Beiträge von Esther

    Lieber Rabarat, ich habe deine Geschichte von deiner Freundin Viola und ihrer Krankheit gelesen, die mich persönlich sehr bewegt hat. Es ist immer schwer die richtigen Worte zu finden, aber ich möchte dir gern sagen, dass ich sehr gut nachempfinden kann wie du dich fühlst.


    Im November habe ich eine Geschichte veröffentlicht zum Thema "Totensonntag", die von meiner allerbesten Freundin erzählt, die auch im Alter von 37 Jahren, leider viel zu jung sterben mußte.



    Ina - meine beste Freundin


    Fast 8 Jahre ist es nun schon her. Ich erinnere mich gern und oft an Ina. Nicht nur, aber auch am Totensonntag...


    Wir lernten uns schon vor der Grundschule kennen. Ihre Oma lebte in unserer Nachbarschaft und dort verbrachte sie mit ihren Schwestern die Tage, an denen ihre Mutter zur Arbeit ging. Wir fuhren zusammen Rollschuhe oder Roller, saßen zusammen auf der "Milchbank" und teilten dort unsere Süßigkeiten. Den Weg vom Kind zum Erwachsenen durchlebten wir gemeinsam mit allen Höhen und Tiefen und allen einschlägigen Erlebnissen: die erste heimliche Zigarette, der erste Liebeskummer...


    Als sie heiratete veränderte sich unsere Beziehung, blieb aber weiterhin sehr intensiv. Noch immer sahen wir uns mehrmals in der Woche, wobei der Mittelpunkt unseres Interesses nun ihre kleine Tochter Johanna war. Aus beruflichen Gründen zog ich nach Hannover. Wann immer ich am Wochenende nach Guxhagen fuhr, besuchte ich Ina und ihre Familie. Silas der Nachzügler wurde geboren und rundete ihr Familienglück ab.


    Als Silas sein letztes Kindergartenjahr hatte, wurde sie krank. Noch heute kann ich mich an das Telefonat erinnern, als sei es gestern gewesen. Sie war immer ganz gerade heraus, redete nie lange um den "heißen Brei" herum. So auch diesmal, sie sagte ganz einfach: "Esther, ich habe Krebs". Mir zog es den Boden unter den Füßen weg. Ich war sprachlos, erschrocken und geschockt. Noch niemals war in meinem Umfeld jemand an Krebs erkrankt, diese Krankheit kannte ich nur aus den Medien. Ina war bereits zur Zeit dieses Telefonats in Kassel im Krankenhaus. Die Operation stand ihr noch bevor und sie bat mich zu kommen. Am darauf foldenden Wochenende fuhr ich hin. Die Monate, die folgten, waren schwer: Die Chemotherapie forderte ihre ganze Kraft. Ein Auf und Nieder zwischen Hoffen und Bangen. Wir telefonierten oft und wann immer es mir möglich war, fuhr ich zu ihr. Unsere Gespräche waren ernst wie niemals zuvor in unserem Leben. Sie betrafen Krankheit und Tod. Was ist, wenn es nicht gut geht? Was wird aus den Kindern? Wie werden sie es verkraften? Wie wird ihr Mann es schafffen? Als wir sie zu unserer Hochzeit einluden, wollte sie nicht zusagen. Sie war sich nicht sicher, wie sie die nächste Chemotherapie und eine Reise nach Hannover überstehen würde. Doch sie kam! Es war das schönste Geschenk das ich bekam. Ich sehe sie noch vor mir tanzen, sie hatte sich ein langes, grünes Kleid genäht und feierte mit uns bis in die Morgenstunden, strahlend und voller Zuversicht. Einige Monate vergingen, ich war inzwischen schwanger, als sie mich wieder einmal anrief, diesmal um einen Tipp gegen Rückenschmerzen bat. Einige Tage später meldete sie sich erneut und teilte mir mit, dass sie kaum noch laufen kann und die Ärztin sie zu einem Orthopäden überwiesen hat. Ich besuchte sie am Wochenende und war sehr besorgt. Hatte ich doch selbst auch schon einige Erfahrungen mit Rückenschmerzen, aber so kannte ich es nicht, sie ging ganz krumm und konnte keine Berührungen ertragen. Von ihren Schiegereltern hatte sie sich einen Fernsehsessel ausgeliehen, in dem sie auch nachts schlafen musste, weil sie nicht mehr liegen konnte.


    In der kommenden Woche sollten einige Untersuchungen stattfinden. Mit der dann folgenden Diagnose hatten wir alle nicht gerechnet. Die Wirbelsäule saß voller Metastasen, es gab keine Aussicht auf Heilung. Als ich sie kurze Zeit später besuchte, konnte sie den Fernsehsessel kaum noch verlassen. Wir weinten, redeten, waren sprachlos, gleichzeitig alles zusammen, eine Achterbahn der Gefühle.


    Ich fühlte mich unendlich hilflos. Sie war so offen und ehrlich, sie sagte ganz einfach:"Ich weiß nicht wie lange ich noch lebe, ein paar Wochen, vielleicht ein paar Monate, ich weiß nur eins, diesen Kampf gewinne ich nicht. Es ist für mich nicht schlimm zu sterben, nur schlimm mich zu verabschieden. Und ich möchte so gern noch dein Baby sehen".


    Sie schaffte es nicht Wir sahen uns an diesem Tag das letzte Mal. Einen Tag vor der Geburt meines Sohnes starb meine beste Freundin Ina. Ich erfuhr es erst Tage später...

    Schade, dass die Gottesdienste immer sonntags und soooo früh stattfinden, vielleicht würden wir dann öfters mal gehen, so bleibt es bei gelegentlich.


    Die letzten drei Jahre habe ich hier in unserer Gemeinde aktiv im Kindergottesdienst gearbeitet und schreibe für unsere Kirchenzeitung. Ich finde Glauben hat nichts mit der Häufigkeit der Gottensdienstbesuche zu tun. Ich sitze gern in einer Kirche und besichtige auch gern im Urlaub Kirchen. Das war nicht immer so. Ich hatte auch Zeiten in meinem Leben, wo ich absolut keinen Bezug zur Kirche hatte. Ja, ja jetzt bin ich älter, aber auch noch nicht 65!!


    Herzliche Grüße Esther :wave

    Zitat

    Original von Esther
    Wie schön für euch - das dauer bei uns noch ein paar Jahre. Noch sind die Kits dabei und halten auch schon gut durch. Für was stehen denn die anderen zwei Namen - sind das Haustiere???
    Gruß Ester :wave


    Naja, da muss ich wohl noch ein bißchen üben!!!! Sollte sich eigentlich auf Marlowe bezíehen mit Schnurrli und Krümel. Hab noch nichts getrunken - is ja auch noch nicht Silvester. Rechtschreibfehler und sonstige mach ich auch nüchtern. :cry


    Wir feiern übrigens in den Bergen mit hoffentlich ganz, ganz viel Schnee. Freue mich schon rießig. Berge sind sooooo schön, wenn man ein Nordlicht ist.


    Gruß Esther

    Wie schön für euch - das dauer bei uns noch ein paar Jahre. Noch sind die Kits dabei und halten auch schon gut durch. Für was stehen denn die anderen zwei Namen - sind das Haustiere???
    Gruß Ester :wave

    Ich bin erst kurze Zeit dabei und habe irgendwie noch nicht den richtigen Dreh rauß. Ich frage mich immer, wie machen es die anderen, dass sie immer zu aktuellen Themen sofort antworten.


    Ich habe hier schon so viel gelesen und dann irgendwie nicht mehr wiedergefunden, oder wollte etwas dazu sagen, hatte aber gerade nicht so viel Zeit.


    Wie macht ihr das? Wieviel Zeit verbringt ihr am Tag im Forum? Klar hätte ich hier auch eine Umfrage starten können - wußte aber nicht wie:cry


    Jetzt hoffe ich auf ganz viele Antworten, die mich aufbauen....


    Herzliche Grüße Esther :wave

    Selbstverständlich: vorlesen erlaubt. Ist diese Geschichte schwer zu verstehen?? Da stecken meine ganzen Kindheitserinnerungen drin - ich habe tatsächlich eine so große Familie und das Forsthaus steht heute auch noch...
    Viele Grüße Esther :wave

    Und noch eine Weihnachtsgeschichte....





    Der Weihnachtsmann geht barfuss


    Es war der 24. Dezember 1964 oder 1965. Ich weiß noch genau wie hoch der Schnee lag. An den Bürgersteigen war er so hoch aufgetürmt, um die Straßen zu räumen für die Autos, dass ich nicht mehr drüber schauen konnte. Ich lebte damals mit meinen Eltern in den Bergen, dort war es wunderschön. Mit dem Schlitten konnte man in das Dorf hinunterfahren, um beim Bäcker frische Brötchen zu holen. Weihnachten ohne Schnee kannte ich also gar nicht, aber in jenem Jahr lag so viel Schnee, wie ich es nie zuvor erlebt hatte. In unserer Familie gab es eine Tradition: wir fuhren jedes Jahr zu Heilig Abend zu meinen Großeltern. Dort trafen sich alle meine Tanten, Onkels, Cousinen und Cousins. Ich habe allein 25 Cousinen und Cousins, 12 Tanten und 16 Onkels – eben eine richtige Großfamilie. Meine Großeltern hatten ein großes Hotel im Reinhardswald, auch Märchenwald genannt, so gab es zumindest bei den Familientreffen keine Platzprobleme. Jeder der ein Instrument spielen konnte, musste es zu diesem Treffen mitbringen. Auch das gehörte zu unserer Tradition. Mein Großvater spielte meist Klavier, reichlich Blockflöten begleiteten ihn, zwei Gitarren und eine Tuba.


    Meine Eltern waren damals sehr unsicher, ob wir fahren sollten oder nicht, entschieden sich aber dann doch die Fahrt anzutreten. Wir mussten einen großen Teil der Strecke durch den „Märchenwald“ fahren und das war bei diesem Schnee nicht ganz ungefährlich. Normalerweise brauchten wir 45 Minuten, aber an diesem Tag kam alles anders......


    Nach dem wir den ersten Teil der Strecke problemlos durchkamen, legte sich auch bei meinen Eltern die Nervosität. Aber als wir aus der Stadt herauskamen und in den Wald hineinfuhren wurde der Schnee höher, die Sicht schlechter. Nur noch eine Spur in der Straßenmitte war befahrbar. An irgendeinem Berg bleiben wir dann stecken und der alte Opel hatte keine Chance mehr gegen den Schnee. Wir versuchten es mit Schieben, Räder frei schaufeln, Kartoffelsäcke unter die Räder legen, aber es half alles nichts. Alle Bemühungen und Anstrengungen blieben ohne Erfolg. Meine Eltern beschlossen bis zum Haus des Försters zu laufen, der könnte uns dann mit seinem Trecker rausziehen. Wir wollten gerade losstapfen, da knaxte es hinter uns im Gebüsch. „Da“, rief ich, „da läuft jemand barfuss durch den Wald“. Meine Mutter lachte und meinte ich hätte eine blühende Phantasie, bei diesen Temperaturen und bei diesem Schnee läuft niemand freiwillig durch den Wald und schon gar nicht barfuss.


    Wir gingen weiter, ich wurde langsam müde und schlapp und durchgefroren war ich auch. Endlich, nach 1 ½ Stunden sahen wir von weitem das Forsthaus. Wir klingelten und hofften, dass uns auch heute am Heiligen Abend jemand die Tür öffnet. Der Förster war sehr nett, wir fuhren alle gemeinsam auf dem Trecker zu unserem Auto und 1, 2, 3 war es befreit und wir konnten weiterfahren. Da, da sah ich ihn wieder, den Mann, aber ich traute mich nicht mehr etwas zu meinen Eltern zu sagen. Bestimmt würden sie mir nicht glauben und mich vielleicht auch noch bestrafen, das wollte ich auf keinen Fall. Also sagte ich nichts.


    Es fing wieder stärker an zu schneien und ein heftiger Wind kam auf. Wir mussten ganz, ganz langsam fahren. Und da, plötzlich tauchte er aus dem Nichts auf und nun konnten ihn auch meine Eltern sehen. Mein Vater hielt an und bat den Mann ohne Schuhe einzusteigen. Er setzte sich hinten neben mich auf die Rückbank und blinzelte mir freundlich zu. Ich traute mich gar nichts zu sagen, schielte ohne meinen Kopf auch nur ein bisschen zu bewegen, nach rechts und.... tatsächlich, er hatte keine Schuhe an. Seine Zehen waren schon ganz blau von der Kälte und sahen mitleiderregend aus. „Psst“, sagte der Mann ohne Schuhe, „ich bin der Weihnachtsmann“. Mein Herz fing an zu rasen, das konnte doch gar nicht sein. Naja, irgendwie sah er ja ein bisschen so aus, der weiße Bart, die weißen Haare, aber sonst... „Das glaub ich nicht“, sagte ich ganz leise, „der trägt schwarze Stiefel und geht nicht barfuss. Und außerdem ist er immer rot gekleidet. Und überhaupt hat er heute ganz viel zu tun und kann nicht im Wald spazieren gehen“. „Weißt du“, sagte er, „in diesem Jahr lief alles anders. Als ich heute morgen in den Märchenwald kam, auf dem Weg nach Holzhausen, wo deine Großeltern wohnen, da traf ich einen armen alten Mann. Seine Schuhe waren ganz durchlöchert. Und er saß da und weinte im Schnee und dort wo seine Tränen hinfielen, da schmolz der Schnee. Ich hielt meine Rentiere an, stieg aus dem Schlitten und setzte mich zu ihm. Er erzählte mir seine traurige Geschichte von Armut und Hunger. Ich holte etwas zu Essen aus dem Schlitten und dann zog ich ganz schnell meine Stiefel aus und schenkte sie ihm. Da freute er sich so laut, dass meine Rentiere sich so doll erschraken und davon trabten – ohne mich mitzunehmen. So laufe ich nun schon seit Stunden durch den Wald und hoffe, dass ich sie dort am Ende des Waldes an der letzten Futterkrippe erwische.“


    „Kannst du dir denn keine neuen Schuhe kaufen“, frage ich erstaunt. „Nein“, sagt er, „heute kann ich in kein Geschäft mehr gehen. In der Adventszeit, ja, da sitze ich manchmal in Kaufhäusern oder in der Fußgängerzone und erzähle den Kindern Geschichten. Aber heute, heute erwarten mich die Kinder in ihrem Zuhause und die kann ich nicht enttäuschen. Ich muss doch die vielen, vielen Geschenke verteilen. Und die glücklichen Kinder, die sind mir wichtiger, da nehme ich gern einen kleinen Schnupfen in Kauf“. „Hast du denn auch meinen Wunschzettel erhalten“, frage ich vorsichtig. „Heißt du Heike und feierst mit 36 Cousinen und Cousins zusammen Weihnachten“. „Ja!“, sage ich völlig erleichtert. „Dann bist du auch dabei. So viel Kinder in einem Haus, das ist selten und deshalb kann ich mich so gut an deinen Namen erinnern.“ Ich freute mich und legte mich entspannt zurück. Wenn ich auf der Seite des Weihnachtsmannes aus dem Fenster sah, dann sah ich die Elfen hinter den Bäumen hervorspringen und uns zuwinken. Die kleinen Kobolde lachten und schlugen Purzelbäume und die Engel schauten zum Fenster herein und grüßten lächelnd. Schaute ich auf meiner Seite des Autos hinaus, da passierte nichts. Ja, ich war mir sicher, hier saß der echte Weihnachtsmann im Auto, neben mir auf der Rückbank.


    Plötzlich wurde ich sacht gerüttelt und eine Stimme sagte zu mir: “Hallo mein Stern, aufwachen, du bist da.“ Ich machte die Augen auf und sah in das freundliche Gesicht meines Großvaters. „Opa, endlich“, ich schlang meine Arme um seinen Hals und flüstere ihm ins Ohr, „Du Opa, der Weihnachtsmann ist ein Stück mit uns gefahren und stell dir vor, der Weihnachtsmann lief barfuss“. Mein Opa lächelte mich liebevoll an: „Ja, hab` ich mir doch gleich gedacht. Der ganz Rücksitz ist voller Goldstaub und der kann ja nur vom Weihnachtsmann kommen. Und barfuss geht er oft, das weiß ich ganz genau, denn manchmal verschenkt er in letzter Minute seine Stiefel und hat keine Zeit sich noch andere zu besorgen. Und wenn er dann in die Häuser kommt, dann zieht er sich ein paar Schuhe oder Stiefel an die dort stehen, von dem Familienvater, dem Onkel oder dem Opa, ganz egal, Hauptsache er kann erst mal seine Füße etwas aufwärmen. Die Kinder denken dann oft, das ist gar nicht der echte Weihnachtsmann, sondern jemand den sie kennen. Aber diese Kinder kennen eben nicht die Geschichte von dem Weihnachtsmann der barfuss läuft. Und du mein Stern, du weißt jetzt ganz genau Bescheid.“


    Ja, ich kannte die Geschichte und den echten Weihnachtsmann. Noch heute hinterlässt er, wie damals bei mir auf dem Rücksitz, Goldstaub und die Schuhe oder Stiefel, die leiht er sich auch manchmal noch aus. Auch bei meinen Kindern kommt er vorbei und wenn er mir dann zuzwinkert, in Stiefeln die ihm nicht gehören, dann weiß ich, er denkt genau wie ich, an damals, an den 24. Dezember 1964 oder 1965.



    Esther

    Rollstuhlwalzer


    Der Tag ist grau und kalt wie fast alle Tage im Herbst. Früher fielen mir die Jahreszeiten nicht so auf, aber seit ein paar Jahren ist es anders. Er war betrunken, er hat mich übersehen trotz Fußgängerampel. Jetzt sitze ich im Rollstuhl, meine Füße und meine Beine gehören nicht mehr zu mir. Optisch sind wir eins, gefühlsmäßig sind wir für immer und ewig getrennt.


    Ich lebe allein in einer behindertengerechten Wohnung, ich fahre ein behindertengerechtes Auto, lebe ein behindertes Leben mit Anspruch auf einen behindertengerechten Parkplatz vor der Haustür.


    Nur mein Kopf ist noch normal und mein Herz - aber das sieht niemand. Und wenn ich allein bin und Angst habe, dann lege ich eine CD auf und tanze den Rollstuhlwalzer und für Sekunden kann ich vergessen.

    Hallo Fritzi, Schicksal als Chance hat mich auch sehr begeistert. 1991 wurde ich - praktisch über Nacht - zur Zielgruppe Dethlefsen. Ich war für 2,5 Monate im Krankenhaus. Da ändert sich die Denkweise und irgendwie wechselt man die Richtung. Ich habe damals auch - Krankheit als Weg - gelesen. Dieses Buch habe ich teilweise als sehr anstrengend empfunden. Liegt wohl aber eher daran, dass es eben nicht so easy ist, sich mit seiner Persönlichkeit auseinanderzusetzen. Mehr Bücher kenne ich (noch) nicht von Dethlefsen.
    Herzliche Grüße Esther

    Anwort verspätet, aber nicht aus Angst... Obwohl bei dem Bild muss ich mir das mit den Beinen echt überlegen....
    Schönen Tag!
    Liebe Grüße Esther

    Hi Beatrix, mit meinen Antworten dauert es etwas länger. Meine Zeit ist am PC leider immer etwas begrenzt und den "roten Faden" habe ich noch nicht gefunden. Mein ältester Sohn geht jetzt in die 2. Klasse und am liebsten hat er es natürlich, wenn ich ihm etwas von den "Wilden Kerlen" vorlese. Mit seiner Lehrerin hat er, wie auch alle anderen Schüler, einen Lesevertrag. Der verpflichtet ihn täglich 5, 7 oder 10 Minuten zu lesen. Am Ende des Monats muss er den Vertrag abgeben und bekommt dann einen lachenden oder weinenden Stempel. Das motiviert die Kinder und irgendwie läuft es ohne Stress. (Manchmal haben wir aber auch Lücken) Vielleicht ist das ja eine Idee für deine Tochter, um etwas deutsch zu lesen. Die Belohnung könnte ja auch etwas anders aussehen.
    Liebe Grüße, Esther :wave

    Hallo! Wenn ich mir das so recht überlege esse ich eigentlich alle Sorten, zwar nicht alle gern, aber wenn gar nichts im Haus ist, dann würde ich sogar notfalls Marzipan essen. (Ich bin der Typ Mutter der heimlich auch mal an das Nutellaglas geht, aber nur ganz heimlich....)
    Nach all dem was ich jetzt gerade gelesen haben, muß ich wohl erst mal ganz genau über mich nachdenken...
    Schönen Tag, Esther

    Jetzt bin ich 78 Jahre alt und die meisten Menschen halten mich für ein wenig verrückt. Finde ich gar nicht, ich bin nur eben ein bisschen anders. Ich bin noch ganz klar im Kopf und weiß genau was ich will. Erst neulich hörte ich wie Pfleger Tim "völlig verkalkt" seinem Kollegen entgegen-murmelte und eindeutig mich damit meinte. Was weiß dieser junge Bengel schon vom Leben. Nur weil ich sagte: "Ein bisschen Heimat zu Heilig Abend, das wäre das Schönste für mich". Seit Monaten schon bereite ich ihn vor - meinen Ausflug am 24. Dezember. Keiner hat Zeit für mich und hier im Heim möchte ich in diesem Jahr nicht sein. Ich habe mir etwas ganz besonderes vorgenommen, etwas wunderschönes: einen Ausflug in die Heimat. Ich hoffe, sie erwischen micht nicht...


    Seit 8 Jahre lebe ich in diesem Altenheim - 300 km entfernt von meiner Heimat. Meine Tochter war der Meinung, das sei das Beste für mich, hier sei ich versorgt, hier ist immer jemand da und schließlich sei ich ja auch ganz in der Nähe der Familie. Familie, damit meint sie sich und ihren Mann, beide mehr mit dem Beruf als mit dem Ehepartner verheiratet, ganz oben auf der Karriereleiter. Eigentlich haben sie immer etwas zu tun und nie wirklich Zeit. Einmal im Monat kommen sie für eine halbe Stunde und erzählen mir von ihren Erfolgen, von Abschlüsse, Verträgen und Provisionen, die mich, wenn ich mal ganz ehrlich bin, eigentlich überhaupt nicht interessieren.Vielleicht ist es die Zwanghaftigkeit oder Oberflächkeit, die diese Besuche für mich so anstrengend machen. Eine Umarmung oder ein Streicheln über meinen Handrücken, oder ein liebes Wort - so etwas findet hier keinen Raum. Eine halbe Stunde, das sind 30 Minuten. 30 Minuten Familienleben im Monat! Kaum sind sie da, sind sie auch schon wieder im Aufbruch,


    Ich hatte noch einen Sohn, er kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Meine Schwiegertochter hat irgendwann wieder geheiratet. Ein halbes Jahr nach dem Tod meines Sohnes kam seine kleine Tochter Joline zur Welt. Ich habe sie niemals gesehen. Ab und zu habe ich Fotos per Post bekommen, aber der Kontakt war nie besonders intensiv. Einmal, da konnte ich es nicht mehr aushalten und habe meine Schiegertochter angerufen. Sie flüsterte ins Telefon, dass ihr Mann das nicht will, er sei der Meinung sie müsse mit der Vergangenheit abschließen. Ich weinte, unendlich viele Tränen. Die Sehnsucht mein Enkelkind einmal kennen zu lernen begleitete mich in all den Jahren.


    Die Flucht aus dem Heim hat prima geklappt, niemand hat etwas bemerkt. Einmal noch möchte ich durch mein Dorf spazieren, einmal unser Haus sehen, einmal noch das Vergangene spüren. Nicht all zu viel Menschen sind unterwegs am 24. Dezember. Sie fahren alle irgendwohin, mit mehr oder weniger Gepäck, um die Festtage mit Freunden oder der Familie zu verbringen. Ich habe kein Gepäck - ich werde nicht lange bleiben. Die Fahrt mit dem ICE war problemlos und in Hannover bekam ich sofort die richtige S-Bahn. Nun bin ich da! Bahnsteig Dedensen. Da stehe ich überglücklich und stolz auf mich und meinen Mut. Viele Jahre ist es her, dass ich hier weggeholt wurde, in ein besseres Leben. Für wen es besser sein soll, das habe ich bis heut noch nicht herausgefunden. Ganz langsam gehe ich meinen Weg, durch das weihnachtliche Dorf. Alles ist so vertraut, ich kenne hier jede Straße und jedes Haus. Kaum jemand ist um diese Tageszeit am Heilig Abend noch unterwegs. In den Häusern laufen die weihnachtlichen Vorbereitungen. Der Kanal - wie viele Spaziergänge bin ich hier gegangen, allein und in Gesellschaft, im Sommer und im Winter. Vor unserem Haus bleibe ich stehen. Wie viele glückliche Jahre habe ich hier verbracht. Ich sehe meinen Mann im Garten arbeiten, meinen Son Fußball spielen, meine Tochter schaukeln. Jahrzehnte sind vergangen, jetzt bin ich alt, einsam und allein.


    Ich gehe langsam weiter. Mein Weg führt mich am Kindergarten vorbei zur Kirche. Hier wurden wir getraut, die Kinder getauft und konfirmiert. Ich gehe hinein und setze mich in eine hintere Bank. Heimat, auch hier spüre ich sie ganz stark und intensiv und eine unendliche Traurigkeit und Einsamkeit überkommt mich. Heute findet ein Familiengottesdienst statt und es dauert nicht lange, da kommen die ersten Gottesdienstbesucher und ich werde abgelenkt durch die vielen Gesichter.


    Das Krippenspiel beginnt und ich schaue gespannt zu. Und dann plötzlich sehe ich sie, ein kleiner Engel mit weißen Flügeln, sie spielt eine kleine Rolle in diesem Stück: Joline, meine Enkeltochter. Wie niedlich sie ist! Sie sieht meinem Sohn wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich. Joline! Ich fange hemmungslos an zu weinen, die Trauer, die Einsamkeit und die Verzweiflung der letzten Jahre brechen aus mir heraus. Ich möchte mich zusamenreißen, aber ich kann nicht. Es wird ganz still in der Kirche, nur die Orgel spielt lseise weiter. Eine schluchzende, weinende alte Frau - keiner weiß, wie er auf mich reagieren soll. Da kommt der kleine Engel auf mich zu, krabbelt auf meinen Schoß und legt seine Arme um meinen Hals. "Oma, endlich bist du da", flüster sie in mein Ohr. "Ich habe es mir so doll vom Weihnachtsmann gewünscht".

    Zitat

    Original von Wolke


    Na du bist mir ja einer, willst du alle neuen vergraulen??? :wow
    :bruell Esther, in Wirklichkeit ist Doc ein ganz Lieber, wirklich wahr!


    Na, hoffentlich hast du recht....
    lb. Grüße Esther

    Der jüdische Name Esther war schon als Kind mein Traumname. Schade, daß mich niemand fragen konnte...


    Ich lese natürlich - wie sollte es anders sein- wahnsinnig gern. Zur Zeit eher Kinderbücher, Altersklasse 6 - 8 Jahre, da ich Mutter von zwei Jungs bin, für die es im Moment nur noch die "Wilden Kerle" gibt.


    Ja, auch ich gehöre zu den "uralten" - bin 45! Mein Beruf? Also, eigentlich bin ich "Fachkauffrau für Marketing", aber das ist schon Lichtjahre her, dass ich eigentlich nicht mehr von Beruf reden kann und schon gar nicht mehr von Berufung, denn in diesem Bereich werde ich nicht mehr einsteigen.


    Nein, ich glaube nicht, dass ich quereinsteigender Autor werden kann!!! Oder vielleicht doch, sonst wäre ich ja nicht hier?


    Gestern dachte ich noch, ich "hol" mir hier mal ein paar Tipps. Heute habe ich den ganzen Tag auf die Schlafenszeit meiner Kits gewarten, um mich endlich an den Computer setzen zu können. Ich finde alles rund um die Büchereulen total spannend. Ich glaube ich bleibe noch...


    Die Liste meiner erschienen Bücher ist kurz, hat keinen Anfang und kein Ende...


    Bin Redaktionsmitglied einer Kirchenzeitung und schreibe hier regelmäßig Kurzgeschichten. Ja, ich lese auch die Bibel.


    By Esther


    :wave

    Hallo Wolke, ja ich glaube auch, dass wir uns im Laden getroffen haben. War ja echt ein guter Tipp - nur bin ich mit dem chaten noch etwas überfordert. Na, da habe ich bestimmt die Lacher auf meiner Seite - ist heute mein erster Versuch.
    Liebe Grüße und bis demnächst mal, die "Wilden Kerle" sind jetzt bei Nr. 7 und ein Besuch bei euch ist dringend notwenig.
    Esther