Die interessante Frage ist ja, ob man damit auf Partnersuche gehen kann, das ist ja der meistgewollte Effekt, wenn man Parfum aufträgt. Wer würde denn auf diesen Duft anspringen - und sucht man nach jemandem, der es würde?
Beiträge von Tannenbernie
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Das mit dem Kleinverlag contra PoD würde ich noch einmal ruhig durchdenken. Beides hat Vor- und Nachteile.
Also ein Angebot von einem der "Großen" wäre sich das Erstrebenserteste, da gibt es sicher keine Zweifel. Aber ein Kleinverlag muß da nicht unbedingt die bessere Alternative zu PoD sein. Klar zahlt man Geld bei PoD, aber wieiviel ist das? Wenn du 150 Euro für deine Buchveröffentlichung zahlst und dabei eine ISBN (16 Euro meine ich) sowie das Listing in über einem Dutzend OnlinePortalen bekommst, ist das durchaus fair. Wenn du als Selbstverleger nur dein eBook in gängigen Stores platzieren wolltest, kostet das allein schon 50 Euro. Die nehmen also lediglich 50 Euro oder so Verwaltungsaufwand, wem das sein Buch nicht wert ist, dem ist nicht zu helfen.
Vorteile eines "richtigen" Verlages sind klar:
Man bekommt umsonst einen Lektor, ein Cover und eine Auflage, die das Buch billiger macht wie PoD. Außerdem wird es in dem einen oder anderen Buchladen auftauchen und nicht nur online verfügbar sein.Nachteile sind aber auch klar:
Möglicherweise wird dir ein Cover aufgezwungen, was eben grad so aus der Schublade kommt, daß du sch* findest.
Die Qualität eines Lektors, der ein Buch gegenliest, was bei einer - sagen wir 200er - Auflage im besten Fall 800 Euro einbringt, dürfte vernachlässigbar sein.
Gegebenenfalls mußt du dein Buch umschreiben oder kürzen.
Marketing für dich wird es bei einm Kleinverlag nicht geben, das schaffen ja nicht einmal die Großen. Solange du keinen seeehr dicken Namen hast, musst du dich sowieso selbst drum kümmern.
Ggf. kommen versteckte Kosten auf dich zu, z.B.: Lagergebühren für nicht verkaufte Bücher etc.
Außerdem ist auch fraglich, ob der Verlag die Infrastruktur hat, neue höhere Auflagen schnell an den Markt zu bringen, wenn es gut einschlägt. Marah Woolf hat über Amazon glaube ich 15.000 Dinger in einem Jahr selbst an den Mann gebracht. Kann der Verlag das auch? Was wenn du eine 200er Auflage vereinbarst und dann nach 3 Wochen ist sie weg. Wie lange dauert es, bis mehr gedruckt wird? Wird es das überhaupt? Deine Rechte sind ja weg.PoD ist halt ein einfacher Dienstleister. Es gibt keine versteckten Kosten und klare Verhältnisse. Gelingt es mir, viel zu verkaufen, ist nach oben kein Deckel. Ich suche mir mein Cover und ggf. die Qualität meines Lektors selber aus, keiner pfuscht in meinem Buch rum oder gibt mir einen schrecklichen Titel vor. Bewerben muß ich es selber, aber das muß man sowieso.
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Bei Empfehlungen von Freunden ist es wichtig, daß man denselben Geschmack hat, das gilt bei Büchern gleichermaßen wie bei Filmen. Ich habe durchaus gute Freunde, deren Empfehlung für mich heist: Finger weg! Das ist ja auch nichts schlimmes, Geschmäcker sind eben verschieden. Bei den Freunden, deren Geschmack dem meinen ähnlich ist, kann eine Empfehlung dazu führen, mich näher damit zu befassen. Unter Umständen sind auch Rezensionen bei Amazon & Co für mich interessant. Nicht zum Nachsehen nach vergebenen Sternen, sondern um über den Klappentext hinaus noch Einblicke zu bekommen.
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Allerdings besteht ein Unterschied zwischen einer Gruppe, deren Mitglied du bist und einem einfachen "i like", so wie ich das verstehe. Jedenfalls ist bei mir bekannten Gruppenmitgliedern noch nie eine Filterung aufgefallen. Um einer Gruppe beizutreten, mußt du mehr tun, als nur ein "i like" zu drücken. Die Gruppe muß natürlich auch erstmal existieren. Oder hat da jemand andere Erfahrungen?
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Also ich würde stets beides nutzen.
Eine Homepage ist rein reaktiv, die gibt dem Nutzer nur Informationen, wenn er sie auch aufruft.
Facebook ist proaktiv, einmal in der Gruppe drin bekommt der Nutzer die News automatisch, auch wenn er schon vergessen hatte, daß er überhaupt in der Gruppe ist.
Wenn also jemand eine Buchreihe liest und auf den nächsten Teil wartet, hat er vielleicht keine Lust, einmal im Monat auf die Homepage des Autors zu gehen und auf Infos zu hoffen. Bei Facebook trägt er sich einmal ein und wenn ein Jahr später die Meldung kommt, daß Teil X der Buchreihe rauskommt, freut er sich.
Ich würde daher Facebook nie als Ersatz für eine gute Homepage sehen. Es ist ein anderes Medium, daß anders genutzt werden kann. Beides zusammen ergänzt sich gut.
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Ist jetzt Off Topic, aber vermutlich zu verkraften:
Mir gefällt das Design deiner Homepage. Einfach gehalten in weiß, hebt es das Bunte in deinen Büchern hervor. Finde ich gut. (Einziger Kritikpunkt: Das "über den Autor" hätte ich in dritter Person gehalten und nicht mit "Ich..." geschrieben. Aber das liegt im Auge des Betrachters. Falls auch Kinder die Homepage ansehen sollen, ist es vielleicht ja auch besser so.)
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Hast du denn die Bücher von Kindern des Zielalters "probelesen" lassen? Also von eigenen Kindern oder vielleicht Nichten, Neffen etc. ?
Ich stelle mir das Schreiben für eine Zielgruppe, der ich selbst nicht angehöre, sehr schwer vor. Wenn ich einen Krimi schreibe, den ich selber lesen würde, ist der "erste Wurf" schon einmal nicht so schlecht, da es ja zumindest schon einmal mir gefällt und ich selbst Bestandteil der Zielgruppe bin. Schreibe ich aber ein Buch für Neunjährige und bin selbst erwachsen, ist das sicher nicht einfach.
Vermutlich würde ich versuchen, vom ersten Kapitel an ein entsprechend altes Kind mitlesen zu lassen, daß mir dann sagt, ob meine Sätze "zu lang und langweilig" oder eben für die Altersstufe passend sind. Auch das Nutzen von Worten, die so ein Kind vielleicht noch nicht kennt oder versteht, fällt dann halt schneller auf.
Ein Buch schreiben, daß man selbst gern lesen möchte, scheint mir da tatsächlich auf ersten Eindruck einfacher.
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Der letzte Wheel of time. Freue mich schon auf Lesen, aber bin vielleicht auch irgendwann froh, wenn diese Mammutserie einfach mal abgeschlossen ist. Hoffe, der Ghostwriter macht weiter gute Arbeit.
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Zitat
Original von LiliavanLuzien
Lieben Dank für eure Erfahrungsberichte. Dachte darüber nach, bei Facebook einzusteigen. Allein, es mangelt an verfügbarer Zeit.Entweder dort richtig mitmischen oder bleiben lassen, das schließe ich aus euren Beiträgen.
Gruß Lilia
Ich weiß nicht, ob ich das so unterschreiben würde. Binzwar auf Facebook präsent, aber sehe nur alle paar Tage mal kurz rein, ob ne Nachricht für mich da ist. Ansonsten poste ich in der Gruppe, die ich für meine Bücher gegründet habe, eben Neuigkeiten, aber das ist ja auch nur einmal im Monat oder so.
Eigentlich kann man mit absolut minimalem Aufwand dieses Medium problemlos nutzen und Fans mit Informationen bedienen. Einfach Gruppe gründen und Interessierte können sich dann selbst in diese Gruppe einladen. Gehst du einmal im Monat online, postest du deine neuesten News und alle Gruppenmitglieder bekommen die Info.
Also von daher sicher maximale Wirkung bei minimalem Aufwand. Warum man sich Stunden dort bewegen sollte, weiß ich nicht, lässt sich alles in Minuten oder Sekunden machen.
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Mein Buchstapel ist auch zu hoch, als das ich noch etwas zusätzlich leihen würde. Bin auch auch eher der Kauf-und-Hort Typ. Entspannte und ruhige Atmosphere habe ich zu Hause, wenn Sohnemann im Bett ist. Bei Fremden oder an öffentlichen Plätzen kann ich zwar lesen, wenn nötig, aber bequeme Ruhe finde ich dort nicht.
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Ein zeitloser Klassiker. Acuh beim x-ten Ansehen immer noch unendlich komisch. Würde auch ich jederzeit weiterempfehlen, ohne gross nachzudenken.
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Hallo Enora
Nein, wir arbeiten noch am Feinschliff. Denke, daß wir Anfang September online gehen, wenn alles klappt. Für Dinge wie Umfragen etc wird man schon eine gewisse Größe an Leserschaft, denke ich. Wäre vielleicht mal was für die Zukunft. Hast du so etwas schon einmal ausprobiert?
Mit Fanartikeln wie Artbooks hast du recht, ich habe da auch so einige Dinge bei mir in den Regalen. Ist vielleicht eins der schönen Dinge des Fantasy gegenüber anderen Genres. Ich kann mir auch kaum vorstellen, daß jemand ein Tolstoi-Mousepad nutzt oder ein Artbook zu einem Krimi kauft.
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Titel geändert, danke für den Hinweis. Ehrlich gesagt hatte ich nicht gesehen, daß das nachträglich noch möglich ist.
Tom :
Das klingt nach negativer Erfahrung in dem Bereich. Oder Vermutung? Also den Verkauf von Merchandising-Kram wie Tassen oder so etwas kann ich mir persönlich ebenfalls nicht vorstellen. Im Fantasy-Bereich ist man aufgrund der Nähe zu Pen&Paper oder LARP etwas besser aufgestellt und kann dort sinnvolles kreieren, was tatsächlich benutzt würde. Hier gibt es ja Beispiele, die funktioniert haben.Enora :
Ja, an Desktop-Hintergründe hatte ich auch schon gedacht. Im Gegensatz zu einfachen Zeichnungen steckt da allerdings für den Grafiker schon etwas mehr dahinter, ist also nicht mal eben so aus der Hand zu schütteln. Aber das habe ich auch auf meiner persönlichen Liste. Schön wäre ein Kochbuch mit den Rezepten aus den Büchern, die der Held während des Abenteuers kocht. Werde ich aber vermutlich online auf der Homepage realisieren, denn für eine gedruckte Version würde wohl kaum jemand Geld ausgeben. Könnte man höchstens für sich selbst und einige ausgesuchte Fans als Extra machen. -
Wie ich feststellen muss, kam meine humoristische gemeinte Breitseite nicht an, bzw. wurde nicht verstanden. Das ist sicher ein Fehler meiner Formulierungen. An dieser Stelle möchte ich also noch einmal ganz klar sagen, dass ich hier niemandem auf die Füße treten wollte und mich dafür entschuldige, falls es doch geschah. Ich hatte gehofft, dass zumindest meine Formulierung "Spaß beiseite..." den vorhergehenden Absatz ins rechte Licht gerückt hätte, aber dem war offensichtlich nicht so.
Also, um die unleidige Diskussion zu dem Photograf abzuschließen, hier hat Tilia recht. Habe es auch gefunden. Wiki sagt: „Gemischte Schreibungen wie „Fotographie“ oder „Photografie“ sowie daraus abgewandelte Adjektive oder Substantive waren jedoch zu jeder Zeit eine falsche Schreibweise.“ Allerdings kann ich dabei immer noch keinen Mehrwert zu dieser Diskussion sehen. Würden wir jeden Post auf diesem Forum nach Rechtschreibfehlern auseinandernehmen, würde man die sinnvollen Beiträge nicht mehr finden. Schreibe ich ein offizielles Dokument, sorge ich für Fehlerfreiheit. Schreibe ich mal zwischendrin einen Forumpost, sollte er lesbar und verständlich sein, einzelne Rechtschreibfehler sind mir da herzlich egal. Aber wie man in Kölle sagt: „Jeder jeck is anders“ oder so ähnlich.
Was das „Ad“ angeht, habt ihr natürlich recht. Bis dato kannte ich die Nutzung unter der Bedeutung „Werbung“ noch gar nicht, für mich selbst hatte ich es zu diesem Post erfunden, da mir kein gescheites Wort einfiel. Add-On kann man sicher in diesem Zusammenhang gut verwenden, solange man es erklärt und von dem Wort-typischen Software-Bereich abgrenzt. Wie ich allerdings etwas formulieren, wenn ich jemanden nett auf etwas hinweisen will oder wenn ich ihn beleidigen bzw. herausfordern will, darüber kann man an dieser Stelle diskutieren.
Man stelle sich vor, man geht ins Kino und wird von der Kartenverkäuferin angesprochen.
Fall 1: „Entschuldigen Sie, sie haben da einen ganz hässlichen Fleck auf dem Hemd. Sie können gern unseren Waschraum benutzen, bevor er einzieht und nicht mehr rausgeht.“
Fall 2: „Hier ist Ihre Karte und noch eine Anmerkung. Sie haben da einen hässlichen Fleck auf dem Hemd. Ein bisschen mehr Sorgfalt im Umgang mit Ihrer Kleidung würde Ihnen nicht schaden.“
Beides Mal dasselbe gesagt, aber wie wirkt es auf euch? Für mich persönlich ist Kartenverkäuferin 2 unsympathisch. Sie kennt mich nicht, gibt mir aber unhöfliche Ratschläge zu Dingen, die ich sie gar nicht gefragt habe. Verkäuferin 1 dagegen finde ich nett und ich bedanke mich bei ihr für den Hinweis.
So ist es mit vielen Dingen im Leben, der Ton macht eben die Musik.
Noch einige inhaltliche Anmerkungen:
Enora :
Mit den Zeichnungen stimme ich dir zu, gerade im Fantasy-Genre finde ich die auch am schönsten. Gerne auch in schwarz-weiß, ohne zu viel TamTam drum herum. Mir persönlich ist da immer die Genauigkeit der Darstellung wichtig. Ich finde es immer schlimm, wenn ich ein Bild von einem Zwergenkrieger mit Axt sehe, wenn der Zwerg in dem zugehörigen Buch einen Hammer trägt.ZitatOriginal von Tilia Salix
Das Buch ist das, was die Leute mitreißt. Wenn die Geschichte gut ist, dann kann es sein, dass mich Add-ons begeistern, ist das Buch uninteressant, ist mir jedes Extra so was von schnuppe ...Dem stimme ich voll und ganz zu. Add-ons können meiner Einschätzung nach auch nicht dazu dienen, neue Leser zu gewinnen, sonder die vorhandenen mit Mehrwert zu bedienen.
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Zitat
Original von Tilia Salix
Bisschen mehr Sorgfalt im Umgang mit Sprache kann der Schreibkarriere durchaus zuträglich sein.
Wie jetzt, eine Herausforderung im Klugscheißen?
Ok angenommen!
Also - da ich die Schule vor 1996 verliess, nutze ich noch nach Lust und Laune die alte Sprache .
Was ich als "Ad" sehe, ist meine eigene Definition, die ich übrigends im selben Post gegeben habe. Damit kann dein "gewühnlicher Sürachgebrauch" nach Hause gehen.
Spass beiseite und zum inhaltlichen Teil:
Warum sollte man den Ausbau seiner Welt von kommerziellem Erfolg abhängig machen? Wenn man Freude an seiner Arbeit hat und ohne finanziellen Aufwand Mehrwert schaffen kann, sollte man das doch auch dann machen, wenn man nur einen einzigen Fan hat, oder was spricht dagegen? Ich rede jetzt hier nicht von Merchandising in dem Sinn, Geld damit zu verdienen, sondern die Welt wachsen zu lassen.
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Original von Gummibärchen
Überrascht hat mich, dass es tatsächlich heutzutage noch Menschen gibt, denen das Phänomen des selbstverletztenden Verhaltens gänzlich unbekannt ist.Ich lehne mich hier mal aus dem Fenster und sage, daß es tatsächlich ausnahmsweise mal vom Geschlecht abhängt. Bin ja auch kein großer Freund von Vorurteilen, aber Ritzen ist ähnlich wie Magersucht ein Effekt, der meist bei jungen Frauen auftritt.
Wenn Männer Aufmerksamkeit verlangen, werden sie eher gewalttätig gegen ihre Umgebung als gegen sich selbst. Daher vermute ich mal, daß das Ritzen bei vielen Männern, aber kaum bei Frauen unbekannt ist.
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An der Stelle noch einmal ein Hallo und
für die Punkte.
Nun wollte ich auch noch kurz ein paar Sätze zu meiner kleinen Geschichte sagen. Wie viele von euch (sicher zurecht) kritisierten, ist meine Geschichte doch recht heftig und dem Thema Freund eher nur am Rande zuzusprechen. Der Grund dafür ist, daß ich parallel an einer etwas längeren Kurzgeschichte gearbeitet habe, die unter dem Thema "Makaber" lief. Dort geht es ebenfalls um das Verspeisen eines Menschen, nur passt es eben unter dem Makaber-Thema dann auch recht gut dorthin.
In dieser kleineren Geschichte wollte ich durchaus auch ein wenig ausprobieren, wie offensichtlich denn meine Gedankengänge sind. Soll heißen, wer zieht früh den Schluß von "blutroter Sosse" oder "süßlich schmeckendem Fleisch" zum Kannibalismus? Aus euren Kommentaren entnahm ich, daß die meisten vom Ende doch recht überrascht waren, was ich prima finde, denn da wollte ich ja hin. Meine Überlegung war, Andeutungen zu machen, die nicht offensichtlich genug sind, daß man drauf kommt, sich aber hinterher sagt - Ürks, hätte ich kommen sehen sollen.
Wäre die Geschichte unter dem Begriff "Horror" oder "Makaber" gelaufen, wärt ihr ggf. eher drauf gekommen? Ich hoffe, es hat trotzdem ein wenig Spass gemacht, sie zu lesen, und wenn ich beim nächsten Mal wieder Zeit finde, mit zu machen, werde ich keine Menschen mehr servieren, versprochen
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Original von Dori
(Und ich habe tatsächlich 3 Punkte an Tannenbernie vergeben. :wow)
Nur gerecht, du bekamst ja auch zwei von mir
Gratulation an die Gewinner und Hallo an alle!
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Oje, hier die Meldung eines guten Freundes auf unserem Forum, nachdem er den Film angesehen hat:
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So, bin aus dem Kino zurück. Werde jetzt nicht spoilern, nur bewerten.Prometheus hat es problemlos geschafft in die TOP 5 Liste der schlechtesten Filme, welche ich je gesehen habe, vorzurücken. Wollte schon nach 15 Minuten gehen und hätte dies auch besser getan.
Überlegt Euch gut, ob Ihr euch das antun wollt. Wer was genaueres wissen will, gerne per P.M.
Absoluter Schisiß-Film. Bin echt sauer!
--Sollte dazu sagen, daß er als regelmäßiger Intensivbesucher des FFF einen sehr guten Riecher für diese Genres hat. Da werde ich wohl die Finger von lassen.
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*Fängt den Stock auf*
Hallo Clio
Vielem, was du sagst, kann ich mich anschließen. Zu einigen Punkten habe ich aber doch eine andere Meinung. Ich werde versuchen, meinen Standpunkt hier etwas klarer darzulegen.
@Klassiker:
Dein Argument, daß wir kaum einen auf Inuit geschriebenen Klassiker finden werden, ist natürlich korrekt. Allerdings habe ich meine Beispiele nicht mehr in Bezug auf Klassiker genannt, sondern auf deine allgemeine These, daß man heute eigentlich alles ganz gut und problemfrei übersetzen kann. Wenn wir also über generelle Leistungen von Übersetzungen sprechen, sollten wir uns an der Stelle von den Klassiker verabschieden.Wenn wir das tun, sehe ich meine biden Punkte 1+2, die wie du richtig angemerkt hast, ja irgedwie dasselbe Problem darstellen, durchaus valide. Du kannst natürlich das Wort Schnee durch zusätzliche Adjektive beschreiben, wirst damit aber nie an das Original herankommen. Sollte ein Inuit (warum auch immer) zum Beispiel auf die Idee kommen, den Schnee in seinem Heimatdorf lyrisch zu beschreiben und dabei ggf. noch eine gewisse Versform einhalten (ein 5-7-5 Silben Haiku?), dann kann hier jeder Übersetzer direkt nach Hause gehen.
Die Probleme "Redewendungen, Slang, Dialekt und Witze" existieren bei Übersetzungen nicht erst seit heute, daher ist mir klar, dass man dort Methoden gefunden hat, um es eben so gut wie möglich zu machen. Aber das Hauptproblem, welches ich damit habe, sagst du hier selbst: ... Um dem Geist eines Textes nahe zu kommen, ist es oft sinnvoller sich nicht sklavisch an die Vorlage zu halten...
Das heist nichts anderes, als das der Übersetzer für sich den Text interpretiert und versucht zu erfassen, was der Autor damit sagen wollte und diese Aussage dann versucht, im Deutschen abzubilden. Damit macht er eine Vorinterpretation, die dem Leser die Möglichkeit nimmt, selbst zu interpretieren. Ist die Übersetzer-Interpretation korrekt? Oder eben doch nicht? Wer weiß das schon? Dadurch kommt es dann eben auch, das dasselbe Buch, von verschiedenen Menschen übersetzt, zu völlig verschiedenen Ergebnissen kommt. Und genau dessen muß man sich eben bewußt sein.
An dieser Stelle nochmal zu meiner Originalaussage, da ich diese jetzt besser klar machen kann (hoffe ich): ...Aber bei Klassikern sollte man sich doch schon recht gut überlegen, ob man nicht wirklich das Original liest ...
Ich habe ganz bewußt die Formuliereng überlegen verwendet, auch wenn das dann von unseren streitfreudigen Mitlesern im Weiteren ignoriert wurde. Ich will und werde auf keinen Fall sagen, daß man immer alles im Original lesen MUß, oder das jemand, der die Übersetzung liest, ein Dummkopf ist. Aber, wenn ich eine Fremdsprache beherrsche, und ein Buch in dieser Sprache lesen will, sollte ich eben zuerst einmal die Überlegung anstellen, ob ich nicht das Original lese. Wenn ich mich nach Überlegung dagegen entscheide, ist das ja vollkommen in Ordnung.Wichtig ist mir an der Stelle eins, deswegen habe ich auch in the Thread zu den Klassikern gepostet - Man muß sich dessen gewahrsein, daß man nur eine Übersetzung liest, wenn man tiefer auf einen Text eingeht, ihn analysieren oder interpretieren will. Das ist eigentlich meine Hauptaussage. Wenn ich einen seichten Krimi in der deutschen Übersetzung lese, ist das recht egal. Liest sich vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas hakelig und mir entgeht ein Wortsitz, das spielt keine Rolle.
Wenn ich aber einen Text richtig auseinander nehmen möchte, einzelne Formulierungen analysiere und ggf. sogar aus Textpassagen versteckte Aussagen herausinterpretieren will (Es war die Nachtigall und nicht die Lerche), dann MUß ich mir darüber klar sein, daß diese Textpassage, auf der ich gerade im Detail herumhacke, eventuell so im Original nicht existiert.
Natürlich kann man ein übersetztes Werk analysieren und interpretieren, aber man muß einfach von vornheirein wissen, welche Probleme die Übersetzung mit sich bringen kann und welchen Einfluß das auf meine Interpretation haben kann.
Deine generelle Aussage, daß ein geübter Übersetzer eher erfassen kann, was der Autor mit seinem Witz / Slang / Redewendung / Dialekt sagen wollte wie ein "einfacher Leser" und so seine Wahl der Übersetzung besser ist wie das Original, der widerspreche ich. Schon allein daher, weil viele verschiedene Übersetzer zu verschiedenen Ergebnissen kommen und sie können ja nicht alle recht haben. So wäre ich auf Glück angewisen, ausgerechnet die Übersetzung zu bekommen, die korrekt ist? Kann überhaupt jemand jemals wissen, welche korrekt ist? Ich denke nicht. Da bleibe ich lieber mündiger Leser und mache mir meine eigenen falschen Gedanken. Eine Vorauswahl durch die Übersetzung versuche ich da zu vermeiden.
Einen weiteren Punkt, den ich bisher noch nicht angesprochen hatte, istdie Atmosphere, die ein Text durch seine Schreibweise aufbaut. Gerade im Bereich des Fantasy ist das sehr wichtig, denn hier will man ja in eine Welt hineingezogen werden und anfangen, zu träumen. So etwas ist auch kaum übersetzbar, was man gerade bei Fantasybuch-Übersetzungen immer wieder schmerzhaft merkt.
Ein kleines Beispiel, das ich jetzt ohne viel Recherche mal aus Martins "Song of Ice and Fire" nehme:
Im Original:
"Until tonight. Somethings was different tonight. There was an edge to this darkness that made his hackles rise."und
"His cloak was his crowning glory; sable, thick and black and soft as sin."
Im Deutschen:
"Bis zum heutigen Anend. Heute war irgendetwas anders. Eine Schärfe lag in dieser Finsternis, bei der sich ihm die Nackenhaare sträubten."Soso, eine Schärfe lag also in der Finsternis. Da hätte man wohl etwas weniger Chili ins Dunkel streuen soll. Wenn ich sowas lese, kommt mir der Würgereiz, ich werfe das Buch in den Müll und besorge mir das Original, sorry.
und
"Sein Umhang war die Krönung. Zobel, dick und schwarz und weich wie die Sünde."
Das ist überhaupt das beste. Nein, genau genommen ist es DIE KRÖNUNG. Wie ein Übersetzer ernsthaft eine solche Redewendung als Wortübersetzung nehmen kann, da fliegt mir der Hut weg. Gerade bei Martins Schreibstiel in seinem großartigen Epos ist alles voll von solchen "Übersetzungen", die seine Bücer einfach nur grauenhaft entstellen.