Chronik des Vergessens - Sebastijan Pregelj

  • Chronik des Vergessens - Sebastijan Pregelj

    ISBN: 978-3-85435-835-0


    Aus dem Slowenischen übersetzt von Erwin Köstler.


    2017 erschienen


    Kurzbeschreibung:

    Was braucht man, um im Altersheim einen relativ glücklichen Lebensabend zu verbringen? Die Hauptfigur des Romans „Chronik des Vergessens“, ein pensionierter Jurist, glaubt es zu wissen: er hat seine eigenen vier Wände, sein Blutbefund ist in Ordnung, er hat die Ausscheidung unter Kontrolle, ist nicht hilflos, nicht wirr und nimmt seine Umgebung wahr, kurz: er ist Herr über sein Leben. Zumindest erscheint es so, am Anfang. Nach und nach aber erweist sich sein Gedächtnis als ziemlich porös – weit mehr, als er ahnt und als seine Bemühungen, sich die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten, auszugleichen vermögen. Das Hier und Jetzt findet immer ausschließlicher in seinem Kopf statt, die Gegenwart gerät zu einer ins Fantastische ausufernden Erzählung und bald fragt man sich, welche Wirklichkeit die wirklichere ist.


    Über den Autor:

    Sebastijan Pregelj, geb. 1970, slowenischer Prosaist und Kinderbuchautor, kam mit mehreren seiner Romane auf die Shortlist für den begehrten Kresnik-Preis. Veröffentlichungen u. a.: „Leta milosti“ (2004, „Jahre der Gnade“), „Na terasi babilonskega stolpa“ (2008, dt. Auf der Terrasse des Turms von Babel, Drava 2013), „Mož, ki je jahal tigra“ (2010, „Der Mann, der den Tiger ritt“), „Prebujanja“ (2011, „Arten des Erwachens“), „Pod srečno zvezdo“ (2013, dt. Unter einem glücklichen Stern, Drava 2015), „Kronika pozabljanja“ (2014, „Chronik des Vergessens“). Mit „Chronik des Vergessens“ erscheint der dritte Roman Sebastijan Pregeljs in deutscher Übersetzung.


    Mein Eindruck:

    Dieses Buch aus dem Drava-Verlag ist mir auf der Frankfurter Buchmesse bei einer Veranstaltung mit dem slowenischen Autor Sebastijan Pregelj aufgefallen. Ein interessanter Fund. Mir ist aufgefallen, wie sehr der Autor in sich ruht und das überträgt er auch in seinem Roman.


    Es wird das Alltagsleben eines 80 Jahre alten Mannes gezeigt, der im Altersheim lebt. Er kommt eigentlich noch gut zurecht, bis er schließlich merkt, wie sein Gedächtnis immer mehr nachlässt, dafür kommen Ereignisse der Vergangenheit wieder zum Vorschein. Immer mehr hat der alte Mann Schwierigkeiten, Traum und Realität auseinander zu halten. Mit ihm der Leser. Ganze Figuren werden plötzlich in Frage gestellt, ob es sie wirklich gibt oder nur in der Vorstellungswelt. Das ist stilistisch sauber und gut gemacht.

    Literatur aus Slowenien in deutscher Sprache ist relativ selten, aber die Handlung dieses Romans könnte natürlich überall spielen.

    Ich kann den Roman empfehlen!