht wissen, was mit den ganzen Neuflagen passiert, die nicht einmal bemerkt werden.
Dafür verkaufen sich die Krimis wie warme Brötchen...Der Buchmarkt ist nun einmal genauso ein wirtschaftlicher Sektor - Alles, was nicht gut ankommt wird selten nachgedruckt bzw. ist nach einem halben Jahr vom Markt verschwunden. Wobei ich da keine Genre - Unterscheidungen machen würde, das trifft alle gleichermaßen. Verkauft sich ein Krimi nicht gut, landet er genauso im Nirvana wie ein Liebsroman. Und zum Thema "ansoruchsvoll und von hoher Qualität", ich glaube, dass ist Ansichtssache. Viele empfinden Goethe als hochwertvoll, ich empfinde seinen "Werther" als gut brennbar (Nein, ich verbrenne keine Bücher, das war nur bildlich gesprochen). Wie gesagt, über Geschmack lässt sich nicht streiten.
Wir beide hatten doch ein gutes Beispiel: Für mich ist Zafóns Roman "Der Schatten des Windes" ein wirklich schöner Unterhaltungsroman mit einem flüssig, hoch-qualitativen Stil, während du sagst, dass es als infantilen Stil z.B. bezeichnest.
De gustibus non est disputandum ^-~Es gibt ja auch des Phänomen des Wiederentdeckens: siehe Richard Yates. Oder des Vergessens des Autors, aber das Werk bleibt noch einigermaßen bekannt wie bei Kressmann Taylors "Adressat unbekannt".
Und ich muss einmal so sagen; ich bin Studentin, ich habe manchmal bis zu vier Vorlesungen an einem Tag und fahre 1 1/2 Stunden zur Universität, lerne nebenher... weißt du, wie entspannend da ein historischer Schinken ist? Einfach nur mal eintauchen und entspannen, nichts was Hirnleistung fordert.
Und so geht es auch Leuten, die arbeiten gehen und deswegen neide ich niemanden seine Lektüre; wenn jemand einen Krimi lesen will, soll er doch, wenn er mir dann meinem Historical nicht neidig ist. -
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Original von Alicja
Tja... Am besten schreib ich nach jedem einzelnen Satz von mir:Dann war dein Posting also einfach nur sinnlos?
Schön, dass wir das geklärt haben.Ich hatte bisher mit dieser Userin nichts zu tun, aber ich halte es wenig klug noch Öl ins Feuer zu schütten, wenn es schon am Lodern ist.
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Original von Alicja
Hallo Nightfall,
Also:
Das ist immer noch mein Thread ...
Und ich ich finde leider nur Krimis (und Fantasy, und, und:write....)
doof!Ich glaube kaum, dass man Besitzansprüche gegenüber einem Thread anmelden kann, dass zum einen. Und zum anderen sind wir hier in einer Demokratie (hoffe ich doch), in der man seine Meinung frei äußern, dementsprechend auch Vorschläge zur Güte machen kann; und drittens entscheidest das nicht du, sondern Wolke. Zumal es nicht nur um deine Meinung zu diesem Thema geht, ansonsten hättest du daraus wohl einen Blogeintrag gemacht, sondern du wolltest Meinungen anderer hören, diskutieren, Anregungen bekommen und da finde ich deine Form von Egoismus (entschuldige die Formulierung) einfach unangebracht. Es geht in einem Forum oder sollte zumindest darum gehen, dass man Meinungen austauscht und auch gegenseitige Tipps geben kann und nicht, dass Einzelpersonen ihre "ich bin so toll und ihr nicht, weil ich habe das und das und das gelesen"-Manie ausleben.