Lieber Dirk, danke für deine ausführliche Beschäftigung mit meinem Post. Weil ich glaube, dass die angesprochenen Dinge gerade viele beschäftigen, versuche ich, genauso ausführlich darauf einzugehen, auch, um manches, was wohl in den falschen Hals gekommen ist, gerade zu rücken.
Zitat
Original von Dirk67
Es wird misstrauisch beäugt, weil viele (um nicht zu sagen 99,9% aller Werke) einen gewissen Mindeststandard vermissen lassen. Das hat weniger mit Arroganz zu tun, als vielmehr mit Qualitätsdenken gegenüber den Lesern.
Du hast Recht mit deiner Einschätzung der Quote für Schrott unter E-Books. Hab ich selbst mehrfach erlebt. Keine Frage. Aber ich habe den Autoren, die diese Entwicklung kritisch betrachten, nirgendwo Arroganz vorgeworfen. Würde ich im Leben nicht tun. Also bitte nicht den Eindruck erwecken, ich hätte.
Zitat
Original von Dirk67Hier sagst du ja selber dass, sobald eine gewisse Qualitätskontrolle vorgeschaltet wird, der Traum selber veröffentlichen und Geld verdienen schon etwas dünner wird.
Selbstverständlich, deshalb kann ich auch nur von mir reden. Und damit du jetzt nicht mir Arroganz vorwirfst (deine letzte Bemerkung mit dem Selbstbewusstsein klang schon ein wenig danach), noch ein Wort dazu: Für einige Cover habe ich selbst Fotos ausgesucht, und die Schrift hat mir ein Freund reinmontiert, war sicher nicht immer optimal. Jetzt habe ich eine Grafikerin, mit der ich auf Basis gegenseitiger Hilfestellung das Cover quasi umsonst kriege. Und was das Lektorat anbetrifft, bin ich mal so frei zu behaupten, dass ich als Lehrerin und Sekretärin zumindest, was die Orthografie und Grammatik anbetrifft, ziemlich sicher bin. Die Romane/Geschichten an sich sind nicht so schwierig gestrickt (und auch nicht so umfangreich), dass es vom Inhaltlichen großen Handlungsbedarf gäbe.
Zitat
Original von Dirk67Sehr kleine und vor allem schwankende Beträge. Reicht das zum Lebensunterhalt?
Natürlich nicht. Aber es ist Lichtjahre mehr, als ich mit der Schreiberei in den letzten 10 Jahren verdient habe. Außerdem gebe ich mich ja nicht damit zufrieden, und arbeite daran.
Zitat
Original von Dirk67Jetzt tust du den Kleinverlagen Unrecht.
Hier ist eine Qualitätskontrolle vorgeschaltet. Kleinverlage veröffentlich nicht ausschließlich Print, die sind gerade im Bereich e-book viel aktiver, als die Großen.
Das hat doch nichts mit Unrecht tun zu tun, Dirk. Dass Kleinverlage nicht nur Print veröffentlichen, weiß ich, in wenigen Wochen erscheint bei Chichili eine Kurzgeschichtensammlung von mir als E-Book. Eben weil ich auch diese Schiene mal ausprobieren will. Und ich bin SEHR gespannt, wie sich das Lektorat da gestalten wird, das kannst du mir glauben!
Zitat
Original von Dirk67Woher willst du das wissen, wenn du Kleinverlage direkt ausschließt?
Ich schließe Kleinverlage ja nur für die Zukunft aus, und auch nicht für alles. Einige der Romane, die noch in meiner Schublade liegen, halte ich bei meinem Kleinverlag für besser aufgehoben, weil ich ihnen vom Thema her als E-Book keine großen Chancen einräume. Insofern muss ich mich berichtigen. Und was das Wissen anbetrifft, ich bin ja schon bei Kleinverlagen, und rede auch mit denen, was Verkaufserwartungen etc. anbetrifft.
Zitat
Original von Dirk67Das wird sich irgendwann rächen, denn niemand, der in der vorgeblich stärkeren Position ist (und das sind Verlage gleich welcher Größe dir gegenüber eigentlich immer) lässt sich gerne die Pistole auf die Brust setzen. Spricht sich das rum, ist das nicht sonderlich fölrderlich für dich.
Ich sehe das nicht als Pistole auf die Brust setzen. Ich denke, dass die Verlage - egal ob groß oder klein - in der Zukunft damit leben müssen, dass ihre Autoren auch in Eigenregie die Bücher, die sie nicht haben wollen, oder von denen sie sich als Print nicht so hohe Einnahmen versprechen, eben als E-Book rausbringen. Das ist Marktwirtschaft.
Zitat
Original von Dirk67Sorry wenn ich das jetzt so hart ausdrücke, aber mit dieser Einstellung verbrennst du dich, deinen Namen und deine Texte nicht nur für die Großén, sondern auch für die Kleinverlage.
Sorry, lieber Dirk, aber ich sehe das anders. Und ich probiere es gern aus. Eine spannende Zeit für Autoren, wie ich finde.
LG Cornelia