Beiträge von Murmelito

    Hallo,


    ich habe bisher nur an einer einzigen Leserunde teilgenommen und die anderen Leserunden auch nicht alle gelesen, daher stelle ich meine Frage etwas vorsichtig: kann es sein, daß es einigen schwerfällt, wenn ein Autor direkt an einer Leserunde teilnimmt, sein Werk zu kritisieren?


    Mir ist an der Leserunde "der Tribun" aufgefallen, daß ich fast die einzige war, die das Buch nicht schlecht, aber auch nicht so toll fand und das auch sagte. Mag sein, daß alle anderen es ausschließlich gut fanden, obwohl manchmal auch ein wenig kritische Bemerkungen kamen. Mir fiel aber an der Art der Formulierung auf, daß diese Bemerkungen so butterweich in Watte gepackt waren und oft mit Entschuldigen gespickt: nach dem Motto: das war aber nicht böse gemeint, oder: ich wollte Dich nicht kritisieren, daß ich irgendwie das Gefühl hatte, daß manche Leute vielleicht Schwierigkeiten haben, ihre Kritik auszudrücken.


    Kritik kann ja durchaus konstruktiv sein - vielleicht ist es auch ein generell Problem unserer Gesellschaft, daß viele Menschen Bedenken oder Angst haben, Kritik zu äußern, weil sie nicht wehtun wollen.


    Aber konstruktive Kritik ist für mich sehr wichtig und hilfreich - sicher doch auch für Autoren. Waren denn Eure ganzen anderen Leserunden auch so, daß das Werk fast nicht kritisiert wurde und könntest Ihr Euch vorstellen, daß es leichter für Euch wäre, Kritik zu äußeren, wenn der Autor schon tot wäre oder nicht an der Runde teilnehmen möchte?

    Hallo,


    ich finde Rezensionen interessant, wichtig und sehr hilfreich - es kommt allerdings darauf an, wie die Rezension geschrieben ist. Einige der Rezensionen bei Amazon erwähnen nur: toll oder schlecht. Das sind mir zu subjektive Kriterien, nach denen ich selbst nicht urteilen kann. Darum geht es hier aber, denke ich, nicht.


    Eine Rezension, die natürlich auch kritisch sein darf (warum sollte man negative Aspekte verschweigen und nur loben? es gibt viele Autoren, die kritische Leser schätzen und daraus auch lernen), sollte kurz den Inhalt umreißen, den Stil, vielleicht Besonderheiten wie häufige Gewalt- oder Sexszenen, historische Ungenauigkeiten, im Präsens geschrieben, zuviele oder zu schnulzige Liebesszenen etc. etc. Das kann anderen Lesern schon weiterhelfen, die keine Vorstellung von dem Buch haben (ich lese sehr ungern z.B. historische Romane im Präsens).


    Im übrigen finde ich auch oft kritische Anmerkungen interessant, denn sie helfen anderen Lesern und auch dem Autor - ich lese auch gerne die Rezensionen mit einem oder zwei Sternen (natürlich auch die anderen), weil ich dann ein ausgewogeneres Bild habe von dem Buch.


    Ich selbst habe keine Rezensionen bei meinen Augustbüchern geschrieben, weil ich nicht wußte, daß es erwünscht ist und oft ja nur die reinen Listen aufgezählt werden. Es ist allerdings keine schlechte Idee, die Bücher etwas präziser zu beschreiben. Eine eigene Meinung müssen sich andere Leser ja trotzdem dazu bilden, egal ob ein Buch hochgelobt wird oder nicht. Das muß noch nichts heißen und jeder LeserIn hat ja andere Kriterien und Sichtweisen, um ein Buch gut zu finden oder eben nur mittelmäßig.

    Ich habe im August gelesen:


    1. Sue Grafton: A wie Alibi: 0
    2. Sue Grafton: P wie Panik: +
    3. Lisa St Aubin de Terán: Gefangen in der Fremde: ++
    4: Dianne Day: Schmuggler u. schwarze Nächte: ++
    5. Gear & Gear: das Volk der Masken: ++
    6. Jan Weiler: Maria ihm schmeckts nicht: +
    7. Björn Larsson: Long John Silver: +
    8. Die Bronzetür u. andere Kriminalgeschichten: ++
    (erst zur Hälfte gelesen).

    Hallo,


    ich weiß nicht, ob dieser Link hier schon irgendwo kursiert - ich habe nicht alles durchgesucht.


    http://www.geschichte-im-roman.de


    Diese recht ansprechende Seite stellt historische Romane bzw. auch historische Fachliteratur (allerdings nicht sehr viele Fachbücher) nach verschiedenen Kriterien geordnet vor.


    Man kann gezielt nach Autoren oder Epochen suchen.


    Die Seite wird ständig aktualisiert und jeden Monat werden Neuerscheinungen vorgestellt (dafür dann auf "neu" gehen).


    :write

    Hallo Rike,


    vielen Dank für Deine Erläuterungen. Ich habe mich ja auch kritisch zu diesem Buch von Dir geäußert, da ich es nicht so gut fand, wie die anderen beiden von Dir - Hexe und Heilige/Tochter des Salzsieders.


    Natürlich war die Zeit grausam, Frauen waren eine Ware und hatten kaum einen eigenen Wert. Das hast Du mit deutlichen Worten beschrieben, aber ich denke, es kommt wie bei allem auf das Maß an. Das war mir persönlich bei Deinem Buch etwas zuviel an wirklich unappetitlichen sexuellen Szenen - ich persönlich halte nichts davon, historische Romane zu oft mit sowas zu "würzen", selbst wenn die Zeit so war. Etwas weniger davon hätte für mich auch die Tatsache, die Du ausdrücken wolltest, dargestellt.
    Auch waren es für mich zuviele Personen, so daß es schwierig wurde, den Faden nicht zu verlieren.


    Die Szenen, wo Du das Burgleben schildest, haben mir vom sprachlichen sehr gut gefallen und ich werde mir als nächstes Dein Jugendbuch vornehmen.


    Ich denke, man kann es nie allen recht machen. Ich bin ein kritischer Mensch, der vielleicht nicht leicht zufriedenzustellen ist :-). Ich habe ja auch als einzige das Buch von Iris - der Tribun - nicht so toll gefunden, wie alle anderen. Aber das ist ja auch nicht schlimm, Autoren müssen ja auch Kritik vertragen können und jeder hat einen anderen Geschmack.


    Ich wünsche Dir jedenfalls viele LeserInnen, die ehrlich sind, die Deine Bücher lesen und auch viele neue Ideen und Anregungen für Bücher. Meine Eltern waren übrigens auch von der Salzsiederin begeistert - und mein Vater fand die Herrin der Burg auch nicht so toll (vermutlich die Gene :grin)


    Viele Grüße von Murmelito :wave

    Pappband - 74 Seiten - Vollmer
    Erscheinungsdatum: 1968
    ISBN: B0000BR3Z5



    Wenn Du Enzo Orlandi bei Amazon eingibst, dann steht das da. Ah, klar konnte das Buch nicht abgebildet werden, weil ja gar kein Bild dabei war. Logisch. :grin.


    Jedenfalls ist es nicht gerade sehr billig :(

    Long John Silver, der berühmte Pirat aus "Stevensons: Schatzinsel" sinniert in diesem Buch von Björn Larsson über sein bewegtes Leben, beschreibt seine Abenteuer, das raue Leben auf See, die Behandlung von Piraten und von Sklaven sowie seine Begegnungen mit Daniel Defoe, dem er verspricht, aus dem "wahren Piratenleben" zu erzählen.


    Wer gerne Romane über Seefahrt im 18. Jahrhundert liest, wer gerne kuschelig auf dem Sofa liegend bei prasselndem Regen eintauchen möchte in lebendig beschriebene, blutige Schlachtgetümmel, tosende Unwetter mit donnernden Wellen, betrunkende, grölende Matrosen und grausame, widerwärtige Kapitäne, der wird mit diesem Buch glücklich werden. Man lernt einiges über den zeitlichen Hintergrund, über das Leben auf See und die Behandlung von Sklaven, wobei man bei manchen Szenen schon ganz gute Nerven haben sollte und sprachlich nicht allzu zart besaitet sein sollte (Tote und Folterungen gibt es nämlich reichlich und die Sprache ist der Zeit angepaßt oft deftig, was dem Ganzen die richtige Prise an Echtheit gibt).


    Long John Silver wechselt in seiner Autobiographie zwischen spannenden Schilderungen seines Lebens und reflektierenden Einschüben, in denen er sich selbst, seine Taten als auch andere hinterfragt und analysiert. Das wirkte auf mich manchmal etwas störend und den Erzählfluß hemmend.


    Der einzige echte Wermutstropfen (bei all den Tonnen Rum im Buch :grin), waren für mich die gelegentlichen chronologischen, oft nicht nachvollziehbaren Sprünge. An mancher Stelle fragte ich mich: wo ist John Silver jetzt gerade bzw. aus welcher Perspektive schreibt er jetzt. Das wird manchmal nicht so richtig klar herausgearbeitet.


    Ansonsten aber ein schöner, historischer Roman

    Capesider : oh, nein, das ist ja super. Danke für den Tip.


    Tanzmaus : egal, wenn es gut geschrieben ist. Danke für den Hinweis



    Das habe ich gerade über das Buch gefunden:



    Der neue große historische Roman von Ulrike Schweikert erzählt die faszinierende Geschichte einer Frau an der Zeitenwende.


    Auf Drängen ihrer Familie und nicht aus Liebe hat Anne Katharina Vogelmann den Haller Salzsieder und Ratsherrn Michel Seyboth geheiratet. Als die Unruhen der Bauernkriege und ihre zu allem entschlossenen Anhänger nach Schwäbisch-Hall vordringen, befindet sich unter ihnen auch Rugger, Katha-rinas große Jugendliebe. Plötzlich steht sie ihm wieder gegenüber, jenem Mann, der ihr den ersten unschuldigen Kuss raubte, - und kann sich der wieder aufflammenden Leidenschaft nicht entziehen. Bald gerät Anne Katharina zwischen die Fronten der verfeindeten Parteien. Sie muss sich entscheiden - nicht nur auf welcher Seite sie steht, sondern auch zwischen ihrem Ehemann und ihrer Jugendliebe. Als plötzlich ihr Sohn in den Wirren des Bauernkrieges verschwindet, lässt Anne Katharina alle Bedenken hinter sich und entscheidet sich für ihren eigenen Weg. Sie macht sich auf, ihr Kind zu retten, und stellt sich dem Schicksal.


    aus: www.droemer-knaur.de

    Capesider :grin


    Stimmt, zumal das Buch bei vielen Amazon-Rezensenten so hochgejubelt wurde.


    Irgendwie fand ich es sehr schade :-(, denn die Passagen, wie sie das Burgleben beschrieb, gefielen mir gut und ich hätte gerne mehr von ihr gelesen, da sie eigentlich ja gut schreiben kann.


    Vielleicht ist ja das neue Buch, das noch nicht erschienen ist, besser.

    Kathleen O´Neal Gear hat Geschichte und Archäologie studiert und in ihrem Fachgebiet bereits mehr als zwanzig Sachbücher verfaßt, vor allem zur Vor- und Frühgeschichte Nordamerikas.


    W. Michael Gear studierte an der Colorado State University Anthropologie und arbeitete als Archäologe. Sein Spezialgebiet ist die Frühzeit menschlicher Kultur in den Rocky Mountains; er gründete eine Gesellschaft, die archäologische Studien in dieser Gegend durchführt.


    Der Anasazi-Zyklus schildert die Frühgeschichte der nordamerikanischen Indianer.


    Die Reihenfolge der Bücher des Anasazi-Zyklus ist:


    1. Im Zeichen des Wolfs
    2. Das Volk des Feuers
    3. Das Volk der Erde
    4. Das Volk vom Fluss
    5. Das Volk an der Küste
    6. Das Volk an den Seen
    7. Das Volk der Blitze
    8. Das Volk der Masken
    9. Das Volk der Stille


    Ich habe mal bei google unter Anasazi geguckt und folgenden Link gefunden:


    http://www.indianer-welt.de/nord/suedwest/anasazi.htm

    Schön, dann hast Du da ja vielleicht einen ganz anderen Bezug zu.


    Über den echten Vater wird nicht sonderlich viel erzählt - ich habe mal bei Amazon geguckt, ob es auch eine Romanbiographie über ihn gibt, habe aber nichts gefunden.


    Viel Spaß beim Lesen, falls Du es lesen willst.

    Ich habe fast alle Bücher der Autoren gelesen, die jetzt auch eine neue Reihe urzeitlicher Romane rausbringen.


    Der erste Band der neuen Reihe - den habe ich noch nicht gelesen - heißt: Tage des Wolfs.


    Die Bücher, die ich bisher gelesen habe, gefielen mir sehr gut - ich hatte mal die Ayla-Romane angefangen, fand sie aber äußerst schlecht.


    Was mir am Anfang etwas schwerfiel - woran ich mich dann aber gewöhnt habe - waren die ungewöhnlichen Namen.


    Ich kann diese Reihe nur empfehlen, da sehr viele Details aus dem Leben der Urbewohner Amerikas geschildert werden, die Handlung weder vulgär wird noch zu große Längen aufweis und die Bücher einfach schöne, dicke Schmöker sind.

    Ich habe das Buch auch gelesen bzw. nicht ausgelesen aus denselben Kritikpunkten wie Du.


    Ich war enttäuscht :fetch, da ich andere Bücher der Autorin gelesen habe, die ich gut fand. Aber dieses Buch mit seiner wirren Personenzahlen, seinen übertriebenen und wirklich ekelhaften Sexszenen war nicht mein Fall :-(.


    Soviel ich weiß, hat die Autorin jetzt ein Jugendbuch geschrieben, das werde ich mir mal anschauen.

    Hi Tomliehr,


    also ich kenne dieses Wurm-Buch nicht :grin (ich mag aber auch keine Fantasy-Literatur - wobei der Titel ja schon interessant klingt. Obwohl, die ersten 4 Harry Potter Bände habe ich auch gelesen..), aber ich denke, daß der Begriff Klassiker eigentlich recht eindeutig ist (obwohl, was ist schon eindeutig?? :gruebel


    Ich würde lebende Autoren nicht als "Klassiker" bezeichnen - ein echter Klassiker muß für mich tot sein - also der Autor :grin, der Klassiker soll ja gerade weiterleben. Klassiker sind große und bekannte Bücher eines jeweiligen Landes, die auf einem gewissen sprachlichen Niveau schreiben.


    Also das spricht dann in meinem Verständnis nicht für Boris Becker oder Bohlen :lache (wobei ich beide Bücher nicht gelesen habe - bzw. jemals lesen werde).


    :write