Beiträge von crazy-stephie

    Nachdem Katniss zusammen mit Peeta die Hungerspiele gewonnen hat, geht es ihrer Familie nun deutlich besser. Sie wohnen im Dorf der Sieger, müssen nie wieder Hunger leiden haben mehr Geld als sie ausgeben können. Letzteres setzt Katniss dafür ein um anderen Menschen aus dem Saum zu helfen. Sie gibt ihnen Lebensmittel und sammelt Gales Jagdbeute aus seinen Fallen im Wald ein während er im Bergwerk arbeiten muss. Andere Hilfe nimmt er von ihr nicht an und Katniss hat genügend Zeit, da sie als Siegerin weder zur Schule noch arbeiten muss.


    Doch Katniss kann trotzdem nicht mehr zu ihrer Normalität zurück kehren, denn bald steht die Tour der Sieger durch alle zwölf Distrikte und das Kapitol an - zusammen mit Peeta, mit dem sie seit ihrer Rückkehr kaum ein Wort gewechselt hat.
    Dann bekommt Katniss plötzlich Besuch von Präsident Snow, dem Oberhaupt Panems. Er berichtet ihr, dass viele Menschen ihr das verliebte Mädchen nicht abgenommen haben und in dem Hervorholen der Beeren, das Peeta und ihr den gemeinsamen Sieg ermöglicht hat, einen Akt der Revolution sehen. Auf der Tour der Sieger ist es nun ihre Aufgabe Präsident Snow und alle Einwohner Panems vom Gegenteil zu überzeugen. Dadurch soll sie die drohenden Aufstände verhindern, wenn sie ihre Liebsten schützen will.


    Obwohl es zwischen ihr und Peeta immer noch Probleme gibt und sie ihm zunächst nichts von ihrem Gespräch mit Präsident Snow erzählt, spielt er seine Rolle perfekt - an seiner Liebe zu Katniss hat aber nie jemand gezweifelt.
    Katniss gibt sich zwar große Mühe alle zu überzeugen, es scheint ihr jedoch nicht zu gelingen. Selbst Peetas öffentlicher Heiratsantrag ändert daran nichts.
    In mehreren Distrikten kommt es zu Aufständen, die nur durch die äußerst brutalen Friedenswächter niedergeschlagen werden können. Wieder in Distrikt zwölf angekommen, haben sich auch dort die Zustände stark verschlechtert. Die neue Führung setzt alle Regeln rücksichtslos durch: Der Zaun steht wieder unter Strom, der Hob wird abgebrannt und jeder Verstoß sofort bestraft.


    Doch es kommt noch schlimmer. Alle 25 Jahre feiern die Hungerspiele ein Jubel-Jubiläum. Zu diesem Anlass werden die Spiele jedes Mal etwas abgewandelt, damit sie etwas Besonderes sind. Zu Ehren des 75. Jahrestags der Spiele sollen die Teilnehmer ausschließlich aus den Reihen der bisherigen Sieger ausgelost werden. Da es in Distrikt zwölf nur drei Sieger gibt, von denen Katniss die einzige Frau ist, muss sie also auf jeden Fall zurück in die Arena ...



    Nichts ist so, wie man es erwartet hat. Nach dem Ende des ersten Bandes und dem Besuch von Präsident Snow war man als Leser davon überzeugt, das Buch würde fast ausschließlich von der Tour handeln und davon, wie Katniss versucht ganz Panem davon zu überzeugen, dass sie nur aus Liebe gehandelt hat. Stattdessen macht das nur einen sehr kleinen Teil des Buches aus. Dass Katniss und Peeta zurück in die Arena müssen, hätte man auf keinen Fall für möglich gehalten. Man kann es kaum fassen, als Präsident Snow es dem Volk Panems verkündet.


    Doch nicht nur der Leser ist erschüttert, auch die Bewohner der Distrikte und sogar die des Kapitols sind schockiert und alles andere als begeistert. Die Bürger des Kapitols haben ihre Sieger im Laufe der Jahre lieb gewonnen und scheinen die Hungerspiele zum ersten Mal selbst grausam zu finden. Außerdem sind viele der ehemaligen Sieger bereits sehr alt und auch gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe. Hinzu kommt, dass die ganze Bevölkerung sich auf eine Traumhochzeit gefreut und sogar über das Kleid abgestimmt hatte. Diese wird nun jedoch nie stattfinden, da es dieses Jahr nur einen Sieger geben wird.


    Die Arena sowie die Fallen und Schwierigkeiten, die sich die Spielmacher für dieses besondere Jubiläum ausgedacht haben, sorgen ebenfalls für viele spannende Momente. Man weiß nie, was einen als nächstes erwartet.
    Viele Teilnehmer sind nicht zu durchschauen und wie Katniss fragt man sich, was sie im Schilde führen und warum sie Peeta und ihr offensichtlich helfen wollen. Der Grund, den man erst ganz zum Schluss erfährt, trifft einen genauso unvorbereitet, wie schon die Tatsache, dass Peeta und Katniss zurück in die Arena müssen.


    Katniss Gefühle gegenüber Gale und Peeta kommen auch im zweiten Teil nicht zu kurz. Obwohl sie sich immer noch nicht sicher ist, was sie für die Beiden empfindet und wen sie wirklich liebt, lässt sie endlich auch mal Emotionen zu. Sie erlaubt Peeta sogar bei ihr zu schlafen, da er ihre Alpträume fernhält - genauso wie Katniss ihn davor bewahrt. Die Szenen, in denen Katniss sich Peeta gegenüber öffnet, gehören wohl zu den schönsten des Buches.


    Es ist interessant zu lesen, wie sehr beide dazu entschlossen sind, den anderen zu beschützen. Beide wollen ihr Leben opfern, damit der jeweils andere als Sieger aus den Spielen hervor geht.
    Außerdem denkt Katniss, die nun unfreiwillig zum Symbol der Revolution geworden ist, dass Peeta wichtiger für eben diese Revolution sei, da er jeden mit seinen Worten überzeugen kann.


    Das Ende des Buches ist noch spannender als das des ersten Teils. Wie soll man es nur bis zum Erscheinen des dritten Bandes aushalten? Wieder hat man eine ungefähre Ahnung davon, was im nächsten Band passieren wird. Es wird auf jeden Fall um die nun angebrochene Revolution gehen und um die Suche nach Peeta bzw. dessen Rettung. Mit Sicherheit wird Suzanne Collins aber auch wieder mit vielem unvorhersehbaren aufwarten können, dass den Leser überrascht.



    FAZIT
    Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe ist fesselnd, von der ersten bis zur letzten Seite, und lässt den Leser erst am Ende wieder zu Atem kommen. Aber auch das nur ein wenig, denn das Ende ist noch spannender als das vorherige. Viele Fragen bleiben offen, viele Sachen werden bereits angesprochen, doch für deren Lösung wird man noch auf den nächsten Band warten müssen, den man allerdings kaum erwarten kann.


    Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe ist definitiv noch besser als der erste Teil!

    Nachdem Katniss beim Jubel-Jubiläum aus der Arena befreit wurde, befindet sie sich nun zusammen mit ihrer Familie und Flüchtlingen aus verschiedenen Distrikten in Distrikt 13. Im Moment ist sie noch sehr angeschlagen und leidet unter den Folgen einer schweren Gehirnerschütterung. Sie macht sich große Vorwürfe wegen Peeta und gibt sich selbst die Schuld an dem, was mit ihm geschehen ist und im Grunde auch an der ganzen Rebellion.


    Von Präsidentin Coin, dem Oberhaupt von Distrikt 13, und anderen Rebellen wird sie immer bedrängt, ihre Rolle in diesem Krieg einzunehmen: Sie soll den Spotttölpel spielen – das Symbol der Rebellion. Katniss ist sich jedoch nicht sicher, was sie tun soll und wie das den rebellierenden Menschen im Krieg gegen das Kapitol helfen soll. Außerdem ist sie sich nicht sicher, ob sie Präsidentin Coin und ihren Mitstreitern wirklich trauen kann, nachdem Haymitch und die anderen sie in der Arena so hintergangen und Peeta einfach zurück gelassen haben.


    Als Peeta, den sie schon tot geglaubt hat, dann plötzlich in einem Interview zum Waffenstillstand auffordert, fasst Katniss ihren Entschluss: Sie wird sich der Rebellion anschließen und der Spotttölpel sein um das grausame Regime des Kapitols und vor allem die Hungerspiele ein für alle mal zu beenden …



    In Die Tribute von Panem – Flammender Zorn stehen dieses Mal nicht mehr die Hungerspiele im Vordergrund, sondern die Rebellion und der daraus entstehende Krieg zwischen den Distrikten und dem Kapitol. Nach Jahrzehnte langer Unterdrückung wollen viele Menschen in den Distrikten die grausamen Methoden des Kapitols nicht länger über sich ergehen lassen und lehnen sich endlich dagegen auf.
    Bei den ersten Hungerspielen hatte Katniss einen Funken ausgelöst, der nun zu einem Feuer herangewachsen ist, das sich nicht so leicht wieder löschen lässt. Deswegen soll es nun auch ihre Aufgabe sein, die Menschen aus den verschiedenen Distrikten zu vereinen, damit sie sich alle gemeinsam gegen das Kapitol wenden.


    Anfangs ist sie nicht von der Idee überzeugt und zweifelt noch daran, ob ein Krieg tatsächlich der richtige Weg ist. Aber auch sie kann es sich nicht vorstellen, diesen Kampf zu überleben nur um dann irgendwann wieder Zeugin der Hungerspiele zu sein. Als Peeta dann auch noch dazu aufruft die Waffen niederzulegen, steht ihr Entschluss fest, denn die Siege der Rebellen sind noch zu klein für einen Waffenstillstand, sodass sie in diesem Fall zum selben Zustand wie früher zurückkehren würden, wenn nicht sogar zu einem noch schlimmeren. Also übernimmt sie diese Aufgabe und mimt erneut den Spotttölpel um die Rebellion zu unterstützen. Außerdem kann sie nur so einen Deal mit Präsidentin Coin aushandeln, der Peeta und den anderen Siegern, die nicht aus der Arena befreit wurden, Straffreiheit im Falle eines Sieges der Rebellen garantiert. Denn nun, da Katniss weiß, dass Peeta noch lebt, will sie ihn in jedem Fall beschützen und nicht riskieren, dass er auf Grund dieses Interviews nach Kriegsende als Verräter verurteilt oder sogar hingerichtet wird.
    Doch Peeta ist nicht ihre einzige Motivation. Katniss dürstet es nach Rache, denn Distrikt 12, Katniss’ Heimat, und alle seine Bewohner wurden bis auf ein paar wenige Ausnahmen vollständig vernichtet und daher will sie es sein, die Präsident Snow den Todesstoß versetzt.


    Da Krieg in diesem letzten Band der Trilogie ein zentrales Thema darstellt, wird auch seine Grausamkeit besonders deutlich dargestellt. Weder Präsident Snow noch die Rebellen haben Mitleid und greifen zu drastischen und Furcht erregenden Maßnahmen. Keine Seite zeigt Erbarmen, sie schrecken vor nichts zurück und machen weder Halt vor Lazaretten, in denen es sowieso nur noch Tote oder Schwerverletzte gibt, noch vor unschuldigen Kindern. Offensichtlich ist ihnen jedes Mittel recht um diesen Krieg zu ihren Gunsten zu entscheiden und sie denken sich immer wieder neuere und schrecklichere Methoden aus um einander zu vernichten, wodurch sie sowohl den Leser als auch Katniss erschrecken.


    Damit regt Suzanne Collins im dritten Teil der Reihe noch stärker zum Nachdenken an als in den Vorgängern. Obwohl man natürlich der Meinung ist, dass das Regime von Präsident Snow grausam ist und abgeschafft gehört, fragt man sich trotzdem, ob der Krieg und all seine Konsequenzen das alles wert sind. Ist es besser, manche Maßnahmen zu erdulden und damit Leben zu retten oder sollte man bereit sein eine gewisse Anzahl an Menschen zu opfern um Gerechtigkeit zu schaffen?



    Aber auch die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Peeta und Gale spielt wieder eine relativ große Rolle. Während Gale immer noch auf eine Antwort von Katniss wartet, kann sie an so etwas im Moment gar keinen Gedanken verschwenden. Sie macht sich viel zu große Sorgen um Peeta und darüber, was Snow im alles antun könnte. Als sie dann schließlich erkennt, dass sie der Grund dafür ist, dass Peeta so leiden muss, zerbricht sie sogar fast daran.
    Als Leser hat man dagegen das Gefühl, genau zu wissen, für wen sich Katniss entscheiden würde, auch wenn sie selbst es lange Zeit noch nicht erkennt.
    Ein wenig schade ist es, dass ihr die Entscheidung zwischen Peeta und Gale am Ende mehr oder weniger abgenommen wird und Katniss sie nicht wirklich selbst treffen musste, auch wenn sie später weiß, dass er die einzig richtige Wahl gewesen wäre.


    Da das ganze Geschehen wieder ausschließlich aus der Sicht von Katniss geschildert wird, kann man ihre Gedanken und Gefühle was den Krieg betrifft, aber vor allem auch ihre Angst um Peeta und die Vorwürfe, die sie sich selbst deswegen macht, sehr gut nachempfinden. Man leidet richtig mit ihr mit und kann auch ihre stellenweise große Verzweiflung gut verstehen.


    Was Präsident Snow Peeta im Kapitol angetan hat, ist überraschend, erschreckend, schockierend und absolut unvorstellbar zugleich, vor allem für Katniss. Es trifft sowohl sie als auch den Leser völlig unvorbereitet und man leidet noch mehr mit ihr, weil man mit so etwas nie gerechnet hätte. Es ist sogar so schrecklich, dass man im ersten Moment gar nicht begreift, was eigentlich vor sich geht, weil man es für so unmöglich gehalten hätte.


    Der letzte Teil der Trilogie ist insgesamt vielleicht nicht ganz so durchgehend spannend und atemberaubend wie seine beiden Vorgänger, dafür aber emotionaler und bewegender. Die Autorin lässt den Leser zwischendurch auch mal kurz zur Ruhe kommen – im positiven Sinn - damit man auch Zeit hat die schrecklichen Ereignisse zu verarbeiten.
    Und obwohl dieser Band nicht ganz so nervenaufreibend ist, fehlt es dennoch nicht gänzlich an Spannung. Mit Hilfe von überraschenden Wendungen und unfassbaren Situationen gelingt es der Autorin trotzdem den Leser in ihren Bann zu ziehen und ihn mit der Handlung zu fesseln.
    Im dritten Teil des Romans wird die Spannung dann wieder erheblich gesteigert – so wie man es von den Vorgängern gewöhnt ist – und man möchte das Buch am liebsten gar nicht mehr unterbrechen. Wenn man es trotzdem tut, dann nur widerwillig und weil man sonst vor Hunger oder Müdigkeit droht zusammen zu brechen.



    FAZIT
    Die Tribute von Panem – Flammender Zorn ist ein wirklich gelungener Abschluss einer absolut fantastischen Serie. Er raubt einem vielleicht nicht ganz so den Atem wie die ersten beiden Bände, dafür ist er jedoch emotionaler, ernsthafter und tiefgründiger. Suzanne Collins steigert die Schrecken der Vorgänger und regt den Leser noch mehr zum Nachdenken an. Katniss’ Schicksal und das vieler anderer Bewohner von Panem berühren nicht nur, sondern hinterlassen auch einen nachhaltigen Eindruck, der einen diese großartige Reihe nicht so schnell vergessen lassen wird.

    Seit Monaten ist Cassia nun schon in verschiedenen Arbeitslagern tätig um Ky zu finden, doch sie ist ihm noch keinen Schritt näher gekommen. Irgendwie muss sie es schaffen zu den äußeren Provinzen zu gelangen um sich dort auf die Suche nach ihm zu machen, und zwar bald. Aber wie? Als sich ihr endlich eine Gelegenheit bietet zögert sie nicht lange und nimmt ihre vielleicht einzige Chance wahr …


    Währenddessen kämpft Ky in den äußeren Provinzen täglich ums Überleben. Er und viele andere Aberrationen werden von der Gesellschaft ohne jedes Mitgefühl als Lockvögel eingesetzt und sollen den Feind glauben machen, dass die längst verlassenen Dörfer noch bewohnt seien. Doch auch Ky hat nur ein Ziel vor Augen: Zu fliehen und dann irgendwie zu Cassia zurückzukehren …



    Die Flucht kommt, genau wie schon Die Auswahl, eher in leisten Tönen daher. Es ist nicht wirklich spannend und verzichtet auf viel Action, dennoch wird einem nie langweilig und man hat andauernd das Bedürfnis weiter zu lesen, weil einen die Handlung auch so genug fesselt.


    Man leidet sowohl mit Ky als auch mit Cassia mit, die eine ganze Menge durchstehen muss um zu Ky zu gelangen. Sie wird auf dem Weg vor einige Herausforderungen gestellt und muss mehr als einmal eine schwere Entscheidung treffen. Dadurch entwickelt sich Cassia aber auch weiter und hinterfragt schließlich nicht nur andere, sondern auch ihr eigenes Verhalten sowie ihre Beweggründe.


    Im zweiten Teil der Trilogie erfährt man des Weiteren nach und nach mehr über die Erhebung, die sich gegen die Zwänge und Kontrolle der Gesellschaft wehrt. Dabei muss man sich im Laufe der Geschichte aber auch die Fragen stellen, ob diese Erhebung wirklich so gut ist, wie die meisten, einschließlich Cassia, sie sich vorstellen und sogar, ob nicht auch das Leben innerhalb der Gesellschaft mit all ihren Regeln trotz allem gewisse Vorteile hat.
    Natürlich wird die Gesellschaft, verständlicherweise, immer noch stark kritisiert, man muss jedoch erkennen, dass eben nicht alles nur schwarz/weiß ist, sondern es dazwischen auch Grautöne gibt. Die Furcht vor und der Hass auf die Gesellschaft bleiben allerdings nicht gänzlich aus angesichts der Tatsache, dass die Gesellschaft offenbar alle Aberrationen, selbst die Kinder, auszulöschen versucht indem sie sie als Lockvögel und Konenfutter in die äußeren Provinzen schickt, wo niemand lange überlebt.



    Das Besondere an dieser Fortsetzung ist allerdings vor allem der ständige Perspektivwechsel zwischen Cassia und Ky, die das Geschehen abwechselnd aus ihrer jeweiligen Sicht erzählen. Obwohl man dadurch schon lange vor Cassia weiß, dass Ky noch lebt, bleibt die Handlung trotzdem interessant, da man ja nicht weiß, ob und wann die Beiden sich wieder sehen werden und gerade das möchte man erfahren.
    Durch die zwei verschiedenen Blickwinkel, jeweils in Form eines Ich-Erzählers, kann man verfolgen, was mit ihnen geschieht und sie Beide gemeinsam auf ihrem beschwerlichen Weg begleiten. Außerdem lernt man so auch endlich Ky etwas besser kennen und kann sich zum ersten Mal richtig in ihn hineinversetzen. Über seine Gedanken und Gefühle erfuhr man ja im ersten Teil noch nicht sonderlich viel bzw. nur das, was er Cassia gegenüber preisgab.


    Xander taucht im zweiten Band zwar leider nur einmal persönlich auf, spielt aber trotzdem eine wichtige Rolle, und das nicht nur in Cassias Gedanken, sondern auch in Kys.


    Das letzte Kapitel, das sich eher wie ein Epilog liest, lässt einen, im Gegensatz zum restlichen Teil des Buches, aber etwas unbefriedigt und vielleicht sogar ein wenig unglücklich zurück, zumal es wieder sehr offen gehalten ist.
    Den nächsten und damit letzten Teil der Serie wird man jedoch auf jeden Fall lesen, insbesondere um zu erfahren, wie die Geschichte um Cassia und Ky ausgeht, aber auch um zu erleben, ob es der Erhebung gelingen wird etwas gegen die Gesellschaft auszurichten. Wie gut, dass der Abschlussband der Trilogie schon Anfang 2013 erscheint.



    FAZIT
    Die Flucht ist eine gelungene Fortsetzung und genauso mitreißend wie ihr Vorgänger. Ally Condie gelingt es erneut den Leser sofort in ihren Bann zu ziehen und mit ihrer Geschichte um Cassia und Ky, die in ihrer Welt eigentlich nicht zusammen sein dürfen, zu begeistern.


    Den letzten Teil der Trilogie kann man nach diesem Band jedenfalls kaum noch erwarten und nur hoffen, dass die Beiden darin trotz aller Komplikationen endlich ihr wohl verdientes Happy End bekommen.

    Cassia Reyes kann ihrem 17. Geburtstag kaum noch erwarten, denn noch am selben Abend findet ihr Paarungsbankett statt. Bei diesem Ereignis, an dem auch viele andere Schüler und Schülerinnen aus ihrer Stadt teilnehmen, erfahren sie alle, wer zu ihrem idealen Partner bestimmt wurde, also mit wem sie gepaart werden. Normalerweise sind diese Partner den jeweiligen Personen völlig unbekannt, da sie aus dem ganzen Land stammen können und sie sehen einander in diesem Fall nur über die Bildschirme. Danach haben sie aber bis zu ihrer Hochzeit im Alter von 21 Jahren Zeit um sich besser kennen zu lernen. Dazu erhält jede Person, die gepaart wurde, einen Mikrochip mit Informationen über den jeweiligen Partner.


    Aber bei Cassias Paarungsbankett geschieht etwas Außergewöhnliches. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit ist ihr idealer Partner kein Unbekannter, sondern jemand, den sie kennt – und zwar nicht nur flüchtig. Sie wird mit ihrem besten Freund Xander gepaart, dem Jungen, den sie schon ihr ganzes Leben lang kennt, auf den sie jedoch nie zu hoffen wagte, weil solch ein Fall überaus selten ist. Im ersten Moment ist Cassia überglücklich. Sie kennt Xander und hat schon immer tiefe freundschaftliche Gefühle für ihn gehabt.


    Eigentlich kann Cassia sich niemand besseren als ihren Partner vorstellen, doch dann geschieht das Unfassbare. Auf dem Mikrochip, den sie am Abend des Banketts ausgehändigt bekam und den sie sich nun, obwohl sie ja eigentlich alles über Xander weiß, trotzdem ansehen wollte, ist nicht nur Xander zu sehen, sondern auch noch ein anderer Junge. Ein Junge, den Cassia ebenfalls ziemlich gut kennt …



    Die Auswahl ist ein spannendes und fesselndes Buch, in dem die Autorin den Leser in eine faszinierende und zugleich auch erschreckende Welt entführt, die einen nicht so schnell wieder loslässt.


    Cassia lebt in einer Gesellschaft, die lange nach der unseren entstand, und in der alles strengstens kontrolliert wird. Für alles gibt es strikte Regeln und Verbote, nichts wird dem Zufall überlassen. Es gibt nur noch mehr oder weniger wahrscheinlich. Die Gesellschaft, kontrolliert und organisiert von verschiedenen Funktionären, in verschiedenen Behörden und Positionen, sammelt alle möglichen Daten über ihre Bürger und lässt sie nahezu keine eigenen Entscheidungen treffen.
    Die Gesellschaft bestimmt, wie die Bürger sich zu kleiden haben, welchen Beruf sie ausüben können, wo sie wohnen, wie viel Freizeit sie haben und was sie darin tun dürfen, wann sie zu Hause sein müssen, welche Nahrung sie zu sich nehmen, wen sie heiraten und meistens sogar wann sie sterben. All das wird für sie geregelt mit dem Ziel, der Mehrheit der Bürger ein möglichst langes und gesundes Leben zu ermöglichen. Die einzige Entscheidung, die die Bürger jemals treffen dürfen, ist ob sie gepaart werden oder für immer Single bleiben wollen. Da die Paarung bei jedem im Altern von 17 Jahren statt findet, müssen sie als Jugendliche schon entscheiden, wie ihr restliches Leben aussehen soll. Der Partner selbst wird jedoch von der Gesellschaft ausgesucht, wobei vor allem auf die idealen Gene geachtet wird, wodurch sie inzwischen nahezu alle Krankheiten ausgerottet haben. Auch der Nachwuchs unterliegt strengen Vorschriften. Die Paare haben nur bis zu ihrem 31. Lebensjahr Zeit um Kinder zu bekommen, danach ist es – um die optimale Gesundheit des Kindes zu garantieren - verboten und die Paare bleiben für immer kinderlos.


    Auch die Kultur in dieser Gesellschaft unterliegt strengster Bewachung. Irgendwann wurde einmal beschlossen, dass die Kultur zu überladen gewesen sei und verschiedene Komitees wählten aus: die 100 besten Gemälde, die 100 besten Gedichte, die 100 besten Lieder. Alle anderen wurden vernichtet und somit für immer zerstört.
    Außerdem wird auch das Wissen der Bürger kontrolliert. Um das Gehirn nicht mit unnötigen Informationen zu belasten, soll jeder nur das (Spezial)Wissen haben, das er wirklich benötigt, z.B. für seinen Beruf. Wer in seinem Beruf nicht mit Pflanzen zu tun hat, braucht demnach auch nicht zu wissen, wie verschiedene Pflanzen heißen und muss bestimmte Vorgänge nicht verstehen können.


    Das gleiche gilt für bestimmte Arbeitsprozesse. Ein paar Personen wissen, wie man etwas anpflanzt, ein paar wissen wie man es erntet und wieder andere, wie man es verarbeitet. Aber niemand soll den gesamten Prozess kennen.
    Was die Gesellschaft damit bezweckt ist klar: Sie will die Bürger vollständig abhängig machen, damit sie sich nicht gegen das System auflehnen können. Solange jeder seine Aufgaben gewissenhaft erledigt und unbedingten Gehorsam leistet, führt er ein ordentliches Leben und hat nichts zu befürchten. Ein Regelverstoß könnte dieses Leben jedoch für immer verändern und zieht nicht nur Konsequenzen für denjenigen selbst, sondern immer auch für seine gesamte Familie nach sich. So stellt die Gesellschaft sicher, dass niemand es auch nur versucht. Die Bürger sollen keine Fragen stellen und auch nicht nachdenken, sondern den Funktionären blind vertrauen, was bei den meisten auch funktioniert. So nehmen die meisten Menschen es auch einfach hin, als die Funktionäre plötzlich beschließen ihnen alle ihre Artefakte – Gegenstände aus früherer Zeit, die sie innerhalb der Familie weitergeben durften – wegzunehmen, um die angeblich dadurch entstandene Ungleichbehandlung zu beseitigen.
    Des Weiteren wurde auch die Technologie auf das Nötigste beschränkt, sodass viele Aufgaben wieder von Menschen übernommen werden. Die Gesellschaft vor dieser soll nämlich auf Grund der zerstörerischen Konsequenzen von zu viel Technologie zu Grunde gegangen sein.


    Diese Gesellschaft ist es wohl, über die man während des Lesens und auch danach ständig nachdenkt. Diese Vermischung von Utopie und Dystopie ist gleichermaßen interessant und erschreckend. Immer wieder vergleicht man sie mit unserer heutigen Gesellschaft und stellt sich die Frage, ob man so leben könnte oder wollte. Diese Welt hat sowohl Vor- als auch Nachteile, denn es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Es hat sicherlich seinen Reiz, wenn man ein gesichertes Leben erhält und sich keine Sorgen machen muss. Man wird versorgt, bekommt Arbeit und Nahrung – wobei man nicht zum Genuss isst, sondern mit sehr wenigen Ausnahmen nur für die Gesundheit - und wenn man sein Leben nicht allein verbringen will, bekommt man einen idealen Partner zugeteilt, ohne lange suchen zu müssen, was einem wiederum gesunde Kinder garantieren soll. Natürlich ist die Vorstellung, dass man fast sämtliche Krankheiten, darunter auch alle Arten von Krebs, der heute leider in den meisten Fällen immer noch unheilbar ist, ausgerottet hat, mehr als wünschenswert. Aber wie hoch darf der Preis dafür sein? Sollte man dafür wirklich alle Entscheidungen abgeben und jemand anderen völlig über sein Leben und auch seinen Tod bestimmen lassen? Sollte man dafür auf seine Individualität verzichten und all diese Einschränkungen in Kauf nehmen? Möchte man von Beginn seines Lebens an wissen, wann genau man stirbt, wenn man dafür dann nicht allein ist?
    Diese Fragen sind wirklich schwer zu beantworten und vermutlich wird jeder es anders sehen. Doch aus der Sicht unserer heutigen Gesellschaft überwiegen wohl die Nachteile der Welt, die Ally Condie skizziert, denn es ist doch schwer vorstellbar, unsere Individualität und all unsere Entscheidungen gegen ein langes und gesichertes, dafür aber eintöniges und gleichgeschaltetes Leben unter absoluter, fremder Kontrolle zu tauschen.


    Während ihrer Entwicklung im Verlauf der Handlung, die der Autorin besonders gut gelingt, stellt die Protagonistin Cassia sich irgendwann schließlich dieselben Fragen. Anfangs ist sie noch sehr naiv und nimmt alles hin, was ihre Eltern, Lehrer oder die Funktionäre ihr sagen, ohne irgendetwas zu hinterfragen Sie ist (noch) davon überzeugt, dass alles zu ihrem Besten geschieht und die Funktionäre schon wissen, was sie tun. Im Grunde hält sie ihre gleichgeschaltete Welt sogar für perfekt.
    Das ändert sich jedoch als ihr Großvater ihr an seinem Sterbebett sagt, dass es okay sei Fragen zu stellen. Zunächst weiß sie nicht so recht, was er ihr damit sagen wollte, aber nach und nach kommt sie langsam dahinter und der Rat ihres Großvaters öffnet ihr endlich die Augen. Sie fängt an ihre Welt genauer unter die Lupe zunehmen und stellt fest, dass nichts so perfekt ist, wie sie anfangs dachte.
    Cassia entwickelt Wünsche, die sie nie auch nur geahnt hätte und verspürt den Drang sich aufzulehnen, obwohl sie die Regeln bisher immer befolgt und nie angezweifelt hatte. Sie möchte eine Wahl haben und für sich selbst entscheiden können, anstatt andere über sie bestimmen zu lassen. Sie kann nicht mehr verstehen, warum das nicht möglich oder was daran so schlimm sein soll.


    Die Gedanken und Gefühle, die durch die Ich-Perspektive des Romans besonders verständlich und nachvollziehbar sind, entwickelt Cassia allerdings nicht nur auf Grund der Aussage ihres Großvaters. Sie verliebt sich in Ky, denjenigen, der auf ihrem fehlerhaften Mikrochip zu sehen war. In jemanden, der nicht Xander ist, also in einen Jungen, mit dem sie nicht gepaart wurde. Vor allem dieser Umstand führt dazu, dass Cassia anfängt an dem System der Gesellschaft zu zweifeln. Was ist, wenn Xander gar nicht ihr idealer Partner ist? Oder wenn er nicht der einzige ist?
    Je mehr Zeit sie mit Ky verbringt, desto mehr verliebt sie sich auch in ihn und desto größer wird auch ihr Wunsch aus dem System auszubrechen, was man nur zu gut nachempfinden kann. Sie möchte ihr Leben mit der Person verbringen, die sie liebt und nicht mit der, die die Gesellschaft ihr aufzwingt, so sehr sie Xander auch mag und schätzt.


    Doch Cassia und Ky dürfen nicht zusammen sein und schon gar keine Berührungen oder sonstige Zärtlichkeiten austauschen. Wenn sie nicht allein sind, müssen sie stets vorsichtig sein und Abstand halten, damit niemand etwas merkt, denn das könnte für Beide äußerst schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Trotzdem können sie einander nicht völlig fern bleiben und gehen dadurch immer mehr Risiken ein.
    Schließlich trifft Cassia aus Liebe sogar eine Entscheidung, die verantwortlich für Kys restliches Leben ist.


    Aber nicht nur die Beziehung zwischen Cassia und Ky gelingt der Autorin besonders gut, sondern auch die zwischen Cassia und Xander. Sie hat ihm gegenüber oftmals ein schlechtes Gewissen und fühlt sich hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen für Ky und denen für Xander. Sie will ihren besten Freund nicht verletzten, kann aber auch nicht mehr seine Partnerin sein.
    Xander ist jedoch eine sehr liebenswerte Figur und kann sie sogar verstehen. Selbst Ky gegenüber verhält er sich nach wie vor sehr freundlich und trägt es ihm nicht nach, dass er ihm seine Partnerin in gewisser Weise ausgespannt hat.


    Der letzte Teil ist dann noch einmal besonders spannend und Nerven aufreibend. Die Autorin kann den Leser mit einer erschreckenden Wendung überraschen, die man so auf keinen Fall erwartet hat. Mit dem offenen Ende schafft sie die Basis für den zweiten Band, den man, von dem Moment an, in dem man die letzte Zeile gelesen hat, sehnlich erwartet um zu erfahren, wie es weiter geht. Worum es geht, deutet die Autorin schon an, aber ob und wie Cassia ihr Ziel erreicht, wird man erst im nächsten Teil erfahren, der mit Sicherheit genauso spannend weiter geht.


    Lobend zu erwähnen ist auch noch der Schreibstil von Ally Condie. Das Buch liest sich sehr flüssig und die Handlung wird stets vorangetrieben. So werden z.B. nur Szenen geschildert, die mehr oder weniger wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte sind. Momente oder Tage, an denen sich nicht von Bedeutung ereignet, werden einfach übersprungen und ziehen den Roman dadurch nicht unnötig in die Länge. Dadurch gibt es keine langatmigen Passagen und die Spannung bleibt durchweg erhalten.



    FAZIT
    Die Auswahl ist ein fantastischer Auftakt zu einer äußerst spannenden und fesselnden Serie. Die faszinierende wie auch erschütternde Gesellschaft, die Ally Condie erschaffen hat, ist Utopie und Dystopie zugleich. Die Welt und ihre diversen Einschränkungen sowie die Ansichten der Funktionäre sind immer wieder aufs Neue schockierend und beschäftigt den Leser auch noch lange nachdem er das Buch beendet hat.


    Die Handlung um Cassia und Ky sowie ihre gemeinsame tragische Liebesgeschichte zieht einen sofort in ihren Bann und lässt einen nicht so schnell wieder los.
    Das Ende ist überraschend und schockierend zugleich, garantiert aber somit auch das Weiterverfolgen der Serie, weil man unbedingt erfahren will, wie es mit diesem Paar, das man so schnell ins Herz geschlossen hat, weitergeht.

    In den Dells, einem Königreich, das kurz vor einem Krieg steht, leben neben normalen Tieren auch äußerst farbenprächtige, erstaunliche Wesen, die vom dellianischen Volk Monster genannt werden. Rein äußerlich unterscheiden sie sich nur durch ihre außergewöhnliche Färbung von ihren normalen Artgenossen. Zusätzlich besitzen sie jedoch die Fähigkeiten, das Bewusstsein von anderen, sowohl Mensch als auch Tier, beeinflussen zu können.


    Auch Fire ist ein Monster, was man nur an ihren unglaublichen Haaren erkennen kann. Seit dem Tod ihres Vaters Cansrel, der ebenfalls ein Monster war, ist sie jedoch das letzte lebende menschliche Monster, das es in den Dells noch gibt.
    Obwohl sie ihn sehr liebte, wuchs sie durch ihren Ziehvater Lord Brocker trotzdem in dem Wissen auf, dass Cansrel nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich ein wahrhaftes Monster ist. Im Gegensatz zu Fire hatte er immer Freude daran, die Aufmerksamkeit aller auf sich zu lenken und die Menschen mit seinen Fähigkeiten zu manipulieren oder ihnen Grausamkeiten anzutun.


    Genau aus diesem Grund hat Fire auch so große Angst vor ihren enormen Fähigkeiten und setzt sie nur sehr selten und nur zur Selbstverteidigung ein, wozu sie von ihrem langjährigen Freund Archer auch erst überredet werden musste. Denn Cansrel und seine Fähigkeiten bzw. die Art und Weise, wie er sie eingesetzt hat, sind zu einem Großteil für die schrecklichen Umstände, die momentan in den Dells vorherrschen, verantwortlich.


    Doch dann begegnet Fire Prinz Brigan, dem erstaunlichen Oberbefehlshaber mit dem absolut undurchdringlichen Bewusstsein und dem hasserfüllten Blick, der sie nach King’s City bringen soll, weil der König sie um ihre Hilfe bittet. Wird Fire ihre Angst überwinden und das erste Mal ihre Fähigkeiten bewusst gegen jemanden einsetzen um dieser Bitte nachzukommen?



    Die 17-jährige Fire führt ein sehr beschwerliches und kompliziertes Leben, auch wenn sie sich inzwischen daran gewöhnt hat. Schon ihre Geburt war im Grunde nur ein Unfall, denn Cansrel wollte nie ein weiteres menschliches Monster in die Welt setzen, und dass sie überlebte, war fast ein Wunder. Aufgewachsen bei dem gutherzigen Lord Brocker, war sie von ihrer Kindheit an hin und her gerissen zwischen der Liebe zu ihrem richtigen Vater Cansrel, der sie nur ab und zu besuchen kam und Liebenswürdigkeit einzig und allein Fire gegenüber aufbrachte, und der Liebe zu ihrem Ziehvater, durch den Fire schon früh gelernt hat, was Cansrel wirklich für einen Charakter hat und was er mit seinen Fähigkeiten alles anrichtet.
    Außerdem ist auch das Leben als Monster alles andere als einfach. Während es anderen, tierischen Monstern vor allem nach Fires Blut und ihrem Fleisch dürstet, muss sie sich auch vor den meisten Menschen in Acht nehmen, wenn sie ihr Bewusstsein nicht ausreichend gegen Fires Erscheinung wappnen können. Während die einen ihren Blick kaum von Fire abwenden können und sie unbedingt berühren oder besitzen wollen, entsteht bei anderen ein starkes Gefühl von Neid oder sogar unbändiger Hass, sodass solche Menschen sogar versuchen Fire zu verletzten oder sie gar zu töten. Nur in der Nähe ihrer Freunde wie Archer oder Lord Brocker, die gelernt haben ihren Geist vor ihr zu verschließen, kann Fire ganz sie selbst sein und auch ihre Haarpracht offen zeigen. Außerdem sind sie einige der wenigen Menschen, die Fire vertrauen und keine Angst vor ihr oder ihren Fähigkeiten haben, mit denen sie sie nie manipulieren würde.


    All diese beschwerlichen Faktoren haben Fire aber auch zu einer sehr starken Persönlichkeit heranwachsen lassen. Sie hat ihren eigenen Kopf und setzt ihn auch durch, wobei ihre Gefühle und Beweggründe stets sehr nachvollziehbar dargestellt werden, sodass man sich gut mit ihr identifizieren kann.
    Wenn es das einzig Richtige ist, tut sie das, was sie tun muss, egal wie unendlich schwer es ihr auch fallen mag. Sie hat zwar auch ihre schwachen Momente, gibt aber trotzdem nicht auf und macht im Verlauf der Handlung eine deutliche Veränderung durch. Sie wird nicht nur stärker und mutiger, sondern findet auch langsam zu sich selbst, was besonders schön zu beobachten ist. Um dem Königreich von Nutzen zu sein, überwindet sie schließlich sogar ihre größte Angst: So zu sein oder zu werden wie ihre Vater.


    Ihr Jugendfreund Archer, zudem sie eine eigenartige wie auch einzigartige Beziehung hat, ist einem von der ersten Sekunde an sympathisch, weil seine große Sorge um Fire und seine Liebe zu ihr deutlich spürbar ist. Von Monogamie kann allerdings bei ihm (leider) keine Rede sein, was bei einigen Lesern, gerade bei den weiblichen, vielleicht auf Unverständnis stoßen könnte, steht es doch irgendwie in Widerspruch zu seinen Gefühlen für Fire und ist damit eigentlich unvereinbar. Dennoch verliert er überraschenderweise nicht wirklich an Sympathie, zumal Fire von seinen Aktivitäten mit anderen Frauen weiß und es gar nicht anders von ihm erwartet.



    Noch interessanter ist jedoch Prinz Brigan, den man vor allem zu Anfang nur sehr schwer durchschauen kann. Bei seiner ersten Begegnung mit Fire ist sein Blick so hasserfüllt und sein Bewusstsein so verschlossen, wie Fire es noch nie erlebt hat, weswegen es auch ihr so schwer fällt wie noch nie bei einer anderen Person zuvor, seine Absichten oder Einstellungen ihr gegenüber zu erspüren. Sein anfänglicher Hass auf Fire ist allerdings verständlich, da er in ihr das gleiche Monster wie in Cansrel sieht, dessen Macht er am eigenen Leib zu spüren bekommen hat, denn auch Brigans Vergangenheit war alles andere als einfach.
    Aus diesem Grund will er auch unbedingt verhindern, dass Fire seinem Bruder Nash, dem König der Dells, den Kopf verdreht oder ihn zu ihrer Marionette macht, was seiner Ansicht nach auf jeden Fall Fires Absicht ist.
    Seine Einstellung ändert sich jedoch mit der Zeit, als er Fire auf der Reise nach King’s City näher kennen lernt und feststellen muss, dass sie fast nichts mit Cansrel gemeinsam hat. Da beide an Schlaflosigkeit leiden und nachts umher wandern, kommt es immer häufiger zu kurzen, knappen Gesprächen und es entwickelt sich eine Beziehung zwischen ihnen, bis Fire sich, ohne es zu merken, schließlich sogar in Brigan verliebt.


    Am Anfang erfährt man durch Rückblenden zunächst vor allem einige interessante Details über Fires Vergangenheit und ihr bisheriges Leben. Nach und nach baut die Autorin dann immer mehr Spannung auf und verknüpft die verschiedenen Handlungsstränge miteinander bzw. den Prolog mit der eigentlichen Handlung im Fire. Dabei wird insbesondere der bevorstehende Krieg zu einem sehr fesselnden Faktor.
    Mehrfach gelingt es der Autorin mit Wendungen zu überraschen, von denen man nur wenige vorhergesehen hat oder auch nur ahnen konnte.


    Der Schreibstil mit seinen bildhaften Beschreibungen verzaubert einen ebenfalls sofort wieder. Die Welt, die Kristin Cashore erschaffen hat, ist interessant und außergewöhnlich, sodass man es sehr genießt, ihre verschiedenen Facetten zu entdecken.
    Bei der Übersetzung ist besonders lobenswert hervorzuheben, dass weder die englischen Namen von Personen noch die von Städten bzw. Orten ins Deutsche übersetzt wurden.
    Schade ist lediglich, dass die Autorin die wenigen Szenen, in denen es zu körperlichem Kontakt zwischen Fire und einem der männlichen Protagonisten kommt, gar nicht beschreibt, sondern wirklich völlig darüber hinweggeht und nur feststellt oder andeutet, dass es geschieht bzw. geschehen ist. Da es sich hierbei nicht um ein Kinder-, sondern um ein Jugendbuch handelt, hätte man ruhig ein kleines bisschen mehr ins Detail gehen können.


    Da es nur einige wenige Überschneidungen mit dem Vorgänger gibt, muss man Die Beschenkte nicht gelesen haben um Die Flammende zu verstehen. Man kann der Handlung auch sehr gut ohne das wenige Vorwissen verfolgen und verpasst auch nichts.



    FAZIT
    Die Flammende ist ein fantastischer Fantasyroman mit einer sehr starken, sympathischen Protagonistin und einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte, die genug Zeit bekommt um sich langsam zu entwickeln.
    Kristin Cashore hat sich noch einmal selbst übertroffen und mit ihrem zweiten Roman eine Geschichte geschaffen, die noch schöner und fesselnder ist als ihr Vorgänger!

    Katsa, die mit der Gabe des Tötens beschenkt ist, muss schon seit frühester Kindheit die schrecklichsten Aufträge für ihren Onkel, König Randa von Middluns, ausführen. Ihre Gabe wurde entdeckt, als sie gerade mal acht Jahre alt war, weil sie einen Verwandten umbrachte, der ihr zu Nahe getreten war. Das war jedoch keine Absicht sondern vielmehr ein furchtbarer Unfall, weil weder Katsa noch sonst irgendjemand sich ihrer Gabe bewusst war. Nach diesem Vorfall wurde sie darauf trainiert ihre Gabe zu kontrollieren und muss seitdem Randas Racheengel spielen, wofür sie in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet ist. Obwohl sie diese Aufgabe verabscheut und nicht als Wilde oder Monster angesehen werden will, weiß sie sich zunächst nicht anders zu helfen, als die Aufträge ihres Königs auszuführen, wobei sie aber immer öfter mildere Mittel wählt, als die von Randa befohlenen.



    Katsa nutzt ihre Gabe jedoch nicht nur für Randas Befehle. Um seinen Ungerechtigkeiten und denen von anderen Königen etwas entgegen zu setzen, hat sie den Rat gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen in allen Königreichen zu helfen, die von anderen keine Hilfe bekommen.


    Bei einem dieser geheimen Aufträge des Rates lernt sie Bo, einen der Prinzen von Lienid, kennen, der ebenfalls ein Beschenkter ist und dessen Großvater sie gerade gerettet hat, was ihr zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht bewusst ist. Als er ihr zu Randas Schloss folgt, beginnen beide miteinander zu trainieren, weil Katsa zunächst glaubt, dass er mit der Gabe des Kampfes beschenkt ist. Dabei kommen sie sich langsam näher und zwischen ihnen entwickelt sich zunächst eine Art Freundschaft.



    Diese scheint jedoch fast zu zerbrechen, als Katsa schließlich herausfindet, was seine wahre Gabe ist und dass er sie deswegen belogen hat. Da sie aber bereits tiefe Gefühle für ihn hat, will sie versuchen darüber hinweg zu kommen und beide machen sich schließlich gemeinsam auf den Weg in andere Königreiche um herauszufinden, wer Bos Großvater entführt hat.


    Auf ihrem langen und beschwerlichen Weg kommen die Beiden sich immer näher und werden schließlich zu einem Paar, als auch Katsa sich ihre Gefühle für Bo endlich eingesteht.


    Bo scheint jedoch nicht der einzige Beschenkte zu sein, der seine Gabe geschickt versteckt hat. Katsa und er müssen eine schreckliche Entdeckung machen, die ihnen vieles abverlangt und ihr Leben ernsthaft in Gefahr bringt, da offensichtlich nur Bo und eine weitere Person dazu in der Lage sind, sich gegen diese besondere Gabe zu wehren.



    Die Beschenkte hat mir im Endeffekt wesentlich besser gefallen, als ich es für möglich gehalten hatte. Zu Beginn konnte das Buch mich noch nicht so begeistern, wie ich es nach der ganzen Promotion und den vielen positiven Rezensionen erwartet hatte. Das lag aber vielleicht auch daran, dass ich mir Katsas Gabe völlig anders vorgestellt hatte.


    Doch nach den ersten etwa 100 Seiten gelang es der Handlung, mich immer mehr zu fesseln und zum Ende des ersten Teils (von drei) hin wurde es schon ziemlich spannend, was sich dann bis zum Ende des Buches immer weiter steigerte, sodass ich unbedingt wissen wollte, wie die Handlung weiter gehen würde.



    Auch Katsa, der ich am Anfang eher skeptisch gegenüberstand, wurde mir im Laufe des Buches immer sympathischer. Die Beziehung, die sich zwischen Bo und ihr entwickelt, trägt ebenfalls maßgeblich zu meiner positiven Meinung über das Buch bei. Bo ist ein wunderbarer Charakter. Er respektiert Katsa und liebt sie, so wie sie ist. Außerdem kann er damit leben, dass Katsa niemals heiraten will und versucht gar nicht erst, sie umzustimmen und zu verändern.


    Der Autorin ist es gelungen, mich - entgegen meiner anfänglichen Meinung - voll und ganz zu überzeugen und hat mir sogar nach dem eigentlichen Höhepunkt der Handlung noch einen kleinen Schock verpasst. Ich würde wirklich gerne wissen, wie es mit Bo und Katsa weiter geht und hoffe, dass ich in dem Roman über Bitterblue, in dem beide auf jeden Fall auftauchen werden, etwas darüber erfahren.



    FAZIT
    Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, auch wenn man nicht unbedingt ein Fan von Fantasy- und/oder Jugendromanen ist, denn dieses Buch ist wirklich gelungen und für alle Altersklassen geeignet.

    Damit ihre sterbenskranke Mutter ihre letzten Tage an dem Ort verbringen kann, an dem sie zur Welt gekommen war, zieht die achtzehnjährige Kate in ihrem letzten Schuljahr mit ihr nach Eden, Michigan. Dort lernt sie neue Freunde kennen und begegnet dem geheimnisvollen Henry, der zwar sehr attraktiv, aber zugleich auch unendlich traurig aussieht.


    In einer verhängnisvollen Nacht muss Kate feststellen, dass Henry kein gewöhnlicher Mensch ist, sondern etwas viel mächtigeres. Auf ihren Wunsch hin erweckt er eine Person wieder zum Leben, an deren Tod Kate sich selbst die Schuld gibt. Doch diese Tat hat ihren Preis und den muss Kate bezahlen.


    Um zu begreifen, was genau er von ihr verlangt und was sie ihm auch versprochen hat, soll sie noch einmal den Mythos von Persephone lesen …



    Das göttliche Mädchen ist eine fantastische Fantasy-Liebesgeschichte, die insbesondere Fans von griechischer Mythologie begeistern wird, zumindest sofern sie offen für neue Interpretationen und Veränderungen sind. Aimée Carter hatte die tolle Idee in ihrem Roman die griechische Mythologie mit anderen Religionen und Weltanschauungen zu verknüpfen, sodass die Unterwelt z.B. Elemente aller Glaubensrichtungen in sich trägt. Ferner spielen auch die sieben Todsünden eine gewisse Rolle.
    Die Autorin bietet dem Leser außerdem eine ansprechende Variante über die wahre Persephone, die sich allerdings nicht gerade beliebt macht, und schafft gleichzeitig eine schöne und einzigartige Neuerzählung bzw. Fortsetzung des Mythos.


    Der ziemlich rätselhafte Prolog stellt einen interessanten Einstieg dar, da man dessen Handlung und Bedeutung noch nicht richtig einzuordnen vermag, und macht auf jeden Fall neugierig. Richtige Spannung kommt eher selten und meistens nur kurz auf, trotzdem bleiben die Geschehnisse die ganze Zeit über fesselnd, sodass man sich nie langweilt und immer das Bedürfnis hat weiter zu lesen. Unterschwellig spürt man zudem oftmals die Gefahr, in der Kate sich befindet, da es jemand auf sie abgesehen hat und sie, genau wie ihre zahlreichen Vorgängerinnen, aus dem Weg räumen will. Wer diese Person ist und was sie vor hat, wissen auch die Götter nicht und die Auflösung kommt für den Leser völlig unerwartet, da man diese Person nie verdächtigt hätte.


    Der Roman lebt vor allem von den liebenswerten Figuren sowie ihren Beziehungen zueinander. Kate und Henry sind zwei unheimlich sympathische Charaktere, mit denen man mitfiebern kann. Aber auch einige andere Götter, z.B. James und Ava, schließt man, trotz ihrer Fehler, schnell ins Herz.



    Kate ist eine sehr glaubwürdige und liebenswerte Protagonistin, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Deshalb hält sie Henry anfangs ziemlich lange für verrückt und fängt erst sehr spät, sowie nach etlichen Beweisen, an zu glauben, dass er die Wahrheit sagt und tatsächlich ein Gott ist. Sie hat aber auch ein sehr großes Herz und setzt sich für andere ein, vor allem für die, die sie liebt. Zunächst ist sie nicht gerade von der Idee begeistert Persephones Platz einzunehmen um an Henrys Seite mit ihm über die Unterwelt zu herrschen und willigt nur ein um als Gegenleistung mehr Zeit mit ihrer Mutter verbringen zu können, die sie nachts in ihren Träumen trifft, solange Henry sie am Leben erhält. Je mehr Zeit sie mit Henry verbringt und je besser sie ihn kennen lernt, desto mehr fängt sie aber an auch für ihn zu kämpfen.


    Während ihrer Zeit bei Henry muss Kate mehrere Prüfungen bestreiten um sich der zukünftigen Aufgabe als würdig zu erweisen und in den Kreis der Unsterblichen aufgenommen zu werden. Manche Prüfungen sind leicht, andere dagegen sehr schwer und Kate erfährt nicht, worin die Prüfungen bestehen oder wann sie stattfinden. Wenn sie versagen sollte, würde sie ohne Erinnerungen an diese Zeit in ihr altes Leben zurückkehren, allerdings ohne ihre Mutter. Henry würde jedoch sterben, weil er nicht mehr allein über die Unterwelt herrschen kann. Auch aus diesem Grund bemüht sie sich so entschlossen für Henry alles richtig zu machen, mit der Zeit aber weniger aus ihrem starken Verantwortungsbewusstsein heraus und immer mehr, weil sie den Gedanken an ein Leben ohne Henry nicht mehr ertragen kann. Es ist schön zu sehen wie Kate eine Beziehung zu ihm aufbaut und sich langsam in ihn verliebt.


    Henry ist ebenfalls ein toller Charakter und stellt einen total interessanten sowie faszinierenden Hades dar, den man einfach lieben muss. Neben seiner bedrohlichen Seite ist er eine zutiefst traurige Figur. Er macht deutlich, dass Götter nicht nur einsam sein können, sondern trotz allem und egal wie lange sie schon existieren immer noch eine menschliche, verletzliche Seite haben. Erst Kate gibt ihm neue Hoffnung und seinem Dasein wieder einen Sinn, weshalb er sie um jeden Preis beschützen und vor dem tragischen Schicksal ihrer Vorgängerinnen bewahren will. Auch er verliebt sich in Kate und erfährt nach seiner äußerst unglücklichen Ehe zum ersten Mal wie es sich anfühlt geliebt zu werden.



    FAZIT
    Mit Das göttliche Mädchen ist Aimée Carter eine wundervolle und romantische Liebesgeschichte gelungen, für die ihr die griechische Mythologie bzw. Teile davon als Grundlage diente. Es ist ein Serienauftakt, der auch ohne ein vollkommen offenes Ende definitiv Lust auf die Fortsetzung macht, in der Henry und Kate sich hoffentlich noch näher kommen.

    Einmal in vier Generationen, also etwa alle einhundert Jahre, wird ein Mensch von Gott für die Erfüllung einer besonderen Aufgabe auserwählt und trägt als Zeichen dafür den Feuerstein. Elisa, Prinzessin, aber als jüngste von zwei Schwestern nicht Thronfolgerin, von Orovalle, ist eine solche Trägerin. Sie ist zwar sehr liebenswert und klug, allerdings nicht unbedingt schlank, eher im Gegenteil, und hat daher nicht viel Selbstvertrauen. Während alle Menschen, die von ihrem Feuerstein wissen, Großes von ihr erwarten, zweifelt sie an sich selbst und weiß nicht, warum ausgerechnet sie von Gott erwählt wurde.


    Erst als sie an ihrem sechzehnten Geburtstag plötzlich ohne Begründung mit dem gut aussehenden Alejandro, König von Joya d’Arena, verheiratet wird und ihr zu Hause verlassen muss, erkennt sie langsam, dass alle um sie herum etwas vor ihr verbergen. Etwas, das mit dem Feuerstein zu tun hat und der Tatsache, dass niemand außer ihren engsten Vertrauten in ihrer neuen Heimat wissen soll, dass sie eine Trägerin ist …



    In Der Feuerstein erzählt Rae Carson eine fesselnde und faszinierende Geschichte mit einer untypischen, aber dafür sehr sympathischen Heldin, die für ein Debut sogar erstaunlich gut geschrieben ist. Das einzige, was man am Schreibstil zu bemängeln hat, sind die vielen Fremdwörter bzw. Begriffe aus anderen Sprachen, abgesehen von Namen natürlich, die nicht erläutert werden, aber auch nicht selbsterklärend sind oder sich ohne weiteres aus dem Kontext ergeben. Man gewöhnt sich zwar mit der Zeit daran, es ist aber trotzdem schade, wenn man nicht alles hundertprozentig verstehen kann, weil einem vielleicht die nötigen Fremdsprachenkenntnisse fehlen.


    Mit der spannenden Handlung macht die Autorin das jedoch mehr als wieder gut und es gelingt ihr den Leser immer mehr in ihren Bann zu ziehen. Genau wie die Heldin Elisa tappt man anfangs total im Dunkeln und hat keine Ahnung, was genau es mit dem Feuerstein auf sich hat, welche Aufgabe die Prinzessin erfüllen soll, was noch alles geschehen wird und in welche Richtung das Buch überhaupt geht. Da die meisten Spekulationen sich früher oder später als unzutreffend erweisen, erschließt es sich erst nach und nach, worum es eigentlich wirklich geht, wodurch die Neugier stets aufrechterhalten wird.



    Religion bzw. der Glaube an Gott spielt in gewisser Weise eine zentrale sowie bedeutende Rolle in diesem Roman, obgleich kein direkter Bezug zu einer realen Religion hergestellt wird, und wer sich daran stört, wird das Buch wahrscheinlich nicht mögen. Das alles muss man aber vor dem Hintergrund sehen, dass <>Der Feuerstein in einer fiktiven und eher mittelalterlichen Fantasiewelt spielt, in der der Feuerstein eine Art magischen Beweis für die Existenz eines Gottes darstellt.
    Außerdem wird der Glaube an Gott nicht ausschließlich positiv dargestellt, sondern es wird auch viel Kritik daran geübt und mögliche negative Konsequenzen werden aufzeigt. Obwohl Elisa trotz gelegentlicher Zweifel nie den Glauben verliert, muss sie im Verlauf der Handlung feststellen, dass viele Menschen Gott und seinen angeblichen Willen als Begründung für ihre schrecklichen Taten missbrauchen, sich anmaßen Gottes Willen zu erkennen und einige nur ihre Interpretation eines bestimmten Textes für die richtige halten.


    Trotz allem geht es in diesem Jugendbuch allerdings nicht nur um Gott, sondern auch um andere, unvergängliche Themen und Probleme, die im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder aufgetaucht sind. Es geht um Intrigen, Verrat, sogar Krieg, aber auch um Liebe, Freundschaft, Selbstvertrauen und die Bereitschaft für andere einzustehen.



    Erzählt wird das gesamte Geschehen aus der Sicht von Elisa, die eine besonders sympathische Erzählerin sowie Protagonistin ist und deren Gedanken und Gefühle man durch die Ich-Perspektive die ganze Zeit sehr gut nachvollziehen kann. Sie ist eine tolle und vor allem außergewöhnliche Heldin. Zum einen, weil sie im Gegensatz zu vielen anderen Protagonisten, nicht schlank und wunderschön, sondern ziemlich dick ist und von vielen daher nicht besonders geschätzt oder gar bewundert wird. Zum anderen ist sie aber auch eine besonders starke, junge Frau, die sehr viel Mut beweist und sich für andere einsetzt. Sie macht eine große Entwicklung durch, gewinnt an Selbstbewusstsein sowie Stärke und findet durch das, was sie alles durchmachen muss, schließlich zu sich selbst. Sie erkämpft sich den Respekt derjenigen, die sie zunächst unterschätz haben, und zeigt, was wirklich in ihr steckt, was sie zu einem tollen Vorbild macht.



    Während Elisa durch ihre Verwandlung immer mehr an Sympathie gewinnt, nimmt die ihres Ehemannes Alejandro leider im Verlauf der Handlung ab. Anfangs mochte man ihn, weil er Elisa zu nichts gedrängt hat und sehr liebevoll zu sein schien. Später erkennt man jedoch, dass er im Gegensatz zu seiner Ehefrau einen ziemlich schwachen Charakter hat, sich scheut Entscheidungen zu treffen und zu viel mit sich selbst beschäftigt ist.



    Sein wundervoller Sohn Rosario, der die Herzen der Leser im Sturm erobert, scheint dagegen aus ganz anderem, besseren Holz geschnitzt zu sein. Es ist wirklich schade, dass er in diesem ersten Teil nur wenige Auftritte hat, was sich in der Fortsetzung hoffentlich ändert.
    Lord Hector ist, sobald man ihn etwas besser kennt, ebenfalls eine Figur, die man schon bald sehr gern hat. Das gleiche gilt für einige Menschen aus dem Wüstenvolk, allen voran natürlich Humberto und schließlich sogar Cosmé.


    Das Ende des Buches ist völlig in sich abgeschlossen und verlangt nicht zwingend nach einer Fortsetzung, sodass man keine Idee hat, worum es in der Fortsetzung gehen könnte und es auch gut als Einzelroman lesen kann. Wer den Roman mochte, wird natürlich trotzdem zum zweiten Teil greifen, aber ohne die quälende Warterei.
    Offen bleibt lediglich die Frage, warum Rae Carson eine besonders lieb gewonnene Figur ohne erkennbaren Sinn unbedingt sterben lassen musste. Es erschüttert einen zutiefst, auch ein paar Tränen kann man nicht zurück halten, zumal es in der Situation genauso gut einen anderen, weitaus weniger schmerzlich vermissten Charakter hätte treffen können, und man nimmt es der Autorin wirklich ein bisschen übel.



    FAZIT
    Der Feuerstein ist ein packendes Jugendbuchdebut, das mit einer spannenden Handlung und einer sympathischen Heldin punkten kann. Rae Carson gelingt es stets den Leser zu fesseln und immer wieder mit neuen Wendungen zu überraschen.


    Obwohl dieser Trilogieauftakt vollkommen in sich abgeschlossen ist und man ihn daher gut als Einzelroman lesen könnte, wird man den zweiten Teil nach dem Erscheinen sicher nicht allzu lange ignorieren um Elisa auch bei ihrem nächsten Abenteuer zu begleiten.

    Katarina Bishop hatte sich eigentlich einen Weg auf das renommierte Colgan-Internat gebahnt um sich von ihrer Familie loszusagen. Nicht etwa wegen eines Streits oder weil sie nichts mehr mit den Familienmitgliedern zu tun haben wollte, sondern viel mehr wegen deren Machenschaften, mit denen Kat nicht mehr in Verbindung gebracht werden wollte. Die Tätigkeiten ihrer Familie sind nämlich nicht ganz legal und enden häufig im Gefängnis, denn es ist eine Familie von Dieben und Betrügern.


    Doch Kats streng geregeltes Leben auf dem Internat hält nicht lange an. Obwohl sie ihre Unschuld beteuert, und auch tatsächlich unschuldig ist, scheinen alle Beweise eine andere Sprache zu sprechen und Kat fliegt von der Schule, weil sie angeblich das geliebte Auto des Schulleiters auf den Brunnen im Innenhof befördert hat.


    Kurz darauf findet Kat jedoch heraus, dass der Schulausschluss noch ihre geringste Sorge ist. Ein unbekannter, zugegebenermaßen sehr geschickter Dieb, hat fünf sehr wertvolle Gemälde gestohlen. Allerdings nicht von irgendjemandem, sondern von Arturo Taccone, einem Mann, mit dem man sich lieber nicht anlegen sollte und der seine Gemälde unbedingt zurück haben will. Unglücklicherweise ist er davon überzeugt, dass wegen der Art und Weise des Diebstahls nur Kats Vater der Dieb sein kann und er wird kurzen Prozess mit ihm machen, wenn er seinen Besitz nicht binnen zwei Wochen zurück erlangt. Ihr Vater schenkt dieser Drohung allerdings nicht genügend Beachtung, sodass Kat die Sache nun selbst in die Hand nehmen muss, wenn er mit dem Leben davon kommen soll …



    Meisterklasse ist ein wirklich fantastischer Roman, der beim Leser trotz seiner Schlichtheit – oder vielleicht gerade deshalb – wahre Begeisterungsstürme auszulösen vermag. Ally Carter hat ein wahrhaft tolles Jugendbuch geschrieben, das sogar ganz ohne Fantasy-Elemente und eine große Liebesgeschichte auskommt, aber dennoch fesselnd und interessant ist.


    Obwohl die Geschichte in unserer heutigen Welt und Zeit spielt, gibt es viel Neues zu entdecken und zu erfahren, denn Kats Familie ist alles andere als gewöhnlich. In Kats Familie sind im Prinzip alle kriminell, wenn auch nicht auf eine gefährliche oder bösartige Art und Weise. Sie verletzten oder töten niemanden, dafür rauben sie sie aber aus oder betrügen sie, und das schon seit Generationen. Da Kat in diese Familie hineingeboren wurde, hat auch sie jahrelang ihre Fähigkeiten perfektioniert und ihrem Vater oder anderen Familienmitgliedern bei verschiedenen Coups geholfen. Doch Kat wünscht sich eine Zukunft, und zwar eine, in der sie nicht früher oder später im Gefängnis landet, weshalb sie ihrer Familie schließlich den Rücken gekehrt hat.
    Trotzdem liebt sie sie alle sehr, was man ihr auch anmerkt. Es ist auch nicht weiter verwunderlich, denn trotz der kriminellen Ader ist es eine Familie, die sich jeder wünschen würde. Sie alle sind sehr verschieden und haben manchmal auch verschiedene Ansichten, dennoch halten sie immer zusammen und unterstützen einander. Schließlich ist es auch die große Sorge um ihren geliebten Vater, die Kat dazu bringt in den Schoß ihrer Familie zurückzukehren.


    Kat ist eine sehr sympathische Hauptfigur, in die man sich gut hinein versetzen kann. Als jemand ihre Familie, insbesondere ihren Vater, bedroht, lässt sie alles stehen und liegen und setzt alles daran, dies zu verhindern – mit oder ohne fremde Hilfe. Doch da nicht nur der Leser Kat sehr gern hat, sondern auch andere Figuren sie sehr lieben, gibt es natürlich Menschen, die ihr ihre Hilfe anbieten. Dazu gehört auch der gut aussehende und reiche Hale, mit dem Kat schon seit Jahren eine tiefe Freundschaft verbindet. Er empfindet sehr viel für Kat, weshalb man ihn als Leser sofort ins Herz schließt, und unterstützt sie in ihrem Vorhaben, ungeachtet der Gefahren, die sich daraus ergeben.


    Wie schon geschrieben, gibt es in dem Roman eigentlich keine richtige Liebesgeschichte, dennoch fehlt es nicht gänzlich an Emotionen. Kat und Hale sind (noch) kein Paar, trotzdem spürt man als Leser, dass sie sehr tief und eng miteinander verbunden sind. Sie verstehen sich ohne Worte, geben einander Halt und können auch nicht ohne den anderen sind. Die Zuneigung ergibt sich fast ausschließlich aus kleinen Gesten und Bemerkungen und obwohl die Autorin auf richtige Liebesbekundungen verzichtet, weiß man einfach, dass die Beiden einander lieben und hofft, dass sie es früher oder später auch zulassen werden sich noch näher zu kommen.


    Neben Kat und Hale gibt es aber auch noch viele andere Charaktere, die man nicht missen möchte. Für Kats Plan braucht es nämlich eine Crew und jeder von ihnen ist, ob nun blutsverwandt oder nicht, ein Teil der Familie und sehr interessant. Sie alle sind eigenständige Figuren mit sehr unterschiedlichen Charakteren, die sie zu etwas Besonderem machen. Da gibt es das Technik-Genie Simon, Kats unheimlich attraktive Cousine Gabrielle und natürlich die chaotischen, aber liebenswürdigen Bagshaw-Brüder. Man erfährt zwar nur wenig darüber, wie sie alle zueinander gefunden haben, dafür merkt man aber, dass sie einander viel bedeuten und sich gegenseitig unterstützen. Hoffentlich erfährt man in den folgenden Bänden noch viel mehr über diese kunterbunte Mischung, die man nicht so schnell vergessen wird.


    An Spannung fehlt es in Meisterklasse natürlich auch nicht, denn abgesehen von kleinen Andeutungen hier und da, die immer wieder die Neugier des Lesers wecken, hat Kat hat nur zwei Wochen Zeit um die besagten Gemälde zu beschaffen und das ist bei weitem keine leichte Aufgabe. Um die Bilder zu beschaffen, muss sie sie nämlich auch erst einmal finden, wobei sich das hinterher doch noch als der einfachere Teil erweist. Diese Deadline taucht im Buch regelmäßig auf, sodass man auch als Leser ständig daran erinnert wird, wie schnell die Zeit verrinnt und wie wenig noch davon übrig ist um das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mit jedem Tag weniger nimmt die Spannung zu und gegen Ende fragt man sich schon, ob es Kat und ihrer Crew überhaupt noch gelingen wird.


    Die Handlung des ersten Teils ist komplett in sich abgeschlossen, sodass man nicht mit einem fiesen Cliffhanger auf die Folter gespannt wird. Trotzdem möchte man auf eine Fortsetzung nicht verzichten, weil man die fantastischen Charaktere unbedingt weiter begleiten möchte, zum Beispiel um zu erfahren, wie es mit Kat und Hale weiter geht. Potenzial für die folgenden Bände gibt es auch genug und die Reihe ist auch nicht auf eine bestimmte Anzahl an Büchern ausgelegt, sondern so konzipiert, dass man sie eigentlich ewig fortführen kann – zumindest bis der Autorin die Ideen ausgehen, was hoffentlich nicht so schnell passieren wird.



    FAZIT
    Bei diesem Jugendbuch stimmt einfach alles! Ally Carter hat ihre tolle und neuartige Idee großartig umgesetzt. Sie versteht es, den Leser blendend zu unterhalten und bietet eine gelungene Abwechslung durch eine untypische, aber sehr interessante und humorvolle Geschichte mit einer sympathischen Diebesfamilie, die dazu noch völlig ohne paranormale Wesen und viel Romantik auskommt.


    Für Fans von Jugendliteratur ist Meisterklasse daher einfach unverzichtbar!

    Nach dem Tod seines Vaters, den Jay schon jahrelang nicht mehr gesehen hat, zog es ihn nach New York, die Stadt, mit der er so viele Erinnerungen an ihn verbindet. Seiner Mutter hat er erzählt, er würde nur ein Austauschjahr machen. In Wahrheit hat er jedoch nicht vor nach Berlin zurückzukehren, denn er kann seiner Mutter einfach nicht verzeihen, dass sie den Kontakt zu seinem Vater verhindert hat.


    In der fremden Stadt will er bei seinem Onkel Matt und dessen Sohn Aidan ein neues Leben beginnen. An seiner neuen Schule trifft er Madison, das eigenwillige Mädchen mit den Indianeraugen, das ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Sie ist anders, hat nicht einmal ein Handy und übt eine magische Anziehung auf Jay aus.


    Doch dann taucht in Jays Leben plötzlich noch ein anderes, viel eigenartigeres Mädchen auf, das außer ihm niemand sonst zu sehen scheint. Sie nennt sich Ivy, benimmt sich, als wäre sie ständig auf der Flucht, und sagt Jay immer wieder, dass er sich in Gefahr befindet. Zunächst hält er sie für verrückt und nimmt ihre Warnungen nicht ernst, aber schon bald muss er erkennen, dass er tatsächlich in Gefahr schwebt und Ivy offenbar die Einzige ist, die ihn davor bewahren kann, sich selbst zu verlieren …


    In Zweilicht entführt Nina Blazon den Leser erneut in eine fantastische, unbekannte Welt, die sich einem erst spät offenbart, und stellt einmal mehr ihr einmaliges, erzählerisches Talent unter Beweis.


    Zu Beginn der Handlung tappt man über ihren Fortgang noch völlig im Dunkeln und hat nicht die geringste Ahnung, wo die Geschichte noch hinführen wird. Erst nach und nach erhält man kleine Hinweise, sodass man anfangs noch etwas verwirrt ist, weil man noch nicht weiß, worauf die Autorin eigentlich hinaus will. Das Gefühl, dass mit Jays Welt etwas nicht stimmt, schleicht sich nur langsam ein, daher braucht das Geschehen dieses Mal ein klein wenig länger um in Fahrt zu geraten.
    Doch so bald man über diesen Punkt hinaus ist, wird man mitten hinein geworfen in eine Welt, die man noch nicht verstehen kann, aber gern besser kennen lernen möchte um zu begreifen, was dort vor sich geht und was es mit den Figuren auf sich hat.


    Genauso ergeht es auch Jay, aus dessen Perspektive die Mehrheit der Geschehnisse geschildert wird, weshalb man ihn besonders gut verstehen und sich sehr gut in ihn hinein versetzen kann. Er hält sein Leben für völlig normal und blendet zunächst jedes Detail aus, das auf das Gegenteil hindeutet.


    Obwohl es auch Szenen aus der Sicht von Madison und Ivy gibt, kann man diese beiden Figuren, vor allem am Anfang des Buches, nur sehr schwer durchschauen und weiß nicht so recht, was man von ihnen halten soll. Während Madison einem zu Beginn noch sympathisch ist und Ivy einem suspekt vorkommt, kehrt sich dieses Verhältnis kurze Zeit später völlig um. Dann ist es nicht mehr Ivy, die sich völlig verrückt benimmt, sondern Madison, während Ivy an Sympathie gewinnt. Dennoch erfährt man erst sehr spät, wer die Beiden wirklich sind und was es mit ihnen auf sich hat.
    Bei Beiden handelt es sich, unabhängig von der Sympathieverteilung, um sehr interessante und faszinierende Charaktere, die unterschiedliche Facetten zeigen und die man gerne besser kennen lernt. Das gleiche gilt auch für Jays Cousin Aidan, der einen mit seinem Verhalten öfter überrascht hat und den man ebenfalls nur schwer einschätzen konnte.
    Es gelingt der Autorin auch den vielleicht sogar eher unbedeutenden Nebenfiguren Leben und Persönlichkeit einzuhauchen, sodass man auf diese nicht verzichten möchte, denn obwohl sie meistens keine großen Rollen spielen, lockern sie manchmal einige Momente auf und gehören einfach zur Atmosphäre der Geschichte dazu.


    Die Wahrheit, die Jay schließlich von Ivy erfährt, ist, nicht nur für den Leser, überraschend sowie schockierend und war absolut unvorhersehbar. Egal was man sich auch ausgemalt hätte, auf das, was Nina Blazon im Endeffekt präsentiert, wäre man nie gekommen, was natürlich nicht negativ ist – eher im Gegenteil.


    Die Autorin hat eine außergewöhnliche Idee gehabt und diese auch wunderbar umgesetzt. Ihre neue Welt ist interessant und man möchte die vielen Veränderungen entdecken. Durch ihren malerischen Schreibstil kann man sich die neuartige Umgebung wunderbar vorstellen. Teilweise beschreibt sie einzelne Orte so detailliert, dass man die einzelnen Schauplätze direkt vor Augen hat. Das Gleiche gilt auch für einzelne Figuren und Momente innerhalb der Handlung.


    Besonders gut gelungen ist auch die zarte Liebesgeschichte, die sich nie in den Vordergrund drängt, aber auch nicht unter geht. Außerdem verlieben sich die betreffenden Figuren nur langsam ineinander und werden sich ihrer Gefühle füreinander erst spät bewusst, was diese Beziehung umso glaubwürdiger macht, insbesondere da Beide schon einmal andere Personen geliebt, und teilweise noch immer nicht ganz losgelassen haben.


    Ab dem Moment, an dem man schließlich endlich begreift, worum sich alles dreht, wird kontinuierlich Spannung aufgebaut, bis das Buch schließlich so fesselnd ist, dass man das Lesen kaum noch unterbrechen kann.


    Das Ende ist passend und stellt einen tollen Abschluss dar, der perfekt zum Buch passt. Nina Blazon beweist damit wieder einmal, dass man eine Erzählung auch in einem Band abschließen kann und nicht immer gleich eine ganze Serie aus einer Idee entstehen muss. Natürlich könnte man auch diese Geschichte weiter erzählen, Potenzial gibt es genug, aber es ist einfach nicht zwingend notwendig.
    Lediglich die eigentliche Auflösung hätte ein bisschen ausführlicher ausfallen können, denn so richtig weiß man auch am Schluss nicht, wer oder viel mehr was der besagte Feind nun tatsächlich war. Etwas zu kurz kommt auch das Rätsel um Jays Vater und was genau er über diesen Feind wusste.



    FAZIT
    Zweilicht ist ein fantastischer und wahrhaft einzigartiger Roman, wie man ihn so, oder so ähnlich, garantiert noch nicht gelesen hat. Nina Blazon entführt den Leser in eine neuartige Welt, in der es viel zu entdecken gibt, und überzeugt dabei nicht nur mit ihrem Schreibstil, sondern auch mit sympathischen Figuren und einer zarten Liebesgeschichte. Es ist ihr gelungen, ihre tolle Idee ebenso gut umzusetzen und den Leser zu fesseln.


    Eine Empfehlung für jeden Fantasy-Fan und solche, die es noch werden wollen!

    Die beiden Geschwister Kristina und Jan sind zunächst nicht gerade begeistert von der Idee die Weihnachtsferien bei ihrer Urgroßmutter Nonna in Venedig zu verbringen, bei der sie ganz offensichtlich sogar unerwünscht sind. Dass es in dem großen alten Palazzo zu spuken scheint und sie zu allem Überfluss auch noch im Hotel mithelfen sollen statt zu faulenzen, macht es auch nicht gerade besser.


    Doch dann geschehen plötzlich immer merkwürdigere Dinge: Sachen verschwinden spurlos, Kristina sieht immer wieder ein geisterhaftes Kind, Nonna verschweigt ihnen etwas und auch ihre junge Tante Sara beginnt sich äußerst merkwürdig zu verhalten. Gemeinsam versuchen Kristina und Jan herauszufinden, was in der Stadt plötzlich vor sich geht und erfahren dabei nicht nur mehr über die Vergangenheit Venedigs, sondern lüften auch noch ungeahnte Geheimnisse über ihre eigene Familie …


    Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel ist eine fantastische Geschichte mit einer tollen, düsteren Atmosphäre, die sich allerdings merklich an ein etwas jüngeres Publikum richtet als Faunblut, Ascheherz usw. Das ist nicht negativ, aber man sollte es vor dem Lesen besser wissen, damit man kein All-Age erwartet und dann vielleicht enttäuscht wird.


    Der Schreibstil von Nina Blazon lässt sich flüssig lesen und ist im Prinzip genau so gut wie gewohnt, nur eben ein wenig kindgerechter als sonst. So werden z.B. bestimmte Begriffe oder Fremdwörter einmal kurz erklärt bzw. übersetzt.
    Es gelingt ihr immer wieder Gegenwart und Vergangenheit geschickt miteinander zu verbinden. Mit Venedig und seinen vielen Kanälen und historischen Gebäuden hat sie ferner einen wahrlich perfekten Schauplatz für diese tolle Geschichte ausgewählt.


    Geschildert wird die Handlung hauptsächlich aus der Sicht von Kristina. Daneben gibt es jedoch auch ein paar Szenen aus der Perspektive des geheimnisvollen, dunklen Gondoliere, der es aus irgendeinem Grund auf Sara abgesehen hat, die sich schon gestalterisch von allen anderen Abschnitten abheben.


    Dass das Buch eher für Kinder gedacht ist, merkt man vor allem an den beiden Hauptfiguren Kristina und Jan, denn die sympathischen Geschwister sind gerade mal elf und neun Jahre alt. Deshalb sind sie jedoch noch lange nicht auf den Kopf gefallen oder wissen sich nicht zu helfen. Eher im Gegenteil, die Beiden müssen nämlich ganz schön viel Mut beweisen und haben einige knifflige Rätsel zu lösen.


    Aber nicht nur den beiden Protagonisten gelingt es sich die Sympathie des Lesers zu sichern, sondern auch ihrer Tante Sara, dem jungen Venezianer Luca sowie vielen anderen Nebenfiguren, von denen jede auf ihre eigene Art liebenswert ist. Insbesondere die verschiedenen interessanten Charaktere der unterschiedlichen Altersgruppen, von der kleinen Pippa bis zur alten Nonna, machen das Buch auch für ältere Leser lesenswert, sofern sie nichts dagegen haben ein Kinderbuch zu lesen und sich von einer Familiengeschichte verzaubern zu lassen.


    Schon in den ersten Kapiteln kreiert die Autorin eine sehr geheimnisvolle Stimmung und weckt damit die Neugier des Lesers. Wer ist der Dunkle? Was will er von Sara? Diese Fragen werden gleich zu Beginn aufgeworfen, jedoch erst ganz zum Schluss beantwortet, sodass das Interesse konstant aufrechterhalten wird.
    Die Handlung nimmt dann bald richtig an Fahrt auf und wird immer spannender. Gemeinsam mit Kristina, Jan und Luca geht man dem Fluch und der Legende auf den Grund, will erfahren, was damals vor so vielen Jahren in der Lagunenstadt wirklich geschehen ist und herausfinden, ob man die armen Pezzis von ihrem andauernden Pech befreien kann.
    Am Ende bietet Nina Blazon dem Leser eine tolle Auflösung und schließt die Geschichte in sich ab, sodass man nicht ewig auf eine Fortsetzung warten muss.


    Außerdem gibt die Autorin ihren jungen Lesern noch eine wichtige Botschaft mit auf den Weg: Freundschaften und eine Familie, die immer zusammen hält, sind viel wichtiger als Geld und Erfolg.



    FAZIT
    Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel ist ein wundervolles Kinderbuch voller Magie und Abenteuer, das sich gleichermaßen für Jungs und Mädchen eignet, auch wenn es überwiegend aus Kristinas Blickwinkel erzählt wird, da auf Romantik größtenteils verzichtet wird. Es ist eine perfekte Lektüre für die angestrebte Zielgruppe, wobei auch ältere Leser durchaus ihre Freude daran haben können, und sorgt nicht nur für Spaß sondern auch dafür, dass der Leser sich mit der Frage beschäftigt, was im Leben eigentlich wirklich von Bedeutung ist.

    Jade wohnt in einer Stadt, in der ein strenges Regime herrscht. Nachdem die Lady im Winterkrieg vor vielen Jahren die Stadt erobert hat, herrscht sie erbarmungslos: Wer sich ihr nicht unterwirft, landet früher oder später am Galgen. Nur wer ihr treu ergeben ist, Tribute zahlt und sich ruhig verhält, kann ein einigermaßen normales Leben führen, allerdings weder frei noch ohne Angst.


    Zusammen mit ihrem Vater Jakub führt sie das Hotel Larimar, welches sie auch bewohnen. Allerdings sind auch sie auf die Gunst der Lady angewiesen und könnten jederzeit das Hotel und damit ihr zu Hause verlieren, wenn es der Lady beliebt.


    Seit kurzem ist das Leben in der Stadt jedoch noch gefährlicher geworden, denn die mysteriösen Echos sind wieder aufgetaucht und töten angeblich Menschen. Kaum jemand weiß wirklich, wer oder was die Echos sind und wo sie herkommen. Alle kennen nur die Schauergeschichten über Monster mit Klauen und Dolchzungen, die jeden Menschen töten, der ihnen zu Nahe kommt.


    Als Jade eines Tages auf dem Weg zum Schwarzmarkt vor ein paar Jägern fliehen muss, sieht sie auch zwei Echos aus der Nähe. Eines von ihnen wird schließlich vor Jades Augen von einem Jäger erschossen und sie erhascht einen Blick auf das Gesicht der Kreatur. Es sieht nicht annähernd so bedrohlich und schrecklich aus, wie ihnen immer erzählt wird, sondern hat menschliche Gesichtszüge. Daraufhin beginnt sie an den Geschichten über die Echos zu zweifeln und verhilft dem zweiten Echo sogar zur Flucht. Von nun an möchte sie unbedingt mehr über diese Wesen erfahren, die sie nicht töteten und außerdem sowohl Gefühle als auch eine eigene Sprache zu haben scheinen.


    Sie muss sich aber beeilen, denn die Lady setzt immer härtere Methoden ein um alle Echos zu vernichten. Auch die zwei Nordländer Tam und Faun, die zusammen mit vielen Kisten voller geheimnisvoller Tiere auf Befehl der Lady im Larimar untergebracht werden, sind vermutlich nur zu diesem Zweck geholt worden. Immer wieder gibt es Treibjagden, wobei ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt werden.


    Bald darauf findet Jade heraus, dass nicht alle Morde von den Echos verübt worden, sondern sich eine Gruppe von Rebellen gebildet hat, die die Herrschaft der Lady nicht länger akzeptieren will. Auch Jade will etwas verändern, doch sie ist noch unentschlossen, ob sie sich den Rebellen anschließen sollte. Zum einen, weil sie ihre rücksichtslosen Methoden nicht alle gutheißt, und zum anderen ist sie nicht sicher, ob sie ihren scheinbar ladytreuen Vater Jakub, der ihr aber offensichtlich irgendetwas vorenthält, so einfach verlassen kann.


    Außerdem ist da auch noch Faun, der kühle, geheimnisvolle und gut aussehende Nordländer, der sie zu verabscheuen scheint, zu dem sich Jade aber trotzdem auf eine merkwürdige Weise stark hingezogen fühlt ...



    Schon zu Beginn der Handlung wird man mit den Echos konfrontiert, als Jade und Lilinn vor ihnen fliehen. Nachdem Jade anfängt an den Geschichten über sie zu zweifeln, weiß auch der Leser nicht mehr, was er von ihnen halten soll. Sind sie nun gefährlich oder einfach nur missverstanden? Bis kurz vor Schluss tappt der Leser weiter im Dunkeln und erfährt erst dann, was es wirklich mit den Echos auf sich hat und welche Verbindung zwischen ihnen und Jade besteht.


    Die Geschichte wird aus der Perspektive von Jade erzählt, wodurch viele Geheimnisse sich erst für den Leser enthüllen, als auch Jade sie erfährt. Das, was Jakub die ganze Zeit vor ihr verborgen hat und was auch mit den Echos zu tun hat, kommt daher vollkommen überraschend und unerwartet.


    Jakub ist jedoch nicht der einzige, interessante Charakter, der schwer zu durchschauen ist. Auch Faun birgt viele Geheimnisse.
    Anfangs verhält er sich Jade gegenüber äußerst kühl und abweisend, was sich Jade nicht erklären kann. Bei Nacht entwickelt sich aber dann schließlich eine heimliche Beziehung zwischen ihm und Jade, die sie tagsüber jedoch vor Tam verbergen müssen, was beiden nicht unbedingt leicht fällt.
    Aus dem eitlen Faun wird dann bald ein verliebter Mann, der auch eifersüchtig auf Jades besten Freund Martyn ist, was ihn nur noch sympathischer macht. Trotzdem bleibt er sehr geheimnisvoll und gibt nur wenig von sich Preis. Er scheint Jade sehr zu lieben, sagt jedoch auch, dass sie ihm nicht vertrauen soll. Erst am Schluss erfährt man die Wahrheit um das Wesen von Faun und warum er und Jade deshalb eigentlich nicht zusammen sein können.


    Jade ist ebenfalls ein sehr sympathischer Charakter. Auf der einen Seite ist sie mutig und stark, auf der anderen Seite aber auch verletzlich. Es nimmt sie z.B. schwer mit, als Martyn sich von ihr abwendet, weil er von der Beziehung zwischen Faun und ihr erfahren hat. Das gleiche gilt dann auch für die Trennung von Faun.
    Ihre Stärke beweist sie, als sie sich den Rebellen anschließt. Sie will ihnen zwar helfen die Herrschaft der Lady zu beenden, will dabei aber keine unschuldigen Menschen töten und rettet deshalb bei einer sehr riskanten Aktion der Rebellen sogar einer Jägerin das Leben.


    Der Schreibstil von Nina Blazon ist sehr detailliert, liest sich aber trotzdem flüssig. Die zahlreichen Beschreibungen wirken niemals langatmig oder zu ausschweifend. Vor allem die Liebesszenen zwischen Faun und Jade sind besonders schön gelungen - romantisch und leidenschaftlich. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, geht die Autorin natürlich nicht allzu sehr ins Detail. Sie beschreibt jedoch die anfänglichen Küsse und Berührungen sehr anschaulich und lässt nur das weitere Geschehen offen. Dabei geht sie auch auf die Empfindungen und Reaktionen der beiden Hauptfiguren ein, wodurch deren Gefühle füreinander noch einmal besonders zur Geltung kommen.


    Die Spannung bleibt den ganzen Roman über erhalten. Immer wieder stellen sich dem Leser neue Fragen, wovon die meisten erst ganz am Schluss beantwortet werden. Man will wissen, wer oder was der Winterprinz ist und natürlich auch, ob die Rebellen erfolgreich sein werden. Auch die Geheimnisse um Jakub und Faun sorgen für Spannung.
    Wenn am Ende schließlich alles langsam Gestalt annimmt, kann man gar nicht mehr aufhören zu lesen, bis die Puzzleteile sich endlich alle zusammenfügen.



    FAZIT
    Faunblut ist ein unglaublich schöner Fantasyroman von Nina Blazon, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.
    Die Geheimnisse um das Wesen der Echos, den Winterprinzen sowie um Faun und Jade sorgen permanent für Spannung und verstehen es immer wieder das Interesse des Lesers zu wecken. Man will unbedingt wissen, was die einzelnen Charaktere verbergen und wie alles zusammen hängt.


    Faunblut ist fesselnd und romantisch bis zum Schluss!

    Summer weiß nicht mehr wer sie ist. Vor einem Jahr und vier Monaten ist sie aufgewacht, ohne jegliche Erinnerung an ihr früheres Leben oder daran, wer sie ist und wo sie sich befindet. Die einzigen Anhaltspunkte, die sie hat, sind die Bilder aus ihren Träumen bzw. eher Alpträumen. Darin begegnet sie gefesselt auf einem Richtplatz immer wieder einem Mann mit Handschuhen und einem Schwert, den sie Blutmann nennt, und der sie umbringen will. Auf der Flucht vor ihm reist sie von Stadt zu Stadt und wechselt stets ihre Identität, was ihr auch sehr gut gelingt.


    Im Moment arbeitet sie als Schauspielerin an einem Theater und fühlt sich sehr wohl in der Gruppe. Doch langsam beschleicht sie das Gefühl, dass es an der Zeit ist unbemerkt weiter zu ziehen. Doch dazu ist es nun zu spät, denn der Blutmann hat sie bereits gefunden. In letzter Sekunde gelingt es ihr mit fremder Hilfe jedoch zu fliehen. Sie wechselt noch in der gleichen Nacht ihren Unterschlupf für die Nacht und beschließt am nächsten Tag sofort die Stadt zu verlassen, ohne Abschied und mit einer neuen Identität.


    Als sie am Morgen erwacht, ist sie jedoch nicht mehr allein. Auf dem Balkon sitzt ein ihr unbekannter Mann namens Anzej, der nur eine völlig andere Sprache spricht, mit dem sie sich aber trotzdem auf irgendeine Weise verbunden fühlt. Im Gegensatz zu allen anderen Leuten, denen sie bisher begegnet ist, kann sie seine Nähe ertragen und scheut auch nicht vor Berührungen zurück.


    Doch Summer hat keine Zeit um sich weiter mit dem Fremden zu beschäftigen. Sie macht sich auf den Weg zum Bahnhof und hofft einen Platz in einem der Züge zu ergattern. Dort angekommen erfährt sie jedoch, dass es im Theater, in dem sie gearbeitet hat, gebrannt hat und sie von der Polizei gesucht wird. Noch hat sie die Hoffnung, dass ihre neue Identität und ihr verändertes Aussehen dafür sorgen, dass sie unbemerkt aus der Stadt fliehen kann.
    Sie hat es jedoch so eilig, dass sie sich vordrängelt und fällt dadurch einer Polizistin auf, von der sie gleich darauf intensiv befragt wird. Ohne Fluchtmöglichkeiten bleibt Summer nichts anderes übrig, als ihre neue Rolle zu spielen und die Polizistin zu überzeugen. Diese findet es besonders verdächtig, dass Summer allein reisen will und lässt nicht so leicht von ihr ab. Da entdeckt Summer Anzej in der Menge und ruft nach ihm. Sie glaubt, dass er sofort wegrennen würde, sobald er die Polizisten bemerkt und damit alle Aufmerksamkeit auf sich zöge. Stattdessen kommt Anzej direkt auf Summer zu und mit seiner Hilfe gelingt es ihr letztendlich doch noch in den Zug zu gelangen. Da auch Anzej vor irgendetwas auf der Flucht ist, beschließen sie vorerst zusammen zu bleiben und machen sie gemeinsam auf den Weg Richtung Norden.



    Gleich zu Beginn gelingt es Nina Blazon den Leser mit ihrer tollen Beschreibung eines fantastischen Theaterstücks zu fesseln. Man möchte am liebsten selbst im Publikum sitzen um es mit eigenen Augen sehen zu können. Vor allem die Vorstellung, wie die verschiedenen Tiere an dem Stück mitwirken, lässt einen nicht so schnell los.


    Das gleiche gilt für die Handlung. Die Geschichte um Summer - oder wie auch immer sie heißen mag, denn das weiß sie ja zu Beginn der Geschichte nicht - zieht einen sofort in ihren Bann. Gespannt verfolgt man Summers Reise mit und wie sie Stück für Stück mehr über sich herausfindet. Neben den (Alp)Träumen hat Summer ab und zu so etwas wie Erinnerungsblitze und sieht plötzlich Bilder aus vergangenen Zeiten. Noch kann sie die verschiedenen Bilder und Szenen jedoch nicht zusammensetzen.
    Es ist interessant zu lesen, wie schnell und geschickt Summer ohne Probleme die Identität wechseln kann. Es gelingt ihr mühelos andere Dialekte anzunehmen und in eine neue Rolle zu schlüpfen. Auf jede Frage kann sie stets schnell mit einer glaubwürdigen Lüge antworten und kann so die meisten Menschen in ihrer Umgebung ohne weiteres täuschen. Nur wenigen Menschen gelingt es Summer zu durchschauen.


    Summer hat außerdem einen sehr starken Charakter. Sie ist stets darum bemüht andere ihre Ängste und Schwächen nicht spüren zu lassen. Im Laufe des Romans entwickelt sie sich aber auch weiter und beginnt anderen Menschen mehr Vertrauen entgegen zu bringen und sich selbst mehr zu öffnen, vor allem Anzej gegenüber.


    Anzej ist eine Figur, die man nur schwer durchschauen kann. Die Beziehung zwischen ihm und Summer und die Gefühle, die Summer in seiner Gegenwart hat, werden dabei besonders schön beschrieben.
    Anfangs ist er noch sehr sympathisch, nach und nach schleichen sich jedoch Zweifel ein, genau wie bei Summer. Man beginnt sich zu fragen, ob er tatsächlich so nett und fürsorglich ist, wie er tut oder ob sich noch etwas anderes dahinter verbirgt. Mit der Zeit deckt Summer einige seiner Lügen auf und bemerkt, dass er sie daran hindert sich an ihre Vergangenheit zu erinnern.


    Der Blutmann ist ebenfalls ein sehr interessanter Charakter, hinter dem sich weit mehr verbirgt, als es zunächst den Anschein hat. Das erkennt auch Summer Stück für Stück, als sie dabei ist aufzudecken, warum er hinter ihr her ist und was die Beiden miteinander verbindet.


    Zum Ende hin gewinnt das Buch immer mehr an Fahrt und auch die Spannung steigert sich. Nachdem Summer herausgefunden hat, wer oder was sie ist, ist es damit nämlich nicht getan. Sie muss versuchen ihre gesamten Erinnerungen zurück zu gewinnen um eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, die über Leben und Tod entscheidet. Außerdem gibt es auch zwischen ihr und dem Blutmann immer noch Geheimnisse, die es aufzudecken gilt.
    Die Auflösung dieser Umstände ist unerwartet und besonders gut gelungen. Wie sich die ganze Geschichte entwickelt und wie die Fäden alle zusammenhängen, war völlig unvorhersehbar und überrascht nicht nur, sondern gefällt auch. Alles ist irgendwie miteinander verbunden und ergibt erst zusammen einen Sinn.
    Einige wenige Zusammenhänge bleiben dem Leser allerdings bis ganz zum Schluss verborgen und fügen sich erst dann zu einem Gesamtbild zusammen.
    Das Ende des Romans überzeugt ebenfalls und stellt den Leser voll und ganz zufrieden.


    Natürlich fehlt es auch nicht an einer Liebesgeschichte, die sich, anfänglich noch unbemerkt, schließlich durch das gesamte Buch zieht und viele romantische Momente beschert. Sie stellt den Leser aber auch vor viele Fragen. Mehr Informationen würden an dieser Stelle jedoch viel zu viel verraten.


    Erzählt wird die gesamte Handlung aus der Perspektive von Summer, wodurch man sich besonders gut in sie hinein versetzen kann und immer versteht, wie sie sich gerade fühlt oder warum sie sich wie verhält. Außerdem kann man so gemeinsam mit Summer das Geheimnis um ihre Identität lüften, da man nie mehr Informationen darüber erhält als sie selbst.
    Der Schreibstil von Nina Blazon ist besonders geprägt durch die schönen, detaillierten und sehr bildhaften Beschreibungen, sowohl von der Welt, in der Summer lebt, als auch von Gesichtsausdrücken und Emotionen.


    Die Welt, die Nina Blazon in Ascheherz erschaffen hat, und die Kreaturen die darin leben, sind einzigartig und faszinierend. Man saugt jedes Wort darüber auf und möchte möglichst alles entdecken, was es darin zu entdecken gibt. Das bezieht sich wohl auf die Menschen und Wesen, als auch auf die Länder und Städte, die die Autorin erschaffen hat.


    Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus Faunblut, was natürlich besonders für Fans des Buches etwas ganz besonderes ist.



    FAZIT
    Ascheherz ist ein großartiger Fantasy-Roman, der in keinem Regal von Fans des Genres fehlen sollte!
    Nina Blazon hat eine einmalige Atmosphäre und eine unglaublich schöne Geschichte geschaffen. Von Anfang an verfolgt man gebannt den Weg von Summer und die Zusammenhänge erschließen sich dem Leser erst nach und nach, wodurch das Buch nie langweilig wird.


    Die Auflösung der verschiedenen Fragen, zum Beispiel wer oder was Summer wirklich ist und in welcher Beziehung sie zu dem Blutmann steht, gelingt der Autorin besonders gut und ist zudem auch völlig unvorhersehbar.


    Außerdem kommt auch die Romantik in dem Roman nicht zu kurz und bietet eine einzigartige Liebesgeschichte, die man so noch nie gelesen hat!

    Ich habe einen Reader von Sony, den TS1, und bin damit super zufrieden. Für mich kamen von vorneherein sowieso nur der Sony oder der Kindle in Frage, aber da ich nicht an Amazon gebunden sein wollte, was die eBooks betrifft, entschied ich mich für den Sony und ich bin froh darüber^^

    Ich denke nicht, dass Bücher wirklich aussterben werde, aber eBooks sind für mich eine tolle Ergänzung, vor allem für unterwegs.


    Ansonsten stimme ich meinen Vorrednern zu, Buchhändler müssen, genauso wie Verlage, mit der Zeit gehen. Es gibt ja immer noch Verlage, die keine eBooks anbieten, was ich extrem schade finde, aber über kurz oder lang wird sich das sicher ändern, weil eBooks immer beliebter werden und wer sich dagegen sträubt, wird bestimmt Umsätze einbüßen.

    Zitat

    Original von Whooomaster


    Hallo,


    von Sony ist mir dies bekannt, allerdings gab es die Info von ebook.de das einer enthalten ist und wen man auf die Fotos sieht, sieht man auch einen.



    Inzwischen gibt es ENDLICH auch den Reader Shop von Sony, allerdings werde ich wohl erst einmal bei ebook.de (früher libri.de) bleiben, weil das Angebot im Sony Shop, zumindest nach dem ersten ansehen, nicht unbedingt umfangreicher oder gar preiswerter ist, leider.