Die Umfrage war sehr interessant zusammen gestellt und war mit einem interessanten Thema verbunden.
Mich würde die Auswertung sehr interessieren.
Beiträge von Nightfall
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Germany: Jekyll und Hyde. 1939 - Deutschland von innen betrachtet. von Sebastian Haffner
Sebastian Haffner berichtet über die Methoden Hitlers und der Naziführer, die Macht zu ergreifen und für sich zu sichern. Er beschreibt die vielen kleinen Nazis und ihre loyalen Mitläufer, erklärt die Gründe für das Stillhalten der nicht-loyalen Bevölkerung, analysiert den Zustand der Opposition und skizziert mögliche künftige Aufgaben der Emigranten. So entsteht ein authentischer Querschnitt der Bewußtseinslage der deutschen Bevölkerung während der ersten Jahre der Naziherrschaft in Deutschland.Sebastian Haffner, geb. 1907 in Berlin, emigrierte 1938 nach England, wo er mit 'Germany: Jekyll & Hyde' eine scharfsinnige Analyse zum zeitgenössischen Deutschland schrieb. 1954 kehrte er nach Deutschland zurück. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die 'Anmerkungen zu Hitler', 'Von Bismarck zu Hitler', 'Der Verrat-Deutschland 1918/1919'. Sebastian Haffner starb sechs Tage nach seinem 91-jährigen Geburtstag 1999 in Berlin.
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Mal zwei Sachbücher (Auch, wenn Romane gesucht werden, aber ich empfehle auch den Blick in diese beiden Bücher.)
Anmerkungen zu Hitler. von Sebastian Haffner
Mit seinen Anmerkungen zu Hitler reduzierte Sebastian Haffner nicht nur das unüberschaubare Dickicht der biografischen Literatur über Hitler auf wenige Fragen, sondern machte es aufgrund der nüchternen Alltagssprache auch für ein breites Publikum interessant. Inhalt: Von verschiedenen Seiten, unter verschiedenen Aspekten und an verschiedenen Schlüsselstellen seiner Biografie versucht Haffner das Phänomen Adolf Hitler zu erhellen. Dabei geht es ihm nicht um eine detaillierte Darstellung der Geschichte des Hitler-Regimes, sondern um eine differenzierte Untersuchung der Person Hitlers. Haffner sucht die gezielte Auseinandersetzung mit den vorherrschenden Pauschal- und Vorurteilen.
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Und noch einer:
Der Funke Leben von Erich Maria Remarque
Das Buch schildert schonungslos die Zustände in einem deutschen KZ, kurz vor Ende des Krieges. Die Insassen sind namenlos, nur durch Nummern bezeichnet und scheinbar unendlich gedemütigt durch menschenverachtende Gewalt, die man sich kaum vorstellen kann. Doch nur scheinbar, denn diese Opfer des Naziterrors haben unendlich mehr Würde, Stärke und Kraft als ihre Peiniger jemals haben werden.
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Und noch ein Werk von Remarque:
Zeit zu leben und Zeit zu sterben von Erich Maria Remarque
Es ist die Geschichte des Soldaten Gruber, der während des Zweiten Weltkrieges Fronturlaub bekommt und die Zerstörung der Heimat, aber auch die Möglichkeit der Liebe erlebt. Voller Zweifel kehrt er an die russische Front zurück ...
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Ich dachte mir, als ich den Roman letztens in der Buchhandlung in der Hand hielt, dass ich endlich einen gut recherchierten, spannenden historischen Roman in der Hand halte. Ich wurde eines besseren belehrt...
Teilweise bin ich auch schwer beleidigt von den historischen Fehlern.1167 in Franken
Soweit ich beim Einlesen bemerkt habe, spielt in dieser Geschichte ein nicht unwesentlicher Teil vor der Inquisition. Im 12.Jahrhundert und Inquisition.. und vor allem mit dem Stichwort "Hexenverfolgung". Außerdem erwähnte die Autorin in einer Leserunde, dass die Hexenverfolgung vor allem für Bader und Ärzte dienlich war, um Kräuertweiber und Hebammen, so genannte "kluge Frauen" aus ihrem Beruf zu treiben. Zu diesem Schwachfug möchte ich eigentlich nicht viel sagen, außer, man solle sich einmal von Astrid Fritz den folgenden Aufsatz: Hexenwahn in der Frühen Neuzeit oder: Über drei populäre historische Irrtümer zu Gemüte führen.
Des weiteren: der Stil des Romanes ist furchtbar, zu modern, wenig bemüht detailreich zu schildern. Die Sprache geht kräftig daneben; die Autorin will das Mittelalter beschreiben, aber irgendwie ist es sehr sauber, das einzige Störende ist ein Mann, der am Schandpfahl hängt. Wo ist der Misthaufen, der an jeder Stadt und jedem Dorf zu sehen war? Wo sind die fettigen Haare, stinkende Kleidung, noch waldähnlichen Dorfumrandungen?
Ich habe dieses Buch entsetzt wieder weggelegt. Nicht allein die Sprache entsetzt mich, da sie wenig ansprechend ist, sondern auch, wie viele Fehler die Autorin im Bezug auf die historischen Details macht. Ganz schlecht recherchiert und vor allem: Ganz schlecht geschrieben.
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Und das als Biografie konzipierte Buch:
Das Mädchen Anne Frank von Melissa Müller
Eine der größten Stärken dieses Buchs ist die Fähigkeit der Autorin Melissa Müller, Anne Franks berühmtes Tagebuch in einen größeren historischen und biographischen Kontext zu setzen -- mehr als die Hälfte des Buchs befaßt sich mit den Jahren vor dem Untertauchen der Familie Frank. Gleichermaßen wichtig ist ihre Entdeckung der Existenz von fünf Blättern, die Otto Frank kurz vor seinem Tod dem Originalmanuskript seiner Tochter entnommen und dem internationalen Direktor des Anne Frank Center in New York, Cor Sujik, anvertraut hatte. Sujik zeigte Müller diese Seiten, die in der Biographie zutreffend feststellt, daß sie "unser Verständnis für die Tagebuchautorin verstärken".
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Wer Weiterführendes zu Anne Frank lesen möchte, den empfehle ich die zwei Lebensgeschichten:
Einmal als Jugendbuch-Variante.
Ich sehne mich so von Mirjam Pressler
Ein lebendiges Bild einer widerspruchsvollen Persönlichkeit, von ihren Begabungen, Konflikten und Träumen, und vor allem ihrem unstillbaren Verlangen nach Glück.
Durch ihr Tagebuch ist das deutsch-jüdische Mädchen Anne Frank, das 1945 im KZ Bergen-Belsen starb, weltberühmt geworden. Mirjam Pressler zeichnet das Leben der Anne Frank nach, von der Zeit vor dem Untertauchen bis zu den sieben Monaten nach der Verhaftung. Entstanden ist dabei ein lebendiges Bild einer widerspruchsvollen Persönlichkeit, von ihren Begabungen, Konflikten und Träumen, und vor allem ihrem unstillbaren Verlangen nach Glück: "Ich sehne mich so nach allem", schrieb Anne Frank - nach Wissen und Gefühlen, nach Nähe und Eigenständigkeit, nach Abenteuer und Geborgenheit.
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Hat nichts mit dem Holocaust, aber mit dem Widerstand im 3.Reich zu tun; es ist zwar ein Jugendbuch, aber eine sehr gute Einführung in die Thematik bzw. das Leben der Geschwister Scholl:
Das kurze Leben der Sophie Scholl von Hermann Vinke
Ein seltenes und erschütterndes Dokument über ein Mädchenleben in einer unheilvollen Zeit.
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Das erste Buch, was ich im Alter von 14 Jahren gelesen habe, zu diesem Thema:
Reise im August von Gudrun Pausewang
Alice wird nach Auschwitz deportiert. Auf dem Weg dorthin erlebt das Mädchen noch einmal Stationen ihres Lebens. Am Ende ist Alice kein Kind mehr - und darf doch nicht erwachsen werden.
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Ein sehr wichtiges Buch: Wie erkläre ich einem Kind, was Auschwitz symbolisch darstellt?
Mama, was ist Auschwitz? von Annette Wieviorka
Wie will man einem jungen Mädchen vermitteln, dass die Nazis all ihre Energie aufboten, um Millionen Menschen zu ermorden, nur weil sie Juden waren? Mit diesem Problem sieht sich Annette Wieviorka konfrontiert, als ihre 13-jährige Tochter sie nach dem Schicksal einer jüdischen Freundin fragt. Mutter und Tochter sprechen über Antisemitismus, über die Vernichtung der Juden, über das Warschauer Ghetto, über die Frage nach der Schuld und die Pflicht zur Erinnerung.
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Seit diesem Buch wage ich nichts mehr über den Holocaust zu lesen...
Renas Versprechen von Rena Kornreich Gelissen
Im März 1942 kommt die 21jährige Polin Rena mit einem der ersten Transporte im Lager Auschwitz an. Nur Tage später folgt ihre kleine Schwester Danka. Die Mutter hatte Rena das Versprechen abgenommen, gut auf Danka aufzupassen und sie zu beschützen. Dieses Versprechen gibt Rena die Kraft, Tag für Tag ums Überleben zu kämpfen, und wie durch ein Wunder schaffen es die beiden Schwestern, drei Jahre Auschwitz zu überstehen. Rena Kornreich schildert ihre Geschichte sachlich und nüchtern, berichtet vom Tagesablauf im Lager, vom Verhältnis zu Mithäftlingen und zu den Aufsehern.
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Peter Weiss - Die Ermittlung
Nach Ende des Krieges herrscht in Deutschland Schweigen, das Grauen der Konzentrationslager ist ein unbequemes Thema. Stockend, qualvoll ist die Erinnerung der Opfer an die Demütigungen, als die Zeugen im Frankfurter Auschwitz-Prozess aussagen gegen 18 Aufseher und Ärzte des ehemaligen Todeslagers. Unter den Zuhörern sitzt Peter Weiss und komprimiert später die Gerichtsprotokolle zu einem "Oratorium in 11 Gesängen". Angeklagte wie Zeugen sprechen darin die Worte der echten Opfer, der tatsächlichen Täter. Und diese Worte erzeugen Bilder, die sich in den Kopf brennen, um dort für immer ihren Platz einzunehmen.
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Und nun noch ein paar private Empfehlungen von mir:
Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933 - 1945. 2 Bände von Victor Klemperer
Einzigartig sind die Tagebücher von Klemperer vor allem deshalb, weil sie – wie das Tagebuch der Anne Frank – Zeugnis ablegen vom Unrecht an den Juden im Nationalsozialismus, und weil sie einen mikroskopisch genauen Blick auf den Alltag in der Diktatur werfen und zugleich die Sprache hinterfragen, die diese Diktatur hervorbrachte. Entstehung: Vom 17. Lebensjahr bis zu seinem Tod schrieb Victor Klemperer Tagebuch. Im ersten Kapitel seines LTI bezeichnet er sein Tagebuch als »Balancierstange, ohne die ich hundertmal abgestürzt wäre«. Das zum Teil minuziöse Notieren von Erlebnissen brauchte er, um sich »über die Situation zu stellen und die innere Freiheit zu bewahren«. Es diente ihm zugleich als Grundlage für seine Studien über die Sprache des Nationalsozialismus. Unter Lebensgefahr für sich und seine Angehörigen schrieb er das Werk, denn »man wird um geringerer Verfehlungen wegen gemordet… Aber ich schreibe weiter. Das ist mein Heldentum« (23. Mai 1942). An eine Publikation seiner Tagebucheintragungen scheint er selbst nicht gedacht zu haben und so lagerten sie nach seinem Tod zunächst für Jahrzehnte im Archiv. Hadwig Klemperer, die zweite Frau des Philologen, nahm sich der Seiten und der zum Teil schwer lesbaren Handschrift Klemperers an und so konnte Walter Nowojski 1995 das Werk veröffentlichen.
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Der siebente Brunnen von Fred Wander
Die Erzählung gliedert sich in zwölf kurze Episoden, geschildert wird der Alltag im Konzentrationslager: Rituale beim Teilen und Essen der knappen Brotration, Zwangsarbeit auf Baustellen und im Bergwerk, Arbeitsunfälle, misslungene Fluchtversuche, Transporte zwischen den Lagern und Todesmärsche, als die Front näher rückt - und immer wieder Sterben.
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Roman eines Schicksalslosen (Imré Kertesz)
Ist das ein Mensch? (Primo Levi)
Die große Reise (Jorge Semprun)~> Wurden alle schon genannt <~
Weiter leben: Eine Jugend von Ruth Klüger
Mit sieben Jahren durfte sie in ihrer Heimatstadt Wien auf keiner Parkbank mehr sitzen. Mit elf kam sie in KZ. Ruth Klüger erzählt ihre Kindheit und Jugend.
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Bei uns in Auschwitz von Tadeusz Borowsk
Die Erzählungen des polnischen Auschwitzüberlebenden Tadeusz Borowski gehören zu den beklemmendsten Zeugnissen des 20. Jahrhunderts. Scheinbar moralisch indifferent beschreibt Borowski die Greuel der nationalsozialistischen Vernichtungslager und verzichtet dabei auf eine klare Trennung zwischen Opfer und Täter. Aus der Perspektive des Kapos, der Mithäftlinge beaufsichtigt und dafür Privilegien erhält, schildert er mit zynischem Realismus den Wettlauf der Häftlinge ums Überleben. Mit einer Genauigkeit, die dem Leser nichts schenken will, berichtet er von der Mutter, die bei der Selektion ihr Kind verleugnet und der Arroganz der alteingesessenen Häftlinge gegenüber den Neuankömmlingen im Lager. Imre Kertész bewundert die "klaren, selbstquälerisch gnadenlosen Erzählungen" Borowskis, die in der europäischen Lagerliteratur einzigartig sind.
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Diese Romane werden in einem Kurs an meiner Uni gelesen (LV: "Autobiografische Darstellungen der Shoah"):
Jean Améry - Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten
"Die Essays, die unter dem Buchtitel "Jenseits von Schuld und Sühne" veröffentlicht wurden, erlauben ein Wort wie das von der Bewältigung der Vergangenheit, das sonst so leer klingt. In der unnachgiebigen und zugleich nervös aufmerksamen, an Jean Paul Sartre geschulten Reflexion Amérys wird Erfahrung des vergangenen Erleidens verwandelt in Lernstoff für zukünftiges Leben." Helmut Heißenbüttel
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Flops:
Iny Lorentz (Uninnovativ... Ewiges "Hosesrollen"...)
Nicholas Sparks (Kitschig. Und stilistisch einfach furchtbar.)
Hera Lind (... neben Rosamunde Pilcher eigentlich nur langweilig, schlecht geschrieben.)
Nora Roberts (Kitschig²)
Charlotte Roche (Biedere Geschichte im Gewande einer obszönen Sprache.)Tops:
Walter Moers (Ein kleines, hübsches Universum.)
Diane Broeckhoven (Bücher, die einem zum Nachdenken anregen.) -
Über den Autor:
Heinrich Theodor Fontane (* 30. Dezember 1819 in Neuruppin; † 20. September 1898 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und approbierter Apotheker. Er gilt als bedeutendster deutscher Vertreter des poetischen Realismus.
Quelle: Wikipedia
Weitere Informationen: Xlibris bzw. die Theodor-Fontane-Gesellschaft e.V.Inhaltsangabe / Klappentext
Als ihr Mann stirbt, gibt Mathilde nicht auf, sondern besinnt sich auf die eigenen Fähigkeiten... Theodor Fontanes Geschichte vom verpaßten sozialen Aufstieg und der Emanzipation der lebenstüchtigen Mathilde Möhring ist eine meisterhafte Milieustudie des Berliner Kleinbürgertums.
Eigene Meinung
Allein der letzte Satz Vater Möhrings an seine Tochter Mathilde, bevor er verstirbt, ist ein Credo, welches man auf das gesamte Buch anwenden kann: "Mathilde, halte dich propper."
Wir bewegen uns im Kleinbürgertum des Berlins um den Anfang oder Mitte des 19.Jahrhunderts. Mathilde und ihre Mutter leben zusammen, vermieten eines ihrer Zimmer an Untermieter, um ein wenig mehr Geld in die Kasse zu bekommen. Da tritt Hugo auf, ein Dauerstudent, mehr bequem und faul als fleißig und zielstrebig, in seinem Studium der Juristerei.
Mathilde wittert ihre Chance auf einen sozialen Aufstieg, sieht sie sich doch, anders als ihre Mutter, nicht als schlechte, kleine Familie, sondern als eine aufstrebende, kluge Bürgerstochter. Und sie schafft es, sie erzieht Hugo, verlobt sich mit ihm, er tritt sogar eine Stelle als Bürgermeister in einer Kleinstadt (Woldenstein) an. Doch dann verstirbt Hugo.Dies ist alles, was auf den 120 Seiten des Romans passieren... nämlich genau genommen ziemlich wenig. Der Spannungsbogen ist nie bemerkbar, manchmal verliert sich Fontane in den Beschreibungen der Umgebung, so dass man sich immer wieder während der Lektüre fragt: "Ob jetzt vielleicht irgend etwas Unvorhersehbares passiert - diese Hoffnung wird enttäuscht. Auch für eine Milieustudie halte ich dieses Werk nicht; es vermittelt keinen Überblick über das Leben der Familie Möhring, sondern beschreibt nur die Suche nach neuem Aufstieg, nach einem besseren Leben.
Für mich ist dieser Fontane-Roman entbehrlich. Er steigert sich nicht, bzw. stilistisch betrachtet auch nicht erbaulich - hier ist Fontane weit unter seinen Möglichkeiten geblieben.
Fazit: Eine für mich eher anstrengende, als lohnende Lektüre.