Ich fühle mich jetzt inspiriert, dieses (verlängerte) Wochenende auf meine Flasche Rotwein zu verzichten und statt dessen diesen Roman zu lesen. Außer (gerüchteweise) Voltaire beziehen sich in diesem Thread alle auf die Leseprobe oder einen Ausschnitt. Gott, da gibt es eine Analsex-Szene, wirklich schlimm. Wie sehr sind wir alle empört. Der typische, um das moralische und qualitative Heil der deutschen Literatur besorgte Leser, wird fast in jedem Jahr lieber zur Flasche als zum preisgekrönten Buch greifen. Antje Ravik Strubel? Anne Weber? Kann ich mir bei den Kritikern in diesem Thread schwer auf dem Nachttisch liegend vorstellen. Der Deutsche Buchpreis ist kein Publikumspreis, genauso können wir uns jedes Jahr über die Qualität beim Bachmannpreis echauffieren. Das ist langweilig.
Ich fand die Leseprobe tendenziell positiv, zumindest relativ zu den anderen nominierten Büchern. Welcher Roman hätte es denn literarisch/dramaturgisch qualitativ eher verdient? Ich bin nicht der größte Fan des Genderns, ist hier thematisch aber ja Programm. Sprachfindung eines nicht-binären Individuum. Ich fand das Gendern vielleicht übertrieben (mensch/man, jemensch/mensch), und ich bin auch skeptisch, aber ich werde es dann halt sehen, was L'Horizon aus dem Stoff macht.