Beiträge von crazy-stephie

    Seit der Trennung von Christian ist Ana am Boden zerstört, sie vermisst ihn schrecklich und fragt sich immer wieder, ob sie nicht vielleicht einen großen Fehler begangen hat. Christian hat es ebenfalls schwer getroffen, dass Ana ihn so plötzlich verlassen hat und er will sie unbedingt zurück, um jeden Preis.


    Schon allein dieses Geständnis lässt Ana schwach werden und schließlich macht Christian ihr auch noch einen Vorschlag, den sie trotz aller Ängste und Bedenken einfach nicht ablehnen kann: Er will noch einmal von vorn anfangen. Er will eine richtige Beziehung mit ihr führen. Eine Beziehung, wie er sie noch nie zuvor in seinem Leben mit einer Frau geführt hat. Eine Beziehung, die vorher nicht bis ins kleinste Detail vertraglich definiert wurde. Eine Beziehung ohne Strafen. Und vor allem, eine Beziehung ohne Regeln …




    Shades of Grey – Gefährliche Liebe ist eine wirklich gelungene Fortsetzung, die ihren Vorgänger, insbesondere in Sachen Romantik, sogar noch übertrifft.


    Es handelt sich zwar nach wie vor um einen Erotikroman, was die zahlreichen tollen Sexszenen belegen, die allerdings nicht mehr alle so detailliert beschrieben werden. Er ist aber, trotz der immer noch vorhandenen BDSM-Aspekte, wesentlich gefühlvoller als der erste Band und zeigt Christian Grey aus einer ganz neuen Perspektive.


    Christian ist zwar nach wie vor der Mann mit den vielen Facetten, doch während er sich in einigen Punkten, z.B. seiner herrischen Art überhaupt nicht verändert hat, hat er sich in anderen um 180 Grad gedreht. Er ist kein völlig neuer Mensch geworden, und das ist auch gut so, zeigt aber eine völlig neue Seite von sich. Eine sehr sanfte und liebevolle Seite, die man als Leser schätzt und die seine Sympathie wieder beachtlich steigen lässt.


    Dass Ana ihn verlassen hat, war eine völlig neue Erfahrung für ihn und hat ihn zum Nachdenken gebracht. Allmählich begreift er endlich, wie tief seine Gefühle für Ana tatsächlich sind und er liebt sie sogar so sehr, dass er für sie bereit ist eine Beziehung einzugehen, wie sie ihm bisher völlig unbekannt war. Damit Ana zu ihm zurück kehrt ist er sogar bereit auf seine vielen Regeln zu verzichten, denn er möchte eine Beziehung mit ihr führen, in der sie sich beide wohl fühlen. Er will, dass Ana sich in seiner Gegenwart sicher und geborgen fühlt anstatt Angst vor ihm zu haben.



    Ana, die Christian immer noch liebt, kann diesem Angebot verständlicherweise nicht lange widerstehen und will sich darauf einlassen. Sie befürchtet zwar, dass Christian nicht lange auf seine besonderen Bedürfnisse verzichten kann und dass sie ihm dann nicht mehr genügt, versucht aber ihm zu vertrauen und lässt sich daher trotzdem darauf an. Auch sie hat sich in dieser kurzen Zeit der Trennung verändert und ist sich klar darüber geworden, was sie akzeptieren kann und was nicht.


    Sowohl Christian als auch Ana entwickeln sich durch ihre gemeinsame Beziehung miteinander weiter, was sehr schön zu beobachten ist. Er bekämpft seine inneren Dämonen und versucht seine Ängste und Zwänge besser zu kontrollieren; sie lässt sich nicht mehr so leicht von ihm einschüchtern und bietet ihm häufiger die Stirn.


    Die Beziehung zwischen Ana und Christian steht nach wie vor im Mittelpunkt der Geschichte. Doch im zweiten Teil kommt noch der ein oder andere Handlungsstrang hinzu, der das Buch noch spannender macht als seinen Vorgänger. Da wäre z.B. eine ehemalige Sub von Christian, die sein gemeinsames Leben mit Ana gefährdet, oder aber die immer noch zwischen ihnen stehende Mrs. Robinson.
    Außerdem erfährt man in diesem zweiten Band endlich mehr über Christians Vergangenheit sowie die Gründe für seine zahlreichen Probleme. Viele der Fragen, wenn nicht sogar alle, die man sich am Ende des ersten Teils gestellt hat, werden beantwortet und bringen endlich etwas mehr Licht ins Dunkel.



    Des Weiteren lernt man auch ein paar der Nebenfiguren, darunter beispielsweise Taylor, etwas besser kennen. Insbesondere Christians Mutter Grace erobert sich durch eine ganz besondere Szene einen Platz im Herzen der Leser. Dafür kommt Kate hier leider viel zu kurz, was sich hoffentlich im nächsten Band wieder ändern wird.


    Der Schreibstil von E.L. James ist zwar nicht besser geworden, aber auch nicht schlechter und lässt sich somit weiterhin flüssig lesen. Anas innere Göttin mit ihren diversen Turnübungen und den Beschreibungen ihres Aussehens ist unglücklicherweise immer noch total nervig, aber mit der Zeit lernt man das zu überlesen bzw. zu ignorieren.
    Als Entschädigung bekommt der Leser dafür einen interessanten Prolog über Christians Vergangenheit geboten sowie einen spannenden, Gänsehaut erzeugenden Epilog aus der Sicht einer anderen Figur, über deren Identität man sich jedoch im Klaren ist, der einen Ausblick auf den folgenden Band und die Probleme darin liefert. Den Abschluss der Trilogie möchte man danach am liebsten sofort verschlingen.



    FAZIT
    Shades of Grey – Gefährliche Liebe ist eine tolle Fortsetzung, die ihrem Vorgänger in nichts nach steht, sondern ihn eher noch übertrifft, vor allem was den Romantikfaktor betrifft. E.L. James versteht es einfach den Leser zu unterhalten und lässt vor allem Christian Grey eine wirklich tolle Wandlung durchmachen, dank der er wieder deutlich an Sympathie gewinnt.


    Wer den ersten Band mochte, sollte sich den zweiten Teil also nicht entgehen lassen. Wem der Vorgänger dagegen schon nicht gefallen hat, kann ruhig die Finger von der Fortsetzung lassen.

    Jahrhundertelang hat Romeo als Söldner der Apokalypse gegen die Liebe gekämpft. Als er sich aber weigerte Julia zur dunklen Seite zu bekehren, wurde er von den Söldnern verstoßen und zur Strafe zurück in seinen toten verwesenden Körper geschickt. Doch nun zeigt Julias Amme, eine Botschafterin des Lichts, ihm einen Ausweg und damit vielleicht die einzige Chance seinem grausamen Schicksal zu entkommen. Sie bietet ihm an auf die Seite der Botschafter zu wechseln, sobald er bewiesen hat, dass es ihm wirklich ernst damit ist. Dazu wird er in der Vergangenheit erneut Ariel Dragland, die er in einer anderen Realität eigenhändig getötet hat, begegnen und muss sie dazu bringen an die wahre Liebe zu glauben.


    Ariels Herz zu erobern wird allerdings selbst für einen Charmeur wie Romeo keine leichte Aufgabe sein, denn die Amme schickt ihn wieder in den Körper von Dylan Stroud: Der Junge, den Ariel hasst, da er nur wegen einer miesen Wette so getan hat als würde er etwas für sie empfinden …



    Romeo für immer ist eine gelungene Fortsetzung zu Julia für immer, die ihren Vorgänger zwar nicht übertrifft, ihm aber ebenbürtig ist und dem Leser die Möglichkeit gibt zu erfahren, wie Stacey Jays besondere Version von Shakespeares Tragödie für Romeo zu Ende geht.


    Der Kampf zwischen den Söldnern der Apokalypse und den Botschaftern des Lichts sowie ihre Verbindung zu Romeo und Julia dürften den meisten Lesern schon aus dem ersten Teil bekannt sein. Für alle anderen wird im ersten Kapitel noch einmal die Geschichte um Romeos Verrat an Julia kurz zusammengefasst, wobei man dieses Mal aber erfährt, was er wirklich dabei dachte und empfunden hat, und kurz angerissen, wie es danach für Beide weiter ging um schließlich zur Gegenwart überzuleiten. Das zweite Kapitel wird ebenfalls nur denen, die Julia für immer bereits gelesen haben, bekannt vorkommen, denn es handelt sich dabei Wort für Wort um das letzte Kapitel des Vorgängers. Es schadet allerdings nichts sein Gedächtnis noch einmal aufzufrischen, bevor man sich mitten im Geschehen befindet.


    Im Gegensatz zum Vorgänger wird Romeo für immer die ganze Zeit über aus zwei verschiedenen (Ich-)Perspektiven erzählt, nämlich sowohl aus der Sicht von Romeo als auch aus der von Ariel, wodurch man sich in beide Protagonisten sehr gut hinein versetzen kann und stets weiß, was wirklich in ihnen vorgeht.


    Romeo macht im zweiten Teil der Dilogie eine richtig tolle Verwandlung durch und man sieht ihm nur zu gerne dabei zu. Wider Erwarten gelingt es ihm mit der Zeit sogar die Sympathie des Lesers zu gewinnen. Er findet endlich heraus, was es wirklich bedeutet jemanden wahrhaftig zu lieben und dass er, trotz allem, was er in den vielen vergangenen Jahrhunderten getan und erlebt hat, immer noch in der Lage ist jemanden zu lieben und über alles andere zu stellen, auch wenn er einige Zeit braucht um sich das selbst einzugestehen. Außerdem fällt es ihm nicht leicht sich selbst zu vergeben und er glaubt lange, dass er es nicht mehr wert sei von jemandem geliebt zu werden, obwohl er seine Taten inzwischen bereut.


    Ariel entwickelt sich in diesem Band ebenfalls merklich weiter, wenn man nicht sogar schon davon sprechen kann, dass sie ein völlig neuer Mensch wird. Dank Romeo und seiner Aufrichtigkeit gegenüber Ariel ist sie endlich bereit sich einem anderen Menschen zu öffnen und über ihre Ängste zu sprechen. Er sorgt dafür, dass sie im Spiegel klar und deutlich die Person sieht, die sie tatsächlich ist und nicht mehr die, zu der Ariel sich jahrelang selbst degradiert hat. Sie ist nämlich weder ein Freak noch hässlich und es daher wert geliebt zu werden. Diese Veränderung bewirkt ferner, dass sie nicht immer nur vom schlechtesten ausgeht, sondern lernt zu vertrauen.


    Die Beziehung zwischen Ariel und Romeo zieht den Leser in ihren Bann und der Autorin gelingt es die verschiedenen Emotionen sehr gut zu vermitteln. Es ist schön zu beobachten wie Ariel und Romeo einander positiv beeinflussen und sich für die Liebe öffnen. Sie akzeptieren den jeweils anderen so wie er ist und lieben ihn mit seinen Fehlern. Natürlich werden sie gemeinsam vor einige, zum Teil scheinbar unüberwindbare, Herausforderungen gestellt, denn Beiden droht von Söldnern und Botschaftern Gefahr, und nur wenn es ihnen gelingt einander trotz aller Zweifel und Manipulationen zu vertrauen, können sie diese Hindernisse überwinden.


    Neben den Szenen aus Ariels oder Romeos Perspektive, gibt es wieder ein paar Zwischenspiele, dieses Mal aus der Sicht von Julia, was für den ein oder anderen sicher überraschend kommt, da man ihre Geschichte für abgeschlossen hielt und nicht damit gerechnet hat ihr noch einmal zu begegnen. Durch diese Zwischenspiele keimt gleich zu Beginn ein schrecklicher Verdacht auf, der einem einfach keine Ruhe mehr lässt und einem sämtliche Freude an der Serie nehmen würde, sollte er sich bewahrheiten. Ob man richtig liegt oder, hoffentlich, nicht, erfährt man jedoch erst auf den letzten Seiten.


    In Romeo für immer lernt man nun auch Bruder Lorenzo sowie Julias Amme besser kennen und wird mit einer schockierenden Wendung überrascht. Während man von Bruder Lorenzo nichts anderes als Böses erwartet, zeigt Julias Amme dagegen endlich ihr wahres Gesicht. Das ist zwar erschreckend, sorgt aber dafür, dass einem so einiges klar wird, was man sich vorher nicht erklären konnte.


    Entgegen der im Verlauf der Handlung möglicherweise entstandenen Befürchtungen ist das Ende absolut zufrieden stellend, nur vielleicht anders als erwartet. Sowohl die lieb gewonnenen als auch die verabscheuten Figuren bekommen das Ende, das sie verdienen und die etwas andere Variante von Romeo und Julia damit einen würdigen Abschluss.



    FAZIT
    Mit Romeo für immer hat Stacey Jay ihrer etwas anderen Fassung von Shakespeares bekanntestem Drama zu einem gelungenen Abschluss verholfen. Viele offene Fragen werden beantwortet und man wird erneut von einer packenden und wirklich berührenden Liebesgeschichte vereinnahmt.


    Wer nach Julia für immer wissen wollte wie es mit Romeo und Ariel weiter geht, sollte die Fortsetzung auf jeden Fall lesen, selbst wenn man Romeo nach dem ersten Teil nicht unbedingt ins Herz geschlossen hat, denn sonst wird man nie erfahren, welche Rolle Julia im weiteren Verlauf der Geschichte noch gespielt hat.

    Romeo und Julia sind vor sieben Jahrhunderten in Verona nicht auf tragische Weise füreinander gestorben, wie es in dem Stück von Shakespeare geschildert wird. Romeo hat Julia verraten und ihren Tod verschuldet um zu einem Söldner der Apokalypse zu werden. Aber auch Julia erhielt eine zweite Chance und wurde so zu einer Botschafterin des Lichts. Seitdem kämpfen die Beiden immer wieder erbittert gegeneinander. Denn während es Julias Aufgabe ist Liebende zu vereinen und ihre Gefühle füreinander zu stärken, bis nichts mehr sie entzweien kann, setzt Romeo alles daran einen der beiden Liebenden zu verführen und den jeweils anderen zu verraten, genau wie er es 1304 getan hat.


    Doch als Julia etwa siebenhundert Jahre später in dem nächsten Körper erwacht, stellt sie schon bald fest, dass dieses Mal alles anders ist als sonst. Und das nicht nur, weil Romeo sie so schnell gefunden hat wie nie zuvor und sie erstmals keinen Kontakt zu ihrer Amme herstellen kann, sondern auch, weil sie erkennen muss, dass ihr vor so langer Zeit gebrochenes Herz sowie ihr tiefer Hass auf Romeo sie nicht daran hindern können sich noch einmal in jemanden zu verlieben …



    Julia für immer ist ein unheimlich fesselnder Roman, der vor allem durch die grandiose Idee der Autorin, die zwar irgendwie traurig ist, weil sie eine der größten Liebesgeschichten mehr oder weniger zur Lüge deklariert, aber gleichzeitig auch brillant, weil sie das eigentlich schon so oft neu erzählte Drama von Shakespeare auf eine so neue, frische, unverbrauchte Art verarbeitet und die Geschichte so völlig anders wieder aufleben lässt, überzeugen kann. Stacey Jay baut Shakespeares Stück sogar in vielerlei Hinsicht explizit in ihr Buch ein, indem sie es als von Shakespeare geschrieben - allerdings mit Romeos Hilfe - dahinstehen und Romeo mehrfach Stellen daraus zitieren lässt um Julia zu reizen, die das Werk wegen der von Romeo zu seinen Gunsten verdrehten Tatsachen natürlich hasst.


    Schon das Gedicht vor dem Prolog, also bevor das Buch überhaupt beginnt, sorgt für die richtige Atmosphäre und einen spannenden Einstieg in die Handlung. Diese ist die ganze Zeit über sehr fesselnd, da Julia immer wieder mit neuen Fragen und Herausforderungen konfrontiert wird: Warum ist sie dieses Mal ganz auf sich allein gestellt? Was führt Romeo im Schilde? Kann sie ihm Glauben schenken? Gibt es tatsächlich eine Möglichkeit für die Beiden noch einmal richtig zu leben? Insbesondere zum Ende hin nimmt die Spannung, vor allem in Bezug auf die letzte Frage, dann noch weiter zu und Stacy Jay hat noch einige überraschende Wendungen für den Leser auf Lager.


    Mit Ausnahme einiger kurzer Szenen aus der Sicht von Romeo, die besonders interessant sind, weil man nur so einen Einblick in Romeos Innenleben erhält und weiß, was er wirklich denkt bzw. wann er lügt und wann er die Wahrheit sagt, wird die gesamte Handlung aus Julias Perspektive geschildert. Da Julia sich für die Dauer ihrer Mission in Ariels Körper befindet und sich viele Gedanken über dieses Mädchen und deren Leben macht, lernt man sowohl sie als auch Ariel sehr gut kennen und merkt schon bald, dass die Beiden einiges gemeinsam haben.


    Julia ist ein sehr starker Charakter, die sich nicht so leicht unterkriegen und ihr Ziel nie aus den Augen lässt. Aber sie ist auch sehr verbittert und voller Hass auf Romeo, was zwar durchaus verständlich ist, ihr aber den Glauben an die Liebe genommen hat, für die sie seit mehreren Jahrhunderten kämpft.
    Das ändert sich erst als sie Ben trifft, bei dem man, im Gegensatz zu Romeo, welchen man die ganze Zeit über nur schwer durchschauen kann, das Gefühl hat, genau zu wissen, woran man ist. Er ist äußerst liebenswert, vor allem wegen seines ausgeprägten Beschützerinstinktes, und erinnert Julia wieder daran, wie schön die Liebe sein kann. Das stürzt Julia allerdings auch in einen inneren Konflikt, da sie wegen Ben hin und her gerissen zwischen der Erfüllung ihrer Aufgabe und ihren immer stärker werdenden Gefühlen für ihn ist. Zum einen ist sie davon überzeugt, dass Ben für jemand anderen bestimmt ist, und zum anderen ist ihr durchaus bewusst, dass Ariel früher oder später in ihren eigenen Körper zurückkehren wird. Dass sie ihre Liebe zu ihm trotzdem nicht auf Dauer unterdrücken kann, macht sie aber nicht etwa zu einer schwächeren Figur, sondern nur zu einer sehr menschlichen, deren Gedanken und Gefühle, wie z.B. die Eifersucht, man sehr gut nachvollziehen kann. Außerdem gibt diese Liebe zu Ben ihr später die Kraft um über sich selbst hinauszuwachsen und die richtige Entscheidung zu treffen.


    Während man sich als Leser zusammen mit Julia in Ben verliebt, hat man für Romeo nur Verachtung übrig, sowohl für seine Taten in der Gegenwart, als auch für seinen Verrat an Julia in der Vergangenheit. Dennoch möchte man wissen, was wirklich dahinter steckt, warum er es getan hat und was er damals wie heute tatsächlich für Julia fühlt(e).


    Gemma, Ariels beste bzw. einzige Freundin und die Person, die Julia mit ihrem Seelenverwandten vereinen soll, ist ebenfalls furchtbar unsympathisch. Sie behandelt Julia bzw. Ariel nicht gerade gut und trampelt die meiste Zeit rücksichtslos auf ihren Gefühlen herum. Es fällt einem daher nicht schwer Julias Ansicht zu teilen, dass Ben etwas wesentlich besseres als Gemma verdient hat.


    Das Ende ist in sich abgeschlossen und, zumindest was Julia betrifft, absolut perfekt – besser hätte das Buch eigentlich gar nicht mehr enden können. Eine Fortsetzung ist daher gar nicht zwingend nötig und eigentlich ohnehin nur wegen des Epilogs ausschließlich für Romeo denkbar. Dafür lernt man ihn in der Fortsetzung vielleicht ein wenig besser kennen und erfährt hoffentlich mehr über seine wahren Beweggründe.



    FAZIT
    Erfrischend, neu und anders! Das sind die Wörter, die Stacey Jays Verarbeitung einer der wohl bekanntesten Liebesgeschichten der Welt am besten beschreibt. Julia für immer ist ein fantastischer und fesselnder Roman, über eine selbstsichere Julia, die auch ohne ihren Romeo überleben kann. Es ist ein Buch, das von einer zweiten Chance für die wahre Liebe erzählt und das einem wieder ins Gedächtnis ruft, wie wichtig es ist auch sich selbst zu lieben.

    Weil Jacinda sich vor den Augen von Menschen – schlimmer noch: Jägern – in einen Draki verwandelt hat um Wills Leben zu retten, müssen sie und ihre Familie Chaparrel sofort verlassen. Die Jäger sind ihnen jedoch dicht auf den Fersen und die Flucht gelingt ihnen nur durch Tamra, die sich überraschend als Wächterin entpuppt.


    Zurück im Rudel hat Jacinda es nur Cassian zu verdanken, dass sie für ihr unverzeihliches Vergehen nicht hart bestraft wird. Das macht ihr Leben dort aber nicht unbedingt besser, denn im Gegensatz zu ihrer Schwester, die nun von allen geschätzt wird, wird Jacinda wie eine Verräterin behandelt. Sie darf sich keine Regelverstöße mehr erlauben und muss sich Will ein für alle Mal aus dem Kopf schlagen. Doch wird sie ihn einfach so vergessen können?



    Mit Firelight – Flammende Träne ist Sophie Jordan eine Fortsetzung gelungen, die ihren Vorgänger noch übertreffen kann, da sie Atem beraubend spannend erzählt ist und den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann zieht.


    Der zweite Teil beginnt beiahe genau an der Stelle, an der Firelight – Brennender Kuss aufgehört hat und somit mit der hastigen Flucht aus Chaparrel, zu der die Familie wegen Jacindas öffentlicher Verwandlung in einen Draki am Ende des Vorgängers gezwungen ist. Generell ist das Buch die ganze Zeit über sehr fesselnd, ein unerwartetes Ereignis jagt das nächste und man kann sich kaum einen Moment davon losreißen.


    Inhaltlich geht es zwar immer noch zu einem großen Teil um die Liebesgeschichte zwischen Jacinda und Will, aber im zweiten Band rücken auch noch weitere Aspekte mehr in den Vordergrund, z.B. die Jäger, die Zustände im Rudel und die Beziehungen zwischen anderen Charakteren, vor allem Jacindas Beziehung zu ihrer Zwillingsschwester Tamra sowie ihre Beziehung zu Cassian.


    Die Verhältnisse im Rudel sind geradezu diktatorisch und Jacinda fühlt sich immer mehr wie in einem Gefängnis. Severin bestimmt über alles und jeden und betrachtet Jacinda sowie ihre Schwester nur als Objekte, die ihren jeweiligen Zweck erfüllen sollen. Während sie im ersten Teil noch von ihrer Mutter zur Flucht gezwungen wurde, hält sie es nun selbst nicht mehr in der Siedlung aus und will der unglücklichen Zukunft im Rudel entfliehen – wahrscheinlich wird sie nicht einmal mehr selbst entscheiden dürfen, wen sie später heiratet.


    Es herrschen, im Vergleich zum Vorgänger, verkehrte Verhältnisse, denn Tamra wird als nächste Wächterin nun von allen respektiert und geachtet, während Jacinda keines Blickes mehr gewürdigt wird und statt ihres Jobs in der Bibliothek sogar nur noch eine niedere Arbeit verrichten darf. Trotzdem ist sie nicht eifersüchtig auf Tamra, sondern versucht sie zu beschützen, da sie aus eigener Erfahrung genau weiß, dass alle ihr auf einmal nur Beachtung schenken, weil sie eine Wächterin ist und auch nur das in ihr sehen.


    Im zweiten Band lernt man sowohl Cassian als auch Tamra endlich etwas genauer kennen und kann sie dadurch besser einschätzen. Es ist sehr schön zu sehen, wie die Zwillinge sich wieder näher kommen, weil sie nun beide Drakis sind und gewisse Erfahrungen, z.B. das Fliegen, miteinander teilen können. Jacinda wünscht sich trotz ihrer eigenen Probleme, dass Tamra im Rudel glücklich wird und sogar, dass sie endlich mit Cassian zusammen kommt, selbst wenn sie dadurch ihren einzigen verbliebenen Freund verlieren würde.



    Cassian gewinnt in der Fortsetzung deutlich an Sympathie und man entdeckt viele neue Seiten an ihm. Es ist schön zu erfahren, dass er in Jacinda doch mehr als nur den Feuerdraki sieht und sie um ihrer selbst willen liebt, allerdings auch ein wenig traurig, weil sie seine Gefühle wohl nie erwidern wird. Er scheint das einzige männliche Rudelmitglied zu sein, das nicht nur eigene Ziele verfolgt, sondern sich für andere einsetzt. Er beschützt Jacinda so gut er kann und ist zudem noch sehr geduldig mit ihr.
    Dass fast alle außer Cassian Jacinda ächten, treibt sie ein wenig in seine Arme, stürzt sie aber auch in einen inneren Konflikt, da sie Will immer noch liebt und weder ihn noch Tamra hintergehen will. Sie muss sich eingestehen, dass sie zwar etwas für Cassian empfindet und sich ihm verbunden fühlt, ihn aber nicht so liebt wie Will, auch wenn sie ihn falsch eingeschätzt hatte.


    Zunächst versucht Jacinda noch Will zu vergessen und den Wunsch nach einem Leben mit ihm hinter sich zu lassen, muss dann jedoch einsehen, dass ihr das wohl niemals gelingen wird, egal wie sehr sie sich auch in Cassian getäuscht haben mag. Will selbst taucht erst nach dem ersten Drittel auf, was zuvor ebenfalls für Spannung sorgt, da man nicht weiß, wie sehr Tamras Fähigkeiten ihn bzw. seine Erinnerungen beeinflusst haben.
    Die Liebesgeschichte zwischen Jacinda und Will spielt neben den anderen Aspekten also nach wie vor noch eine große Rolle und beide müssen um ihre Beziehung kämpfen und die vielen Steine überwinden, die ihnen in den Weg gelegt werden, wenn sie eine gemeinsame Zukunft haben wollen.


    Jacinda gewinnt in diesem Band an Stärke und setzt sich schließlich für das ein, was sie will anstatt einfach den leichtesten Weg zu wählen und beschützt diejenigen, die ihr viel bedeuten. Sie denkt nicht nur an sich und ihr Glück, sondern auch an die damit verbundenen Konsequenzen für andere und stellt sich lieber einer drohenden drakonischen Strafe anstatt ihre Familie in Unwissenheit zu lassen, zumal sie insbesondere Tamra nie einfach zurücklassen könnte, wofür man sie wirklich bewundern muss.


    Am Ende konfrontiert Sophie Jordan den Leser wieder mit einem lästigen Cliffhanger, wobei er erfreulicherweise nicht ganz so schlimm ist wie der des Vorgängers. Den dritten und damit letzten Band kann man jedenfalls kaum noch erwarten. Die Andeutungen der Autorin bezüglich des weiteren Handlungsverlaufs lassen nämlich durch das sehr gefährliche geplante Wagnis einen besonders interessanten Abschluss der Trilogie erhoffen.



    FAZIT
    Firelight – Flammende Träne ist eine großartige und vor allem sehr rasante Fortsetzung, die man schneller ausgelesen hat als es einem lieb ist. Sophie Jordan gelingt es erneut den Leser mit ihrer außergewöhnlichen Liebesgeschichte zu begeistern, wobei im zweiten Teil der Trilogie auch andere Aspekte näher beleuchtet werden. Man lernt nicht nur die beiden Hauptfiguren Jacinda und Will, sondern auch Tamra und Cassian besser kennen und fiebert die ganze Zeit über mit ihnen mit.


    Wäre der dritte Teil schon erschienen, würde man ihn sofort im Anschluss verschlingen. Die Zeit bis dahin kann also gar nicht schnell genug vergehen!

    Jacinda Jones führte bisher ein Leben weit abseits von den Menschen, denn sie ist eine Draki. Sie und ihr Rudel sind Nachfahren der Drachen und können eine drachenähnliche Gestalt annehmen. Aber sie können nicht einfach in ihrer Abgeschiedenheiten in Frieden leben, denn wegen der magischen Kraft ihres Blutes und ihrer farbenprächtigen Haut werden sie gejagt. Ihre wichtigste Verteidigung ist dabei die Fähigkeit sich in Menschen zu verwandeln, die sie seit Jahrhunderten streng geheim halten.


    Als Jacinda sich davon schleicht um heimlich im Sonnenlicht zu fliegen, wird sie von Jägern aufgespürt und schwebt plötzlich in Lebensgefahr. Sowohl ihre enorme Angst als auch Furcht davor das am meisten gehütete Geheimnis zu verraten, verbieten es ihr sich in einen Menschen zu verwandeln und ihre Chancen zu entkommen sind denkbar gering. Mit letzter Kraft schafft sie es sich in einer Felsspalte zu verkriechen, trotzdem gelingt es einem Jäger sie zu finden. Doch anstatt sofort Verstärkung zu rufen und Jacinda zu fangen, verschont er sie – was sie sich absolut nicht erklären kann.


    Zurück beim Rudel soll Jacinda für ihr Vergehen schwer bestraft werden. Um das zu verhindern und sich für immer von ihrer Art loszusagen, beschließt Jacindas Mutter mit ihren beiden Töchtern den Clan nachts heimlich für immer zu verlassen und weit entfernt ein neues, normales Leben zu beginnen. Jacinda hält nichts von diesem Plan und sucht nach einer Möglichkeit zurückzukehren, bis sie an ihrer neuen Schule auf Will trifft, den Jäger, der sie damals im Wald verschont hat …



    Mit Firelight hat die Autorin Sophie Jordan eine ganz besondere Geschichte geschrieben, die sich vor allem durch ihre einzigartigen Wesen, die Drakis, von anderen Büchern abheben. Ihr ist es gelungen eine neue, interessante Kreatur zu schaffen, über die man noch nichts weiß, aber so viel mehr erfahren möchte.


    Die Drakis sind sehr faszinierend und unterscheiden sich nicht nur von den Menschen, sondern auch untereinander. Es gibt verschiedene Arten von Drakis mit unterschiedlichen Fähigkeiten, und leider auch immer mehr, die sich überhaupt nicht verwandeln können. Zu letzteren gehört auch Jacindas Zwillingsschwester Tamra, die deshalb zu einer Aussätzigen wurde und sich im Rudel nie wirklich wohl gefühlt hat.


    Aber auch Jacinda hat es im Rudel nicht leicht, denn sie ist ein Feuerdraki, der erste seit mehreren hundert Jahren. Das Rudel betrachtet sie deswegen als ihr persönliches Eigentum, über das sie bestimmen können. Sie soll die Gefährtin von Cassian, dem zukünftigen Anführer des Rudels, werden und neue Feuerdrakis hervorbringen. Genau deshalb rebelliert Jacinda so gegen die Regeln des Rudels und schleicht sich manchmal heimlich davon. Trotzdem liebt sie es ein Draki zu sein und hätte sich nie vorstellen können, das Rudel zu verlassen.


    Da Drakis fruchtbare Erde und Feuchtigkeit brauchen um Kraft zu schöpfen, zieht Jacindas Mutter mit ihnen in die Wüste von Nevada, in der Hoffnung, dass der Draki ihrer Tochter möglichst schnell abgetötet wird, weil sie sich in der Hitze nicht mehr verwandeln kann. Natürlich sträubt sich Jacinda dagegen, denn der Draki ist ein Teil ihrer selbst, und versucht ihren Draki mit allen Mitteln am Leben zu erhalten. Sie hat große Angst davor, dass der Plan ihrer Mutter aufgehen könnte und schöpft erst neue Hoffnung, als sie Will trifft, denn er erweckt ihren Draki immer wieder zum Leben.
    Obwohl sie sich von ihm und seiner Familie fernhalten müsste, weil sie alle Jäger sind und eine Bedrohung für ihre ganze Art darstellen, fühlt sie ich immer wieder zu ihm hingezogen und ist hin und her gerissen zwischen ihrer Angst vor ihm und ihrer Sehnsucht nach ihm, was man, vor allem durch die Ich-Perspektive, sehr gut nachvollziehen kann.


    Will wurde zwar in eine Familie von Jägern hinein geboren, will aber selbst keine Drakis töten, weshalb er Jacinda damals im Wald auch verschont hat. Er fühlt sich daher genauso gefangen in seiner Familie wie Jacinda sich in ihrer, denn weder ihre Mutter, die ihren Draki freiwillig verkümmern ließ, noch ihre Schwester können verstehen, dass Jacinda ihren Draki nicht einfach sterben lassen kann.
    Will weiß nicht, dass Drakis eine menschliche Gestalt annehmen können, trotzdem erkennt er Jacinda in irgendeiner Weise wieder und fühlt sich ebenso zu ihr hingezogen. Obwohl Beide es, aus verschiedenen Gründen, nicht für eine gute Idee halten, sehen sie sich immer öfter und da jede Berührung und jeder Kuss von Will den Draki in Jacinda mehr zum Vorschein bringen, ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Jacinda ihn nicht mehr unter Kontrolle halten kann und Will die ganze Wahrheit erfährt.


    Die Liebesgeschichte, die sich zwischen den Beiden entwickelt, ist sehr romantisch und steht definitiv im Vordergrund. Wer eine fantastische Abenteuergeschichte mit ein bisschen Liebe sucht, wird von Firelight vermutlich etwas enttäuscht sein. Für Fans von Romantic Fantasy ist es jedoch genau das Richtige! Man spürt einfach, dass Will und Jacinda zusammen gehören und fiebert die ganze Zeit mit diesen sympathischen Figuren mit.
    Besonders schön wird ihre Beziehung ab dem Moment, als sie sich endlich die Wahrheit gestehen und (fast) keine Geheimnisse mehr voreinander haben. Den Halt, den sie in ihren Familien vergeblich suchen, finden sie beieinander und akzeptieren und lieben den anderen, so wie er ist.


    Das Buch ist allerdings nicht ‚nur’ romantisch, sondern auch sehr fesselnd – und das schon von Anfang an! Immer wieder kommt es zu spannenden, unvorhergesehenen Szenen, die einem beinahe den Atem rauben und fast eine Herzattacke verursachen. So z.B. auch die erschreckende Jagd gleich zu Beginn, die einen tollen Einstieg darstellt.


    Der wunderbare Schreibstil von Sophie Jordan ist sehr mitreißend und lässt sich sehr flüssig lesen. Das Geschehen wird, wie bereits erwähnt, aus der Sicht von Jacinda geschildert, wodurch man stets weiß, wie sie sich fühlt. Man kann sie sehr gut verstehen und sich mit ihr identifizieren, das trifft auch auf ihre zwiespältigen Gefühle gegenüber Will zu.
    Immer wieder gelingt es ihr den Leser mit schockierenden Enthüllungen und unerwarteten Wendungen zu überraschen, sodass man nie weiß, was als nächstes geschieht.


    Zum Ende hin nimmt die Spannung dann noch einmal deutlich zu, doch auf einen richtigen Abschluss hofft man vergeblich. Stattdessen wird man mit einem richtig gemeinen Cliffhanger konfrontiert, der einem das Warten auf die Fortsetzung nicht nur schwer, sondern beinahe unmöglich macht.



    FAZIT
    Firelight ist eine Geschichte, die definitiv noch nicht zu Ende ist, sondern gerade erst begonnen hat, und mit ihren interessanten Charakteren, der einzigartigen Welt, der romantischen Liebesgeschichte und ihren vielen offenen Fragen Hunger macht nach mehr!

    Gwendolyn hat Liebeskummer, und zwar den von der ganz schlimmen Sorte. Seit sie erfahren hat, dass der Graf von Anfang an wollte, dass sie sich in Gideon verliebt, kann sie an nichts anderes mehr denken als daran, dass Gideon ihr seine Gefühle nur vorgespielt hat. Trotzdem klammert sie sich noch an das Fünkchen Hoffnung, dass seine Gefühle ja vielleicht trotzdem echt sind.


    Glücklichweise muss Gwenny diese schwere Zeit jedoch nicht allein durchstehen, denn neben ihrer Familie wird sie auch von ihrer besten Freundin Leslie und dem kleinen Wasserspeiergeist Xemerius tatkräftig unterstützt. Außerdem hat Gwen im Moment absolut keine Zeit sich im Selbstmitleid zu wälzen, denn sie muss sich um wichtigere Sachen kümmern. Zum einen muss sie weiterhin mit Gideon durch die Zeit reisen um die Anweisungen des Grafen von Saint Germain zu erfüllen, und zum anderen gilt es immer noch herauszufinden, warum Lucy und Paul unbedingt die Pläne des Grafen durchkreuzen wollten und was dieser wirklich im Schilde führt. Obwohl sie dabei nicht nur von Leslie, sondern auch von ihrem Großvater, den sie in der Vergangenheit trifft, unterstützt wird, steht sie immer noch ganz am Anfang. Nach und nach kommt sie dem Geheimnis jedoch auf die Spur und findet schließlich auch heraus, was es mit der Magie des Raben auf sich hat und was wirklich passieren soll, wenn das Blut aller zwölf Zeitreisenden in den Chronographen eingelesen wurde …



    Smaragdgrün ist der krönende Abschluss einer mitreißenden Trilogie, auf den wir so lange voller Sehnsucht gewartet haben.


    Wie schon Saphirblau schließt auch Smaragdgrün lückenlos an seinen Vorgänger an und der Leser befindet sich sofort wieder mitten im Geschehen. Zunächst leidet man mit Gwen und ihrem Liebeskummer mit und hofft, genau wie sie selbst, dass Gideon ihr, wenn überhaupt, nur anfangs etwas vorgemacht hat und seine Gefühle für sie echt sind. Allein auf Grund dieser Tatsache fiebert man schon von Anfang an mit und kann es gar nicht erwarten endlich zu erfahren, was Gideon denn nun wirklich für den Rubin empfindet.


    Doch auch die ganzen Geheimnisse und Mysterien, die es in diesem letzten Band der Edelstein-Trilogie aufzudecken gilt, ziehen den Leser in seinen Bann. Nach den ganzen Andeutungen möchte man endlich wissen, was hinter alledem steckt und wie alles zusammen hängt. Dabei erhält man nach und nach immer mehr Puzzleteile, die zum Ende hin schließlich auch ein Gesamtbild ergeben und einen über alles aufklären. Der ein oder andere Verdacht, den man während der ersten beiden Bände entwickelt hat, bestätigt sich dabei, anderes kommt dafür völlig überraschend und unerwartet.
    Am Schluss ergibt alles einen Sinn und die Fäden aus den vorherigen Bänden laufen geschickt zusammen. Alles, was man sich vorher nicht erklären konnte, fügt sich nun logisch zusammen und versetzt den Leser in Staunen. Dabei wird einem erst klar, wie kompliziert Zeitreise-Geschichten tatsächlich sind. Alles hängt irgendwie zusammen und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind untrennbar miteinander verbunden, sodass jede noch so kleine Veränderung berücksichtigt werden muss.



    Im letzten Abschnitt des Buches wird die Spannung dann immer mehr gesteigert und man kann es wirklich kaum noch erwarten zu erfahren, wie das Finale endet. Unterstützt wird dieser Effekt noch dadurch, dass die Szenen, in denen die Pläne geschmiedet werden, stets unterbrochen werden, bevor man erfährt, was die Figuren vorhaben und man somit immer erst aufgeklärt wird, nachdem die Pläne schon ihre Wirkung entfaltet haben. Dadurch wird der Leser natürlich umso mehr an die Geschichte gefesselt.


    Das Ende ist Kerstin Gier wirklich ausgesprochen gut gelungen und stellt den Leser auf jeden Fall zufrieden. Alle offenen Fragen werden beantwortet und man kann die letzte Seite glücklich und erleichtert aufatmend umblättern. Der einzige Grund für ein wenig Trauer wäre höchstens, dass das Buch jetzt doch so schnell vorbei ist und man sich von den Figuren, die man im Laufe der Serie so lieb gewonnen hat, wieder verabschieden muss. Denn obwohl das Buch nun mehr Seiten hatte als geplant, liest man es in einem Rutsch durch und kann irgendwann gar nicht mehr aufhören, bis man am Ende angelangt ist. Die Trauer verfliegt aber schnell angesichts des Umstands, dass es nichts daran auszusetzen gibt und einen keine weiteren Fragen oder unschöne Begebenheiten quälen.


    Der Schreibstil von Kerstin Gier ist gewohnt locker und amüsant, wodurch sich auch der dritte Band flüssig lesen lässt. Durch die Ich-Perspektive kann man sich wieder sehr gut in Gwendolyn hineinversetzen und verfolgt gespannt ihr Abenteuer durch die verschiedenen Zeiten. Man leidet mit ihr, genauso wie man sich aber auch mit ihr freut, wenn sie glücklich ist.



    FAZIT
    Smaragdgrün ist wirklich der perfekte Abschluss einer spannenden und mitreißenden Trilogie, die den Leser völlig in seinen Bann zieht und einem alles bietet, was das Herz begehrt: Liebe, Action, Spannung und Humor.
    Wer diese Trilogie – und das schließt in diesem Fall unumgänglich alle drei Teile ein, da keiner von ihnen für sich allein stehen kann – nicht liest, lässt sich eine unglaublich tolle Geschichte mit unheimlich sympathischen Charakteren entgehen, die einen bis zum Schluss fesselt und einen nicht loslässt, ehe man nicht auch die letzte Seite gelesen hat!

    Carolin ist 26, überdurchschnittlich intelligent - sie spricht mehrere Sprachen fließend, kann mehrere Instrumente spielen, hat mehrere Studienabschlüsse und kann die kompliziertesten Aufgaben im Kopf rechnen - und Witwe.


    Als ihr Mann Karl völlig unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben ist, ist Carolin in ein tiefes Loch gefallen. Sie hasst jeden, außer vielleicht ihrer Schwester Mimi und deren Mann Ronnie, und empfindet alle Menschen um sich herum nur noch als Idioten. Sie interessiert sich für nichts um sich herum, denn alles, woran sie denken kann, ist, dass ihr geliebter Mann tot ist.


    Carolin ist vorübergehend erst einmal zu ihrer Schwester gezogen, die sich rührend um sie kümmert und ihr helfen will, diese schlimme Zeit zu überstehen. Schließlich wird sie von Mimi dazu genötigt zu einer Therapeutin zu gehen, von der Carolin allerdings auch nicht viel hält. Die Therapeutin soll ihr helfen, ihr Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Immerhin kann Carolin nicht für immer bei ihrer Schwester wohnen und muss sich langsam überlegen, was sie mit ihrem restlichen Leben anfangen will, bisher hat sie ja immer nur studiert.


    Doch Wohnungs- und Jobsuche sind nicht Carolins einzige Probleme. Zu allem Überfluss muss sie sich auch noch mit dem Bruder ihres Mannes und deren Kinder um das Erbe streiten, das erheblich höher ist, als Carolin es je für möglich gehalten hätte.


    Vor allem die Begegnung mit Karls Sohn Leo möchte Carolin lieber vermeiden, schließlich hat sie ihren Mann nur kennen gelernt, weil sie damals Leos Freundin war.


    Außerdem ist da ja noch der nette Apotheker, der gegenüber vom Schuhladen ihrer Schwester arbeitet. In ihm findet Carolin zum ersten Mal einen richtigen Freund, der ihr nach und nach dabei hilft, ihre Trauer zu überwinden.



    In Wahrheit wird viel mehr gelogen war mein zweiter Frauenroman von Kerstin Gier und hat mir ebenso gut gefallen wie schon Für jede Lösung ein Problem.


    Ihr Schreibstil ist locker, flüssig und sehr angenehm zu lesen. Erneut schafft sie es ein ziemlich ernstes Thema auf eine leichte Art und Weise zu erzählen und vor allem so, dass man Spaß am Lesen hat.


    Carolin ist ein sehr sympathischer Charakter mit dem man sich durchaus identifizieren kann, auch wenn man keinen IQ von 158 hat oder mehrere Sprachen fließend spricht. Vor allem ihr Sarkasmus, der mich teilweise sehr an Lena aus Türkisch für Anfänger erinnerte, war amüsant zu Lesen und auch nachvollziehbar. Genau wie Carolin wurden auch mir schon mehrmals im Leben Fragen gestellt, deren Antworten offensichtlicher gar nicht sein könnten, ganz à la Fahren sie auch mit der Bahn? während man schon drin sitzt.


    Carolins Trauer ist verständlich, ebenso wie ihre Wut auf alle anderen Personen und vor allem ihre inkompetente Therapeutin. Es ist außerdem wirklich schön zu lesen, wie rührend sich ihre Familie, allen voran ihre Schwester, um sie kümmert. Das gleiche gilt für den Apotheker, den Carolin zunächst für schwul hält.


    Das einzige, was mich ein klein wenig enttäuscht hat, ist das Ende. Es kam zu schnell und war mir eigentlich zu offen. Aber immerhin wird noch etwas in Aussicht gestellt.



    FAZIT
    Alles in allem ist In Wahrheit wird viel mehr gelogen ein lustiger und charmanter Roman, an dessen Titel durchaus etwas Wahres dran ist.

    In Gerris Leben läuft nichts so, wie es eigentlich soll. Ihr Liebesleben ist nicht existent und ihre Familie ist meist nicht besonders freundlich, am wenigsten ihre Mutter. Andauernd wird sie gefragt, warum sie mit 30 Jahren noch Single ist, obwohl all ihre Freundinnen und Schwestern schon verheiratet oder zumindest verlobt sind.


    Ihre Arbeit als Autorin von Liebesromanen, welche von der Familie jedoch stets vertuscht wird, ist das einzige, das ihr an ihrem Leben überhaupt noch gefällt und ihm einen Sinn verleiht. Zumindest dachte sie das, bis ihr Verlag von einem größeren übernommen wurde und sie von nun an für eine Vampir-Reihe schreiben soll. Das findet sie gar nicht amüsant.


    Da sie nun nicht mehr im Leben hat, beginnt Gerri, ihren Selbstmord zu planen. Auf Grund dieses Vorhabens schreibt sie mehrere Abschiedsbriefe, in denen sie den Leuten mitteilt, was sie wirklich von ihnen hält. Die meisten davon fallen nicht gerade positiv aus.



    Doch als sie ihren Plan in die Tat umsetzen will, folgt ein Unglück aufs andere und ihr Selbstmordversuch misslingt. Dieser Umstand an sich wäre ja gar nicht so schlimm, schließlich hätte sie es später noch einmal versuchen können. Das Problem ist nur, dass sie bereits einen Tag zuvor ihre Briefe zur Post gebracht hat, anstatt sie einfach nur in ihrer Wohnung zu hinterlegen.


    Ängstlich und verzweifelt flüchtet sie zu ihrer besten Freundin Charly um sich zu verstecken. Denn wie soll sie den Leuten jetzt noch in die Augen sehen? Nun, da sie ihnen bereits die Meinung gesagt hat?


    Aber auch für Gerri hält das Leben schließlich noch einige Überraschungen bereit, für die es sich sogar zu leben lohnt!



    Einfach genial!! Dieser Roman war mein erster von Kerstin Gier, es wird aber sicher nicht der letzte gewesen sein.
    Mit einem amüsanten Schreibstil und den tollen Charakteren kann man dieses Buch nur empfehlen.
    Gerri ist von Anfang an sympathisch, trotz des Selbstmordversuchs, und man fühlt als Leser mit ihr mit. Gleichzeitig möchte man aber auch nicht unbedingt in ihrer Haut stecken, wenn man bedenkt, dass alle Menschen in ihrer Begebung nun wissen, was Gerri tatsächlich über sie denkt, denn das sind in nahezu allen Fälle nicht direkt positive Aspekte.


    Obwohl die Handlung nicht direkt spannend ist, kann man trotzdem gar nicht aufhören zu lesen, weil man unbedingt erfahren möchte, wie die Geschichte um Gerri ausgeht.



    FAZIT
    Es war wirklich ein Vergnügen dieses Buch zu lesen, denn es hat einfach dieses gewisse Etwas!

    Gwendolyn führt eigentlich ein ganz normales Leben, wenn man davon absieht, dass sie in einer Familie lebt, in der ein so genanntes Zeitreise-Gen an bestimmte weibliche Nachkommen vererbt wird, welches dann ab dem 16. Lebensjahr in Erscheinung tritt. In ihrer Familie sind alle fest davon überzeugt, dass ihre Cousine Charlotte die nächste Gen-Trägerin. Seit die ersten Symptome, in Form von Schwindelgefühlen, aufgetreten sind warten nun alle täglich darauf, dass sie das erste Mal in die Vergangenheit springt. Immerhin ist sie schon von Kind auf an darauf vorbereitet und dafür ausgebildet worden.



    Was jedoch niemand ahnt ist, dass Gwendolyn am gleichen Tag zur Welt gekommen ist - also nicht einen Tag nach Charlotte, wie es auf ihrer Geburtsurkunde steht - und sie damit ebenso in Frage kommt. Erst als sie an Stelle von Charlotte auf einmal durch die Zeit springt und es nach dem dritten Mal endlich ihrer Mutter beichtet, kommt alles ans Tageslicht und die Familie ist außer sich. Nun muss Gwendolyn die Aufgaben ihrer Cousine übernehmen, allerdings ohne deren jahrelange Vorbereitung, und zusammen mit Gideon, dem männlichen Genträger aus der Familie der de Villiers, bestimmte Aufträge erfüllen. Außerdem muss ihr Blut in den Chronographen eingelesen werden, mit dem sie dann jeden Tag kontrollierte Zeitsprünge in eine gewählte Zeit in der Vergangenheit springen soll um unkontrollierte Sprünge zu vermeiden.


    Des Weiteren müssen beide das Blut aller 12 Zeitreisenden wieder in den Chronographen einlesen - der erste, fast vollständige wurde vor ein paar Jahren von zwei anderen Genträgern gestohlen - um die Jahrhunderte lange Arbeit der Loge zu beenden und ein Geheimnis zu lüften.


    Was Gwendolyn jedoch noch nicht weiß ist, ob das Geheimnis überhaupt gelüftet werden sollte ...



    Ich muss leider ehrlich sagen, dass ich von Rubinrot etwas enttäuscht war. Das Buch war auf keinen Fall schlecht, aber ich hatte auf Grund der vielen begeisterten Rezensionen ein bisschen mehr erwartet.
    An sich ist die Handlung sehr interessant und auch die Charaktere sind sympathisch, teilweise wird auch etwas Spannung aufgebaut, allerdings kommt mir das ganze Buch mehr wie eine Einleitung vor. Wären die knapp 300 Seiten nur die Einleitung zu einem 900 Seiten Roman, wäre ich absolut begeistert. Als eigenständiges Buch wirkt es irgendwie unvollständig.


    Auch der Untertitel - Liebe geht durch alle Zeiten - ist irreführend. Ich habe dadurch verständlicherweise auch eine Liebesgeschichte erwartet. Davon kann jedoch nicht die Rede sein, da diese sich erst im letzten Kapitel so langsam anbahnt. Das kann natürlich auch daran liegen, dass die männliche Hauptfigur erst nach über 100 Seiten eingeführt wird.


    Im Großen und Ganzen war das Buch für sich allein gestellt aber trotzdem gut und auch der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Durch die vielen offenen Fragen und Handlungsstränge wird man auch die Fortsetzung(en) lesen wollen. Ich hätte es allerdings besser gefunden, wenn man das Buch gleich länger gemacht hätte, weil ein Roman ohne Höhepunkt und ohne Schluss doch ein komisches Gefühl hinterlässt.


    FAZIT
    Nichtsdestotrotz ist Rubinrot auf jeden Fall lesenswert und ich kann die nächsten Teile kaum noch erwarten.

    Die Aufgabe von Gideon und Gwendolyn besteht weiterhin darin, das Blut der vier noch fehlenden Zeitreisenden ebenfalls in den Chronographen einzulesen um die Jahrhunderte lange Arbeit der Loge zu beenden.


    Durch das plötzliche Auftauchen von Lucy und Paul, die genau zu wissen schienen, wohin und in welche Zeit Gwendolyn und Gideon reisen würden, wirft einige Fragen auf. Der Hauptverdacht fällt dabei auf Gwendolyn selbst, die angeblich irgendwann in der Zukunft Kontakt zu den angeblichen Verrätern aufnehmen wird um ebenfalls die Arbeit der Loge zu sabotieren. Dies sorgt natürlich umso mehr dafür, dass niemand ihr irgendetwas erzählen und ihre Fragen beantworten will.


    Auch Gideon ist dabei keine große Hilfe und sein Verhalten ist für Gwendolyn mehr als verwirrend. In einem Moment küsst er sie und scheint Gefühle für sie zu haben, im nächsten Moment starrt er sie hasserfüllt an, sodass Gwendolyn, die sich inzwischen hoffnungslos verliebt hat, in diesen Momenten am Boden zerstört ist.



    Außerdem soll sie auf eine Soiree vorbereitet werden, bei der sie erneut auf den Grafen treffen wird, aber auch in dieser anderen Zeit nicht auffallen darf. Dabei setzen die meisten Mitglieder der Loge wenig Vertrauen in sie und betrachten sie als einen hoffnungslosen Fall.


    Des Weiteren trifft sie bei einem ihrer Termine zu elapsieren in der Vergangenheit auf ihren Großvater, den sie in der Zukunft wohl selbst darum bitten wird. Zusammen mit seiner Hilfe will sie nun versuchen ein paar ihrer Fragen auf den Grund zu gehen.


    Bei der Soiree läuft schließlich mehr oder weniger alles glatt und auch der Graf macht keinen so Furcht erregenden Eindruck mehr auf sie. Als sie ihn kurze Zeit später jedoch zu einem alleinigen Gespräch trifft, scheint sich alles zu verändern.



    Von Saphirblau war ich mehr als begeistert. Das Buch war von der ersten Seite an spannend und die Geschichte fesselte mich bis zum Ende. Im Grunde könnte man vermutlich sogar sagen, dass nach der Einleitung des ersten Bandes nun der Hauptteil folgte.


    Die Handlung setzt genau dort wieder ein, wo Rubinrot aufgehört hatte und wird von da an immer interessanter. Manche Fragen werden beantwortet, einige neue werden wieder aufgeworfen. Auch das Verhalten von Gideon ist nicht zu durchschauen und man fragt sich immer wieder, was er verheimlicht.


    Die Beziehung zwischen Gwendolyn und Gideon entwickelt sich immer weiter und man hofft als Leser, dass die beiden sich nun endlich mal einig werden und beginnt sich zu freuen, als er ihr endlich seine Liebe gesteht. Dann kommt jedoch die Wende, die mich mehr als nur unerheblich schockiert hat. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet und hoffe immer noch, dass sich das Blatt im letzten Band erneut wendet.


    Das Buch liest sich schnell und flüssig, sodass ich innerhalb von zwei Tagen fertig war. Das Ende ist, vor allem auf Grund der schockierenden Wende, so spannend, dass ich nun sehnsüchtig den dritten Band erwarte, der hoffentlich endlich das Geheimnis lüftet und alle offenen Fragen beantwortet.



    FAZIT
    Saphirblau ist nicht nur spannender und romantischer als Rubinrot, sondern hat ein so aufwühlendes Ende, dass man es kaum noch abwarten kann Smaragdgrün in den Händen zu halten um sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

    Sam und seine Mitschüler sitzen im Geschichtsunterricht als plötzlich von einer Sekunde zur nächsten ihr Lehrer und ein älterer Klassenkamerad namens Josh spurlos verschwinden. Niemand weiß wohin sie gegangen sind oder wie es dazu gekommen ist. Doch Josh und der Geschichtslehrer sind nicht die einzigen Vermissten aus Perdido Beach. Zusammen mit ihnen sind auch allen anderen Erwachsenen bzw. Menschen über 15 Jahren nicht mehr auffindbar.


    Zunächst realisieren weder die verbliebenen Kinder noch die Jugendlich den Ernst der Lage. Dann brechen Angst und Verzweiflung und viele begeben sich auf die Suche nach ihren Eltern und Geschwistern. Sie können nicht glauben, dass sie einfach verschwunden sind, ehe sie sich nicht selbst davon überzeugt haben.


    Auch Sam will nach seiner Mutter suchen und macht sich mit seinem besten Freund Quinn und der intelligenten Astrid auf den Weg zu ihren jeweiligen Häusern um sich Gewissheit zu verschaffen. Leider haben sie keinen Erfolg. Alle drei Häuser sind leer und ihre Eltern verschwunden. Bei Sams Haus stoßen sie allerdings auf einen mysteriösen Tagebucheintrag auf dem Laptop seiner Mutter, den sie jedoch nicht genau zu deuten wissen.


    Um nicht in ihren leeren Häusern bleiben zu müssen, machen sie sich gemeinsam auf den Weg zur Plaza, wo sich auch viele andere Kinder und Jugendliche versammelt haben um nicht allein zu sein. Schon bevor sie dort ankommen sehen sie von weitem ein brennendes Haus. Sam ergreift sofort die Initiative, gibt Anweisungen und begibt sich dann selbst in das Gebäude um ein schreiendes Mädchen zu retten. Dort macht er eine Furcht erregende Entdeckung: Das Mädchen selbst hat den Brand ausgelöst. Es besitzt die Kraft, Flammen aus ihren Handflächen abzufeuern, was sie auch gegen Sam einsetzt. Es gelingt ihm nur sich zu retten, indem er seine eigene Kraft, Lichtblitze abzufeuern, einsetzt, die er bisher vor allen geheim gehalten hat. Er ist also nicht der einzige, der in letzter Zeit merkwürdige Fähigkeiten entwickelt hat. Es gelingt ihm jedoch nicht das kleine Mädchen zu retten.


    Astrid hingegen macht sich große Sorgen um ihren kleinen, autistischen Bruder Pete und will nach im Suchen. Eines ihrer Elternteile hat ihn vermutlich mitgenommen. Er befindet sich demnach entweder in einer nahe gelegenen Hotelanlage, wo Astrids Mutter immer Tennis spielte, oder im Kraftwerk, wo ihr Vater arbeitete. Begleitet von Quinn und Sam macht sie sich also auf den Weg zur Hotelanlage um Pete zu finden.
    Auf dem Tennisplatz des Hotels finden sie Astrids Bruder zwar nicht, dafür entdecken sie jedoch eine merkwürdige Barriere, die sie von der Außenwelt trennt und vermutlich komplett einschließt. Doch woher kommt diese Barriere und warum gibt es in ihr keine Menschen, die älter sind als 15?
    Außerdem tauchen auch noch die manipulativen Jugendlichen aus der Coates Academy auf, die plötzlich in die Stadt kommen und das Kommando übernehmen wollen ...



    Gleich zu Beginn wird der Leser mit dem Verschwinden aller Menschen über 15 Jahren konfrontiert. Man befindet sich also ohne Einführung direkt mitten im Geschehen, genauso plötzlich wie die Figuren selbst. Dabei geht der Autor besonders auf die verschiedenen Emotionen und Reaktionen der einzelnen Charaktere ein. Manche sind verängstigt und verzweifelt, andere weinen und einige versuchen ihre Panik mit gespielter Fröhlichkeit zu verstecken. Alle diese Gefühle sind nachvollziehbar und verständlich. Welches Kind oder welcher Jugendliche würde sich nicht fürchten, wenn plötzlich alle älteren Leute spurlos verschwinden.


    Neben den Handlungen von Sam und seinen Freunden, die sich in Perdido Beach aufhalten, gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang, der sich um ein Mädchen namens Lana dreht. Nach einem schweren Verkehrsunfall, den sie erlitt nachdem ihr Großvater verschwand, entwickelt sie die Fähigkeit zu heilen und rettet so auch ihr eigenes Leben. Im Verlauf der Geschichte trifft sie irgendwann auch auf Sam und die anderen, wodurch die beiden Handlungsstränge sich schließlich verbinden.


    Die meiste Zeit erzählt der Autor die Geschichte aus der Perspektive von Sam, Astrid oder seinen Freundin. Ab und an wechselt er jedoch auch zu der Perspektive von Caine oder anderen Schülern der Coates Academy. Dadurch erhält man auch kurze Einblicke in die Gedankenwelt der Charaktere, die man sonst weniger kennen lernt.


    Die einzelnen Figuren sind alle vielseitig und vor allem auch sehr unterschiedlich. Es gelingt Michael Grant gut, die verschiedenen Facetten seiner Charaktere herauszuarbeiten und detailliert darzustellen.
    Neben den offensichtlich guten und sympathischen Charakteren, wie Sam, Edilio und Astrid, und den offensichtlich bösen Figuren wie Caine und Drake, gibt es auch welche, die man nicht so richtig einzuordnen vermag. Dazu zählen sowohl Quinn, der seinen besten Freund verrät, ihm dann aber doch hilft, als auch Diana, die zwar auf Caines Seite steht, aber bei weitem nicht so kaltherzig und gleichgültig ist wie er.


    Michael Grant versteht es, nach und nach Spannung aufzubauen und diese auch kontinuierlich zu erhöhen. Diverse Anspielung, wie z.B. dass Sam sich fragt, ob er an der Situation Schuld sei oder dass sein Leben nicht mehr normal sei, und Entdeckungen, wie den mysteriösen Tagebucheintrag von Sams Mutter oder die undurchdringliche Barriere, die vor allem am Ende der Kapitel auftauchen, sorgen dafür, dass man einfach weiter lesen muss, wenn man erfahren will, was es damit auf sich hat.
    Den gleichen Effekt erzielt auch der Countdown, der sich vom ersten bis zum letzten Kapitel durch das gesamte Buch zieht und die Stunden bis zu Sams 15. Geburtstag zählt, an dem er mit seinem Verschwinden rechnet.


    Außerdem sorgen immer wieder neue schockierende Ereignisse dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
    Es kommt zu einem Ausnahmezustand, in dem Schläger die Macht übernehmen und alles kontrollieren wollen. Als dann die Schüler der Coates Academy auftauchen und diese Macht an sich reißen, werden die von ihnen aufgestellten Regeln mit einer absolut erschreckenden Brutalität durchgesetzt. Wer sich nicht an die Regeln, wie z.B. die Geheimhaltung der besonderen Kräfte, hält, wird mit Baseballschlägern verprügelt. Es dauert auch nicht lange bis diese Vorgehensweise ein erstes Todesopfer fordert. Es gibt zwar auch ein paar wenige gute Regeln, doch die meisten dienen nur dazu Caines Macht durchzusetzen.
    Einige sehen das Unrecht, wissen jedoch nicht, wie sie sich dagegen wehren sollen oder haben Angst davor. Andere, wie z.B. Quinn, der nach einer Weile zu Caine überläuft und alles akzeptiert, was er sagt, sind einfach zu feige um der Wahrheit in die Augen zu sehen.
    Viele sehen in Sam einen Anführer und erwarten, dass er etwas unternimmt. Dieser fühlt sich der Aufgabe zunächst nicht gewachsen, entwickelt sich aber im Laufe der Geschichte weiter. Um Astrid, die er schon immer mochte und zu der er langsam eine Beziehung aufbaut, und ihren Bruder Pete sowie seine Freunde zu beschützen, nimmt er seinen Mut zusammen und will sich gegen Caine wehren.


    Dabei wird er schließlich von anderen Schülern der Coates Academy unterstützt, gegen die Caine und seine Leute mit einfach unfassbaren Methoden vorgegangen sind: Damit sie ihre Kräfte nicht einsetzen können, haben sie die Hände all jener Schüler einzementiert, die sich Caine nicht unterwerfen wollten. Außerdem hat Caine es auf jeden abgesehen, dessen Kräfte die seinen übersteigen könnten, was auf Sam, aber auch auf den kleinen Pete zutreffen könnte.


    Aber nicht nur einige Menschen haben besondere Fähigkeiten entwickelt, auch manche Tiere sind mutiert und dadurch noch gefährlicher als zuvor.
    Es werden verschiedene Theorien zur Barriere und ihren Wirkungen aufgestellt, die den Leser immer wieder mit neuen Fragen konfrontieren, von denen nur wenige am Ende beantwortet werden.
    Man erfährt zwar, was die Barriere letztendlich ausgelöst hat, aber nicht, wie man sie beseitigen kann, was mit den anderen Menschen passiert ist oder was außerhalb der Barriere noch liegt, sofern es noch ein außerhalb gibt.



    FAZIT
    Gone - Verloren ist ein sehr fesselndes, mitreißendes, aber vor allem auch sehr schockierendes Jugendbuch. Man kann gar nicht fassen, zu welchen gefühlskalten und grausamen Handlungen einige der Figuren tatsächlich fähig sind. Es ist einfach erschreckend, wenn man bedenkt, dass zumindest die Handlungen der Figuren gar nicht so unrealistisch sind.
    Immer wieder wird der Leser mit neuen, schockierenden Geschehnissen und Entdeckungen konfrontiert, die für eine andauernde Spannung sorgen.


    Die vielen offenen Fragen werden garantiert dafür sorgen, dass man auch den nächsten Band unbedingt lesen muss.

    Die Hungersnot konnte zwar gerade noch abgewendet werden, aber das macht die Zustände in der FAYZ nicht wirklich besser. Zil und seine Anhänger, die sich Human Crew nennen, hetzen immer weiter gegen die Mutanten auf und wollen alle Freaks, wie sie sie nennen, am liebsten tot sehen. Doch Sam, der diesem Treiben nur zu gern ein Ende setzen würde, sind durch den neu gegründeten Rat, insbesondere durch die Ratsvorsitzende Astrid, die Hände gebunden. Der Rat ist der Ansicht, dass man erst ein funktionierendes Rechtssystem inklusive Gesetzen und einem Gericht schaffen müsste, bevor man Zil für irgendetwas bestrafen kann. Doch anstatt dieses Vorhaben auch tatsächlich in die Tat umzusetzen, redet der Rat nur, er handelt nicht. Die Kluft zwischen Normalos und Mutanten wird dadurch immer größer und der Kampf zwischen ihnen droht schon bald zu eskalieren.


    Das ist jedoch nicht das einzige Problem: Viele der Kinder, vor allem die älteren, sind am Ende ihrer Kräfte und können die Verantwortung für die jüngeren nicht länger auf sich nehmen. Sie möchten endlich aus der FAYZ raus und in ihr altes Leben zurück.
    Aus genau diesem Grund sind viele von ihnen auch nur zu gern bereit zu glauben was Orsay ihnen prophezeit. Sie sagt, sie hätte hinter die Wand sehen können und dass dort alle Eltern und Verwandten auf ihre Kinder warten würden. Sie rät den Jugendlichen, die als nächstes ihren 15. Geburtstag haben, sich nicht dagegen zu wehren wie Sam oder auch Astrid es getan haben, sondern es einfach geschehen zu lassen. Doch was ist, wenn das, was Orsay zu sehen glaubt, gar nicht stimmt? Aber noch viel wichtiger: Was soll aus den ganzen kleinen Kindern werden, wenn plötzlich alle älteren sich entschließen sollten zu verschwinden?


    Außerdem stellt sich immer noch die Frage, ob der Gaiaphage nun wirklich endgültig besiegt worden ist oder ob er nur darauf wartet wieder etwas zu Kräften zu kommen um erneut zuschlagen zu können …



    Auch im dritten Teil der Gone-Serie geht es gewohnt spannend weiter und er steht seinen Vorgängern in nichts nach, vor allem was die Schrecken betrifft, mit denen Michael Grant seine Charaktere konfrontiert. Die Zustände werden eigentlich nie besser und immer wenn man denkt, dass es gar nicht mehr schlimmer kommen kann, setzt der Autor noch mal einen darauf.
    Er schockiert den Leser z.B. damit, dass eine kleine Gruppe in der FAYZ aus dem Hunger heraus tatsächlich beginnt die Verstorbenen zu essen oder indem er eine schon lange tot geglaubte Figur wieder zum Leben erweckt.


    Im Zentrum des dritten Bandes steht jedoch vor allem der Kampf zwischen den Mutanten und den Normalos und die sich daraus ergebenden Konflikte. Die Human Crew wird immer rücksichtsloser gegenüber den Mutanten und hetzt andere, normale Kinder immer weiter gegen sie auf. Dabei schreckt er weder davor zurück sich an kleinen Kindern zu vergreifen noch vor Mord. Er ist fest entschlossen sogar Normalos zu beseitigen, sollten sie sich auf die Seite der Freaks stellen. Zil sammelt Waffen zusammen und schmiedet einen Plan um Sam zu töten und selbst die Kontrolle über die FAYZ zu übernehmen, dafür ist ihm jedes Mittel recht.


    Sam sieht diesen Kampf kommen und würde Zil gern das Handwerk legen, wird aber vom Rat nicht gelassen, weil sie Sam nicht mehr als alleinigen Anführer haben wollen und auf die Schaffung ihres neuen Systems beharren. Astrid glaubt außerdem immer noch, sie könnte Zil mit guten Argumenten von seinem Verhalten abbringen und erkennt erst, was sie dadurch angerichtet hat, als es schon zu spät und der Kampf bereits eskaliert ist.


    Daneben gibt es jedoch auch die Problematik um die Prophetin, wie Orsay inzwischen von einigen genannt wird. Während Orsay immer mehr an sich selbst und ihren Träumen zweifelt, wird sie von ihrer neuen Freundin Nerezza mehr und mehr dazu gedrängt den anderen Kindern zu erzählen, was sie sieht und ihnen zu raten, einfach auszusteigen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.
    Auch als Leser weiß man nicht, was man glauben soll. Gibt es die Erwachsenen außerhalb der FAYZ tatsächlich noch und warten sie nur darauf ihre Kinder wieder in die Arme zu schließen? Sieht Orsay durch die Berührung der Wand wirklich in ihre Träume und kann so mit ihnen kommunizieren? Oder wird sie vielleicht von jemandem manipuliert, der nur will, dass sie genau diese Dinge sieht, daran glaubt und sie verbreitet?



    Auch dieses Mal kommen wieder ein paar neue Figuren hinzu, die ebenfalls in der FAYZ gefangen sind, die man aber vorher aus verschiedenen Gründen noch nicht kannte. Entweder, weil sie sich gut versteckt haben oder weil sie vorher einfach nicht aufgefallen sind. Dadurch kann man immer wieder neue Charaktere entdecken, die dem Autor außerdem das Potenzial für neue Konflikte bieten.
    Doch auch die schon lange bekannten Figuren verändern sich, was natürlich nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, was einige von ihnen Schreckliches erlebt haben. Während es die einen stärker macht, zerbrechen andere daran. Beides ist stets nachvollziehbar dargestellt, denn es gibt nun einmal Grenzen für das, was ein Mensch ertragen kann.


    Die ständigen Perspektivwechsel sorgen erneut dafür, dass die Handlung nie langatmig wird und man als Leser immer weiter liest. Häufig verlässt der Autor eine Szene genau im spannendsten Moment, sodass man das folgende Geschehen ungeduldig weiterverfolgt bis man endlich wieder in die vorher verlassene Perspektive zurückkehrt.


    Doch nicht nur dadurch bleibt die Spannung kontinuierlich erhalten. Auch der Countdown zu Beginn jedes Kapitels, der natürlich auch im dritten Band nicht fehlen darf, erzielt den gleichen Effekt. Er fesselt den Leser an das Buch und lässt ihn sich immer wieder die gleiche Frage stellen: Was wird dieses Mal am Ende des Countdowns geschehen?


    Die Atmosphäre, die Michael Grant geschaffen hat, ist noch Angst einflößender als in den Vorgängern und die Taten einiger Figuren sind noch brutaler und rücksichtsloser als man es je für möglich gehalten hätte. Man ist oftmals nicht einfach nur schockiert, sondern kann gar nicht fassen, was man da liest. Das Buch ist daher, ebenso wie die vorherigen Bände, wirklich nur für Jugendliche zu empfehlen und nicht für Kinder.


    Die Handlung ist zwar wieder relativ in sich abgeschlossen, lässt aber erneut genügend Fragen für den folgenden Band offen und bietet somit genügend Potenzial für den vierten und damit wohl auch letzten Teil dieser atemberaubenden Serie.



    FAZIT
    Gone – Lügen ist ein fantastischer dritter Band, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht und erneut mehr als überzeugen kann. Immer wieder gelingt es Michael Grant seine Leser zu überraschen und zu schockieren, sodass man gebannt an den Seiten klebt und gar nicht mehr aufhören kann zu lesen.


    Nach diesem dritten Band kann man es kaum noch erwarten den nächsten Teil zu lesen, indem man hoffentlich endlich Antworten auf die verbliebenen offenen Fragen erhält und erfährt, ob Sam, Astrid und all die anderen Kinder bzw. Jugendlichen es je schaffen werden lebend aus der FAYZ zu entkommen.

    Das Leben in Perdido Beach gerät immer mehr außer Kontrolle und Sam, der von den anderen Kids zum Bürgermeister gewählt worden ist, wächst die Verantwortung für 332 Kinder zunehmend über den Kopf. Neben den wirklich wichtigen Problemen, wie der voranschreitenden Lebensmittelknappheit und der damit verbundenen beginnenden Hungersnot, wird er täglich mit Hunderten von Lappalien belästigt. Jeder kommt mit seinen Problemchen zu ihm und verlangt Hilfe oder eine Entscheidung, so als wäre Sam ihr Vater. Dabei geht es vor allem um so Kleinigkeiten wie ein gestohlenes Bonbon oder wer welches Handtuch benutzt.


    Das sind eigentlich alles Dinge, die man unter sich regeln sollte. Allerdings darf man eines nicht vergessen, alle Bewohner der FAYZ, der Fallout Alley Youth Zone, sind Kinder, viele noch nicht einmal zehn Jahre alt. Sie können einfach nicht für sich selbst sorgen und sind sich ihrer wirklich entscheidenden Schwierigkeiten gar nicht bewusst. Sie können den Ernst der Lage nicht begreifen und verbringen ihre Tage damit DVDs zu schauen oder Videospiele zu spielen. Arbeiten will niemand, schon gar nicht in der Hitze auf den Feldern um irgendwelches Essen zu ernten, obwohl sie genau das am aller dringendsten benötigen.
    Sie alle haben Sam gewählt und erwarten nun von ihm, dass er sich um alles kümmert. Aber er kann eben nicht alles allein schaffen und braucht Hilfe der anderen Kinder, zumindest von den Älteren. Doch ohne irgendeine Gegenleistung wollen sie sich einfach nicht beteiligen. Selbst zu den Schichten im Kindergarten müssen sie regelrecht gezwungen werden.


    Die Hungersnot und der alltägliche Kleinkram sind jedoch nicht Sams einzige Sorgen. Langsam aber sicher bildet sich in der Stadt eine Kluft zwischen denjenigen Kindern, die Kräfte entwickelt haben und denen, die völlig normal geblieben sind. Anfangs äußerte sich dies nur in relativ harmlosen Beschimpfungen wie Freak oder Mutant. Nach und nach entsteht jedoch eine gewisse Gewaltbereitschaft auf Seiten der Normalos, die sich gegen die Freaks richtet. Als Hunter, ein Junge mit noch ungeahnten Kräften, dann aus Versehen einen Jungen tötet, als er sich eigentlich nur verteidigen wollte, droht die Situation zu eskalieren ...



    Was Michael Grant schon mit Gone - Verloren gelungen ist, gelingt ihm auch wieder im zweiten Teil. Von Anfang an verfolgt der Leser gespannt das Geschehen und muss immer wieder schockiert inne halten, weil man gar nicht fassen kann, was in Perdido Beach vor sich geht und wozu ein paar Kinder in einer Notsituation tatsächlich fähig sind.


    Eines der Hauptprobleme in Gone - Hunger ist die steigende Lebensmittelknappheit und eine regelrechte Hungersnot. Zu Beginn der FAYZ haben die älteren Kinder nicht schnell genug reagiert und viel zu spät damit begonnen die Nahrung zu rationieren. Sie ließen Obst und Gemüse verderben und aßen stattdessen Chips oder andere Knabbereien, die man auf Grund ihrer langen Haltbarkeit hätte aufbewahren müssen. Nun sind die Lebensmittel so knapp, dass die Tagesration gerade so zum überleben reicht, aber niemanden mehr satt macht. Dabei essen die Kids schon längst nicht mehr nur, was ihnen schmeckt, sondern nehmen nahezu alles, was sie kriegen können. In ihrer Not machen einige von ihnen nicht mal vor ihren eigenen Haustieren halt.
    Diese Zustände sind für den Leser schrecklich und kaum zu fassen. Sofern man nicht schon einmal wirklich Hunger litt, kann man sich wohl kaum vorstellen, wie es sich anfühlen muss und wozu man dann tatsächlich bereit wäre.
    Andererseits merkt man auch deutlich, dass es sich größtenteils eben nur um verantwortungslose Kinder handelt. Denn obwohl sie Hunger leiden, sind sie nicht bereit ihr Essen auf den Feldern zu ernten, wo es im Moment noch haufenweise vorhanden ist. Doch Früchte müssen nun mal geerntet werden, ansonsten verderben sie.
    Hinzu kommt noch, dass einige Felder von gefährlichen, mutierten Würmern befallen sind, die weitaus größer und intelligenter als normale Würmer sind und jeden innerhalb weniger Sekunden durchbohren und fressen, der sich in ihr Revier wagt, sodass sie die Lebensmittel auf diesen Feldern schon nicht mehr ernten können.


    Wie schon in seinem Vorgänger, erstreckt sich auch die Zeitspanne in Gone - Hunger nur über wenige Tage, in denen das Geschehen geschildert wird. Es passiert allerdings so viel, teilweise eben auch parallel, dass man ohne den Countdown vermutlich gar nicht bemerken würde, wie wenig Zeit eigentlich vergeht. Im Gegensatz zum ersten Band, weiß man im zweiten Teil aber bis zum Schluss nicht, woraufhin der Countdown dieses Mal zählt. Dies sorgt natürlich zusätzlich für Spannung. Je weniger Zeit bleibt, desto mehr fragt man sich, welches Ereignis einen am Ende des Countdowns erwartet. Michael Grant gelingt es also erneut, den Leser vollkommen zu überraschen und ihn bis zur letzten Minute in der Dunkelheit tappen zu lassen.



    Neben den schon bekannten und geliebten Charakteren wie Sam, Astrid, Edilio, Breeze und den anderen Kids mit Kräften und den verhassten, aber schon bekannten Figuren wie Drake oder Caine, werden auch ein paar neue Charaktere eingeführt. Dazu gehören sowohl Normalos als auch die von ihnen so bezeichneten Freaks. Einige davon spielen im Verlauf der Handlung später eine überaus wichtige Rolle, wie z.B. Zil, der zu einer Art Anführer der Normalos wird und andere gegen die Freaks aufhetzt, oder Duck, der eine äußerst wirkungsvolle Kraft entwickelt und damit am Ende vielen Leuten das Leben rettet.


    Die entstehende Kluft zwischen den mutierten Kindern und den normal Gebliebenen ist ein weiterer Schwerpunkt des Buches. Aus anfänglichem Argwohn wird schon bald ein Streit, der schließlich bis aufs Äußerste eskaliert. Es ist wirklich unglaublich, wie schnell die Kinder bereit sind auf andere loszugehen, nur weil sie Kräfte entwickelt haben. Dabei schrecken sie nicht einmal vor denjenigen zurück, die ihnen nie etwas getan haben oder mit denen sie früher, vor der FAYZ, sogar mal befreundet waren. Schließlich gehen sie sogar auf Leute ohne Kräfte los, nur weil sie sich nicht gegen die Freaks richten. Dieses Verhalten ist so abscheulich wie erschreckend zugleich. Einige von ihnen entwickeln einen Hass gegenüber denen, die anders sind, und gehen mit Gewalt gegen sie vor, ohne auch nur die geringste Spur von Mitgefühl zu zeigen. Zum Ende hin war man an einigen Stellen regelrecht froh, als die Handlung unterbrochen und die Perspektive gewechselt wurde, weil man diese Szenen keinen Moment länger ertragen konnte. Trotzdem wollte man natürlich wissen, wie es weiter geht.


    Im letzten Viertel steigerte sich die Spannung bis ins Unermessliche und man konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Durch die verschiedenen Perspektiven kann Michael Grant auf verschiedene Handlungen eingehen, die alle zeitgleich statt fanden und von denen eine spannender und nervenaufreibender war als die andere. Dabei wählt er die Unterbrechungen geschickt aus und sorgt somit nicht nur für konstante Spannung, sondern stellt auch sicher, dass der Leser immer wieder sofort weiß, in welcher Szene er sich gerade befindet.


    Genau wie auch schon der erste Teil ist Gone - Hunger in sich relativ abgeschlossen. Einige Fragen werden beantwortet, andere aber auch offen gelassen. Man erfährt mehr über den Grund für die Entstehung der FAYZ und wie es dazu kam, dass Kinder oder Tiere mutierten und Kräfte entwickelten. Auch über die Dunkelheit oder den so genannte Gaiaphage und seine Rolle in der ganzen Geschichte erfährt man etwas mehr. Trotzdem gibt es noch genug Probleme, die Potenzial für den nächsten Band bieten. Immerhin sind die Kinder weiterhin in der FAYZ gefangen. Man weiß nicht, was mit den Erwachsenen geschehen ist und ob die Kids ihre Eltern jemals wieder sehen werden. Auch die Hungersnot kann sich jederzeit wieder zuspitzen.
    Doch vor allem die immer noch weiter wachsende Kluft zwischen Freaks und Normalos könnte erneut zum Schwerpunkt des nächsten Bandes werden und für eine weitere, erschreckende Fortsetzung sorgen.


    FAZIT
    Gone - Hunger ist ein genauso fesselndes und erschreckendes Jugendbuch wie sein Vorgänger. Es ist nichts für sanfte Gemüter und sollte auch nicht von Kindern unter 12, besser eigentlich unter 14, gelesen werden. Einige Szenen sind so schrecklich, dass man sie sich kaum vorstellen kann und man leidet mit den Charakteren. Es möchte wohl niemand in Sams Haut stecken und als 15-jähriger die gesamte Verantwortung für 332 weitere Kinder übernehmen.


    In Gone - Hunger haben Kinder mit Problemen zu kämpfen, denen sie bei weitem nicht gewachsen sind und die sie trotzdem irgendwie bewältigen müssen. Dabei muss vor allem Sam bald einsehen, dass er eben einfach nicht an alles denken kann, denn auch er ist noch ein Kind, geheimnisvolle Kräfte hin oder her.


    Michael Grant ist eine sehr gute und spannende Fortsetzung gelungen, die ihren Vorgänger fast noch übertrifft.
    Obwohl dieser zweite Teil wieder in sich abgeschlossen ist und die Nerven nicht auf eine Zerreißprobe stellt, wird man auch den dritten Band zur Hand nehmen um zu erfahren, welche neuen, furchtbaren Schwierigkeiten sich der Autor wieder für seine Charaktere ausgedacht hat.

    Als Cass McBride aufwacht, weiß sie zunächst nicht, wie ihr geschieht. Es ist stockfinster, feucht und kalt. Wo ist sie? Warum schmerzt jede Bewegung? Sie müsste in ihrem weichen Bett liegen, doch stattdessen befindet sie sich in einer kleinen, engen Holzkiste und wurde lebendig begraben, was sie nur langsam realisieren kann. Nachdem sie die erste Panikattacke nieder gerungen hat, bemerkt sie ihre einzige Kommunikationsmöglichkeit: Ein Walkie-Talkie durch das sie mit ihrem Entführer sprechen kann.


    Ihre einzige Möglichkeit sich aus dieser Lage wieder zu befreien besteht nun darin mit ihm zu Verhandeln und ihn irgendwie dazu zu bewegen, sie wieder auszugraben und zwar bevor es zu spät ist. Doch dafür muss sie erst einmal ihren Peiniger zum Reden bringen und herausfinden, wer er ist und warum er ihr das angetan hat …



    Der erste Tod der Cass McBride ist ein Psychothriller für Jugendliche, der einem wirklich unter die Haut geht und einen auch nach dem Lesen noch eine Zeit lang beschäftigt, was vor allem an den beiden Protagonisten liegt.


    Besonders ungewöhnlich ist die Sympathieverteilung, die sich schon nach den ersten paar Seiten einstellt. Eigentlich würde man annehmen, dass man mit Cass Mitleid hat, immerhin ist sie hier das Opfer und wurde lebendig begraben. Das ist jedoch nicht der Fall. Selbst wenn man findet, dass Cass diese „Strafe“ nicht verdient hat, so ist es doch schwer sie zu bemitleiden, weil sie, wenn auch nicht allein dafür verantwortlich, doch irgendwie nicht ganz unschuldig ist. Sympathie kann man für sie jedenfalls nicht entwickeln, denn sie ist kalt und sehr berechnend. Ihr ganzes Leben ist durch kalkuliert und sie wendet sich nur den Leuten zu, die sie im Leben weiter bringen können. Alle anderen sind ihr egal.
    Es tut ihr zwar leid, dass der Bruder ihres Entführers Kyle sich das Leben genommen hat, was immerhin auch der Grund dafür ist, dass sie sich in dieser Lage befindet, fühlt sich aber dennoch nicht wirklich schuldig. Stattdessen bemitleidet sie sich vielmehr selbst und analysiert Kyle und seine Worte um einen Ausweg zu finden.


    Genau umgekehrt ist es bei Kyle. Obwohl man ihn eigentlich hassen müsste, weil er zu so einer schrecklichen Tat wie jemanden lebendig zu begraben fähig ist, empfindet man wegen seiner schrecklichen Mutter und der daraus resultierenden furchtbaren Kindheit viel Mitleid für ihn. Man versteht sehr gut, warum er sich für den Tod seines Bruders David so schuldig führt und sogar, warum er seine ganze Wut auf Cass projiziert und sie dafür büßen lassen will.
    Erst durch seine Gespräche mit Cass, die er leiden lassen will, wird ihm klar, wer tatsächlich schuld am Selbstmord von David ist und wer an Stelle von Cass in dieser Kiste liegen sollte, was besonders interessant zu verfolgen ist.


    Natürlich ist einem das Schicksal von Cass deswegen noch lange nicht egal, denn allein die bloße Vorstellung, sich in ihrer Situation zu befinden, lässt einen erschaudern. Sie kann sich kaum bewegen, sieht nichts und wird immer wieder von Panikattacken ergriffen, bei denen sie verbissen gegen ihr Gefängnis ankämpft und sich dabei selbst stark verletzt. Mit der Zeit fällt es ihr immer schwerer einen klaren Kopf zu bewahren und sie nutzt die Schmerzen schließlich sogar um bei Bewusstsein zu bleiben. Auch wenn man sie nicht mag, hofft man daher trotzdem, dass sie es lebend wieder an die Oberfläche schafft.


    Die Handlung wird aus drei verschiedenen Perspektiven geschildert und beleuchtet so verschiedene Aspekte der Geschichte.
    Ein Teil des Buches wird aus Kyles Sicht geschildert. Seine Ich-Erzählungen beginnen Montagnacht als er bereits bei der Polizei verhört wird. Er erzählt den Cops was vorgefallen ist und warum er Cass entführt und begraben hat, wobei man zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, ob sie noch lebt oder in der Kiste gestorben ist.
    Ein weiterer Teil wird aus der Sicht des Polizisten Ben beschrieben und beginnt am Samstagmorgen als er von der Entführung entfährt. Aus seinem Blickwinkel verfolgt man die Ermittlungen im Fall von Cass und erfährt so wie er schließlich auf Kyle als Täter gestoßen ist.
    Schließlich gibt es natürlich auch noch die Perspektive von Cass, dem Opfer selbst. Ihre Sicht beginnt Freitagabend und führt zu ihrem Erwachen in der Kiste. Sie beschreibt, wie sie sich in der Kiste fühlt, was man durch die Ich-Perspektive besonders gut nachvollziehen kann. Ihre Kapitel liegen aber zeitlich vor denen von Kyle, sodass man bis zum Schluss nicht weiß, ob sie nun überlebt.


    Der ständige Perspektivwechsel ist der Autorin Gail Giles sehr gut gelungen und sorgt dafür, dass man das Buch sehr schnell liest, obwohl sich nie so richtig Spannung aufbaut, weil man erfahren will, wie die einzelnen Handlungsstränge schließlich ineinander übergehen und was insgesamt alles passiert ist. Außerdem erhält man dadurch einen Einblick in die Gedanken und Gefühle sowohl vom Opfer als auch vom Täter sowie eines Außenstehenden, der ebenfalls versucht sich ein Bild von der Situation und den Beweggründen zu machen.


    Dabei geht es in dem Buch allerdings nicht nur um Kyles Tat und das Schicksal von Cass, sondern auch generell um die Probleme, mit denen Teenager heutzutage zu kämpfen haben und wie sehr sie unter den auferlegten Zwängen von Schule, Eltern und Gesellschaft leiden können.


    FAZIT
    Der erste Tod der Cass McBride ist ein kurzer, aber dennoch tiefgründiger Psychothriller, der vor allem durch seine ungewöhnlichen Figuren überzeugen kann und den Leser zum Nachdenken anregt.
    Allzu viel Spannung darf man nicht erwarten, dafür aber eine fesselnde Geschichte und eine schreckliche, aber trotzdem nachvollziehbare Tat, deren wahre Hintergründe sich erst zum Schluss erschließen.

    Jacob Reckless hatte seinen Bruder Will retten können, doch der Preis dafür war hoch gewesen, denn er muss nun mit dem eigenen Leben dafür bezahlen. Der Fluch der Dunklen Fee lastet auf ihm, sichtbar nur durch eine Motte auf seiner Brust. Sobald die Motte zum Leben erwacht und sich aus seiner Brust befreit, wird Jacob sterben und bis dahin bleibt ihm nicht mehr viel Zeit.


    Seine letzte Hoffnung ist die magische Armbrust von Guismund, dem Hexenschlächter. Alles andere hat er bereits erfolglos versucht. Angeblich soll ein Schuss aus Liebe nämlich nicht den Tod, sondern das Leben bringen. Sie ist aber außerdem die tödlichste Waffe der Spiegelwelt, denn wer damit den General einer Armee tötet, bringt zugleich alle Soldaten zu Fall.


    Jacob und Fuchs begeben sich gemeinsam auf die Schatzjagd. Sie sind jedoch nicht die einzigen, die die Armbrust suchen und somit beginnt für sie nicht nur ein Wettlauf gegen die Zeit, sondern auch gegen Jacobs stärksten Konkurrenten …



    Mit Reckless – Lebendige Schatten ist Cornelia Funke eine sehr gute Fortsetzung gelungen, die weniger düster ist und sich somit deutlich von ihrem Vorgänger unterscheidet. Anders bedeutet in diesem Fall allerdings nicht etwa schlechter, sodass denjenigen, die Reckless –Steinernes Fleisch mochten, auch der zweite Band gefallen wird.


    Da Will von seinem Bruder gerettet wurde und wieder sicher in seiner Welt lebt, dreht sich im zweiten Teil alles nur noch um Jacob Reckless und seinen Kampf ums Überleben. Wer sich im Vorfeld ein wenig über die Serie informiert hat und weiß, dass sie, nach der bisherigen Planung, fünf Bände umfassen soll, dem ist von Anfang an natürlich klar, dass Jacob nicht sterben wird. Das mindert die Spannung allerdings nicht, denn wie das Sprichwort so schön sagt, ist auch hier der Weg das Ziel. Die Frage nach dem ‚Wie’ – Jacob sein Leben retten kann – ist also viel bedeutender als die Frage nach dem ‚Ob’.


    Nach drei gescheiterten Versuchen ist die sagenumwobene Armbrust Jacobs letzte Chance älter als fünfundzwanzig zu werden. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die Geschichte mit dem Schuss, der das Leben anstelle des Todes bringt, überhaupt stimmt, aber was hat er schon zu verlieren?
    Die Suche ist jedoch alles andere als einfach. Die Armbrust ist besonders gut versteckt, immerhin handelt es sich um die gefährlichste Waffe in der Spiegelwelt, und Jacob rennt die Zeit davon. Als wäre das nicht schon genug muss Jacob außerdem schon bald feststellen, dass noch jemand anderes hinter der Armbrust her ist und dieser jemand versteht sein Handwerk genauso gut wie Jacob.


    Celeste, besser bekannt als Fuchs, ist dabei – wie immer – an Jacobs Seite. Seitdem er ihr endlich gebeichtet hat wie hoch der Preis für das Leben seines Bruders tatsächlich gewesen ist, weicht sie nicht mehr von seiner Seite. Sie liebt ihn mehr als alles andere, mehr sogar noch als ihr geliebtes Fellkleid, und will sein Leben unbedingt retten, koste es, was es wolle. Obwohl er ihre Gefühle bislang nicht erwidert hat, kann sie sich ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.



    Auch Jacob erkennt im zweiten Teil endlich, wie viel Fuchs im eigentlich wirklich bedeutet und beginnt schließlich die Frau in ihr zu sehen, die sie geworden ist. Seit vielen Jahren ist sie seine ständige Begleiterin, doch erst jetzt wird ihm bewusst, dass er viel mehr für sie empfindet als er sich bisher eingestanden hat. Er bemerkt, wie andere Männer seine Füchsin ansehen und ertappt sich sogar dabei eifersüchtig zu sein. Von einer Liebesgeschichte kann man, zumindest in diesem Teil, aber leider noch nicht sprechen, denn Fuchs und Jacob sind viel zu sehr mit der Armbrust und den Steinen, die ihnen auf der Suche danach in den Weg gelegt werden, beschäftigt um sich richtig näher zu kommen oder einander ihre gegenseitigen Gefühle zu gestehen. Hoffentlich ändert sich das dann im nächsten Band.


    Die Suche selbst hat Cornelia Funke ziemlich spannend gestaltet, denn um die Armbrust zu finden muss man erst einmal drei andere Sachen finden, die natürlich nicht weniger gut versteckt sind, und mit einer vierten vereinen. Das wissen sowohl Jacob und Fuchs als auch ihre wesentlich besser ausgerüsteten Konkurrenten. Doch immer wenn die Beiden ihrem Ziel einen Schritt näher kommen, werden sie durch ein neues Problem zurückgeworfen.


    Durch die häufig wechselnden Perspektiven kann man nicht nur Fuchs und Jacob, sondern ferner ihre Gegner auf der Jagd nach der Armbrust begleiten. So lernt man ihre zum Teil sehr interessanten Gegenspieler besser kennen und weiß zudem über deren Pläne Bescheid. Der Wissensvorsprung ist selbstverständlich begrenzt, sodass man trotzdem mehr als einmal von der Handlung oder ihren Wendungen überrascht wird.
    Die vielen kurzen Kapitel tragen genauso zum Spannungsaufbau bei wie die verschiedenen Blickwinkel und sorgen häufig dafür, dass man viel mehr liest als geplant und das Buch kaum aus der Hand legt.


    Auch im zweiten Band der Serie gibt es wieder zahlreiche Märchenelemente, teils bekannt, teils jedoch sicher noch unbekannt. Manche Märchen, z.B. das französische Märchen ‚Der Blaubart’, sind direkt in die Handlung eingebunden und spielen eine zentrale Rolle, andere werden nur nebenbei erwähnt. Auf jeden Fall lernt man so immer wieder neue interessante Märchen kennen.


    Das Ende ist der Autorin ebenfalls seht gut gelungen und macht Lust auf den nächsten Teil. Einerseits ist die Handlung des zweiten Bandes relativ in sich abgeschlossen, andererseits werden ein paar Andeutungen zum möglichen Inhalt der Fortsetzung gemacht, die schon jetzt die Neugier des Lesers wecken. Vor allem eine bestimmte Figur, die Jacob sehr geholfen hat, aber trotzdem äußerst geheimnisvoll blieb, könnte im nächsten Buch vielleicht eine entscheidende Rolle spielen.



    FAZIT
    Reckless – Lebendige Schatten ist ein toller zweiter Teil und somit ein würdiger Nachfolger von Reckless –Steinernes Fleisch. Er ist weniger düster, etwas spannender und verspricht vor allem einen noch besseren dritten Band.
    Jacobs Bruder Will taucht so gut wie nie auf, dafür rückt die sympathische Fuchs umso mehr in den Vordergrund und was sich in diesem Buch zwischen Jacob und ihr angebahnt hat, wird im nächsten hoffentlich endlich Wirklichkeit.

    Seit Jakob Reckless den geheimnisvollen, dunklen Spiegel im Arbeitszimmer seines Vaters entdeckt und sein Geheimnis enthüllt hat, glaubt er zu wissen, wohin sein Vater vor vielen Jahren plötzlich verschwand: In die magische Welt hinter dem Spiegel. Von da an flüchtet er immer wieder und vor allem auch immer länger in diese mystische Welt, immer mit der Hoffnung dort vielleicht seinen Vater wieder zu finden. Immer seltener kommt er nach Hause, schließlich sogar nur noch ein paar Mal im Jahr und auch dann nur aus Liebe zu seinem Bruder Will. Trotzdem hatte er das Geheimnis des Spiegels stets bewahrt.


    Doch eines Abends hatte er es zu eilig und war unvorsichtig, sodass sein Bruder ihn bei seinem Verschwinden beobachtete und ihm folgte. Also nahm Jacob ihn mit in diese fremde Welt, was er später jedoch bitte bereute.


    In der Welt hinter dem Spiegel herrschte schon seit geraumer Zeit Krieg. Ein Krieg zwischen den Menschen und den Goyl, die Wesen mit einer steinernen Haut, die sich seit jeher gegenseitig verabscheuten und einander töteten. Um ihrem Geliebten, dem König der Goyl, beizustehen, erschuf die dunkle Fee einen Fluch, der das steinerne Fleisch auch in Menschen säte, wenn sie von einem Goyl verwundet wurden.


    Genau dieses Schicksal ereilt auch Jacobs Bruder, als die Beiden von Goyl angegriffen werden. Von da an versucht Jake verzweifelt ein Heilmittel zu finden um seinen Bruder zu retten bevor er gänzlich zum Goyl wird. Doch die Zeit läuft ihm davon, denn der Stein wächst schnell …



    Die Geschichte handelt von Jacob Reckless, der sich die Schuld dafür gibt, dass das steinerne Fleisch in seinem kleinen Bruder Will gesät wurde und sich nun verantwortlich dafür fühlt, ein Gegenmittel zu finden. Die Situation scheint aussichtslos und nahezu jeder, den er um Rat fragt, sagt ihm, dass seine Bemühungen vergeblich seien und er seinen Bruder nicht mehr retten kann. Doch Jake ist vom Gegenteil überzeugt und gibt nicht auf, denn in der Welt Hinter dem Spiegel gibt es seiner Ansicht nach für alles eine Medizin.


    Jake muss diese schwere Mission aber zum Glück nicht allein bewältigen. Fuchs, ein Mädchen, das sich in einen Fuchs verwandeln kann und inzwischen das Fell der Haut eigentlich immer vorzieht, ist in dieser Welt seine ständige Begleiterin, seit er sie vor Jahren aus einer Falle befreit hatte und weicht auch angesichts der Gefahren, die bei diesem Abenteuer auf sie lauern, nicht von seiner Seite. Außerdem muss er widerwillig auch Clara, Wills Freundin, mit auf diese beschwerliche Reise nehmen, nachdem sie ebenfalls in diese Welt gelangte und nicht bereit ist sich von Will zu trennen.


    Aber auch zu viert können sie diese Mission nicht allein erfüllen und so muss Jake die Hilfe von Freunden in Anspruch nehmen, sich auf magische Utensilien verlassen und sich – wenn erforderlich – die Hilfe anderer oder ihre Informationen erkaufen. Dabei hat er stets sein Ziel klar vor Augen: Die Rettung seines Bruders, koste es was es wolle. Dafür nimmt Jake jede Gefahr auf sich und riskiert mehr als einmal sein eigenes Leben, wobei er stets besorgt um das Leben der anderen ist. Deswegen versucht er immer wieder Fuchs in bestimmten Situationen loszuwerden und sie so zu beschützen, was ihm allerdings meistens nicht gelingt, denn niemand kennt ihn besser als Fuchs. Sie ist die einzige, der er wirklich nichts vormachen kann und die ihm jede Lüge sofort von den Augen abliest. Ihre Beziehung ist geprägt von tiefer Freundschaft und daher wundervoll zu beobachten. Vielleicht versteckt sich dahinter sogar ein wenig Liebe, zumindest bei Fuchs, die von Anfang an Angst davor hat, dass Jacob irgendwann für immer in seine eigene Welt zurückkehren könnte.
    Auch die Beziehung zwischen den beiden Brüdern ist schön zu lesen, wird im Verlauf des Romans aber auf eine harte Probe gestellt. Anfangs ist Wills Vertrauen in seinen älteren Bruder noch unerschütterlich und er glaubt ihm jedes Wort. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Zweifel schleichen sich jedoch ein und Will glaubt langsam nicht mehr daran, dass Jake ihn wirklich noch retten kann. Das liegt vermutlich zum Teil auch an der erschreckenden Veränderung, die Will durchmacht. Je weiter sich das steinerne Fleisch auf seiner Haut ausbreitet, desto mehr wird er zum Goyl. Als Goyl hat er aber nicht nur eine andere Haut, sondern auch einen völlig anderen Charakter. Außerdem lässt ihnen der Stein die Anderen langsam mehr und mehr vergessen und auch, wer er selbst eigentlich ist. Will beginnt sogar seine Liebe zu Clara zu vergessen, was für sie natürlich besonders schmerzhaft ist.
    Doch Clara ist ebenfalls fest entschlossen Will zu helfen und versucht mit seiner wachsenden Abweisung und Ablehnung klar zu kommen. Sie setzt ihre ganze Hoffnung in Jacobs Worte und tut was er sagt um ihm bei Wills Heilung zu helfen.


    Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwierig genug, werden sie bald auch noch von Goyl verfolgt und gejagt, denn die Haut, die Will wächst, ist von einem matten grün und einer Legende zufolge soll ein Jadegoyl, geboren aus Menschenfleisch, den König, dem er dient, unbesiegbar machen.


    Dadurch wird die Handlung natürlich umso spannender, denn nun ist die Gruppe gleich doppelt auf der Flucht: Auf der Flucht vor der Zeit, die ihnen durch die Finger rinnt, und auf der Flucht vor den Jägern des Goyl-Königs, der den sagenhaften Jadegoyl mit eigenen Augen sehen will.


    Vor allem zum Ende hin zieht die Handlung den Leser so immer mehr in ihren Bann. Je näher das Ende rückt, desto mehr glaubt man, dass Jacob gescheitert und Will längst verloren sei, hofft aber immer noch darauf, dass man sich irrt.


    Die kurzen Kapitel und die stetig wechselnden Blickwinkel tragen zusätzlich zur Spannung bei. Wenn in spannenden Momenten der Schauplatz gewechselt wird, kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen, weil man natürlich schnell wissen will, wie es später an dieser Stelle weiter geht.
    Die Kürze der einzelnen Kapitel sorgt ferner dafür, dass die Handlung stets im Verlauf bleibt und nie langatmig oder langweilig wird.
    Durch die verschiedenen Perspektiven erhält der Leser einen umfassenden Einblick in nahezu alle Charaktere, sodass man jeden von ihnen besser kennen lernt und ihr Verhalten nachvollziehen kann. So erfährt man etwas über die Gedanken und Gefühle aller Figuren, dazu gehören natürlich die beiden Brüder und ihre Begleiterinnen Fuchs und Clara, aber auch verschiedene Goyl, darunter der König, sowie die dunkle Fee oder aber auch die Kaiserin der Menschen.


    Der Schreibstil von Cornelia Funke lässt sich flüssig lesen und mit ihren wunderbaren Beschreibungen gelingt es ihr, den Leser in diese fremde, magische Welt zu entführen und die verschiedenen Figuren, Gegenstände und Orte in ihren Köpfen entstehen zu lassen. Auch die verschiedenen Märchenelemente hat die Autorin sehr gut in die Handlung und die von ihr kreierte Welt eingebunden, wie z.B. Dornröschen und ihr Schloss oder das Tischleindeckdich. Außerdem hat sie viele, märchenhafte Elemente selbst erschaffen und ihrer fantastischen Welt hinzugefügt. Dadurch gibt es immer wieder etwas Interessantes zu entdecken, das Jake und seinen Freunden bei ihrem Abenteuer teilweise auch äußerst hilfreich ist.


    Die Geschichte ist rund und die Handlung ist in sich abgeschlossen. Das Ende verlangt also eigentlich nicht nach einer Fortsetzung, obgleich noch ein paar wenige Fragen offen sind, wie z.B. wo der Vater von Will und Jake sich befindet. Doch Cornelia Funke wird sicher noch weitaus mehr für das nächste Abenteuer parat haben.



    FAZIT
    Insgesamt ist Reckless ein gelungenes, magisches Erlebnis, das den Leser in eine geheimnisvolle Welt voll mit Märchenelementen entführt. Das spannende Abenteuer der Reckless Brüder sowie ihrer Mitstreiter und die Gefahren, die sie bestreiten, ist mitreißend und der Autorin gelingt es mehr als einmal den Leser zu überraschen und bringt ihn so stets dazu, die Handlung gebannt weiterzuverfolgen.

    Der 11-jährige Jon Whitcroft ist gerade nicht besonders glücklich oder zufrieden mit seinem Leben. Im Gegensatz zu seinen Schwestern, die ihn regelrecht anhimmeln, kann er den Vollbart, den neuen Freund seiner Mutter, absolut nicht ausstehen. Am liebsten würde er ihn zum Mond schießen, stattdessen muss er selbst die Familie verlassen, denn er wird von seiner Mutter auf ein Internat nach Salisbury geschickt. Dort muss er sich das Zimmer mit zwei anderen Mitschülern teilen und sich an die strengen Regeln der Schule und der Hauseltern halten, was ihm natürlich überhaupt nicht gefällt.


    Doch sein Heimweh ist schnell vergessen als er in seiner sechsten Nacht plötzlich die Geister dreier Reiter unter seinem Fenster stehen sieht, die auch noch zu ihm hinauf starren. Am nächsten Abend erscheinen sie ihm erneut und jagen ihn über den Hof, denn sie trachten nach seinem Leben – das Problem ist nur, dass sie außer Jon niemand zu sehen scheint. Deshalb glaubt ihm auch niemand, was er gesehen hat und um nicht zum Gespött der ganzen Schule zu werden, behauptet er es sei ein Scherz gewesen.


    Jon weiß es jedoch besser und die Angst bleibt, denn er hat niemanden, an den er sich damit wenden könnte. Aber dann tritt plötzlich Ella in sein Leben und fragt ihn über die Geister aus, die er gesehen hat, denn sie glaubt ihm. Zusammen mit ihrer Großmutter Zelda, die sich mit Geistern bestens auskennt, müssen sie nun herausfinden, warum genau es die Geister ausgerechnet auf Jon abgesehen haben …



    Geisterritter unterscheidet sich stark von anderen Werken von Cornelia Funke, denn es handelt sich hierbei nicht um ein Jugend-, sondern vielmehr um ein Kinderbuch, was jedoch nichts Negatives ist. Als erwachsener Leser sollte man sich dessen jedoch im Vorfeld bewusst sein um nicht mit falschen Erwartungen an das Buch heran zu gehen, denn wer eine Geschichte im Stile der Tintentrilogie erwartet, wird enttäuscht werden. Wenn man jedoch offen für eine ist, die sich eher an ein jüngeres Publikum richtet, wird man mit einer tollen Geschichte belohnt, die nicht nur junge Herzen zu begeistern vermag – im wahrsten Sinne des Wortes!


    Eine Gemeinsamkeit mit anderen Büchern der Autorin gibt es allerdings: die tollen Figuren. Cornelia Funke gelingt es immer wieder fantastische und einzigartige Charaktere zu erschaffen, die man gern auf ihrem Weg begleitet und richtig eins Herz schließt – und das gilt in der Regel nicht ausschließlich für die Hauptfiguren.


    Der Protagonist Jon fühlt sich zunächst gar nicht wohl auf dem Internat, das er ja eigentlich sowieso nie besuchen wollte und man kann seine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Er fühlt sich allein gelassen, hat Heimweh und will einfach nur zurück nach Hause. Doch mit der Zeit gewöhnt er sich an das Leben in Salisbury und schließt neue Freundschaften, am Ende will er gar nicht mehr weg aus dem Internat. Diese Entwicklung ist sehr schön zu lesen.
    Seine beiden Zimmergenossen Angus und Stu tauchen zwar nicht allzu häufig auf, sind aber ebenfalls interessante Figuren mit eigenständigen Charakterzügen. Außerdem sorgen sie für den ein oder anderen lustigen Moment, den man nicht missen möchte.


    Eine weitere Figur, die man besonders ins Herz schließt, ist natürlich die weibliche Hauptfigur Ella. Sie ist die Starke, die Mutige, die sich nichts so einfach sagen lässt. Sie hat ihre ganz eigene Art, für die man sie aber umso mehr schätzt. Durch Jons Begegnung mit den Geistern lernen die Beiden sich eigentlich erst kennen und werden schließlich sehr gute Freunde, die im Verlauf der Handlung füreinander einstehen, was sehr schön zu beobachten ist.


    Ellas Tante Zelda ist mit ihrer Krötenliebe, ihren Pflanzenflüchen und ihren Geisterführungen ebenfalls eine ganz besondere Figur, die nicht nur einzigartig und verschroben, sondern auch sehr liebenswürdig ist. Sie ist zwar recht dickköpfig, empfindet aber sehr viel für ihre Enkeltochter und steht ihr (und Jon) in allem bei.


    Interessant ist auch der Vollbart, von dem man zu Beginn der Geschichte noch nicht erwartet, dass er tatsächlich eine größere Rolle spielen könnte, insbesondere da er Jon doch so verhasst ist. Dabei irrt man sich gewaltig und der Autorin gelingt es den Leser, genau wie Jon, ganz schön zu überraschen, sodass sogar der Protagonist noch gezwungen ist seine Meinung über den neuen Freund seiner Mutter zu ändern.


    Geister spielen in diesem Buch natürlich auch eine große Rolle und es gibt sie zahlreich. Neben den bösen und Angst einflößenden Geistern, die Jon tot sehen wollen, gibt es auch gute Geister und solche, die einfach nichts von beidem sind. Jeder von ihnen ist aber auf seine Weise interessant, denn zu jedem gibt es eine Geschichte und einen Grund, warum er als Geist umher wandelt.
    Am meisten erfährt man über William Longspee, den Jon schließlich zu Hilfe ruft, weil er selbst sich als Lebender nicht gegen die Geister wehren kann. Mit dieser besonderen Figur beweist Cornelia Funke, dass unsere Welt nicht schwarz und weiß ist, sondern aus Grautönen besteht, denn obwohl man Longspee als Retter kennen lernt, hat er nicht immer nur Gutes getan.


    Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive von Jon, der den Leser aber gleich zu Beginn darüber aufklärt, dass er mittlerweile 19 Jahre alt ist. Er erzählt also mit ein paar Jahren Abstand, was ihm im Alter von 11 Jahren am Internat in Salisbury passierte. So kann er das damalige Geschehen sowie sein Verhalten und seine Gedanken kommentieren und Vorgriffe nehmen. Daran merkt man deutlich, dass er inzwischen älter geworden ist und lernt noch eine erwachsene Version von ihm kennen. Dadurch ist das Buch auch für Erwachsene geeignet, die Interesse an Kinderliteratur haben.
    Hin und wieder gibt Jon außerdem Ausblicke auf das zukünftige Geschehen, die die Neugier des Lesers wecken.


    Positiv hervorzuheben und nicht zu vergessen sind natürlich noch die tollen, farbigen Illustrationen von Friedrich Hechelmann. Auch wenn sie vielleicht manchmal etwas von der eigenen Vorstellung abweichen, sind sie sehr schön anzusehen und unterstreichen das Geschehen.
    Schön ist auch das Glossar am Ende, in dem einige Begriffe erklärt und einige Figuren näher vorgestellt werden, denn insbesondere die Geister, wie z.B. William Longspee, beruhen auf echten Menschen aus der Vergangenheit.



    FAZIT
    Geisterritter ist ein tolles Kinderbuch, das mit einer spannenden Geistergeschichte sowie sympathischen Charakteren aufwarten kann und zeigt, was Freundschaft wirklich bedeutet. Durch die besondere Erzählperspektive eignet es sich nicht nur für Kinder, sondern auch für ältere Leser, die das Kind in sich bewahrt haben und sich daher auch in einem höheren Alter noch für Kindergeschichten begeistern können.

    Um Farid zu helfen, hatte Meggie am Ende des letzten Bandes Orpheus in die Tintenwelt gelesen, damit er Staubfinger retten kann, da Fenoglio sich weigerte weiter zu schreiben. Dieser ist jedoch so selbst verliebt, dass er nicht einmal glauben will, dass es Meggie war, die ihn in die Tintenwelt brachte, sondern fest davon überzeugt ist, es selbst gewesen zu sein.


    Da Staubfinger aber schon immer seine Lieblingsfigur aus Tintenherz war, will auch er ihn zurück bringen - allerdings nicht ohne dabei seine eigenen selbstsüchtigen Ziele zu verfolgen. Nachdem er sich dafür das Buch von Farid zurückgeholt hat, schreibt er sich immer wieder Schätze um wie ein reicher Mann zu leben und lässt sich dafür bezahlen, allerlei neue Geschöpfe zu erfinden, wie Zwerge, kunterbunte Feen oder sogar Einhörner. Da kommt es ihm natürlich äußert gelegen, dass Fenoglio im Selbstmitleid versinkt und deshalb nicht selbst an seiner Welt weiter schreiben kann.



    Mo, der immer mehr zu Fenoglios Eichelhäher wird, hat sich den Räubern angeschlossen und kämpft mit ihnen gegen die Männer des Hänflings, der nun über Ombra regiert und nur Ungerechtigkeit walten lässt. Er geht dabei so sehr in seiner Rolle auf, dass er, der Meggie immer davon abhalten wollte in diese gefährliche Welt einzutauchen, sie selbst nicht mehr verlassen will, obwohl Resa ihn immer wieder darum bittet.


    In ihrer Verzweiflung bittet sie sogar Orpheus um Hilfe, der als Gegenleistung jedoch verlangt, dass Mo die weißen Frauen ruft, damit Orpheus sie nach Staubfinger fragen kann. Dies ist jedoch nur ein Vorwand. In Wirklichkeit sieht Orpheus' Plan vor, Mo im Austausch für Staubfinger dem Tod zu übergeben.


    So leicht lässt sich der Tod aber nicht von Orpheus beeinflussen, schließlich ist er kein Produkt der Tintenwelt und hat ganz eigene Pläne für Mo: Entweder sorgt er für den Tod des Natternkopfes, dem er das Buch für dessen Unsterblichkeit nie hätte binden dürfen, oder er und seine Tochter werden sterben. Mo hat natürlich keine andere Wahl, als auf diesen Handel einzugehen. Die Hilfe von Staubfinger darf er dabei jedoch in Anspruch nehmen und so kehren beide von den Toten zurück um den Auftrag auszuführen ...



    Tintentod ist wirklich gelungener Abschluss einer fantastischen Trilogie, die die Herzen von Fantasy-Fans höher Schlagen lässt.


    Es steht den vorherigen Bänden in keiner Weise nach und ist vor allem zum Ende hin sehr spannend und auch überraschend.


    Cornelia Funke versteht es, den Leser in einen Bann zu ziehen und ihn für eine gewisse Zeit so zu verzaubern, dass er die Welt um sich herum vergisst.


    Man begleitet die Charaktere auf ihrem Weg, fühlt mit ihnen und hofft das Beste für sie.


    FAZIT
    Die Tinten-Trilogie hat mich definitiv überzeugt und wird somit sicherlich nicht das einzige Werk der Autorin bleiben, das ich gelesen habe.

    Eines Abends, als Meggie noch ein kleines Kind war, las Mortimer ihr und seiner Frau Resa aus dem Roman „Tintenherz“ vor, als plötzlich drei Charaktere dieses Buches – Basta, Capricorn und Staubfinger - in seinem Zimmer auftauchten, herausgerissen aus der Geschichte durch Mos Stimme.
    Erst nachdem sie verschwunden waren, stellte er fest, dass auch seine Frau fort war, gefangen in den Seiten des Buches im Austausch für die anderen. Trotz unendlich vieler Versuche gelingt es Mo jedoch nicht, Resa wieder aus dem Buch herauszulesen und lebt von da an mit seiner Tochter allein.


    Meggie ahnt von dem allen jedoch nichts und lebt in dem Glauben, ihre Mutter wäre einfach fort gegangen, als sie noch klein war und somit sie und ihren Vater verlassen. Erst als eines Nachts ein eigenartiger Fremder vor ihrer Tür auftaucht, der ihren Vater gut zu kennen scheint, ahnt Meggie, dass Mo ihr vielleicht doch nicht immer alles erzählt hat, wie sie bisher angenommen hatte.


    Am nächsten Morgen weckt er seine Tochter schon sehr früh, packt ihre Sachen und will sofort mit ihre aufbrechen, ohne ihr einen wirklichen Grund zu nennen. Als der eigenartige Fremde, genannt Staubfinger, dann schon am Tor auf sie wartet, weil er geahnt habe, dass Mo sich davon machen würde, versteht Meggie gar nichts mehr und will endlich die Wahrheit von ihrem Vater erfahren. Dieser jedoch schweigt immer noch.


    Auf Staubfingers Rat hin fahren sie nach Süden zu Meggies Tante Elinor, der Mo ein geheimnisvolles Päckchen überreicht, das er unbedingt vor Meggie verbergen wollte, welches sie gut verstecken soll.


    Doch Staubfingers Absichten sind nicht so freundlich, wie er vorgibt. Er verrät sie an Capricorn, was schließlich dazu führt, dass Mo aus Elinors Haus entführt wird, zusammen mit dem geheimnisvollen Päckchen, in welchem sich ein Buch verbirgt, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen kann, da Elinor versucht sie zu beschützen.


    Meggie kann jedoch nicht tatenlos herumsitzen und will ihrem Vater und seinen Entführern mit Hilfe von Staubfinger – sie ahnen noch nichts von seinem Verrat – folgen.



    Schließlich landen sie und Elinor, die sie unbedingt begleiten wollte, in Capricors Dorf, wo sie auch ihren Vater fest halten, der ihr nun endlich die Wahrheit über das Verschwinden ihrer Mutter und all die merkwürdigen Ereignisse erzählt.


    Mo soll für Capricorn bestimmte Sachen aus Büchern herauslesen, wie z.B. Schätze, was er um seine Tochter zu beschützen auch tut, wobei aber immer ein Austausch statt findet und nicht immer absehbar ist, was genau passiert. Dadurch wird aus „Ali Baba und die 40 Räuber“ eben nicht nur der Schatz heraus gelesen, sondern auch Farid, ein Junge aus der Geschichte.
    Staubfinger selbst möchte auch unbedingt in seine Welt zurückkehren, was auch der Grund ist, warum er Capricorn geholfen hat. Dieser hatte ihm nämlich versprochen, ihn zurück lesen zu lassen, was Mo nicht geschafft hat und aus Angst um Meggie auch nicht weiter versuchen wollte.


    Da Staubfinger wiederum aber von Capricorn verraten wurde, der alle Ausgaben von „Tintenherz“ verbrennt, um nie wieder dorthin zurück zu müssen, verhilft er Mo, Meggie und Elinor zur Flucht und zusammen mit Farid machen sie sich auf den Weg nach Italien, wo sie sich Hilfe vom Autor Fenoglio versprechen, der den Roman verfasst hat, in der Hoffnung, dass er noch eine Ausgabe seines Werks besitzt.


    Letzten Endes landen sie aber doch alle wieder bei Capricorn, der von Meggie, die inzwischen festgestellt hat, dass sie dieselbe Gabe wie ihr Vater besitzt, verlangt, den „Schatten“ aus „Tintenherz“ herauszulesen, damit er noch mehr Macht bekommt.
    Doch Elinor ist dabei nicht sein einziges Druckmittel: Resa, Meggies Mutter, wurde von Capricorns „Ersatzleser“ Darius bereits aus „Tintenherz“ herausgelesen, wobei sie jedoch ihre Stimme verlor, und nach all den vielen Jahren sind Mutter und Tochter zum ersten Mal vereint.


    Nur Fenoglio kann sie jetzt noch retten, indem er die richtigen Worte findet um seiner Geschichte ein gutes Ende zu verschaffen.


    Tintenherz war mein erstes Buch von Cornelia Funke und hat mich auf jeden Fall überzeugt. Die Charaktere sind sympathisch und man kann sich als Leser sehr gut mit dem ein oder anderen identifizieren. Besonders Mo hat mit seinem weichen Herz und seiner gutmütigen Art hatte es mir angetan. Durch den Film hatte ich dabei auch immer wieder Brendan Fraser vor Augen, was aber angesichts der Tatsache, dass die Autorin selbst ihn als Vorlage auserkoren hatte, kein Nachteil war.


    Die gesamte Handlung ist nicht nur spannend, sonder auch sehr gut geschrieben, sodass man mit den Figuren mitfiebert und das Buch kaum aus der Hand legen möchte, da man unbedingt wissen will, was passiert und ob die einzelnen Charaktere ihre persönlichen Ziele erreichen.



    FAZIT
    Alles in allem ist Tintenherz eine außergewöhnlich schöne Geschichte, die einem auf jeden Fall Lust auf den zweiten Teil der Trilogie macht, in denen die Phantasien der Leser wahr zu werden scheinen, denn wer hätte sich nicht schon einmal gewünscht, Teil seines Lieblingsbuches zu sein oder dessen Charaktere kennen zu lernen?

    Nach dem Tod von Capricorn leben Meggie und ihre Eltern wieder bei Elinor, ebenso Darius, der Elinor dabei hilft, ihre Bibliothek wieder aufzustocken. Eigentlich läuft ihr Leben relativ friedlich ab, abgesehen davon, dass es vor allem zwischen Meggie und Mo immer wieder zum Streit kommt, weil er es gefährlich findet, dass Meggie so fasziniert von der Tintenwelt ist und ihre Mutter Resa immer wieder über das Leben dort ausfragt. Eigentlich möchte Meggie nicht mit ihrem Vater streiten, aber trotz der ihr bekannten Gefahren, die in der Tintenwelt lauern, möchte sie sie unbedingt kennen lernen und auch erfahren, was aus Fenoglio geworden ist.


    Farid und Staubfinger hingegen haben gemeinsam eine andere Zauberzunge namens Orpheus aufgespürt, der sie gemeinsam in die Tintenwelt bringen soll. Alles was er dafür braucht, ist Staubfingers Exemplar von Tintenherz, da er nur Figuren oder Sachen hinaus bzw. hinein lesen kann mit Wörter, die in dem bestimmten Buch bereits auftauchen.
    Der Text, den er Staubfinger zu lesen gibt, würde auch Farid in die Tintenwelt bringen, beim Vorlesen lässt er die Sätze jedoch heimlich weg und Staubfinger kehrt allein in seine Welt zurück - ohne Farid.
    Doch das ist nicht die einzige böse Überraschung: Basta und Mortola tauchen plötzlich wieder auf und wollen mit Orpheus Hilfe ebenfalls zurück in die Tintenwelt und sich außerdem an Mo rächen.



    Um Mo zu warnen und Meggie um Hilfe zu bitten flüchtet er zu Elinors Haus, zusammen mit dem Text von Orpheus und Tintenherz. Meggie zögert auch nicht lange und schreibt den Text so um, dass sie sich und Farid in die Tintenwelt lesen kann - ihren Eltern hinterlässt sie einen Abschiedsbrief. Diese haben Farids Warnung jedoch nicht wirklich ernst genommen und finden sich schon bald in den Händen von Basta und Mortola wieder, die ihre ganz eigenen Pläne haben. Zunächst wollen sie in ihre Welt zurückkehren und Mo mitnehmen, allerdings ohne Resa. In letzter Sekunde klammert sie sich aber an ihrem Mann fest und landet so erneut in der Tintenwelt, nur um kurz darauf mit anzusehen, wie Mortola Mo kaltblütig erschießt und sie mit den weißen Frauen zurück lässt.


    Meggie und Farid landen schließlich bei Fenoglio, der ihr Talent dafür benutzen will, seine Welt, in der sich inzwischen vieles verselbstständigt hat, wieder in Ordnung zu bringen. Doch auch das ist längst nicht so einfach, wie Fenoglio sich das gedacht hat.



    Tintenblut ist eine würdige Fortsetzung des ersten Bandes und sogar um einiges spannender. Alles, was man bislang nur aus den Erinnerungen der Charaktere über die Tintenwelt wusste, kann man nun hautnah miterleben. Das nicht alles so gelaufen ist, wie Fenoglio sich das vorgestellt hat, ist ebenfalls ein sehr interessanter Faktor, der mehr als einmal die Frage aufwirft, ob es sich wirklich nur um die erfundene Geschichte eines Mannes handelt, oder aber vielleicht doch eine eigenständige Welt ist, die sich ab und zu einfach nur von ein paar Worten beeinflussen lässt.


    FAZIT
    Tintenblut ist auf jeden Fall noch fesselnder als sein Vorgänger und hinterlässt den Leser mit so vielen offenen Fragen, dass man den dritten und letzten Teil sofort im Anschluss lesen muss.