Hallo zusammen,
In dem Artikel des Literaturcafe, der oben zitiert wurde, geht es um die Jahresbestseller USA. Wie sich die errechnen, wie diese Liste aussieht, enthält uns der Autor aber vor. Guter Journalismus sieht für mich so aus, dass ich die Behauptungen, die ich in die Welt hinausposaune, verifiziert habe und belegen kann. Das ist hier aber nicht der Fall. Das hier ist Mutmaßungs-Journalismus.
Zitat
Original von Tom
Amazon vertraut auf verlegerische Kompetenz.
Kann es sein, dass es vor allem die Leser sind, die auf "verlegerische Kompetenz" vertrauen? Dass sich die Buchkäufer einfach nicht mehr von diesen Ich-verkaufe-meine-bescheuerten-Texte-Nerds und ihrem Rezensentenklüngel verarschen lassen? Oder dass, anders gesagt, das Strohfeuer, das die "Selfpublisher" - unter Federführung des "Literaturcafés" - entfacht haben, einfach erloschen ist?
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Tom
- Es ist tatsächich so, dass es im Selfpublishing-Bereich viel Schrott gibt, genauso wie viele gute Sachen veröffentlicht werden. Die Verlagsbranche ist gerade im Umbruch, nicht zuletzt deshalb, weil Amazon das Selfpublishing so einfach gemacht hat und sich durch neue Techniken für Autoren völlig neue Publikationsmöglichkeiten ergeben. Mir fiel auf, dass bei diesen ganzen Diskussionen sehr oft die "verlegerische Kompetenz" wie eine Monstranz herumgereicht wird versus Stümperhaftigkeit bei den Selfpublishern.
Schaue ich mir aber als Vielleser so manches Verlagsprogramm an, dann mache ich so manches Mal hinter diese "verlegerische Kompetenz" ein ganz großes Fragezeichen, um nicht einen garstigen Ausdruck gebrauchen zu müssen. Kann es sein, dass Verlage mit ihrer "verlegerischen Kompetenz" genauso wie Amazon einfach nur möglichst viel Kasse machen wollen, egal womit?
Wenn ich mir heute bei Amazon die Top100 der deutschsprachigen ebooks ansehe, dann stelle ich fest, dass in den Top10 sechs
Selfpublishing Titel sind. Keine Bedeutung sieht für mich anders aus. Darüber hinaus halte ich die Leser für kompetent und mündig genug, zweizeilige Jubelrezensionen und solche mit Gehalt auseinanderzuhalten. Fairerweise muss man auch erwähnen, dass auch Verlage relativ schmerzfrei darin sind, zweifelhafte Werke in den Himmel zu loben.
Wenn die Verlagsprogramme tatsächlich so brillant wären, wie oft suggeriert wird, dann würde sich diese Diskussion in Luft auflösen, denn dann würden die Leser doch ausschließlich diese wunderbaren Bücher kaufen und Selfpubisher würde es mangels Nachfrage nicht geben.
LG Helmut