Beiträge von MelanieM

    Wenn ich schon immer höre, dass ist aber Tochter/Sohn von dem Herrn von und zu und kann deshalb gar nicht kriminell sein, da könnt ich ko.... Ist ja heut immer noch so, wenn jemand Geld oder Titel hat kann er und seine Familie alles ungeschoren machen.

    Ja, das nervt mich auch, deshalb habe ich das hier auch eingebracht :-)

    Alma wurde durch das Entführungerlebnis etwas auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und ist nicht mehr ganz so oberschlau unterwegs. Vielleicht mausert sie sich ja doch noch.

    Genau, Alma musste auf den Boden der Tatsachen durch ein einschneidendes Erlebnis zurückgeholt werden, um ihre eigene Rolle und ihr Arbeitsverständnis zu überdenken. Sie ist ja keine Schlechte, nur übereifrig und handelt gern, bevor sie nachdenkt, weil sie noch nicht verinnerlicht hat, Journalistin zu sein, sondern die Rolle der Reporterin eigentlich nur so "spielt", wie sie glaubt, dass sie sein muss. Dahinter steckt auch große Unsicherheit, die sie auf diese Weise versteckt - vor anderen und vor sich selbst. Durch dieses Erlebnis muss sie sich quasi neu erfinden und wird daran wachsen.

    MelanieM ich mag übrigens deinen Schreibstil sehr. Bisher bei allen Büchern von dir ist et flüssig zu lesen. Und auch wie du immer wieder Personen aus anderen Büchern einstreust finde ich interessant. Wenn man die Leute kennt ist es schön von ihnen wieder zu lesen, wenn nicht fällt es auch nicht auf und man hat nicht das Gefühl einen Insider nicht zu verstehen.

    Vielen Dank, das freut mich sehr.

    Johannas Geschichte ist abgeschlossen. Wenn es ein Serienauftakt werden sollte, würde es einfach ganz neue Fälle geben, sodass jeder Band für sich abgeschlossen ist und nur der Meta-Plot - wie sich die Beziehungsentwicklung zwischen den vier Protagonisten Vera, Karl, Abel und Alma weiter entwickeln.

    Und das Wiedersehen mit den Studts und ihrer Umgebung war wirklich ganz toll eingebettet. Ich liebe es ja, wenn solche Universen entstehen und an immer wieder alte Bekannte wiedertrifft.

    Das freut mich sehr. Mir macht das auch viel Spaß.


    Wäre es euch denn lieber gewesen, wenn Johanna erwischt worden wäre, oder habt ihr ihr heimlich und politisch unkorrekt die Daumen gedrückt?

    Vielen Dank für dein Feedback. Am Anfang im Exposé war das Ende noch so, dass Karl JOhanna stellt und sie sich dann umbringt, weil sie lieber tot ist als noch mal in einer ausweglosen Situation. Aber dann passte das im Schreibprozess nicht mehr für mich. Weil Johanna eben nur gezielt die Täter gestraft hat, keine Unschuldigen ermordet hat. Sie war durch die Begegnung mit Braun retraumatisiert, alles kam wieder hoch und hat die Oberhand gewonnen. Sie hat ja durchaus versucht, sich Hilfe zu holen, indem sie zur Psychoanalyse ging, aber da sie dort nicht die Wahrheit sagen konnte, weil sie (noch) kein Vertrauen hatte, konnte ihr auch nicht geholfen werden. Dann holte sie sich sozusagen durch ihre Rache die Selbstheilung. Sie hatte Leuten das Leben gerettet, die es ihr mit Brutalität vergolten hatten. Also hat sie ihnen das, was sie ihnen einst "geschenkt" hatte, aus ihrer Sicht wieder weggenommen - das Leben. Natürlich ist sie eine Mörderin. Aber sie wurde im Prinzip in ihrem eigenen "Seelenkrieg" zur Soldatin, die ihre Feinde vernichtet hat - so wie man es im Krieg tat. Alma und Vera waren nicht ihre Feinde wie die Männer, die sie getötet hat.


    Wenn der Roman gut läuft, hat er das Potential als Serienauftakt, wenn er nicht gut läuft, bleibt es ein Einzelband. Warten wir es mal ab.

    Mir kommt sie halt ein bisschen vor, als ob sie da nicht aus ihrer "Psychoanalytikerin"-Haut raus kann - auch privat nicht. Das meine ich auch überhaupt nicht wertend und könnte auch eine Art Panzer, sprich Selbstschutz für sie sein.

    Oft ist es eher umgekehrt - Leute, die so gestrickt sind, suchen sich passende Berufe ;-)

    Die Frage, die sich mir stellt ist, ob Johanna vielleicht eine multiple Persönlichkeit hat? Es gibt doch Menschen, in denen sozusagen immer wieder unterschiedliche Persönlichkeiten die Führung übernehmen.

    Das würde ja auch erklären, warum sie als Willi anders spricht als als Johanna?

    Die Formulierungen, die Willi im Keller benutzt sind auf jeden Fall ähnlich zu denen, die Johanna schon vorher Alma gegenüber benutzt hat, als sie sie herunterputzt.


    Ich bin jetzt auf die Auflösung gespannt…

    Die sogenannte "multiple Persönlichkeit" ist eine umstrittene Diagnose in der Psychiatrie. Es gibt die dissoziative Störung, wo Menschen nicht wissen, was sie in bestimmten Situationen getan haben. Aber die aus Krimis bekannte "multiple Persönlichkeitsstörung" ist eine Erfindung amerikanischer Psychotherapeuten, die versuchten, in eine schwer verständliche Symptomatik Logik einzubauen, indem sie die verschiedenen Anteile als multiple Persönlichkeiten definierten. Das haben die Patienten dann dankbar übernommen, weil es ihnen ja die Verantwortung nahm. Nun waren nicht sie selbst verantwortlich, sondern multiple Persönlichkeiten, die völlig eigenständig handeln. Das gibt es allerdings nicht. Es gibt Situationen, wo es so wirken kann, aber das sind nur Persönlichkeitsfragmente derselben Person. Zeitweilig können sie sich an Dinge nicht erinnern, manchmal aber schon. Zeitweilig haben sie keine Kontrolle über das, was sie tun, dann aber doch wieder. Deshalb ist der Begriff "multiple Persönlichkeit" irreführend und eigentlich nur für Krimis geeignet, die von "Nicht-Fachleuten" geschrieben werden. Fachleuten wie mir rollen sich dabei die Zehennägel auf, weil das so nicht funktioniert. Meine Lösungen sind immer so, dass sie auch in der Realität aus psychiatrischer Sicht möglich gewesen wären.

    ich bin noch nicht ganz so weit aber etwas anstrengend zu lesen finde ich das Vera Psychoanalytikerin ist.


    Das kommt mir zu oft vor sie hat ihre Ausbildung als Psychoanalytikerin gemacht, sie denkt als Psychoanalytikerin so usw...


    Ansonsten wird der Herr Braun ja seine Vergangenheit haben, das bekommen wir sicher noch mit ein unangenehmer Zeitgenosse.

    Ja, im ersten Abschnitt musste ich versuchen, die notwendigen Infos über die Psychoanalyse unterzubringen. Tut mir leid, wenn das etwas anstrengend geworden ist. Wie hättest du es dir lieber gewünscht? Auf der anderen Seite ist Vera relativ "verkopft", diese neue Tätigkeit war ja auch ihr Versuch, ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes wieder lebenswert zu machen.

    Vielen Dank für dein Feedback, das für mich als Autorin wie immer wertvoll ist und mir zeigt, ob ich richtig beim Spuren legen war ;-) . Dazu äußere ich mich dann erst im letzten Abschnitt, wegen Spoilergefahr.


    Pauls Gesichtsverletzung ist das beherrschende Thema in Hafenschwester 2, da wird auch Moritz Kellermann so schwer verwundet und die beiden Männer geben sich in der schweren Zeit gegenseitig halt. In Hafenschwester 2 wird die Heimatfront gezeigt, nicht die Front in Frankreich, nur das, was in Hamburg ist, und da waren dann eben die Verwundeten und was man gemacht hat, wenn jemand so schwer betroffen war.


    Ich fand es sehr schön, dass ich diese Ereignisse jetzt auch noch gekonnt mit diesem Buch verbinden konnte, sodass es einen kleinen Gastauftritt gibt, der nicht hergesucht ist, sondern in die Handlung passt.


    Alma ist eine Nervensäge, ja, eine junge Frau, die noch nicht wirklich weiß, was Professionalität ist, sondern einer ganz eigenen Vorstellung hinterher läuft. Das machte mir Spaß beim Schreiben, dass sich jemand so völlig über alle Grenzen wie ein Trampeltier hinwegsetzt und auch noch denkt, alles richtig zu machen, ohne bösartig zu sein. Das ist das Vorrecht, wenn man jung ist, auch wenn die meisten natürlich nicht so forsch sind wie Alma.

    Spannend, dass sich quasi jeder Psychoanalytiker nennen konnte. Möchte nicht wissen, was da für Scharlatane unterwegs waren. Wobei, es gibt ja auch heute noch etliche Tätigkeitsbezeichnungen, die nicht geschützt sind und mit denen sich jeder schmücken kann.

    Deshalb hat die psychoanalytische Gesellschaft dann später eigene Voraussetzungen für die Anerkennung geschaffen.

    Was mich auch überrascht hat, wie lange es den Lesezirkel schon gibt.

    Die ersten Lesezirkel gab es schon im 17. Jahrhundert. 1908 wurde der Verband der Besitzer Deutscher Lesezirkel gegründet, um einheitliche Richtlinien für Vertrieb und Werbung zu schaffen.

    Ich freue mich, dass du so gut reingekommen bist.

    Hier habe ich erstmalnachgeforscht, welche Ausbildung man haben muss, um sichPsychoanalytiker nennen zu dürfen, denn ein abgeschlossenes Studiumkann Vera ja nicht vorweisen.

    Psychoanalytiker war damals (ganz anders als heute, heute muss man Psychologie oder Medizin studiert haben und anschließend noch eine Analytiker-Ausbildung machen) kein Ausbildungsberuf. Jede Person, die selbst eine Analyse durchlaufen hatte, durfte sich Psychoanalytiker nennen.

    In meinen Augen müßtedas eigentlich heißen: Doktor Grunewalds Verdacht, der Täter könnteschwächer gewesen sein... Oder stehe ich dagerade selbst neben mir?

    Nein, du hast recht, da haben wir beim Lektorat nicht aufgepasst. Ist mir bis eben durch die Lappen gegangen, du bist die erste Person, der das beim Lesen aufgefallen ist, bzw. es mir mitgeteilt hat.