Beiträge von drehbuch

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    Original von Charlie
    Ich schreibe - denke ich - nie ueber voellig fiktive Personen, sondern versuche, sie Menschen, die gelebt haben, nachzuempfinden. Bei nicht dem Adel entstammenden Menschen des Mittelalters wird das Material natuerlich duenner, sodass ich eine Figur aus mehreren Elementen zusammensetzen muss. Aber soweit, dass ich die Figur als fiktiv empfinde, geht es nicht (das moegen natuerlich Leser voellig anders sehen).


    neinnein, dorothy, aimery "& co" wirken überaus lebendig und sehr "unfiktiv" :grin, aber du hast meine frage schon richtig verstanden und beantwortet. merkwürdig, ich hätte bei dir viel mehr phantasie vermutet als du hier zu haben jetzt eingestanden hast. (und ich weiß auch immer nicht, wer der mörder ist :grin).
    vielen dank für die ausführliche und interessante antwort und viel erfolg bei deinen fast komplett verbürgten hot-pants-trägern :grin :knuddel1 :anbet :wave

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    Original von Black Orchid


    Zu den gegannten 10 Mio. (diese Zahl begegnet mir im Übrigen zum ersten Mal) dürften dann aber noch die gesamten Einnahmen der Dangerous Tour dazu kommen - geschätzte 300 Mio.


    danke für die info. wie weiter vorn schon geschrieben, bin ich nur ein "randbetrachter" zum thema jacko.
    was das mehrfach angesprochene kaugummikauen verschiedener leute während der trauerveranstaltung betrifft, würde ich, den vater lassen wir jetzt mal außen vor, nicht so scharf ins gericht gehen. ich denke, es kann auch ein ausdruck dafür sein, dass man irgendetwas "zu tun" haben musste, um den stress etwas abzubauen zu versuchen, gerade bei den kids.
    die privaten sind nicht so unbedingt mein geschmack, aber neulich lief auf vox der 2-teiler von jermaine nach den aufzeichnungen seiner mutter. fand ich sehr aufschlussreich...
    ist jermaine eigentlich mit der motowntochter noch zusammen? der vater von ihr war ja wohl auch auf der feier, wenn ich das recht in erinnerung hab.
    :wave

    hier gehts ja AUCH ums essen! ihr seid pöhse! :lache
    vielleicht fallen ja dann doch irgendwann mal einige leckere rezepte für meinen plauderthread ab (da weiß ich allerdings, was mich erwartet, kalorienmäßig :lache)

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    Original von Anita
    ein sehr guter und spannend geschriebener abschnitt. den hab ich so was von verschlungen. ich bin ganz verliebt in deinen schreibstil charlie. du schaffst es ganz klare bilder herauf zu beschwören. der teil in dem a*n*imery und dothy ins brennende haus rennen, war doch auch als leseprobe auf deiner hp zu lesen, oder? zumindestens meine ich das in erinnerung zu haben, hab danach nämlich das buch auf meine wl gesetzt.


    also ich hab das auch so verstanden das symond nicht der leibliche sohn von a*n*imery ist.


    und steffib dein 2. spoiler ist ja der hammer :wow ein sehr toller gedankengang :-)


    bitte*fleh*
    er heißt aimery, OHNE *n*
    sooo ein schöner name!!!
    :knuddel1 :wave

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    Original von beowulf
    Dieses Buch habe ich kurz nach dem Erscheinen gelesen, es war höchst umstriten, weil Rühmanns Erinnerungslücken über den Einsatz von Zwangsarbeitern in seinen Filmen und seine Nähe zu den Größen des Nazionalsozialistischen Kunstschaffens letztlich nur aus Respekt vor der Lebensleistung und seines hohen Alters wegen tolerierbar waren. Das was drehbuch als "aufräumen" bezeichnet, wäre wohl korrekter "unter den Teppich kehren".


    über das, was er NICHT gesagt hat, kann ich hier schlecht rezensieren :grin
    mein "aufräumen" bezog sich u. a. auf
    a) gerüchte über seine scheidung von einer jüdin
    er ließ sich nicht deshalb scheiden, um keine nachteile zu haben, sondern, damit sie durch die heirat mit einem "neutralen ausländer" einer verfolgung entgehen konnte
    b) div. anschuldigungen wie zB in russland kriegsdienst geleistet zu haben
    dass fast alle damaligen stars sich irgendwie arrangieren mussten, ist unbestritten. fakt ist aber auch, dass filmproduktionen bewusst hinausgezögert wurden, um einige menschen vor einem kriegseinsatz kurz vor kriegsende zu bewahren.

    Heinz Rühmann: Das wars


    isbn: 3550085001


    autor: * 7. 3. 1902 in essen; † 3. 10. 1994 in aufkirchen, bayern; eigentlich heinrich wilhelm rühmann, bekannter bühnen-, film- und TV-künstler


    klappentext: nicht (mehr?) vorhanden


    eigene meinung:
    in nettem plauderton berichtet r. aus seinem leben, sowohl privat als auch beruflich, erinnert an bekannte, großteils ebenfalls schon länger verstorbene kollegen und räumt auch mit den immer noch kursierenden gerüchten hinsichtlich seiner verbindungen zu den "großen" des dritten reiches auf. viele schöne fotos und erinnerungen an
    die feuerzangenbowle
    der hauptmann von köpenick
    der brave soldat schwejk
    der eiserne gustav
    der pauker
    oh jonathan
    der kapitän
    die 3 von der tankstelle
    der mustergatte
    etc etc etc.
    7/10


    mir gab das cover auch zunächst rätsel auf, aber dann verstand ich es als zwei von links nach rechts blickende gesichtssilhouetten und das passte dann zu den beiden schwestern recht gut...
    :-) :wave

    hab ich gar nicht gesehen, dass es schon jemand schrieb... und an ziel hab ich auch nicht gedacht, obwohl mir die vokabel bekannt war (es gab (gibt?) da mal eine American Indian Movement-indianerbewegung, die dieses wortspiel nutzte). ja, nomen ist manchmal omen :lache :wave

    Ruth Rendell: Der Pakt/Das Tor zum himmlischen Frieden/Die Grausamkeit der Raben


    isbn: 3499431475


    autorin: ihr erster kriminalroman erschien 1964, inzwischen hat sie viele weitere und mehrere kurzgeschichten veröffentlicht, wurde dafür mit div. preisen ausgezeichnet und durfte erleben, wie einige ihrer bücher erfolgreich verfilmt wurden.


    kein klappentext


    eigene meinung:
    es handelt sich hier um einen sammelband mit drei romanen, wovon die letzten beiden wexford-geschichten sind.
    im ersten teil verschreibt ein junge seine seele dem teufel und beschwört dadurch ereignisse herauf, die an eine hitchcock/DuMaurier co-produktion erinnern könnten.
    der zweite teil handelt von einer ereignis- und folgenreichen china-reise, riss mich nicht unbedingt vom hocker.
    vom dritten teil, in dem es um einen mann mit doppelleben ging, war ich noch weniger begeistert.
    insgesamt
    4/10

    klar rede ich noch mit dir! ich weiß, dass es einige gibt, denen scarlett mächtig auf den keks gegangen ist (vor allem leute, die nur den film gesehen und nicht das buch gelesen haben). und abgesehen von der idee als solcher, hat margaret mitchell, soweit ich es jedenfalls nach der deutschen übersetzung bzw der lektüre englischen version auf der basis meines schul-englischs beurteilen kann, nicht über eine sprachgewalt wie du zB im hier vorliegenden buch zeigst, verfügt. trotzdem fand ich es immer sehr ergreifend, wie rhett und scarlett aneinander vorbeiliebten - und das tun die beiden hier ja auch.
    jedenfalls war es als kompliment gemeint! :lache :wave

    Rita Mae Brown: Jacke wie Hose


    isbn: 3499121956


    autorin: * in hanover, pennsylvania, wuchs bei pflegeeltern in florida auf, studierte in NYC anglistik und kinematografie, aktiv in frauen- und homosexuellenbewegungen


    auszugsweiser rückseitentext:
    an hand des lebens zweier schwestern, die sich ständig streiten und doch ohne einander nicht leben können, auf der überschaubaren bühne einer kleinen stadt geht die autorin an die wurzeln des amerikanischen selbstverständnisses - auf ebenso komische wie eindringliche weise. zwischen 1909 und 1980, mit krieg, arbeitskämpfen, prohibition, mord und totschlag, und auch liebe, entsteht ein bild von amerika, das viele unserer tief verwurzelten europäischen vorurteile über den haufen rennt. dass das hauptpersonal des romans eine beeindruckende schar beeindruckender frauen ist, hat wohl damit zu tun, dass RMB die frauen eher für fähig hält, wirkliche gefühle zu haben, als die männer. dieser meinung mag man sich anschließen oder auch nicht - im vorliegenden fall ist sie schwer zu widerlegen...


    eigene meinung:
    "tief verwurzelte europäische vorurteile" fühlte ich bei mir während der lektüre dieses ebenso heiteren wie klugen buches zwar nicht gerade über bord gehen, aber vielleicht hatte ich auch gar keine*g*
    der titel kommt von einem ausspruch der manchmal etwas bedauernswerten mutter der erwähnten schwestern und bezieht sich auf das ständige hickhack zwischen diesen. es ist keine reine familienstory, zB werden auch die auswirkungen des naziterrors auf einige befreundete menschen anrührend nahegebracht. besonders ergreifend war, wie die eine schwester der anderen dazu verhalf, ein pflegekind, eben die in ich-form schreibende autorin, zu bekommen. diese, 1980 mit den immernoch miteinander im clinch liegenden schwestern, ihrer mutter und ihrer tante also, konfrontiert, erzählt in rückblenden, was sich im vergangenen jahrhundert in dieser kleinstadt alles zugetragen hat.
    8/10

    alle handlungsstränge wurden glaubwürdig entwirrt, das überleben einiger der liebgewonnenen figuren versöhnt mit den schwierigen zeitläuften (und der pöhsen autorin! :lache).
    "„Eine gewalttätige, gequälte, verwirrte, leidende und zerfallende Zeit. (…) Aber auch, wie mir scheint, für uns, in einer Zeit ähnlicher Unordnung, eine trostreiche Zeit.“"
    dem kann ich mich nur anschließen! wir können aus dem schicksal der wenn auch fiktiven, so doch den einst lebenden mit ansprechenden und glaubwürdigen worten bestimmt lebensnah nachempfundenen personen einiges lernen. danke, dass du sie uns nahegebracht und auch diese leserunde begleitet hast, charlie!
    :knuddel1 :anbet :wave

    ich fand dieses apitel auch sehr ergreifend, aber ich fürchte, es ist realistisch... leider. die pest war nun mal kein sieb, keine sintflut, die nur "die guten" überleben lässt. heulsusen sind wir deshalb aber nicht!*g*


    @ walter: nicht "Porthsmith", sondern portsmouth. mouth=mund, port=hafen; also "hafenmund" :wave

    zitat: Den Ausdruck "die große Sterblichkeit" finde ich übrigens schöner als "der schwarze Tod"



    :write
    vielleicht nicht unbedingt schöner, aber inhalts- und einfallsreicher, jedenfalls besser.

    Zitat

    Original von streifi
    Dorothy und Aimery spielen wieder ihr altbekanntes Spiel "Wir reden nicht miteinander" Und so glaubt Aimery den Gerüchten das Kind wäre von Gilbert und wendet sich ab.... Und Dorothy geht mit Gilbert. Wo soll das noch enden? Da möchte ich am liebsten beide in einen Raum stecken und sie zum Reden zwingen!


    :write


    irgendwie erinnerten mich die beiden teilweise an rhett und scarlett, welche ja auch erfolgreich aneinander vorbeigeliebt haben.