Clemens J. Setz - Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes. Erzählungen

  • Titel: Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes. Erzählungen
    Autor: Clemens J. Setz
    Verlag: Suhrkamp
    Erschienen: Mai 2012
    Seitenzahl: 349
    ISBN-10: 3518463357
    ISBN-13: 978-3518463352
    Preis: 9.99 EUR


    Clemens J. Setz gehört ohne Frage zum Besten, was die deutschsprachige zeitgenössische Literatur zurzeit zu bieten hat. Das beweist er nachdrücklich mit diesen Erzählungen.


    Der Autor beobachtet die Menschen, ist dabei aber immer einfühlsam – auch wenn nichts seiner scharfen Beobachtungsgabe entgeht. Seine Erzählungen sind ganz gewiss nicht alltäglich. Sein Humor ist so manches Mal bitterböse – ohne dabei aber verletzend zu sein. Diese Erzählungen sind teilweise grotesk, gewalttätig und dann aber auch wieder fast zärtlich.


    Der Autor macht deutlich, wie facettenreich und zwiespältig die Menschen doch sind – und da wo eine helle Seite ist, da ist eben auch eine dunkle Seite, manchmal ist diese dunkle Seite sogar noch dunkler als tiefschwarz.


    Dieses Buch ist ein Leseerlebnis, vielleicht nicht für den, der lieber das Oberflächliche, den fast schon nervenden Mainstream mag. In diesem Erzählungsband aber wird klar, was Literatur wirklich zu leisten vermag und für was Literatur denn so steht. So begegnet man in einer Erzählung auch dem BDSM, ins Absurde getrieben – damit aber nicht minder real. Man schaut in Abgründe, die eigentlich bei genauerem Hinsehen nur kleine Vertiefungen sind – man schaut manchmal eben auch, ob man es nun wahrhaben will oder nicht, auch auf sich selbst.


    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG schrieb übrigens ganz euphorisch: „Da möchte man am liebsten das eigene Knie küssen vor Verzückung“ - wobei ich jetzt nicht genau weiß, was sie (die Zeitung) damit eigentlich sagen will – aber sie beschreibt es schon gut und zutreffend.


    Ein sehr lesenswerter Erzählungsband. 8 Punkte.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.