Beiträge von MelanieM

    Da der ältere Herr doch recht ausführlich beschrieben wurde, hatte ich schon so ein Gefühl, dass es Johanna sein könnte. Und gerade dann als ich den Gedanken doch noch verworfen hatte, kam die Bestätigung. Das ist so geschickt erzählt, dass es dann doch noch eine Überraschung war. So erwischte ich mich also dabei, dass ich mich darüber freute, dass eine Mörderin ihren Verfolgern entkommen ist.

    Das freut mich, dass es bei dir beim Lesen so gut funktioniert hat :-)

    Das habe ich auch so empfunden. Ich finde, es wurde sehr einfühlsam dargestellt, wie die beiden noch um die Verlorenen trauern und sich doch nicht so ganz vor Sympathie etc. verschlossen haben. Ich würde es den beiden wirklich sehr wünschen und sie passen doch auch wirklich gut zusammen, oder?

    Sollte dieses Buch sich so gut verkaufen, dass es eine Reihe wird (ich fürchte aber nicht, wenn ich mir die aktuellen Zahlen ansehe :-( , aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt) würde sich die Beziehung von Vera und Karl ganz langsam entwickeln.

    Über eine Fortsetzung würde ich mich sehr freuen. Gerade die Paarungen Vera & Karl und Alma & Abel bringen viel Dynamik mit sich - und nicht zu vergessen die Paarung Vera & Alma. Das könnte noch so einige explosive Diskussionen mit sich bringen. Jedenfalls drücke ich ganz fest die Daumen, dass das Buch ganz viele begeisterte Leser findet. Mein Leseeindruck dazu wird in Kürze online gehen.

    Ich hatte Abel extra viel Potential mitgegeben, falls es wirklich eine Reihe geworden wäre (oder vielleicht noch werden könnte), die bis in die dunkelste Zeit Deutschlands hineinspielen würde. Denn interessanterweise gab es einige wenige Fälle, wo Juden unbehelligt geblieben sind, weil sie nirgendwo als Juden registriert waren und sich auch nicht selbst gemeldet hatten. Natürlich ist der Name Abel Bernstein verräterisch, aber da hatte ich auch schon eine typische Abel-Ausrede, von wegen, dass sein Vater Atheist gewesen wäre, sonst hätte er seine Söhne ja nicht Kain und Abel genannt und natürlich sei man nicht jüdisch, da gäbe es gar keine Unterlagen. Und Juden sind ja auch alle beschnitten. Und dann hätte man ihm von Amts wegen nahe gelegt, seinen Vornamen offiziell ändern zu lassen, damit es nicht immer zu Missverständnissen kommt. Woraufhin er sich geweigert hätte mit der Begründung, dass Joseph auch ein jüdischer Name ist und keiner Goebbels unterstellt, Jude zu sein. (Das hätte ich dann von Zarah Leander geklaut, die Goebbels damit antwortete, als er sie fragte, ob Zarah ein jüdischer Name sei).

    Ich war da doch etwas blauäugiger. Natürlich war mir von Anfang an klar, dass sie noch eine wichtigere Rolle spielen würde, aber dass schlussendlich sie die Böse sein würde, darauf wäre ich nicht gekommen. Erst nach und nach wurde ich ihr gegenüber skeptischer und das nebulöse Bild wurde klarer. Aus meiner Sicht hat die Autorin das super erzählt und mich mit dieser Entwicklung überrascht.

    Das freut mich sehr.

    Das Buch habe ich beendet und fand es interessant und spannend.

    Das Ende stellt mich nicht ganz zufrieden, da ich freilaufende Mörder nicht mag. In einer Fortsetzung sollten Vera und Karl Johanna zur Strecke bringen, da ich sie einfach zu kaltblütig und berechnend fand.

    Ob es eine Fortsetzung gibt, steht im Moment noch in den Sternen, das hängt von den Verkaufszahlen ab. Allerdings wird Johanna darin nicht mehr vorkommen, ihr Strang ist abgeschlossen, wie es mit ihr weiter geht, darf sich jeder selbst ausdenken :-)

    Da die Vergewaltiger aller Wahrscheinlichkeit straffrei davongekommen wären, hätte sie veruscht auf anderem Wegen Gerechtigkeit zu erreichen hat Johanna auf jeden Fall meine Sympathie und da sie bei einer Verhaftung wohl nicht mit mildernden Umständen hätte rechnen können, freut es mich, dass sie entkommen konnte, völlig politisch unkorrekt, aber trotzdem!

    Manchmal darf des auch politisch unkorrekt enden ;-) . Das befriedigt dann unsere heimlichen Gerechtigkeitsfantasien, auch wenn wir wissen, dass es natürlich nicht richtig ist. Aber es fühlt sich nicht ganz verkehrt an ;-)

    Der alte Mann war mir auch verdächtig. Das er durch seine geringe Körpergröße nicht doch kontrolliert wurde verwundert mich etwas. 1,6 m kleine Männer gibt es ja nicht soooo häufig.

    Täusch dich da nicht. Wir schreiben das Jahr 1920, die Durchschnittsgröße von Männern lag bei rund 167 cm. In Italien nur bei 1,64 cm. Der Unterschied wäre also gar nicht so groß. Heute ist die Durchschnittsgröße 179 cm für Männer. Olaf Scholz ist 170 cm groß, also im Verhältnis noch kleiner als der alte Engländer zum Durchschnitt.

    Was mich auch gewundert hat, dass in Hamburg sich auch keiner den Gedanken maxhte, dass die Bahnfahrt eventuell eine Finte ist und sie mit dem Schiff flieht. Sie hätte ja Aktien in Amerika gehabt, an die sie dort auch gekommen wäre. Da drüben hätte sie auch keine Maskerade mehr gebraucht. Also ich hätte den Hafen und einschlägigen Passagen auch überwacht

    Sie wussten, dass Johanna schnell verschwinden musste. Eine Bahnfahrkarte kannst du dir schnell holen. Ein Schiffsticket ist schwieriger, weil du da - so wie heute bei Flugtickets - den Namen hinterlegen musst und die Passagierlisten können schneller überprüft werden. Eine Bahnfahrkarte ist anonym und billig.

    An und für sich bin ich auch mit dem Ende zufrieden, auch wen ich durchaus der Meinung bin dass Selbstjustiz unter keinen Umständen geduldet werden kann. Man hätte sie ja vielleicht für ein paar Jahre in eine Anstalt zur Therapie einweisen lassen können?!

    Das wäre nicht passiert, weil dafür auch damals schon eine psychische Erkrankung vorliegen musste, aufgrund derer man nicht in der Lage war, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder entsprechend danach zu handeln. Das lag bei Johanna nicht vor, sie wäre vollständig schuldfähig gewesen.

    Wenn ich schon immer höre, dass ist aber Tochter/Sohn von dem Herrn von und zu und kann deshalb gar nicht kriminell sein, da könnt ich ko.... Ist ja heut immer noch so, wenn jemand Geld oder Titel hat kann er und seine Familie alles ungeschoren machen.

    Ja, das nervt mich auch, deshalb habe ich das hier auch eingebracht :-)

    Alma wurde durch das Entführungerlebnis etwas auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und ist nicht mehr ganz so oberschlau unterwegs. Vielleicht mausert sie sich ja doch noch.

    Genau, Alma musste auf den Boden der Tatsachen durch ein einschneidendes Erlebnis zurückgeholt werden, um ihre eigene Rolle und ihr Arbeitsverständnis zu überdenken. Sie ist ja keine Schlechte, nur übereifrig und handelt gern, bevor sie nachdenkt, weil sie noch nicht verinnerlicht hat, Journalistin zu sein, sondern die Rolle der Reporterin eigentlich nur so "spielt", wie sie glaubt, dass sie sein muss. Dahinter steckt auch große Unsicherheit, die sie auf diese Weise versteckt - vor anderen und vor sich selbst. Durch dieses Erlebnis muss sie sich quasi neu erfinden und wird daran wachsen.

    MelanieM ich mag übrigens deinen Schreibstil sehr. Bisher bei allen Büchern von dir ist et flüssig zu lesen. Und auch wie du immer wieder Personen aus anderen Büchern einstreust finde ich interessant. Wenn man die Leute kennt ist es schön von ihnen wieder zu lesen, wenn nicht fällt es auch nicht auf und man hat nicht das Gefühl einen Insider nicht zu verstehen.

    Vielen Dank, das freut mich sehr.

    Johannas Geschichte ist abgeschlossen. Wenn es ein Serienauftakt werden sollte, würde es einfach ganz neue Fälle geben, sodass jeder Band für sich abgeschlossen ist und nur der Meta-Plot - wie sich die Beziehungsentwicklung zwischen den vier Protagonisten Vera, Karl, Abel und Alma weiter entwickeln.

    Und das Wiedersehen mit den Studts und ihrer Umgebung war wirklich ganz toll eingebettet. Ich liebe es ja, wenn solche Universen entstehen und an immer wieder alte Bekannte wiedertrifft.

    Das freut mich sehr. Mir macht das auch viel Spaß.


    Wäre es euch denn lieber gewesen, wenn Johanna erwischt worden wäre, oder habt ihr ihr heimlich und politisch unkorrekt die Daumen gedrückt?

    Vielen Dank für dein Feedback. Am Anfang im Exposé war das Ende noch so, dass Karl JOhanna stellt und sie sich dann umbringt, weil sie lieber tot ist als noch mal in einer ausweglosen Situation. Aber dann passte das im Schreibprozess nicht mehr für mich. Weil Johanna eben nur gezielt die Täter gestraft hat, keine Unschuldigen ermordet hat. Sie war durch die Begegnung mit Braun retraumatisiert, alles kam wieder hoch und hat die Oberhand gewonnen. Sie hat ja durchaus versucht, sich Hilfe zu holen, indem sie zur Psychoanalyse ging, aber da sie dort nicht die Wahrheit sagen konnte, weil sie (noch) kein Vertrauen hatte, konnte ihr auch nicht geholfen werden. Dann holte sie sich sozusagen durch ihre Rache die Selbstheilung. Sie hatte Leuten das Leben gerettet, die es ihr mit Brutalität vergolten hatten. Also hat sie ihnen das, was sie ihnen einst "geschenkt" hatte, aus ihrer Sicht wieder weggenommen - das Leben. Natürlich ist sie eine Mörderin. Aber sie wurde im Prinzip in ihrem eigenen "Seelenkrieg" zur Soldatin, die ihre Feinde vernichtet hat - so wie man es im Krieg tat. Alma und Vera waren nicht ihre Feinde wie die Männer, die sie getötet hat.


    Wenn der Roman gut läuft, hat er das Potential als Serienauftakt, wenn er nicht gut läuft, bleibt es ein Einzelband. Warten wir es mal ab.

    Mir kommt sie halt ein bisschen vor, als ob sie da nicht aus ihrer "Psychoanalytikerin"-Haut raus kann - auch privat nicht. Das meine ich auch überhaupt nicht wertend und könnte auch eine Art Panzer, sprich Selbstschutz für sie sein.

    Oft ist es eher umgekehrt - Leute, die so gestrickt sind, suchen sich passende Berufe ;-)

    Die Frage, die sich mir stellt ist, ob Johanna vielleicht eine multiple Persönlichkeit hat? Es gibt doch Menschen, in denen sozusagen immer wieder unterschiedliche Persönlichkeiten die Führung übernehmen.

    Das würde ja auch erklären, warum sie als Willi anders spricht als als Johanna?

    Die Formulierungen, die Willi im Keller benutzt sind auf jeden Fall ähnlich zu denen, die Johanna schon vorher Alma gegenüber benutzt hat, als sie sie herunterputzt.


    Ich bin jetzt auf die Auflösung gespannt…

    Die sogenannte "multiple Persönlichkeit" ist eine umstrittene Diagnose in der Psychiatrie. Es gibt die dissoziative Störung, wo Menschen nicht wissen, was sie in bestimmten Situationen getan haben. Aber die aus Krimis bekannte "multiple Persönlichkeitsstörung" ist eine Erfindung amerikanischer Psychotherapeuten, die versuchten, in eine schwer verständliche Symptomatik Logik einzubauen, indem sie die verschiedenen Anteile als multiple Persönlichkeiten definierten. Das haben die Patienten dann dankbar übernommen, weil es ihnen ja die Verantwortung nahm. Nun waren nicht sie selbst verantwortlich, sondern multiple Persönlichkeiten, die völlig eigenständig handeln. Das gibt es allerdings nicht. Es gibt Situationen, wo es so wirken kann, aber das sind nur Persönlichkeitsfragmente derselben Person. Zeitweilig können sie sich an Dinge nicht erinnern, manchmal aber schon. Zeitweilig haben sie keine Kontrolle über das, was sie tun, dann aber doch wieder. Deshalb ist der Begriff "multiple Persönlichkeit" irreführend und eigentlich nur für Krimis geeignet, die von "Nicht-Fachleuten" geschrieben werden. Fachleuten wie mir rollen sich dabei die Zehennägel auf, weil das so nicht funktioniert. Meine Lösungen sind immer so, dass sie auch in der Realität aus psychiatrischer Sicht möglich gewesen wären.