Beiträge von Maarten

    Ja, ich traue mir das Original auch nicht zu. Und auch ich finde die Übersetzungen von Volker Oldendorp bewundernswert. Mitchell bringt aber so viel gleichzeitig rein, dass es schlicht unmöglich ist, alles zu transportieren, da wäre ich gerne in der Lage das Original mit dem Verständnis eines Muttersprachlers zu lesen. Bei Black Swan Green ist das eher möglich.

    Das sehe ich genauso. Obwohl ich "Wolkenatlas" auch so großartig fand, dass ich mich nie an die Verfilmung heran getraut habe. Ich persönlich fand auch nicht, dass die Knochenuhren Längen hatten. Ich habe jedes Wort genossen. Was für ein wunderbarer Autor Mitchell doch ist.

    Utopia Avenue liegt leider seit seinem Erscheinen auf Englisch noch ungelesen hier.

    Längen ist von mir als Bezeichnung dafür schlecht gewählt. Mitchell schreibt so dicht, dass ich beim Lesen immer mal wieder überfordert bin, trotzdem weiterlese und das mit dem Bewusstsein, dass ich gerade viel verpasse.

    Utopia Avenue hat auch diese Dichte, aber es liest sich leichtgewichtiger und hat in dem Sinne weniger 'Längen'.


    Und ich bin fast ein bisschen neidisch auf Dich, dass Du im Original liest. Ich habe es bei Black Swan Green/Der dreizehnte Monat ein bisschen verglichen und obwohl es gut übersetzt ist, geht doch einiges verloren. Aber selbst dann...

    Ich trage nach, dass ich "Der Wolkenatlas" soeben beendet habe, also meine Ankündigung aus der Rezension von "Utopia Avenue" wahrgemacht habe. Ich werde "Cloud Atlas" aber nicht rezensieren, weil mich das, meine ich, wahrscheinlich überfordern würde, aber ich kann jedem, der das noch nicht getan hat, nur dringend ans Herz legen, dieses unglaubliche Buch zu lesen. Möglicherweise versteht es der eine oder die andere ja auch. Ich habe das, glaube ich, nicht ganz getan, aber ich habe ein paar Motive und die Themen erkannt, ein paar Geheimnisse entschlüsseln können und ein paar Zusammenhänge erraten, vor allem aber hatte ich ein wirklich großes Lesevergnügen. So einen Roman hatte ich nämlich vorher noch nicht gelesen. Das Buch ist quasi wie ein Palindrom aufgebaut, eine Treppe, die chronologisch hinaufführt und dann wieder hinab. Sprachlich, dramaturgisch, stilistisch jenseits aller Maßstäbe. Was für ein Wahnsinn.

    Ich schaue mir auch noch die Filmadaption an. Mal sehen, ob ich die kapiere.

    Ich selbst fand Knochenuhren in gewisser Weise das bessere Wolkenatlas. Obwohl Mitchell da an seinen Ambitionen gescheitert ist. Er wollte es eigentlich aus 70 Kurzgeschichten aufbauen.
    “It’s one of those ideas that sounds good, but when you start writing it, you hit the problem: ‘Ah, that’s why no one has done this before...''"


    Natürlich weniger spektakulär im Aufbau als Wolkenatlas und einige schreckt es ab wegen seiner Fantasy-Passagen, aber wie jeder Mitchell sehr lesenswert.


    Wenn Du weiterlesen möchtest, läge davor in der Reihenfolge der Veröffentlichung allerdings eigentlich noch Die tausend Herbste des Jacob de Zoet.

    Behauptung. Unzutreffend. Marktkapitalisierung hängt von so vielen Faktoren ab, da kannst du alles und nichts draus lesen. Tesla und innovativ? Vorgestern vielleicht.

    Ich bin ja auch alles andere als ein Musk oder Tesla-Fan, aber darum geht's ja nicht.

    Deiner Schlussfolgerung zufolge, hätte Tesla nie eine bedeutende Firma werden können. ('Vorgestern' war ihre Marktkapitalisierung übrigens tatsächlich doppelt so hoch, höher als der aller anderen Automobilfirmen der Welt zusammengenommen...)
    Auch Toyota hätte nie zu einer bedeutenden Automobilfirma werden können.
    Oder BYD.
    Oder Ferrari.

    Da ja Deiner Schlussfolgerung zufolge die Innovation von Automobilfirmen ursächlich mit dem fehlenden Tempolimit in dem jeweiligen Land zusammenhängt.

    Die amerikanische Automobilindustrie war einst führend in der Welt. Dann kam ein Tempolimit und niemand kaufte mehr amerikanische Autos. Aus mit Kult und aus mit Inovationsdruck. Wessen Produkt 300 Sachen macht muss in Sicherheit und Voraussicht investieren und neues entwickeln. Wessen Schaukel mit 15 mph durch die Stadt wackelt investiert nur in ein schickes Radio.

    Marktkapitalisierung ist ein ganz guter Messwert für mit einer Marke verbundene Innovationskraft.
    Hier die TOP 10 der Automobilindustrie.
    Kein deutsches Unternehmen in der Top 5, Platz 1 USA, Platz 2 Japan, Platz 3 und 4 China, Platz 5 Italien


    So viel zur Stichhaltigkeit Deines Arguments...

    https://companiesmarketcap.com…isierung/#google_vignette

    Meine Erklärung, dass Medienmacht und ausländische Interessen dies permanent befeuern, reicht Dir nicht aus?

    Die Defaktualisierung von Politik, bei der Trump zwar voranschreitet, aber auch hier in Europa immer mehr nachziehen, lässt sich sicher nicht über die klassische Medienlandschaft erklären, die Trump auch jetzt drüben immer noch hauptsächlich gegen sich hat.

    Emotionen, vor allem Gruppenzugehörigkeit und Feindbilder scheinen zunehmend die Trümpfe im Wahlkampf zu sein.

    Der Wahlkampf der Grünen hingegen setzte Schwerpunkte auf Fakten und Lösungen. Fakten sind unbequem und unbeliebt und die darauf aufbauenden Lösungen scheinen es entsprechend auch zu sein.

    Ja es ist eigentlich völlig offensichtlich, dass Tempolimit, Fahrradstraßen und verkehrsberuhigte Zonen als teure und unbequeme Maßnahmen anzuführen, völliger Unsinn ist, da es sich genau gegenteilig verhält.


    Wie kommt es, dass Irrationalität so verfängt? Dass eine Partei, die ihren Wahlkampf zumindest in meiner Wahrnehmung am meisten von allen Parteien auf Fakten, statt auf Emotionen aufgebaut hat, so einfach abgestempelt werden kann?

    Das Heizungsgesetz ist viel besser als sein Ruf, die CO2-Steuer ist ab 2027 die der EU, die Grünen wollten mit dem sogenannten Klimageld untere und mittlere Einkommen davon entlasten. Tempolimit ist überfällig, sogar die Mehrheit der ADAC-Mitglieder ist dafür. Fahrradstraßen und verkehrsberuhigte Zonen sind vor allem eines: bequem.


    So oder so ging's aber gerade gar nicht um eines dieser Themen, sondern darum, dass den Grünen schon jetzt in die Schuhe geschoben wird, sie wären Schuld, wenn CDU/CSU und SPD demnächst nicht zusammenkommen.

    entschuldige aber die grünen Sticheln schon und lachen, alleine ihre Forderungen

    Grün würde ich nie wählen.

    Was hat es damit zu tun, wen Du wählen würdest? :/

    Es war der Streit über die Schuldenbremse, die die Ampelkoalition hat zerbrechen lassen.
    Und auch das hier ist nicht lange her:
    https://www.zeit.de/politik/de…ngsgericht-ampelkoalition

    CDU/CSU und SPD beanspruchen jetzt quasi Geld ohne Ende und sind noch gar nicht in Koalitionsverhandlungen eingestiegen, denn die gehen erst wirklich los, wenn sie eben nicht über beliebig viel Geld verfügen können.
    Und die Grünen sollen ihnen das möglich machen. Warum sollten sie das tun?

    Und warum sollten ausgerechnet sie dann Schuld sein, wenn CDU/CSU und SPD sich - falls es dann nicht beliebig viel Geld für die kommende Regierung gibt - sich nicht mehr einigen können? Es ist absurd.

    Es ist schon erstaunlich, dass es wieder die Grünen sind, die als Sündenbock herhalten sollen, wenn es demnächst mit der Koalition zwischen CDU/CSU und SPD nicht klappen sollte.

    Ich finde die ganzen Slogans 'gegen Rechts' ebenfalls sehr unglücklich gewählt. Ich erinnere mich, dass es auch etwas wie 'Autor*innen gegen Rechts und für Demokratie' ggfls noch kombiniert mit Freiheit und Meinungsvielfalt etc gibt.

    Und habe mir gedacht, gerade Autor*innen müssten es doch besser wissen.


    Rechts und Links sind nur 2 Seiten angrenzend an der Mitte und beide haben ihre Berechtigung.

    Es ist Unsinn Rechts oder Links gegen Demokratie, Freiheit, Meinungsvielfalt abzugrenzen. Diese Abgrenzung entsteht erst durch Extremismus unabhängig davon, ob links oder rechts.


    Die NGO-Anfrage irritiert mich trotzdem. Vorrangig sollten jetzt Koalitionsverhandlungen sein und diese Anfeage ist da ein weiterer, meines Erachtens unnötiger Mosaikstein, der diese erschwert. Und davon gibt's schon reichlich.

    Nein. Die CDU ist eine demokratische, der Verfassung treue und sich ihr verpflichtet auftretende Partei, die ganz entscheidend am Aufbau dieser Republik mitgewirkt hat. Sie wird das nicht tun. Dafür würde ich halbmittelwichtige Körperteile ins Feuer legen.


    Meinetwegen kann der Wagenknechtclub vor die UN oder den Hohen Rat der Vogonen ziehen. Lieber wäre mir allerdings: Ohne Umwege in den Orkus der Geschichte. Aber das wird kommen.

    Ja, die CDU ist eine demokratische, der Verfassung treue und sich ihr verpflichtet auftretende Partei, die ganz entscheidend am Aufbau dieser Republik mitgewirkt hat.
    Ich hoffe deswegen Du hast Recht und drücke uns alle die Daumen.

    Es passieren aber in letzter Zeit politisch sehr viele Dinge, die eigentlich nie hätten passieren dürfen. Und die ich bis vor kurzem auch für unmöglich gehalten habe. U.a. auch die Situation im Bundestag Ende Januar. Die von Merz und Dobrindt eingetütet wurde.

    Es wird davon abhängen, ob CDU/CSU und SPD sich einigen können. Merz hat viel mehr versprochen, als er halten kann und einiges getan, um Koalitionsverhandlungen mit der SPD schwierig zu machen.

    Mich irritiert die Argumentation Das Richtige zu tun, auch wenn die Falschen mitstimmen in Kombination mit Links ist vorbei. Es gibt keine linke Mehrheit und keine linke Politik mehr in Deutschland.

    Die letzte Zeit - insbesondere die Entwicklung unter Trump - hat mich politisch dünnhäutig gemacht.
    Da triggert mich so 'ne Kombination.

    Ich fürchte, wir sind nur wenige Wochen vom kompletten Fall der Brandmauer weg.
    Merz wird in dem Fall der SPD die Schuld geben.

    Hoffentlich finden CDU und SPD nach den vergifteten letzten Wochen noch zusammen.

    Hier gerade in der Zeitung: Das PSZ (Psychosoziales Zentrum), die einzige Therapieeinrichtung in der Region für traumatisierte Geflüchtete und Folteropfer mit 5,25 Vollzeitstellen, 260 Patienten 2024 und 60 auf der Warteliste, hat zum Jahresende den Betrieb eingestellt und schließt jetzt.

    Der Grund: Eine Förderrichtlinie, die die Grundlage für Förderanträge ist, hat das Ministerium nach wie vor nicht veröffentlicht und der Träger sieht sich nicht in der Lage vorzufinanzieren.


    Eingerichtet wurde das PSZ 1997, damals um schwer traumatisierte Geflüchtete aus dem zerfallenden Jugoslawien therapeutisch aufzufangen.


    Laut PSZ gibt es für ihre Klienten keine Alternative: Andere Beratungsstellen für psychische Probleme bei Geflüchteten gibt es nicht und niedergelassene Psychotherapeuten trauen sich die Behandlung von Geflüchteten wegen fehlender kultureller Fachkenntnisse meist nicht zu.


    Das PSZ war Anlaufstelle für Migrationsberatungsstellen und Schulen, führte auch interkulturelle Schulungen von Ehrenamtlern durch und übernahm Nachversorgung bei Entlassung aus der psychiatrischen Abteilung von Kliniken.


    In der gleichen Zeitung beklagt ein Artikel den monothematischen Wahlkampf.

    Es ist keine Schuldfrage, sondern die Argumentation hier ist ja eine andere. Es geht darum, wie man dieser Entwicklung begegnen kann.

    Hier wurde behauptet, man müsse die Themen der AfD und anderer Rechtspopulisten übernehmen. Sie wären nur deswegen so stark geworden, weil diese Themen nicht ausreichend adressiert worden wären.

    Ich hatte aus der von Dir genannten Studie dahingehend zitiert, dass man auf diese Weise dieser Entwicklung nicht begegnen kann, sondern sie damit nur beschleunigt.

    Und auch, wie man dieser Entwicklung besser begegnen kann.


    Wenn man einen Fehler aufzeigt, kann das die Intention haben einen Schuldigen zu finden oder die, einen Fehler zu vermeiden. Meine Intention ist das Zweite.