Auch wenn das jetzt überhaupt keine Rolle mehr gespielt hat und auch für das Buch als Ganzes eher unwichtig ist: vermisst habe ich nach wie vor den Hinweis, dass Mukoviszidose nur durch eine Genmutation beider Elternteile vererbt werden kann. Frage an Nicole Wellemin Wurde das bewusst herausgelassen und wenn ja warum?
Bewusst, im Sinne von "ich habe aktiv eine Entscheidung dagegen getroffen" nicht. Natürlich habe ich vor und auch während des Schreibens sehr viel recherchiert - in alle möglichen Richtungen und zu sehr vielen Themen, die im Buch angeschnitten werden, bzw eine Rolle spielen. Nur ein Bruchteil der Informationen, die ich da gesammelt habe, finden dann am Ende auch in die Geschichte. Welche das sind, hängt dann oft einfach von meinem Bauchgefühl in dem Moment ab, wenn ich eine bestimmte Szene schreibe. Die Dialoge, etc, sollen sich ja auch natürlich anfühlen. FÜR MICH ist bei einem Roman immer die Figurenzeichnung und die Geschichte wichtiger, als die trockenen Fakten. Theresa ausführlich in einem inneren Monolog über die Erkrankung ihres Bruders nachdenken zu lassen, hätte sich falsch angefühlt, denn sie WEISS das ja alles. Und im Grunde wird über CF / MUkoviszidose ja nur an zwei Stellen im Roman gesprochen. Einmal, Theresa und David - da hatte Theresa gerade eine Panikattacke, da hat sie sich auf die Infos beschränkt, die für sie in diesem Augenblick wichtig sind - und das war ihre Entscheidung kinderlos zu bleiben. Und einmal mit Chrissi - und die beiden sind auf demselben Kenntnisstand. Da noch mal Hintergründe zu erläuftern hätte sich irgendwie wie Infodump angefühlt. Also habe ich die beiden Dialoge sich so entwickeln lassen, wie ich sie in meinem Kopf gehört habe - und da hatten genauere Informationen zur Vererbung eben keinen Platz - wie du sagst, SO GROSS ist die Rolle ja auch nicht, die das in der Geschichte spielt.