Beiträge von CarlaFederico

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    Original von Herr Palomar
    Mich wundert ja, dass die Zeit Annelie und Elisa nicht mehr zusammenschweißt. Annelie hat es schwer, sie ist wohl auch sehr verschieden im Wesen von Elisa, die anderes im Kopf hat. Elisa hat keinen Bedarf nach einer Ersatzmutter. So wird es zwischen den beiden wohl bei einer Zweckgemeinschaft bleiben.


    Ich finde schon, dass es eine Art Beziehung zwischen den beiden gibt, die sich über die Jahre dann auch noch festigen wird. Nicht zuletzt sind sie von der gemeinsamen Sorge um Richard ggeint. Ein inniges Tochter-Mutter-Verhältnis wird das aber in der Tat nicht sein.
    M.E. liegt das später nicht mehr an Elisas anfänglicher Aversion gegen Annelie (die legt sich ja nach deren Todgeburt auf dem Schiff) als vielmehr daran, dass Annelie als mögliche Mutter Elisas nicht taugt - schlichtweg weil sie eher schwach ist und selbst Führung sucht (und teilweise in Jule findet).
    Annelie ist keine Stütze - weder für Elisa noch für andere in der Gemeinschaft: Für diese Funktion sind Christine und Jule ungleich geeigneter.
    Das Sympathische an Annelie ist m.E., dass sie darum auch weiß und gar nicht erst versucht, eine ihr nicht gebührende Rolle einzunehmen.
    Liebe Grüße,
    Julia

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    Original von Waldmeisterin
    Wo war eigentlich sein zweiter Sohn (er hatte doch zwei, oder?)? Mich hätte auch interessiert, wie die Siedler an die Hühner gekommen sind, wo doch vorher schon die Eier unerreichbar waren?


    Wenn ich es recht im Kopf habe (und sich kein logischer Fehler eingeschlichen hat), wird an irgendeiner Stelle erklärt, dass er gemeinsam mit sienem Vater aufgebrochen ist - nur letzterer eben früher zurückkehrt.
    Die Hühner befanden sich die ganze Zeit auf der Hacienda - nur hat Konrad den Siedlern keine Eier abgegeben...
    Liebe Grüße,
    Julia

    Hallo,
    Gretas und Viktors Mord (oder vielmehr Totschlag) an ihrem Vater, gehört sicher zu den heftigsten, wenn nicht gar unerträglichsten Szenen in dem Buch. Das verstärkt im übrigen ein sehr verhängnisvolles, ja, gar krankes Verhältnis, das die Geschwister zueinander entwickeln.


    Für mich ist Viktor, obwohl er die Tat letztlich ausführt, der Schwächere - derjenige, der unkontrolliert und aus Verzweiflung agiert.
    Greta ist eindeutig die gefährlichere - weil die Figur mit den psychopathischen Zügen (z.B. völlige Empathielosigkeit, wie sie ja auch beim Brand auf dem Schiff erweist).


    Beim Schreiben ging mir die Figur der Greta aber unglaublich nah. Ohne Zweifel: Sie ist gefährlich, unberechenbar, kalt, manchmal richtig bösartig. Aber tief drinnen ist sie auch ein verschrecktes, überfordertes, ungeliebtes Kind, das sich - siehe Cornelius - schlichtweg nach jemandem sehnt, der für sie da ist und ihr Gutes tut. Letztlich ist es auch Verzweiflung, die sie derart hat verhärten lassen - nur, dass sie im Unterschied zu Viktor die abgebrühtere ist.


    Liebe Grüße,
    Julia

    Hallo,
    die Gründe für die Auswanderung waren vielfältig. Zum einen spielte die Revolution 1848 eine Rolle - viele erhofften sich damals mehr Freiheit und wurden bitter enttäuscht, als es anders wurde. Der Apotheker Carlos Anwandter (der in meinem Buch auch mal am Rande erwähnt wird) gehörte z.B. zu diesen. Er wurde in Chile sehr erfolgreich und einflussreich.


    Zum anderen spielte natürlich die Armut eine Rolle: In den 40er-Jahren gab es mehrfach schlechte Ernten. Dazu kamen viele Seuchen. Und schließlich die Industrialisierung: viele kleine Handwerksbetriebe mussten schließen. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken waren katastrophal. Da lockte natürlich die Aussicht, es anderswo viel besser zu haben.


    Auswanderungsland Nr. 1 waren natürlich die USA - aber auch Chile warb eben systematisch um Einwanderer und hatte Land an Menschen zu vergeben, die sonst nie dazu gekommen wären.
    Liebe Grüße,
    Julia

    Hallo zusammen,
    es freut mich, dass euch der Beginn meines Buchs gefällt und Lust auf mehr macht.


    Eine Anmerkung zum Prolog: Der ist nicht zuletzt darum entstanden, um den Leser gleich mal direkt nach Chile zu entführen. Die Schiffsreise dauert ja ziemlich lange (nicht nur, was die faktische Reisezeit anbelangt, sondern auch die Buchseiten) - und ich wollte darum schon vorher einen Eindruck vom Ziel der Reise geben.


    Liebe Grüße,
    Julia/Carla

    Hallo zusammen,
    ja, es ist tatsächlich so: Es wird eine Fortsetzung geben bzw. sogar mehrere.
    Allerdings stehen neue Protagonisten im Mittelpunkt (nämlich die nachfolgende Generation) - man kann die Fortsetzungen also ganz unabhängig lesen, auch, wenn man den ersten Band nicht kennt. Den zweiten Band habe ich bereits geschrieben. Der Arbeitstitel lautet "Jenseits von Feuerland" - und vorraussichtlich wird er im nächsten Sommer erscheinen.


    Zur Frage: Warum Chile? Nun, weil ich selbst dort war, vom Land und der Geschichte der deutschen Auswanderer sehr beeindruckt war, und weil ich (zurecht) hoffte, dass die Verlage auch mal auf etwas anderes setzen würden als auf Neuseeland und Australien.
    Liebe Grüße,
    Julia/Carla