Beiträge von ClaireW

    Aber die Fähigkeit Kritik anzunehmen stellt sich wohl nicht automatisch mit dem älter werden ein....

    Leider bei vielen ganz und gar nicht ...:grin

    Ich denke mal, das war damals nicht viel anders als heute.

    Ich musste gerade daran denken, das sich für meinen allersten Roman sehr intensiv über das 18. Jahrhundert recherchiert habe und mir damals der Briefwechsel eines Herzog in die Hände fiel, der sich furchtbar über seinen Sohn und die Jugend echauffierte, die keine Werte und Pflichtbewusstsein mehr besitzen würden. Wahrscheinlich ändert sich wirklich nur wenig in diesem Generationskonflikt.

    Abgehalten hat mich bisher die Beschreibung "Historischer Thriller", denn ich lese keine blütrünstigen/ mörderischen Beschreibungen. Historisch - Ja!

    Das geht mir genauso, aber ich stelle immer wieder fest, dass diese Genre-Einteilungen doch oft sehr fließend und ein wenig vage sind. "Kinder des Aufbruchs" läuft zum Beispiel bei Amazon als Hörbuch auch unter "Historischer Thriller ...

    Es gibt wohl einfach viele Erwachsene, die sich persönlich angegriffen fühlen durch die Proteste. Und dann meinen, denjenigen, der sie kritisiert abwerten zu müssen. Anstatt mal drüber nachzudenken, um was es eigentlich geht.

    Ich kann das ja nicht nachvollziehen, wenn sich Erwachsene so verhalten. Man sollte Kinder und Jugendliche doch ganz im Gegenteil darin bestärken, ihre eigene Meinung zu äußern - auch im politischen Bereich und erst recht, wenn man bedenkt, dass es ihre Zukunft ja noch viel mehr betrifft als unsere.

    Genau das haben mir schon einige Bekannte, die in der DDR aufgewachsen sind, auch schon erzählt.

    Die Hilfsbereitschaft untereinander muss wohl ziemlich groß gewesen sein.

    Und schon spürbar anders als in der BRD.

    Das kann ich nur bestätigen. Jedenfalls habe ich das auch von vielen Gesprächspartnern und Bekannten gehört, die aus der DDR stammen. Vielleicht rückt man generell enger zusammen, wenn die Zeiten politisch und wirtschaftlich schwierig sind? Ich erinnere mich, dass meine Großmutter das auch immer aus den Nachkriegsjahren erzählt hat.

    Mit "Gehlen" habe ich mich danach auch noch ein bisschen beschäftigt, nachgelesen und fassungslos mit meinem Vater diskutiert, wie dies möglich sein konnte.

    Man kann das aus heutiger Perspektive auch kaum noch verstehen. Gehlen war ja kein Einzelfall und ich finde es deshalb so wichtig, dass diese Historie aufgearbeitet wird.

    Gerade unter Gehlen war das ja noch gang und gäbe …. Dem wurde ja auch in vielem frei Hand gelassen.
    Ist auch in den Romanen von Ralf Langroth schön beschrieben (Die Akte Adenauer und Ein Präsident verschwindet)

    Die Romane kenne ich noch nicht. Habe ich aber gleich notiert!

    Ich hab dann auch mal noch zu Ende gelesen. Was für ein furioses Finale!

    Oh, vielen Dank für das Kompliment! :)

    Wären die Erwachsenen nicht so abgelenkt gewesen, wären sie wohl früher drauf gekommen.

    Das stimmt - und oft sehen die Menschen ja auch nur das, was sie sehen wollen. Das ist einfach nicht in ihrer Vorstellung gewesen, dass Lisa Luca hilft.

    Fritz braucht sicher einfach Zeit um über den Verrat von Alice wegzukommen, wenn Lore im Westen ist, wird es sicher leichter für ihn.

    Es wird auf jeden Fall die Wunden etwas heilen. Und - ich habe das hier ja schon mal geschrieben - ich denke mit etwas Abstand wird er er auch darüber hinwegkommen oder zumindest die Dinge etwas anders sehen, wenn er erfährt, wie Alice dazu gekommen ist ...

    Dabei habe ich auch das Personenverzeichnis erwähnt.

    Stimmt, jetzt erinnere ich mich wieder!

    Bei dieser Art Bücher erwarte ich einen Anhang mit Erklärungen; dass der Autor die Gelegenheit vom Verlag erhält, zu erläutern und gerade bei Zeitgeschichte Hinweise zu geben.

    Mir ist das auch als Autorin extrem wichtig. Ich möchte, das habe ich in einem späteren Abschnitt hier auch schon mal geschrieben, dass Leserinnen und Leser genau wissen, was Fiktion ist und was der Wahrheit entspricht.

    In den letzten Jahren hat sich die Einstellung dazu auch in den Verlagen sehr verändert. Ich entsinne mich, dass man bei einem meiner ersten Nachwörter dieser Art noch der Meinung war, das sei überflüssig, weil es ja ein Roman sei.

    Es sind noch ganz viele Fragen offen, sodass ich glaube, ich werde das Buch heute Abend kaum aus der Hand legen können.

    Das freut mich sehr, dass Du unbedingt weiter lesen möchtest ...

    Das Attentat auf Dutschke hat mich auch sehr mitgenommen, es wurde sehr plastisch und anschaulich geschildert.

    Dass er kurz vorher Nasentropfen für seinen Sohn kaufen wollte, entspricht übrigens der Wahrheit.

    Nach dem Dutschke Attentat ging es ja richtig ab. Und die Sprüche von damals sind heute noch aktuell. Damals sollten die Studenten erst mal arbeiten, heute sollen die Schüler die Klappe halten und lieber erstmal zur Schule gehen und was im Leben leisten, bevor sie sich politisch äußern.

    Diese Parallelität ist mir auch erst in dieser Leserunde aufgefallen. So viel hat sich dann doch nicht seit damals verändert ...

    das mit Luca und Julius klappt ja so gar nicht beim ersten Mal. Ich hoffe für Emma, dass das noch besser wird. Und für Luca auch.

    Ja, Julius und Luca reagieren beide auf ihre Art ein bisschen eifersüchtig. So konnte das nicht gutgehen ...

    In meinem Kopfkino kommt es zur Aussprache
    Ganz sicher wird Fritz dann auch Alice zuhören und vermutlich weiß er auch jetzt schon, dass Alice nicht geahnt hat, welche Auswirkungen die Notizen haben und wer dadurch "auffliegt". Es braucht Zeit.

    Ich denke, es muss ein bisschen Zeit vergehen, aber die Vorstellung gefällt mir auch!! :)

    Ich wusste ja schon, dass ich am Wochenende wenig zum Lesen kommen würde, aber das mich heute und gestern eine zahnärztliche Parodontose -Behandlung sooo "ausknocken" würde, hatte ich nicht geahnt...

    Oh, Du Arme, das tut mir echt leid! Gute Besserung.

    Durch Kais Nachfrage steckt Max wieder ziemlich dick im Geheimdienstdschungel und damit wird auch Alice verstärkt ins Visier genommen.

    Darin liegt eine gewisse Ironie, dass Max, der so besorgt ist, Alice könnte sich durch ihre Hilfe für Fritz in Gefahr bringen, sie unabsichtlich durch sich selbst zusätzlich ins Visier der Stasi bringt.

    Die Beschreibung des Attentats auf Rudi Dutschke hat mich schon ziemlich betroffen gemacht, daran kann ich mich direkt noch erinnern...

    Mich hat das auch bei der Recherche sehr betroffen gemacht. Ich hatte oft dieses eine Foto vor Augen. Ihr kennt es vielleicht? Es wurde kurz nach dem Attentat aufgenommen und zeigt nur die Straße mit den Kreidezeichnungen zum Tathergang der Polizei und Rudi Dutschkes Schuhe, die entfernt von einander allein auf der Straße liegen und er beim Anschlag verloren haben musste.

    Chapeau für die ganze Beschreibung des "Drumherum", großartig gemacht - richtig so ein Zeitzeugen-Bericht!

    Dankeschön!:)

    Ich bin unsicher, ob ich das schon erwähnt habe? Aber ich finde diesen ganzen "Mix" aus Perspektiv- und Personenwechsel auch ganz wunderbar und für mich erhöht sich die Spannung bei jedem neuen Kapitel!

    Das freut mich sehr. Übrigens ist das für mich zum Beispiel als Autorin unheimlich interessant in dieser Leserunde, zu erfahren, ob ihr so etwas mögt oder nicht und ob es für Euch die Spannung erhöht. Ich überlege dann oft, wie es mir selbst als Leserin geht. Als Autorin habe ich meine Geschichten immer von Anfang so im Kopf und könnte sie nur sehr schwer aus einer einzigen Perspektive erzählen.