Sorry, ich wage eure Verzückung ja kaum zu stören, aber mir zumindest ist nicht recht klar, wer hier auf den zuläuft. Oder nicht. Oder davon. Oder warum. Mit wem. Zuzeiten. Oder.
In. Ewigkeit. Verschwurbelt?
Beiträge von flashfrog
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Günter Wallraff: Ganz unten. Erweiterte Neuauflage. Mit einer Dokumentation der Folgen.
Kurzbeschreibung von amazon.de:
"Dunkle Kontaktlinsen, ein schwarzes Haarteil und gebrochenes Deutsch reichen aus, um das Ausmaß der beruflichen und gesellschaftlichen Diskriminierung zu erfahren, die Millionen sogenannter Ausländer täglich widerfährt. Zwei Jahre lang (von 1983 bis 1985) war Günter Wallraff Ali Levent, ein Türke, der kein Türkisch spricht. In seiner Odyssee durch die Arbeitswelt fängt er zu sieben Mark die Stunde in einem Reitstall bei Köln als "Drecksarbeiter" an, wird bald des Diebstahls bezichtigt und kündigt wegen der andauernden Repressalien. Auf einem Bauernhof wird er wie ein Nutztier gehalten, darf nicht in die Stadt, um den Hof nicht in Verruf zu bringen. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, nimmt er jede Arbeit an. Er besucht Kneipen -- wo ihm Haß und Ablehnung entgegenschlagen -- und den politischen Aschermittwoch der CSU: Als Türke Ali Levent wird er von den "gemütlichen" Bayern zwar nicht zum Bier eingeladen ("Geh, schleich dich, aber hurtig!" -- "Wißt ihr net, wo ihr hiegehört?"), als angeblicher Vertreter des türkischen Faschisten-Chefs Türkes ("Tod allen dreckigen Juden, kommunistischen Hurensöhnen und griechischen Hunden!") bekommt er jedoch von Franz-Josef Strauß persönlich einen unterschriebenen Bildband ("Für Ali mit herzlichem Gruß"). Man muß eben unterscheiden zwischen erwünschten und unerwünschten Ausländern, wie es ein CSU-Politiker kürzlich formulierte.
Bei einem Fußball-Länderspiel verleugnet Wallraff alias Levent seine Scheinexistenz, da er sonst um sein Leben fürchten muß -- Neonazis grölen "Sieg heil", "Deutschland den Deutschen", "Türken raus" und werfen "Ali" Zigaretten ins Haar und gießen ihm Bier über den Kopf, obwohl der plötzlich Hochdeutsch spricht und nur noch die deutsche Mannschaft anfeuert. Als Bulettenbrater bei McDonald's sieht er zu, wie mit Toilettenputzlappen die Tische gewischt werden bzw. mit dem Grillschaber ein Klo gereinigt wird. Als Illegaler auf der Baustelle arbeitet er zehn Stunden am Tag unter ständigen Diskriminierungen und Ausgrenzungen und miserablen Arbeitsbedingungen. Er bemüht sich als bekehrungswilliger Moslem um die katholische Taufe, doch nur ein Priester in einer abschüssig gelegenen armseligen Dorfkirche gibt ihm den Segen -- unter Scheinargumenten versuchen die übrigen Pfarrer, ihn desto heftiger abzuwimmeln, je höher sie in der kirchlichen Hierarchie stehen. Beim Arzneimittelversuch stellt "Ali" am eigenen Leib fest, daß Marktzwänge auch Menschenversuche möglich machen.Und seine schlimmsten und ausführlichsten Erfahrungen sammelt Wallraff als Lohnsklave, als Leiharbeiter bei Thyssen, vermittelt durch eine dubiose Vermieterfirma, die den Großteil seines Lohns einsackt und ihn unter erbärmlichen Bedingungen tage- und nächtelang schuften läßt. Die Schichten seiner Kollegen dauern bis zu 72 Stunden lang -- ohne Schlaf. Seine Gesundheit leidet aufgrund des ständig eingeatmeten Drecks, und er sieht sich gezwungen, mit einer List zum Chauffeur des Chefs der Leiharbeiterfirma aufzusteigen, wo er den Alltag eines modernen Sklaventreibers aus erster Hand beobachten kann.
Ganz unten ist erschütternd, es ist bewegend und sehr aufschlußreich. Spannend und provokant schildert Wallraff Praktiken, die normal und gängig waren und es teilweise heute noch sind, beschreibt eine Gesellschaft, in der die Diskriminierung in Wirtschaft, Medien und Politik fast schon institutionalisiert ist. Wer sich abseits einer Medienberichterstattung, die zumindest teilweise mit Fug und Recht als tendenziös bezeichnet werden kann, über die tatsächliche Arbeits- und Lebenswelt "ganz unten" informieren will, der muß dieses Buch gelesen haben. --Erik Möller "
Eigene Leseerfahrung: Als das Buch 1985 erstmals erschien, hat es einen großen Skandal und Medienwirbel verursacht. Heute scheint es fast vergessen.
Manches hat sich seitdem sicherlich geändert.
Vieles erschreckenderweise nicht. Diskussisonen über "Kinder mit Migrationshintergrund", die von Vornherein keine Chance haben und schon in der Grundschule von der Gesellschaft ausgemustert werden, eine Steigerung der Zahl der Leiharbeitnehmer um 200 Prozent als neues Heilsversprechen der Politik auf Arbeit im sog. 2. und 3. Arbeitsmarkt (klingt ein bisschen wie 2. und 3. Welt), Dumpinglöhne, von denen man nicht mehr leben kann, internationale Konzerne, die Arbeitsplätze zu Tausenden abbauen und dieselben Menschen dieselben Jobs in sogenannten "Subunternehmen" zu schlechteren als den tariflich vereinbarten Bedingungen erledigen lassen oder gleich auf billlige, schnell zu feuernde Tagelöhner umstellen, afrikanische Flüchtlinge, die illegal in Europa zu überleben versuchen und rechtlos skrupellosen Ausbeutern ausgeliefert sind, all das ist auch heute noch Realität.
Und globale Heuschrecken, die für maximalen Profit des nächsten Quartals und maximale Steigerung des Aktienkurses keine Rücksicht auf Menschenleben und -existenzen nehmen, machen das Buch heute genauso aktuell wie damals. -
Habe folgende Qualle gefunden: http://www.profi1a.de/wordpress/pisa-laesst-gruessen-2/
Vielleicht könnte man einfach dahin verlinken?
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Ich habe dieses Buch, das ich unbedingt haben wollte bei Ebay gebraucht gekauft, also hat es quasi so gut wie fast gar nichts gekostet. Inklusive Porto habe ich damit mindestens die Hälfte von dem gespart, was ich im buchladen dafür bezahlt hätte.
Hm. Noch mehr Porto sparen kann ich sogar, wenn ich bei demselben Verkäufer noch irgendein anderes Buch gleich mitbestelle, was für eine brillante Idee! Mal schauen, was der da noch Schönes im Angebot hat...
(eine halbe Stunde später)
Tja, jetzt hab ich 4 Bücher sofort gekauft und auf 3 weitere laufen die Auktionen noch. Das wird dann wohl doch wieder auf ein Päckchen hinauslaufen, fürchte ich. Und 3x so teuer, als wenn ich das Buch direkt im Buchladen gakauft hätte ist es allemal.
Aber vielleicht hab ich ja Glück und bei den 3 Auktionen überbietet mich noch jemand von euch... -
Ach, lieber Meddi, ich denke jeder hier hat es gemerkt, dass du sehr emotional an dem Thema beteiligt bist. Das war ja nun wirklich nicht zu überlesen.
Genau das ist ja das Problem an dem Text. Entweder, du hälst die Perspektive des Nichthelfers durch und das glaubwürdig und konsequent und mit etwas Mühe in der Textgestaltung.
Oder du machst im Off-Topic-Bereich einen Diskutierthread zum Thema auf, ganz prosaisch und ohne reimerische Ambitionen. Letzteres käme deiner Intention wohl eher entgegen.
Im Autoren-Bereich steht ja die literarische Qualität der Texte im Vordergrund, und die ist (auch wenn ich, im Gegensatz zu Churchill die Reime für einen Anfängerautoren gar nicht schlecht finde), nicht eben überzeugend.Ich denke, ja, Literatur kann was bewirken, ein Umdenken, ein Klügerwerden des Lesers, ein Entdekcen neuer Perspektiven. Aber nur, wenn sie auch gut und glaubhaft umgesetzt ist.
[editiert wg. akuter Rechtschreibschwäche ;-)]
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3 Punkte: Not. Wer?
2 Punkte: Sonnenscheinfänger
1 Punkt: Castros Schluckauf -
Ich habe gerade in einem anderen Forum gelesen, dass jemandem bei dem Sturm seine Satantenne vom Dach geflogen ist.
Was zum Kuckuck ist eine Satan-Tenne? -
Scho recht, Stalin.
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Zitat
Original von licht
Der Text findet keinen durchgängigen Rhythmus, der zur gereimten Form aber dazugehört.Tut es? Nö, tut es nicht. Ich verwende gern Rhythmus- und Tempowechsel, um etwas Inhaltliches zu betonen, verschiedene Sprechstimmen oder Sinneinheiten von einander abzugrenzen.
Solange man nicht über ein Silbenchaos stolpert - und das tue ich hier nur an einer Stelle, - finde ich das in einem Gedicht, in dem es um Brüche geht, ok.Was mich (und vermutlich auch die meisten anderen hier, die sich über Moralapostelei beklagen) wirklich stört, ist, wenn ichs näher bedenke, eigentlich hauptsächlich der Titel (inkl. Threadtitel) und die Erläuterung unter dem Gedicht. Das hätte es nicht gebraucht, wir (Leser) verstehen auch so, worum es geht, ohne dass man uns die Moral von der Geschicht nochmal zweimal explizit unter die Nase reibt.
Mit einem lakonischen Titel, der zum Ton des Gedichts passt ("Dumm gelaufen" oder "Das letzte Abendmahl" (falls Babyjane nix dagegen hat:grin ) oder sowas) könnte der Text besser funktionieren.PS: Nix gegen Eugen Roth!
:-) -
Hannoverscher Sportverein von 1896 e.V.
Man spricht auch vom "großen" (Hamburger) und "kleinen" (Hannoverschen) HSV. Deshalb ärgern sich die Hamburger auch immer besonders, wenn sie bei ihrem Angstgegner in Hannover wieder verlieren.Gibt ja auch den 1. FCK(aiserslautern) und den 1. FCK(öln). (Nuja, genützt hat das ja beiden nix, aber das ist eine andere Geschichte...)
@Herrn Roosevelt: Ich heiße übrigens flashfrog.
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Hm.
Tja.
Handwerklich ist gegen das Gedicht nichts zu sagen, aber Inhalt (empörte Anklage mit 3 Ausrufezeichen) und Form (lustiges Reimgedichtchen) passen für mich nicht recht zusammen... -
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Ich bin bloß froh, dass die den Kran an der Baustelle vor unserem Haus schon abgebaut haben. So fliegen hier wenigstens nur Dämmplatten, Folien, Bauzäune und Bauarbeiter im Vorgarten herum.
Tom :
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Die Herren sind doch auch schon alle kurz vor der Pensionsgrenze...
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churchill : Das siehst du völlig falsch. Der ist uns einfach zugelaufen.
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Huhu Geli + Wolke, hier meldet sich noch eine Rote! (Also ein Fan von dem HSV, der nicht absteigt)
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Verschobene Wahrnehmung kenne ich auch. Neulich habe ich glatt eine E-Mail-beschichtete Pfanne gekauft. Langsam wird der Internet-Konsum bedenklich...
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Glückwunsch, Churchill! Verdient gewonnen, würd ich mal sagen!
Und auch Glückwunsch an Herrn Nudelsuppe! (auch wenn ich die Giraffengeschichte nicht verstehe)
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Ein Kumpel von mir schrieb kürzlich in seinem Blog, dass sein Kollege "aus Schwein" sei.
Diese Meck-Pommsche Landeshauptstadt war mir bis dahin völlig unbekannt. Aber man lernt ja nie aus... -
Ein sehr schönes Buch, auch für SonstnichtsovielGedichte-Leser.
Das Bücher-Gedicht kann sicher jeder von uns nachfühlen!Das Buch ist allein deshalb schon ein mutiges Unterfangen, weil sich auf "Mensch" bekanntlich nichts reimt außer dem mittleren Stück vom Lampenschirm.
Es sei denn, man wolle sich mit Englisch behelfen (bench, quench, French, ranch, stench, trench...).
Genauso rar sind übrigens die Reimmöglichkeiten für den Hering, da gibt es nur den PVC-Ring, aber das nur nebenbei...