Beiträge von Chris

    Kann ich gut verstehen. Die meisten sind eine Katastrophe. Das liegt aber auch daran, dass die Verlage oft Leute an die Themen setzen, die nie mit Pferden zu tun hatten. Irgendein Newcomer ist einfach billiger als ein versierter Autor. Mir kräuseln sich auch immer die Fußnägel, wenn in Historischen Romanen Pferde vorkommen. Da macht sich nämlich auch keiner die Mühe, nur ein bisschen zu recherchieren.
    Aber wie Lissiana schon schreibt, 'Im Namen der Pferde' ist nicht wirklich ein Pferdebuch. Das würde Dich also sicher nicht schrecken. Allerdings ist die Geschichte unglaublich traurig, ich habe beim Schreiben das erste Mal geheult und dann noch mal beim ersten und zweiten Korrekturlesen.
    Irgendwann fragte ich mich dann ernsthaft, wer das wohl kaufen soll ... ;-)


    Also ausreichend Taschentücher bereit legen!

    Mein Lieblings-King ist das Buch auch nicht, obwohl ich es durchaus mit Spannung gelesen habe und King insgesamt für den besten Autor der Gegenwart halte. (Wobei ich es schade finde, dass er nur Horror macht, dabei kann der Mann technisch alles, bis hin zur Lyrik.) Aber ich mag die Bücher mehr, in denen sich Wirklichkeit und Fantasy langsamer verschmelzen und mehr gedacht als geblutet wird. Mein totaler Liebling ist 'Dead Zone', sehr gut auch 'Firestarter', 'Tommyknockers' und natürlich 'Es'. King kriegt Kindercharaktere einfach unnachahmlich hin!
    Wie findet Ihr denn 'Dead Zone'? (Das Attentat) Mir scheint es einer der weniger bekannten Kings.

    Danke, dass Du mein Buch empfiehlst, Lissiana!


    Aber ich muss noch was anmerken, falls irgendjemand es bei Amazon sucht und die Besprechungen da liest. Da wird nämlich viel Werbung für die DVSP gemacht, das ist die deutsche Version der ILPH. Aber die Leute sind leider weniger an Pferden interessiert als daran, ihrem eigenen Affen Zucker zu geben. Insofern distanziere ich mich ausdrücklich von dem Verein.
    Hoffentlich schreckt Euch das jetzt nicht auch ab. Aber falls einer nach dem Lesen karitative Bedürfnisse hegt: Echten Tierschutz betreibt z. B. Eulenmühle-Pro Equis e. V. oder der Kölner Schutzhof für Pferde.


    Was ist denn so grausig an dem Titel?

    Ich denke, man muss zwischen 'Promi-Büchern' und Autobiografien unterscheiden. Dieter Bohlen und Co schreiben ihre Bücher schließlich nicht selbst, die erzählen allenfalls, und dann schreibt ein Profi die Geschichte. Wobei er (oder sie, bei Bohlen war's eine ehemalige Bild-Redakteurin) totsicher schönt, sonst wäre es ja zu langweilig. Insofern muss man diese Dinger als ganz eigenes Genre bezeichnen und beurteilen. Wobei die Sterne oder Verrisse der echte Autor bekommen müsste, nicht der 'Promi'. Ich fände es persönlich keine Schande, sie zu lesen, im Gegenteil, es würde mich interessieren, wie die Autoren das anfassen. Allerdings würde ich kein Geld dafür ausgeben.
    Bei Autobiografien ist es dann einfach Geschmacksache. Wer meint, wissen zu müssen, was Schröder so denkt oder wovor Fischer mal weglief, der muss das eben kaufen ... Wichtig wäre für mich allerdings die Frage, ob der Typ auch wirklich selbst getextet hat. Bei Leuten wie Franzi von Almsick kann ich mir das nicht vorstellen.
    Ach ja, interessant wäre dann auch noch die Auswahl des Ghostwriters - was wieder davon abhängt, wer das Buch initiiert. Das kann ein Verlag sein, der dann den Texter vorschlägt, wobei der Promi aber gewöhnlich Mitspracherecht hat. Also keine Entschuldigung für grottenschlechte Schreibe. Manchmal initiiert es auch der Ghostwriter, besonders bei Semi-Prominenz oder bei Sportlern. Dann fühlt sich der Promi u. U. gebauchpinselt und autorisiert auch noch den größten Schwachsinn. Hübsch finde ich da zum Beispiel, wenn Neunzehnjährige ihre 'Biografie schreiben'. Die können ihr eigenes Leben nicht abwarten.
    Insgesamt ist das jedenfalls ein sehr komplexes Thema: Nicht überall, wo Bohlen draufsteht, ist auch Bohlen drin ... ;-)

    Die Idee zu diesem Thema kam mir gerade, als ich in 'Büchern, die Euch wichtig sind' schmökerte. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe besonders als Kind und Jugendliche fast nur geliehene Bücher gelesen, Hauptsächlich aus Bibliotheken. Später wollte ich dann einige noch mal lesen oder selbst besitzen und musste feststellen, dass es das Buch nicht mehr gibt. Hinter einigen davon war ich dann jahrelang her, zum Beispiel 'Ponys hinterm Haus', das ich schließlich zufällig auf einem Grabbeltisch für auszurangierende Bücher in einer Jugendbücherei fand.
    Andere suche ich nach wie vor. Falls also jemand 'Auch Pferde brauchen Liebe' von Monica Dickens auf dem Dachboden hat, bitte melden!


    Wie sieht das bei Euch aus?

    Ich würde auch meine ersten Schreibversuche retten - oder ganz schnell ins dickste Feuer werfen, damit auf keinen Fall ein Feuerwehrmann mit diesen Katastrophen abzieht ... :-)


    Und dann wirklich die Bücher, die man nicht mehr bekommt. Die ersten von Lise Gast zum Beispiel oder 'Ponys hinterm Haus'. Hinter dem war ich ewig her ...
    Aber das ist eigentlich ein anderes Thema, ich glaube, dazu eröffne ich gleich mal eine weitere Runde.

    Ich bin gerade auf dem Grabbeltisch in einem Supermarkt auf ein preisreduziertes Exemplar von Tim Pears 'Land der Fülle' gestoßen.
    Ein richtig dicker Wälzer, der eine faszinierende Familiengeschichte erzählt und dabei auch eine (fiktive) Stadt in England über vier Jahrzehnte hinweg begleitet. Im Grunde erzählt Tim Pears Zeitgeschichte, aber auf ungewöhnliche, sehr unterhaltsame und oft berührende Art. Viele Leser werden eigene Erlebnisse und Entwicklungen wiederfinden.
    Eine echte Entdeckung.

    Was findet Ihr denn daran bloß so faszinierend?
    Ich meine, die Dame begibt sich völlig naiv in eine unmögliche Beziehung zu einem Mann, mit dem sie sich nicht mal verständigen kann, hat zugegebenermaßen haarsträubende Erlebnisse, die einen aber doch eigentlich mehr zum Kopfschütteln als zum Staunen veranlassen, und sieht zuletzt ein, dass sie hier besser wieder verschwindet. Hätte ich ihr schon auf Seite drei sagen können, dann hätte sie sich die Malaria erspart. Natürlich hat das Buch seine Trosteffekte. Die Leserin hat vielleicht auch eine Schwiegermutter, aber sie muss zumindest keinen 2 Quadratmeter großen Kral mit ihr teilen. Und natürlich fasziniert auch die 'Wie kann ein einzelner Mensch nur so blöd sein?'-Überlegung. Aber das rechtfertigt ganz sicher nicht auch noch Band 2 und 3 ....

    Die Teenie-Mädchen in meiner Bekanntschaft kriegen diesmal keine Pferdebücher zu Weihnachten! Stattdessen ist mir diese brandneue Jugendbuchserie in die Hände gefallen und ich bin hell begeistert - ebenso wie die ersten jugendlichen 'Testleser'.


    Leonie Bell siedelt ihre bislang vierteilige Serie (Er liebt mich - Er liebt mich nicht, Nur ein bisschen Magie, Chatroom-Flirts, Bei aller Freundschaft) in einer Clique von Jugendlichen an. Man trifft also in jedem Buch die gleichen Charaktere, es stehen aber jeweils andere Mädchen und Jungen im Mittelpunkt. So lernt man die einzelnen Mitglieder nach und nach näher kennen, und meint schließlich, selbst Mitglied der Gruppe - und dabei auch wieder dreizehn oder vierzehn Jahre alt - zu sein.


    Natürlich haben wir es bei den vier Romanen glasklar mit dem Genre 'Hilfe, ich bin dreizehn und noch ungeküsst!' zu tun. Aber die Aufarbeitung ist anders als bei vergleichbaren Titeln. Leonie Bell schreibt zwar flott und witzig - besonders die Dialoge reizen immer wieder zu Kicheranfällen - greift aber auch ernste Probleme auf. Da schlägt sich Tipi zum Beispiel in Band eins mit strengen Eltern und dem ersten Freund herum - und muss aufpassen, dass sie nicht von einer Abhängigkeit in die andere gerät.
    Im zweiten Band rutscht ihre Freundin Mags in eine Gruppe jugendlicher Satanisten - und das, wo sie doch nur ein bisschen zaubern lernen wollte, um ihren Freund Julius zurückzugewinnen.
    In den 'Chatroom-Flirts' wird es für die unbeliebte Streberin Adelheid richtig gefährlich, ein Mädchen, das sich doch auch nur danach sehnt, sich zu verlieben. Aber meint der 'Freund aus dem Internet' es wirklich ehrlich mit ihr? Und was ist dran mit an dem 'Ding mit dem Ring', von dem Austauschschülerin Nele schwärmt - und gleichzeitig Mags den Freund ausspannt?
    Casting-Wahn und Sucht - nach Ruhm, Schokolade und Alkohol - steht dann im Mittelpunkt des vierten Bandes. Die schüchterne Annalena ergattert eine Rolle in einer Fernsehserie - der sie sich so gar nicht gewachsen fühlt. Während Lisa talentlos von einem Casting ins andere stolpert ...
    Das alles ist so spannend und lebendig erzählt, dass man fast meint, es sei selbst erlebt. Zumindest hat Leonie Bell in Jugendgruppen genau hingesehen und trifft den Nerv.


    Wie gesagt - ideale Geschenke für alle ab zwölf. Aber Vorsicht: Auch diese Bücher haben Suchtcharakter!

    Also ich finde schon, dass ein Roman - wenn er denn in dieser Welt in der Gegenwart oder in einer genau definierten, vergangenen Zeit spielt - logisch sein und Naturgesetze nicht außer Acht setzen darf. Sonst können wir ja gleich Comics lesen - oder eben Actionfilme gucken. Dazu kommt es natürlich aufs Genre an. Wenn man etwas Abgehobenes schreibt wie Absurdes Theater oder surrealistische Texte - gut, dann kann man die Wirklichkeit variieren - allerdings brauchen m. E. auch solche Texte einen logischen Aufbau. Desgleichen, wenn man Märchen schreibt, Fantasy oder auch moderne Märchen der Sorte Groschenroman oder Romance. Da darf der Ritter dann halt mal zu gut sein für diese Welt. Aber wenn man ihn mit dem Schwert durchbohrt, ist trotzdem Schluss. :-)
    Und nun haben wir da Dan Brown, der seine Texte mit wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Daten aufpeppt bis zum Gehtnichtmehr, und von seinen Figuren (und damit ja auch von den mitratenden Lesern) ständig logisches Denken fordert. Der darf einfach nicht plötzlich die Naturgesetze aufheben, nur weil es ihm gerade in den Kram passt. Zumal man da ja auch noch irgendwie hätte tricksen können. Was wäre z. B. gegen einen zweiten Fallschirm einzuwänden gewesen, der irgendwie in der Notausrüstung unter dem Sitz steckte, was zufällig beim letzten Hubschrauberflug der Pilot dem Helden erzählt hat? Welcher denn auch mal irgendwann aus Versehen einen Fallschirmspringerkurs für College-Dozenten absolviert hat. Auch nicht die ganz große Logik, aber, wie Beowulf es ausdrückt, zumindest keine 'Verarschung'.

    'Die Reise des Wolfes' find ich gut.


    Aber wenn man Titel für Bücher ausdenkt, die dann ein Verlag verlegt, bringt es gar nicht so viel, sich große Gedanken zu machen. In 99 Prozent der Fälle ändert der Verlag den Titel sowieso. 'Der Palast der Sonne' zum Beispiel, hieß ursprünglich 'Indalo'. Das fand ich spannend und es passte zum Inhalt. Dagegen spielt ein Palast überhaupt keine Rolle und 'Palacio del Sol' würden die Spanier wohl höchstens ein Hotel nennen ...

    Also Harrys Sohn fand ich jetzt eher ein bisschen dumm.
    Ist ja alles schön und gut mit der Ehre und überhaupt, aber so verhält sich doch kein Mensch. Das kann auch im Mittelalter kaum anders gewesen sein.
    Und der Schluss des Ganzen ... naja ...


    Wobei ich Teil 1 trotzdem ausgesprochen gern gelesen habe. Klar war Harry zu gut für diese Welt, aber im Roman darf es auch mal Supermänner geben (Deshalb heißt es ja 'Fiktion'). Aber sein Sohn fiel mir dann zunehmend auf die Nerven.

    Hi!


    Ich liebe Handyman Jack! Wobei er im Original 'Repairman Jack' heißt, mit Mobiltelfonen hat er nämlich so gar nichts zu tun.


    Tja, wie fasse ich das jetzt zusammen: Jack hat einen ungewöhnlichen Job: Er löst Probleme. Wenn immer jemand von einem seiner lieben Mitmenschen schlecht behandelt wurde (trotz guter Arbeit nicht bezahlt, Erpressung ...) kann er sich an Jack wenden, der dann - natürlich gegen Honorar - sehr kreative Lösungen für die Angelegenheit findet. Das allein wäre schon lesenswert. Allerdings hat die Sache auch noch eine Fantasy-Komponente, denn Jack gerät im Laufe der Zeit immer tiefer in eine Auseinandersetzung zwischen zwei kosmischen Mächten, die die Erde gern zu ihrem Kampfplatz machen. Ich finde das manchmal etwas eigenartig, aber wahnsinnig spannend, zumal auch von Buch zu Buch mehr über die Sache enthüllt wird.
    Im Großen und Ganzen sieht es meist so aus, dass Jack bei irgendeinem seiner 'Normaljobs' in eine übernatürliche Sache verwickelt wird. Aber auch die Normaljobs haben es in sich, wobei Wilson die Esoterik-Szene offensichtlich auf dem Kiker hat und sie herrlich persifliert! Ob das Wahrsager und 'Medien' sind, Sekten oder Verschwörungstheoretiker. Das Ganze ist auch bombig recherchiert, der Mann macht sich da richtig Arbeit.


    Und frau wünscht sich oft genug Jacks Telefonnummer ...


    Mit 'Der Prüfung' sind die Jacks aber kaum vergleichbar - und sehr ärgerlich ist, dass sie nicht numeriert sind. Wenn man also ein Buch von mittendrin kauft, kommt man nicht mühelos in die Story hinein. Andererseits wird Wilson von Buch zu Buch besser, so ganz kann man also nichts falsch machen. Eine Liste der Titel steht am der Homepage von Repairman Jack im Internet. Probier's einfach aus.

    Glaumur.


    Aber ich muss gestehen, dass wir ihn alle nur 'Möppi' nennen. Als er ganz klein war, hieß er 'Mümmi', als Hinweis auf den massiven Alkoholmissbrauch mit Mumm-Sekt zur Feier seiner Geburt.


    Wenn Du irgendwo das Buch 'Freizeitpferde selber schulen' findest: Da ist er drin. (Allerdings nicht auf dem Titel, das ist Grainné)


    Mein Einhorn heißt Charanga, aber sie hält ihr Horn unsichtbar, um zu testen, ob man ihr auch ohne sichtbaren Beweis die nötige Ehrfurcht entgegen bringt. Ihre Vorbesitzer waren dafür leider zu dämlich, weshalb sie sich auch nicht reiten ließ. Ich wollte immer mal ein Buch drüber schreiben - Du weißt schon, Einhörner haben die wichtige Aufgabe, Prinzessinnen in der Nacht vor der Eheschließung den Kopf in den Schoß zu legen, damit sie dann ihr Leben lang glücklich sind. Da ist in den letzten Jahrzehnten viel schief gelaufen bei den Windsors, aber Chari meint, es wäre nicht ihre Schuld, sie sei nur für die Iberische Halbinsel zuständig. Bei mir und meinem Ex hat sie auch kläglich versagt, aber der war natürlich kein Prinz.


    Fantasy im Pferdebereich verlegt allerdings keiner, ebensowenig wie Frauengeschichten im Pferdebereich. Dabei wäre da ein Markt, die Menschheit wartet doch nur auf 'Sex in the Stable'. Aber keiner traut sich ran.


    Übrigens Namen: Ist Dir mal aufgefallen, wie viel Isländisch Tolkien verbrät? Wenn man ein bisschen Isländisch und Gälisch kann, findet man sämtliche Wortursprünge im Elbischen. Nun war der Mann natürlich auch Sprachwissenschaftler ...


    Aber jetzt muss ich diesen Artikel über 'Dominanz' weiter schreiben, sonst komme ich nachher nicht dazu, meinen Avator zu starten.

    Womit ich jetzt ein neues Wort gelernt habe: Avatar. Könnte man glatt ein Pferd nach nennen. (Als Isi-Fan kannst Du ja 'Avatari' draus machen und behaupten, das hieße sowas wie 'Der Computerkundige' :-])


    Morgen versuche ich mein Einhorn einzuscannen.


    Danke für den Tipp.