Beiträge von Friderike

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    Original von Viola Alvarez
    Es fällt mir auf, dass ich zu den neuen Projekten jetzt doch noch nichts gesagt habe. Es handelt sich um einen unbewussten Widerstand, denn eigentlich hatte ich es sogar im Titel meiner Antwort vermerkt.
    Aber ganz ehrlich: ich rede nicht gerne über meine Projekte, bis sie fertig sind.


    Das habe ich fast vermutet, aber ich versuche es trotzdem immer gern. :-)


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    Original von Viola Alvarez
    Nur als kleine Vorschau: es handelt sich um eine Trilogie.
    Wenn der erste Band abgeschlossen sein wird, verspreche ich, werde ich hier auf den Seiten der Buechereule etwas dazu verraten.


    Eine Trilogie! T-r-i-l-o-g-i-e! Das sind drei Bücher auf einmal! :freude
    Das sind doch für den geneigten Leser wunderbare Aussichten!


    Ich wünsche Dir für dieses und alle anderen Projekte natürlich viel Erfolg und das glückliche Händchen, dass Du nach meinem Geschmack mit Deinen bisherigen Werken durchgehend hattest.


    Viele Grüße,


    Friderike. :wave

    Bin erst auf Seite 525.


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    Original von beowulf
    In diesem Abschnitt nähern sich die beiden Erzählstränge immer mehr an, wir nähern uns dem Zeitpunkt, den jeder kennt, der nur den Schatten einer Ahnung von dem Sagenkomplex hat.


    Ich bekenne feierlich, dass mir der Schatten einer Ahnung fehlt. :grin
    Dafür ist es für mich umso spannender. :-)
    Mir erschließt sich immernoch nicht, wofür Hagen sich opfern möchte und warum es der vorletzte Tag ist. (S. 512) Es hat etwas mit Krimhild zu tun, weil es "losgeht" als sie Hagen Vorwürfe macht. (S. 457)


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    Original von Grisel
    Die dreizehnte Erinnerung. Ich fand die Unterhaltung zwischen Gunther und Hagen auch sehr interessant, aber wohl auf andere Weise. Ja, Gunther ist immer noch er selbst, aber auf positive Weise, hier. Er ist Hagen so total ergeben, daß er ihm sogar großzügig, wenn auch begrifflich fehlgeleitet, anbietet, daß er ihm Brynhild "geschenkt" hätte. Und er vertraut ihm und gibt sich in seine Hand, rebelliert nicht gegen das Urteil, das Hagen über ihn, sie alle, gefällt hat. Und Hagen streichelt ihn, das fand ich erstaunlich. Ist es nicht nur Treue, hat er sogar einen Funken Liebe für seinen unwürdigen König? Der ja irgendwie auch sein Sohn ist.


    Die Szene habe ich genau so empfunden.
    Ich habe Hagens Größe bewundert, nach dem was Gunther Brynhild angetan hat, ihn noch so zu trösten. Da muss mehr als Treue im Spiel sein.


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    Original von Viola Alvarez
    Für mich ist diese Erinnerung eine Schlüsselszene. Hagen ist ein guter und ein schlechter Vater gewesen, so wie Gunther ihm ( wenn auch nicht biologisch) ein guter und ein schlechter Sohn gewesen ist.


    Stimmt, ich hatte Hagens Anteil an der Situation ganz aus dem Auge verloren. Er hatte schließlich Gunther schon als Kind in seiner Obhut und vermochte es nicht, ihn für kommende Aufgaben stark zu machen. Obwohl die geistigen und körperlichen Voraussetzungen bei Gunther auch denkbar schlecht waren bzw. sind.
    Nicht zuletzt hat Hagen auf der Hochzeit von Brynhild und Gunther bestanden, wenn er zurückgezogen hätte, wäre die ganze Situation nicht eingetreten. Deswegen macht er sich auch selbst Vorwürfe.
    Ich finde es faszinierend wie hier alle Täter und Opfer gleichermaßen sind. Wobei Hagen für mich immernoch ein Held ist. :-)


    PS: Ich weiß immernoch nicht, was Hagen in Vollmondnächten macht. :-(

    Hallo Viola,


    danke für die Erläuterungen. :-)


    Glossare find ich immer toll, weil ich, wenn ich etwas faszinierend finde, es auch immer bis auf den letzten i-Punkt genau ergründen möchte.


    Wichtig hier sind aber eher die Stammbäume und auch die Karte von Burgund finde ich gut. Bezüglich des kursiven Feldzuges (?) hätte ich mir auch noch eine Karte gewünscht, weil mir nicht klar ist, wo genau sich Gunther und Anhang gerade befinden und was das Motiv dieser Reise ist.


    Dein Motiv, Brynhilds Gefühl der Fremdheit zu verstärken, kann ich nachvollziehen. Und keine Sorge, die Geschichte leidet nicht unter dem fehlenden Glossar.
    Ich finde die Erzählung nach wie vor über alle Maßen gelungen und auch trotz -einzelner- fremder Worte absolut verständlich.


    :wave

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    Original von Viola Alvarez
    Interessant, was Ihr zu den Kursiv-Teilen sagt.
    Mein einziges Argument: Beim zweiten Lesen erhöht sich dann der Genuß! :-]
    Aber das ist vielelicht nur Autorenwunsch!


    Ich lese sehr, sehr, sehr selten ein Buch zweimal. Wenn, dann in anderer Sprache. :grin
    (Obwohl ich hier in diesem Fall schon geneigt bin, eine Ausnahme zu machen. :-) )


    Btw, gibt es schon Überlegungen, dass Buch in anderen Ländern auf den Markt zu bringen?

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    Original von Viola Alvarez
    Das ist so eine Frage, ob Brynhild wirklich ein Tokio-Hotel-Fan ist, oder ob ihr nicht der Zweck ihres Erlebnishungers langsam alle Mittel heiligt.
    Wieso nehmt Ihr sie mehrheitlich als verblendet oder verknallt wahr?
    Das fände ich spannend zu wissen.


    Ich seh das wie milla: Verblendet und verknallt ist sie für mich auch nicht.
    Sie sieht in Siegfried jemanden, der ihr zumindest kräftemäßig das Wasser reichen kann. Das ist wohl eine Besonderheit, da sie alle anderen Aspiranten so eindrucksvoll und viel besungen in die Flucht geschlagen hat.


    Klar ist, dass Brynhild sich langweilt. Sie strebt nach Neuem und Unbekanntem. Das finde ich nicht verwerflich, schließlich hat sie 26 Jahre in behütetem Elternhaus zugebracht und nun ist die Zeit reif für Veränderungen. Auf Siegfried projeziert sie vermutlich ihren Wunsch nach Veränderung und Abenteuer. Er vermag ihr den Ausweg aus ihrem ihr eintönig erscheinendem Leben weisen. (Das es noch eintöniger und langweiliger geht, muss sie dann später ja noch leidvoll erfahren. :-( )


    Alles in allem nachvollziehbare Motive, auch wenn sie kurz vor der Abreise doch noch einmal einen Abschiedskoller und ein wenig Angst vor der eigenen Courage bekommt. Das kann ich aber auch sehr gut nachvollziehen.

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    Original von Bumkin
    Überragend war Siegfrieds Leistung beim Wettkampf ja nicht, aber Brynhild hat in ja dann doch gewinnen lassen ... Svenke scheint schon zu ahnen, dass dieses Unternehmen "Ehe" nicht gut gehen kann ...


    Hey Bumkin, da hast Du ja einen schönen bunt-blinkenden Beitrag produziert. ;-)


    Die Szene mit dem Wettkampf zwischen Brynhild und Siegfried war wieder wunderbar geschildert. Vor allem wie Svenke versucht, die Situation mit zweifelhaften schiedsrichterlichen Entscheidungen zu retten. (Unentschieden!) :grin


    Aber zum Schluss gibt er dann auf, weil er erkennt, dass er gegen Brynhilds Willen keine Chance hat.

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    Original von Cassandra79


    Gibich hinterlässt ja ziemlich viele Kinder. :grin Gab es damlas in in irgend einer Form schon sowas wie Unterhaltszahlung? Bestimmt nicht. :chen


    Ja, über die Kinderzahl bin ich auch gestolpert. :grin
    Die Frage nach dem Unterhalt finde ich auch interessant.
    Irgendwo steht ja, dass Hagen die unehelichen Kinder bzw. deren Mütter mit jeweils einem Sack Gold in die Verbannung schickt. Ob das mit dem Gold eine freiwillige Geste oder üblich war, vermag ich nicht zu sagen. Ansonsten sind sie wahrscheinlich dann am Hofe mit durchgefüttert worden, wenn ihre Mütter dort tätig waren. :gruebel

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    Original von Viola Alvarez
    Ich habe hin und wieder herausgelesen, dass sich die kuriven Erinnerungen aus dem "Land der Untergegangenen" nicht so leicht erschließen. Macht es das Lesen - und Raten - spannender? Oder behindert es, der Handlung flüssig zu folgen?


    Also ich fühle mich manchmal schon gestört in meinem Leseerlebnis, weil ich dann wissen möchte, wie der andere Handlungsstrang weiterläuft und das dann durch den kursiven Einschub behindert wird. Allerdings finde ich mich dann im kursiven Teil auch recht schnell wieder ein und fühle mich wieder gestört, wenn der "normale" Teil weitergeht. :grin
    Spannungssteigernd ist das aber allemal!
    Ich empfinde diese parallele Erzählweise aber durchaus als bereichernd. Ich ärgere mich zwar gelegentlich darüber, aber das ist im Endeffekt nicht schlimm. :-)
    Zumal Du das auch clever gelöst hast, normalerweise wäre ich versucht, die kursiven Stellen zu überspringen und so weiterzulesen, aber so ganz unabhängig sind die Teile ja dann auch wieder nicht. Sie sind miteinander verwoben. Ich freue mich schon auf den Augenblick, wenn der normale Teil im kursiven "ankommt". Also der normale Teil seine zeitliche Verzögerung aufholt.

    Ich hab mich auch schon gefragt, was die "Inseln" sind. Ich tippe eher auf das Gebiet von Dänemark, da gibt es auch viele Inseln und auch Festland. So weit weg von Burgund nicht weg sein, weil Siegfried ja nach 20 Tagen wieder da sein wollte.


    Zunächst einmal Gegenwind für Siegfried (S. 318): "Er (Siegfried) hatte die längsten zwei Wochen seines Lebens hinter sich, so kam es ihm zumindest vor mit dieser unberechenbaren Nordfrau, die Fragen stellte und auch noch seine Antworten behielt, um ihm dann Widersprüche zu unterstellen." Das scheint er nicht gewohnt zu sein. :grin


    Ich hätte mir in diesem Teil des Buches einen Anhang oder ähnliches gewünscht, in dem die nordischen Sprachfetzen von Brynhild erklärt sind. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich immer um unmittelbare Übersetzungen des vor- oder nachstehenden Wortes handelt. "Minn Mágur" wird schon mein Schwager heißen. Aber "Hvar er pinn systir?" oder "Út" (Feuer?).


    Die Aufklärungsszene mit Uote und Kriemhild ist goldig. :grin
    Es ist kaum vorstellbar, dass sie mit ihren 16 Jahren immernoch keine Ahnung hat. Aber wenn sogar trächtige Katzen aus ihrer Umgebung entfernt wurden und sie so sehr behütet aufgewachsen ist, woher soll sie es wissen? Brynhild hat da einen wirklichen Erkenntnisvorsprung, sie ist in Freiheit aufgewachsen.


    Uote und auch Krimhild rechne ich hoch an, dass sie sich um Brynhild kümmern und versuchen, ihr das Leben möglichst erträglich zu machen.


    Ich kenne ein paar Wörter und Wendungen nicht. :help
    S. 356 Schnurtochter (veraltet für Schwiegertochter?)
    S. 392 "Keiner hatte Kinder unter den Mänteln, wenn, hätte das auch nur die Herren betroffen, aber das hatte Hagen ja immer zu verhindern gewußt." :gruebel
    Es geht um uneheliche Kinder, die Hagen immer samt Müttern in die Verbannung geschickt hat, oder? Aber warum solllten diese bei der Hochzeit unter dem Mantel sitzen? Werden sie damit dann zu ehelichen Kindern?

    Ich bin jetzt mit diesem Abschnitt durch und es ist schon fast die Hälfte des Buches um. :cry


    Zur Frage aus dem anderen Thread, welche der Ahnen sympathischer sind:
    Nach diesem Abschnitt eindeutig die der Nordländer. Ich habe Laila und Auslis und insbesondere Ylva und Svenke richtig ins Herz geschlossen. Sie sind so geerdet und aufrichtig. Ich finde Ylva als Mutter sehr stark. Das Gespräch zwischen ihr und Brynhild, als feststeht, dass sie gehen möchte: Es ist wahre Größe, die einzige Tochter ziehen zu lassen, weil sie es möchte. Ihr aber gleichzeitig die Möglichkeit der jederzeitigen Rückkehr einzuräumen.


    Die Beziehung zwischen Ylva und Svenke ist auch sehr anrührend. Das ist doch irgendwie bewundernswert, sich bereits als Kinder zu finden und dann das ganze Leben zusammen glücklich zu sein.

    Zitat

    Original von Viola Alvarez
    Und mal ganz ehrlich: Wenn es keine Leserunde wäre, würdet Ihr nach den ersten 100 Seiten gleich weiterlesen - oder weglegen?


    Viola


    Weiterlesen!


    Mich interessiert die Intention der Frage:
    Wieso eine 100-Seiten-Schwelle? Wenn ein Buch nichts für mich ist, merke ich das meist schon deutlich früher. Oder gewinnt das Buch Deiner Auffassung nach den ersten 100 Seiten nochmals dazu, vielleicht an Spannung oder Tragik oder Ausdrucksstärke?

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    Original von Gräfin Derkum
    [Ganz nebenbei bemerkt, sind die letzten Worte, die der Vater Sigismund seiner sterbenden Gattin sagt, nicht eben einfühlsam (S.180)... aber, wie ich finde, ist dies eine großartige und witzige llustration dessen, wie selbstbezogen und hilflos Sigismund eigentlich sein muss.]


    Willkommen im Forum, Gräfin Derkum! :wave


    Ich stimme Dir vollkommen zu, diese Szene ist wiederum köstlich. :-)
    Wie kann man einer Sterbenden die Worte "Meinst du nicht, dass es noch etwas warten kann mit dem Sterben. Reiß dich doch zusammen, du. Das gibt sonst was!" mit auf den Weg geben. :wow


    "Selbstbezogen" und "hilflos" treffen es völlig, in Bezug auf Sigismund. Ich würde noch ein wenig Selbstmitleid hinzufügen.


    Wobei Sigismund in einer Beziehung recht hatte: "Das gibt sonst was!" Es gab dann auch zeitweilige Verwirrung seitens Siegfried, der den Tod der Mutter einfach leugnet. Skuril finde ich die Szenen, in denen alle am Hofe aufgefordert sind, dieses Trugbild aufrecht zu erhalten.


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    Orginal von Grisel
    Schön gemacht, wie die sagenhaften Elemente größtenteils durch Siegfrieds blühende Fantasie selbst eingebracht werden. Da haben wir den "Schmied" Mime, wir haben einen namenlosen "Zwerg", der von schnell zu unsichtbar wird, also Alberichs Gegenstück, und Schatz und Drache haben wir auch. Schön gemacht. Vor allem die Überlegung seiner Umgebung, naja, Riesen, Zwerge, große und kleine Menschen gibt es, aber wie war das mit dem Drachen?


    Jetzt zeigt sich vielleicht doch, dass ein paar Grundkenntnisse der deutschsprachigen Sagen zweckdienlich wären. :-)
    Zwerg/Alberich/Schatz/Drache kann ich jetzt nach ein wenig nachlesen einsortieren. Aber der Schmied? :help


    Ich habe die meisten Elemente aber nicht Siegfrieds Phantasie zugeschrieben (die zweifelsohne auch blühend ist :-) ), sondern "tatsächlichen" Erlebnissen Siegfrieds. Oder gibt er vielleicht nur vor, so weit gereist zu sein? Einen "Beweis" für die Reise gibt es aber: Das Geschmeide für seine Stiefmutter aus dem sagenhaften Schatz.


    Die Szene war wirklich herrlich.
    Auch die Schilderung, dass die Sachsen die Schlacht ständig abbrechen und nur die Waffen einsammeln und es ihnen gar nicht um eine Entscheidung geht, finde ich erstaunlich. Im Prinzip könnten die Sachsen die Schwäche der Burgunden ja ausnutzen und sie gleich erledigen. Aber vielleicht bewahrt Hagens Nimbus die Burgunden vor schlimmerem.


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    Original von Grisel
    In der Erinnerung erfahren wir nun, daß Hagen den Fährmann getötet hat. Warum eigentlich? Ich fange erst jetzt, mit Frides Hilfe nebenan, an, den Prolog zu kapieren. Langsam.


    Der ganze Sinn der Mission mit dem Boot und dem damit einhergehenden Tod des Fährmanns erschließt sich mir auch noch nicht.
    Ich habe heute nacht nocheinmal über diesen Finger nachgedacht. Wenn mir jemand einen Finger schickt, ist das doch ein Zeichen. Bei Entführungsopfern z. B., dass sie noch am Leben sind. In der Heimat harrt ja eigentlich - soweit wir wissen - nur Brynhild. Wer dort das Tagesgeschäft führt, weiß man ja noch nicht. Also auch nicht, für wen die Botschaft bestimmt ist.
    Vielleicht mußte der Finger auch bloß daran glauben, weil der Ring daran sich nicht mehr abziehen ließ? Alles spekulativ, ich hoffe es gibt noch eine gute Lösung. :-)


    Zur Perspektive:
    Ich empfinde Byrndt als allwissenden Erzähler. Er schildert ja auch aus dem inneren Empfinden der Beteiligten. Also frage ich mich gar nicht mehr, woher er alles weiß, sondern gehe davon aus, dass es einfach so ist.


    Zur Distanz:
    Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich unter "Distanz" das verstehe, was Ihr meint, Grisel und beowulf. Eben weil ich einen komplett anderen Eindruck habe.
    Ich fühle mich in die Handlung absolut einbezogen. Eine direkte Distanz kann ich für mich nicht feststellen. Die Handelnden sind für mich sehr greifbar und entstehen plastisch vor meinem geistigen Auge. Teilweise wird der Leser auch direkt als "Fremder" angesprochen und bekommt eine Extra-Erklärung.

    Ahhh, stimmt Grisel. Danke!
    Steht auf Seite 52. Es war ein Magister Conradus, der den schwarzen Mantel trug. Warum er nun ins Wasser geworfen wurde, wird sich hoffentlich noch klären.
    Mit dem Finger bin ich mir eigentlich relativ sicher, was sonst sollte warm und feucht sein und Hagen Schmerzen verursachen?
    Als er ins Lager zurückkommt, fehlt ihm jedenfalls der Finger....

    Zitat

    Original von Grisel


    Aus Hagen werde ich vorerst nicht wirklich schlau. Interessant fand ich seinen Grund, in Burgund zu bleiben, weil niemand dort eine andere Motivation als Gold kennt. Warum kennt er eine andere? Warum ist er anders?


    Diese Stelle auf S. 62 musste ich auch mehrfach lesen.
    Da steht: "Ich werde hierbleiben, König Gibbich, weil weder Ihr noch einer Eurer Gefolgsleute außer Gold einen Grund weiß, warum man überhaupt ein Land regiert."
    Weder König und Rat können Sinn darin erkennen, ein Land zu regieren. Im Prinzip haben sie - außer Gold - keine höher gestellten Motive. Im Prinzip wissen sie selbst nicht, wozu sie gut sind, warum sie agieren und was ihre Aufgaben sind.
    Hagen möchte vielleicht ein sinngebendes Element in diesem Kreise sein, z. B. Frieden beibehalten und sichern.



    Zum Verhältnis von Gunther II und Byrndt:
    Im Moment (Stand S. 96) sehe ich den Wunsch nach Vergessen in der frühkindlichen Rivalität begründet. Gunther II wird von Hagen in den Augen von Byrndt bevorzugt und Hagen läßt ihn gewinnen, wohingegen er bei den Kampfübungen seinen heimlichen Sohn Byrndt immer besonders hart fordert. Aber da werden im Verlaufe der Geschichte sicher noch mehr an Aversionsgründen zu Tage treten.



    Zum Prolog:
    Wir wissen nach Ende des ersten Abschnitts also, dass im Boot Hagen von Tronje (der Rote) und sein Sohn Byrndt (der Schwarze) gesessen haben.
    Hagen schneidet sich einen Finger ab und schickt Byrndt damit auf die Reise
    in die Heimat, währenddessen Hagen in das Feldlager von Gibich zurückkehrt. Was ich mich frage: Wer soll mit Hagens Finger etwas anfangen können? Beim metallischen Gegenstand daran würde ich auf einen Ring tippen. Vielleicht der goldene Ring mit dem Wolfshaar, mit dem Vymanrik Yenka zur Frau auswählte? Aber dann hätte der Ring ja eigentlich bei Brynhild sein müssen, als letzte in dieser Ahnenkette.


    Interessant finde ich auch die außereheliche Beziehung zwischen Hagen und Brynhild. Der Teil, wie Brynhild an Gibichs Hof kam, fehlt ja noch. Auch die Anbahnung der Ehe zwischen Gunter I und Brynhild. Da bin ich mal gespannt.


    Was mich auch brennend interessiert: Was macht Hagen in den Vollmondnächten, wenn er verschwindet? Wer ist Dankwart von Tronje, der sich als Hagens Bruder ausgibt?


    Noch eine ganz andere Frage:
    Wie schummelt sich das "o" in die Namen? "Uote" ist doch eine "Ute" und "Huonold" sicher ein "Hunold". Ist das eine alte deutsche Schreibweise?

    Zitat

    Original von teufelchen
    So die ersten 100 Seiten habe ich so mit Mühe und Not bewältigt und
    festgestellt, das es ziemlich ein ganz anderen Einschlag von "Geschichte
    hat, die ich sonst so kenne !!! (Der Medicus, Die Säulen der Erde, Der
    Pfaffenkönig u.s.w. )


    Mit Mühe und Not bewältigt? :gruebel Lesen wir das gleiche Buch? :grin
    Ich lese extra langsam, weil ich es so schön finde und um mich an den Sätzen zu erfreuen.


    Ich stimme mit Dir durchaus darin überein, dass es "einen anderen Einschlag hat" als die von Dir genannten Bücher (wobei ich den Pfaffenkönig noch nicht gelesen habe). Es hebt sich meiner Meinung jedoch positiv von anderen historischen Romanen ab. Allein durch die Poesie der Sprache und deren zeitweiliger Gewalt. :-)


    Vielleicht wirst Du ja doch noch warm mit dem Buch, gib ihm eine Chance. ;-)


    :wave

    Hallo Viola,


    Ich freue mich, das Du unsere Leserunde hier begleitest. :-)


    Nach dem ich von "Wer gab dir, Liebe, die Gewalt" so begeistert war, interessiert mich natürlich, ob Du weitere Buchprojekte planst.


    Und wenn ja, auf welche Themen dürfen wir uns freuen?


    Viele Grüße,


    Friderike :wave

    Ich bin zwar erst auf Seite 33, möchte aber auch schon meine ersten Eindrücke mitteilen.


    Nachdem mir "Wer gab Dir Liebe, die Gewalt" ein Leseerlebnis der besonderen Art bereitet hat, setze ich natürlich auch an "Die Nebel des Morgens" einen sehr hohen Anspruch an.


    Ich wurde bisher nicht enttäuscht, ich bin schon wieder ganz gefangen in der besonderen Art der Erzählung. Mich überzeugen die sprachliche Varianz und auch die gewählten Bilder in gewohnter Weise. Zudem schwingt immer in der Erzählung eine gewisse Art von Melancholie mit, die mir sehr gefällt. Einzelne trockene Feststellungen (SueTown :wave) geben dem Buch eine gelegentlich humoristische Würze.


    Aus den ersten Seiten ist mir das Gegensatzpaar "Wahrheit" und "Lüge" in Erinnerung geblieben. "Der Kampf zwischen Lügen und Wahrheit endet auf einem verlassenen Schlachtfeld, und nichts bleibt außer stummen Trümmern, die beiden gedient haben." Wegen solcher Sätze liebe ich dieses Buch jetzt schon.


    Inhaltlich ging es mir wie Herrn Palomar, ich hatte auch die Befürchung, dass ich mit meinen sehr rudimentären Kenntnissen der Nibelungen-Sage (diese beschränken sich leider auf Drachenblut/Eichenblatt/Siegfried :grin) Verständnisproblemen erliegen werde. Aber diese Sorge habe ich nun nicht mehr. Der Stammbaum ist wirklich Gold wert und ich konnte die Abstammung des Erzählers gut nachvollziehen. Ich vertraue darauf, dass es Viola Alvarez gelungen ist, auch Nicht-Nibelungen-Kennern ein überzeugendes Leseerlebnis zu bescheren.


    Ich bin sehr motiviert weiterzulesen. Leider habe ich dieses Wochenende eigentlich sehr wenig Zeit, da ich einiges abarbeiten muss. Aber es könnte sein, dass ich schwach werde und die Arbeit noch eine Weile zurückstelle, um mich den "Nebel des Morgens" widmen zu können. Das spricht sehr für das Buch.


    :wave