Eva Lirot
Küstenblick Ostsee Krimi 2023
Was war das jetzt?
Das Buch habe ich
geschenkt bekommen, weil ich ursprünglich an der Leserunde bei Lovelybooks
teilnehmen wollte. Als Fehmarnfan musste ich das Buch unbedingt lesen.
Zunächst, besteht es
aus einem schönen Cover, das bei näherer Betrachtung irgendwie seltsam
aussieht. Zudem könnte es optisch überall spielen. Irgendwie hat niemand, den
ich kenne und gefragt habe (alles Fehmarnfans) gesagt, das wäre eindeutig
Fehmarn. Es sind wenigstens „nur“ 216 Seiten. Auch dank des Buchrückentexts
hätte ich mehr erwartet. Hinterher betrachtet denke ich, würde der Schluss noch
skizziert, hätte man den kompletten Krimi. Innen ist das Buch wunderschön mit
einer Möwe verziert und dann gibt’s immer mal wieder Sprüche.
Weil ich
Schattenkind von Eva Lirot kannte, das ich mit 4 Sternen bewertet hatte, war
ich total neugierig auf Küstenblick, ein Ostsee- oder Fehmarnkrimi. Ich liebe
die Insel Fehmarn und die Ostsee, aber um es gleich zu sagen, dieses Buch
gefällt mir leider gar nicht. Meiner Meinung nach ist es weder gut geschrieben,
noch hat es Charaktere, die mir gefallen. Zudem ist der Schluss absolut seltsam
und das Buch bricht da eigentlich ab, denn ich hab mir überlegt, ob ich den
Rest noch lesen soll. Dieser Schluss lässt die Kommissare, meiner Meinung nach,
wie die absoluten Obertrottel da stehen. Dass der Stalker nicht der Mörder sein
konnte, wird jedem sofort klar und auch ich wusste schnell, wer es war. Der ganze
Krimi war irgendwie von wirren, sinnlosen Ortswechseln geprägt. Zudem kam bei
mir kein Lokalkolorit rüber.
Klar, dass es
diese Inselstraße nicht gibt. Warum muss Frauke da immer fahren? Damit man
keinen Lokalkolorit beschreiben muss? Aber ich meinte irgendwo gelesen zu
haben, dass es am Katharinenhof keine Gaststätte gibt. Nach meiner Erinnerung
allerdings schon. Und die Ostsee spielt keine große Rolle (man kann überall
feiern, auch am Strand, aber man könnte auch den Flair beschreiben, die
Örtlichkeit), Fehmarn auch nicht wirklich. Gammendorf, Katharinenhof und Burg
zu erwähnen, ohne – nennenswerten - charakteristischen Flair, das gefällt mir
überhaupt nicht. Dann doch lieber irgendeine Insel erfinden. Das wäre dann
richtiger, aber Fehmarn bzw. Ostsee verkauft sich halt besser.
Ich finde es total
schade, ich mag Bücher mit wenigen Seiten, aber ich erwarte einen „besseren“
Inhalt. Und mit dem „Krimi“ kann ich nichts anfangen. Auf Seite 199 der dritte
Absatz, wo es um den Paragraf 258 StGB geht, da dachte ich, vielleicht ist das
irgendwo aus dem Internet, aber so sachlich in einem Krimi? Oder Seite 205, wo
im ersten Absatz drin steht, wie lang man für die knapp 90 km braucht, da
dachte ich: Wen interessierts? Wurde das gegoogelt? Es ist vielleicht
interessant, für einen Reiseführer. Ich aber möchte wissen, wie lange Frauke
benötigt hat, und vielleicht noch ein bisschen was von der Reise. Aber nicht so
einen „nüchternen“ Satz. Ich meine, das ist doch ein Krimi und kein
Tatsachenbericht. Und wenn Menschen in Büchern sterben, leide ich mit, hier
nicht. Das war für mich so beschrieben, als wäre es ein Eis, das auf den Boden
gefallen wäre. Ich konnte nicht mitleiden. Das Buch ist so nüchtern
geschrieben, dass es mich nicht mitgenommen hat. Zum Inselflair, die Insel
wurde verlassen, aber die Fehmarnsundbrücke gibt’s vielleicht auch nicht mehr? Jedenfalls
klingt es – für mich - nicht so, als
kenne sich die Autorin gut auf der Insel aus oder als wäre sie schon mal da
gewesen.
Die Idee, mal von
der Umsetzung des Schlusses abgesehen, ist nicht schlecht, nur die Umsetzung
gefällt mir so nicht. Auch die lamentierende Diva – zu Anfang - ließ mich eher
überlegen, ob ich das Buch weglegen soll. Ich, die sonst immer Mitleid hat,
blieb kühl, als sie umgebracht wurde. Ich meine, das ist doch ein schreckliches
Schicksal, das mit einem Mord gekrönt wird. Aber leider hat mich der Krimi
nicht mitgenommen. Sehr schade.
Ich habe bei
Amazon wieder Rezis gelesen und war erstaunt, was die Leute so schreiben, vor
allem als Überschrift der Buchtitel oder nur ein Satz. Als Autorin wäre ich
beleidigt, denn ich möchte schon gerne wissen, warum einem Leser das Buch
gefällt oder eben nicht gefällt. Und das ist nicht sehr hilfreich, finde
zumindest ich. Es gab 2 x 1-Sterne-Bewertungen und die Rezis gefielen mir
besser, als die nichtssagenden. Denn offensichtlich sind die vorherigen Bände
besser. Trotzdem werde ich mir die anderen Bücher nicht mehr besorgen. Ich
möchte der Autorin nicht noch mehr evtl. unschöne Rezis zumuten.
PS: Es ist sicher
nicht verwunderlich, dass ich nur einen Stern gebe.