SiCollier
. Kein Problem. solche Internetaussetzer hatte ich auch letztens - ausgerechnet in der Schlussphase eines Manuskripts, als ich zwischendrin auch mal nur eben schnell noch was nachschauen wollte. Ärgerlich!
Zur Sprache/ den Fachausdrücken nochmal: es ist so wahnsinnig schwer, bei historischen Romanen die richtige Atmopshäre entstehen zu lassen. Ich will eben doch so ein bisschen was mitgeben von dem, was damals so los war. Keiner von uns war natürlich jemals in der Vergangenheit, hat die Leute reden hören etc. Insofern ist das - selbst bei den ausgewiesendsten Experten - letztlich doch immer eine Vermutung. Aber ich finde, man kann so ein bisschen Stimmung hervorrufen, indem man z.B. bei der Ausdrucksweise zu moderne Formulierungen und Begriffe vermeidet. Mir ist das bei meiner Buchpremiere letzte Woche selber aufgefallen, wie sehr sich der Stil der "Liebe der Baumeisterin" auch in den beschreibenden Passagen von dem unterscheidet, was ich jetzt gerade ganz aktuell zu Ende geschrieben habe. Das ist ein Roman, der Anfang des 20. Jahrhunderts spielt und da habe ich ganz automatisch anders formuliert.
Aber sorry, das nur so am Rande, weil mir das schon wichtig ist, dass man meine Romane versteht und hoffentlich irgendwie reinkommt.
Zu den "drei Städten Königsbergs": Königsberg ist erst ab 1704 wirklich eine geschlossene Stadt. Zuvor zählten tatsächlich drei völlig eigenständige Städte dazu, die eng nebeneinander binnen hundert Jahren gegründet wurden: die älteste ist die "Altstadt" um die frühere Ordensburg, jetziges Schloss Königsberg. Direkt daran schließt im Osten der "Löbenicht" an, der ca. 50 Jahre später gegründet wurde. Interessanterweise haben sich dort v.a. Handwerker und Bierbrauer angesiedelt. Die jüngste der drei Städte ist der "Kneiphof", der auf der Insel zwischen Altem und Neuem Pregel liegt und von daher räumlich am eingeschränktesten ist. Dort wurde der Dom errichtet und eben auch die Universität, die nach Herzog Albrecht (dem Gründer) benannte Albertina. Hier haben sich dann auch vor allem Gelehrte, Kleriker und ganz reiche Kaufleute angesiedelt.
Erst 1704 haben sich die Städte, die eigentlich von Anfang an eng zusammenhingen, offiziell zu einer Stadt Königsberg vereinigt.