'Bühlerhöhe' - Seiten 001 - 094

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    Original von Arietta


    Das fand ich auch, ich hatte Gänsehaut beim Lesen.


    Die hatte ich auch, und Agnes tut mir unendlich leid. Aber natürlich auch ihre Schwester und wenn ich dann nachdenken, alle, die damals so leiden mussten.

  • Auch ich bin gut in das Buch gestartet. Die Sprache empfinde auch ich als sehr angenehm.

    Zitat

    Original von Lumos
    Positiv aufgefallen ist mir auch, wie oft der Genitiv verwendet wird. Auch das ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich. Aber hier kann man definitiv nicht sagen "der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" :grin.


    Ich muss gestehen, dass mir das gar nicht so aufgefallen ist, ich mich aber immer darüber ärgere, wenn gerade auch deutsche Autoren konsequent den Genitiv vermeiden. Da fällt es mir doch eher auf, wenn es falsch gemacht wird, das Richtige scheine ich da eher zu überlesen.


    Ich muss doch feststellen, dass ich mich sonst eher weniger mit dieser Epoche deutscher Geschichte beschäftigt habe. Deshalb musste ich mich erst einmal ein wenig an die Zeit gewöhnen, ich finde aber, dass es einem Brigitte Glaser da sehr einfach macht. Man kann einfach unwahrscheinlich schnell mit den Protagonisten mitfühlen und findet sich so auch schnell zurecht.


    Zitat

    Original von Lerchie
    Will ihr Freund die Aussöhnung mit den Juden nicht? Will er die Entschädigungszahlung torpedieren?


    Was Xavier Pfisters Gründe bzw. Geschäfte sind frage ich mich auch immer noch. Was für ein Geschäft ist da in Tanger geplatzt ist, ist mir auch noch nicht so ganz klar. Dass er Sophie nichts von seinen Geschäften erzählt macht ihn mir nicht sympathischer. Irgendetwas hat er zu verbergen. Ich bin mir nur noch nicht so sicher, ob es wirklich etwas mit Adenauer zu tun hat. Ich bezweifle aber, dass Sophie mehr über seine Pläne bzgl. Adenauer weiß. Ich fürchte, er benutzt sie nur.


    Nun bin ich gespannt, was es mit dem mysteriösen Anruf noch auf sich hat, ob Ari doch noch irgendwann auftaucht und wie es mit Agnes und dem Schwarzen Engel weitergeht.

    :lesend Jay Kristoff & Amie Kaufmann; Gemina. Die Illuminae-Akten 2

    :lesend Ilona Andrews; Sweep of the Heart (eBook)

    :lesend Robin Hobb; Der Bruder des Wolfs (Hörbuch: Matthias Lühn)

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    Original von Lese-rina


    Gestern habe ich mir noch die Homepages des Hotels angeschaut. Wow! Ich hab es mir nach den Beschreibungen im Buch ja schon prächtig vorgestellt, aber die Bilder im Internet übertrafen meine Erwartungen! :anbet Bin echt neidisch auf dich, dass du dort schon mal absteigen durftest. :knuddel1 War es denn so toll, wie es aussieht?


    Die Bilder habe ich mir doch direkt mal angesehen. Das sieht wirklich richtig klasse aus. Schade finde ich, dass auf der Webseite nirgends steht, dass das Hotel geschlossen ist. Wenn man die anderen Berichte im Internet liest, so scheint das Hotel seit ein paar Jahren schon auf seinen Umbau zu warten, aus dem bis heute leider noch nichts geworden ist und bei dem auch noch fraglich ist, ob er je stattfinden wird. Ich finde das sehr schade. Das Hotel wäre zwar etwas außerhalb meiner Preisklasse, nichtsdestotrotz finde ich es ungemein schade, wenn solche Gebäude einfach in Vergessenheit geraten.
    Ich habe direkt mal weiter gesucht, und wenn ich das richtig gelesen habe, wurde das Hotel Hundseck bereits abgerissen, nachdem es zuletzt als Jugendherberge gedient hat und dann durch einen Orkan schwer beschädigt wurde.

    :lesend Jay Kristoff & Amie Kaufmann; Gemina. Die Illuminae-Akten 2

    :lesend Ilona Andrews; Sweep of the Heart (eBook)

    :lesend Robin Hobb; Der Bruder des Wolfs (Hörbuch: Matthias Lühn)

  • Mit den lateinischen Ausdrücken wie Genitiv und Dativ habe ich so meine Probleme.


    Als ich zur Schule ging und mit VOLKSschulabschluss diese verließ, gab es diese lateinischen Bezeichnung in der Schule noch nicht. Vielleicht im Gymnasium, das ist möglich, aber daher fällt es mir schwer zu merken, was was ist. Ich weißt jetzt zwar, dass Genitiv der Wessen oder Wes-Fall ist und Dativ dem Wem-Fall. Ob ich das aber viel später noch weiß? Keine Ahnung. Aber vielleicht kann ich mir das ja nun merken, wo so explizit darauf hingewiesen wurde, bzw. ich das natürlich nachgelesen habe.


    Es gibt da noch ganz viele andere lateinische Bezeichnungen, die ich mir merken müsste....

  • Auch ich bin sehr gut in das Buch gestartet und es gefällt mir bis jetzt ausgesprochen gut.


    Allerdings habe ich als erstes gleich mal den Anhang mit den Erklärungen und den Erläuterungen zu einzelnen Begriffen gelesen. Durch diesen Anhang hat das Buch schon gleich mal einen dicken Pluspunkt bei mir. Zum Beispiel die Geschichte der Entstehung des Hotels fand ich sehr interessant. oder auch die Erklärung zu dem Wiedergutmachungsgesetzt. Ich hatte davon natürlich schon mal vor ewigen Zeiten in der Schule etwas gehört. Aber was es genau damit auf sich hatte, war mir nicht mehr ganz klar.


    Ich finde das Buch bis jetzt sehr kurzweilig zu lesen, es ist so abwechslungsreich mit den kürzeren Abschnitten und den unterschiedlichen Personen, die alle so ausführlich dargestellt werden.




    Zitat

    Original von Lumos


    Diese Reisacher ist eine großartige Figur, finde ich. Nix zum kuscheln :grin, aber hochinteressant. Eine Frau mit Vergangenheit und weiß was sie will. Ob sie es auch erreicht? Mal sehen, ob wir am Ende der Geschichte schlauer sind.


    .


    Die Reisacher ist bis jetzt auch meine Lieblingsfigur. Ich finde sie hochinteressant und super gelungen. Sie weiß was sie will und wie sie es erreichen kann.
    Sie träumt von einer Heirat mit diesem Xavier. Allerdings glaube ich irgendwie nicht, dass er sie wirklich heiraten will. Ich habe das Gefühl, er benutzt sie nur um an Informationen zu gelangen. Aber ich zweifele an seinen ernsten Absichten an ihr.


    Was ich noch nicht ganz verstanden habe, oder vielleicht habe ich es auch überlesen: wer genau ist Nathan? Ist es nur ein Verwandter von Rosa oder ist es ihr Geliebter ??


    Über den Namen "Walburg" bin ich auch gestolpert. Ich kenne nur den Namen "Wallburga". Bei "Walburg" hatte ich beim Lesen erst den Eindruck es sei ein Männername. Aber es ist doch der Name von einer Frau.

  • Zitat

    Original von Gucci


    Habe mich zu der LR angemeldet, weil ich mich über etliche Jahre im nahen Baden-Baden regelmässig aufgehalten habe und daher nicht nur die Bühlerhöhe mir ein Begriff ist, sondern ich habe auch in dem Hotel selber gewohnt. Weil ich mich gut in der Kurstadt auskenne, habe ich natürlich gerade bei den Beschreibungen dort Bilder vor Augen.


    Na da ist dieses Buch natürlich eine Pflichtlektüre für dich! :-)
    Es muss bestimmt toll gewesen sein, in dem Hotel zu wohnen. Da hast du bestimmt noch viele schöne Erinnerungen daran.
    Aber auch ich habe beim Lesen sehr intensive Bilder vor Augen, obwohl ich mich dort in der Gegend noch gar nicht aufgehalten habe. Aber ich finde, alles wird sehr anschaulich und lebendig erzählt, ich kann mir wirklich alles super gut vorstellen: Das prächtige Hotel mit der Terrasse und den Telefonkabinen in Foyer und die Landschaft drumherum.

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    Original von Chroi
    Die Bilder habe ich mir doch direkt mal angesehen. Das sieht wirklich richtig klasse aus. Schade finde ich, dass auf der Webseite nirgends steht, dass das Hotel geschlossen ist. Wenn man die anderen Berichte im Internet liest, so scheint das Hotel seit ein paar Jahren schon auf seinen Umbau zu warten, aus dem bis heute leider noch nichts geworden ist und bei dem auch noch fraglich ist, ob er je stattfinden wird. Ich finde das sehr schade. Das Hotel wäre zwar etwas außerhalb meiner Preisklasse, nichtsdestotrotz finde ich es ungemein schade, wenn solche Gebäude einfach in Vergessenheit geraten.
    Ich habe direkt mal weiter gesucht, und wenn ich das richtig gelesen habe, wurde das Hotel Hundseck bereits abgerissen, nachdem es zuletzt als Jugendherberge gedient hat und dann durch einen Orkan schwer beschädigt wurde.


    Herzlichen Dank für diese zusätzlichen Infos! Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass das Hotel noch in Betrieb ist, da auf der Homepage nichts anderes ersichtlich war. Hundseck habe ich mittlerweile auch gegoogelt und zumindest von außen lässt sich die ehemalige Pracht noch erahnen.


    Ja, ich finde es auch schade, dass diese Häuser dem Verfall preisgegeben werden. Aber wenn die veranschlagen Summen zur Renovierung, die in diversen Zeitungsartikeln genannt wurden, auch nur halbwegs stimmen, ist das nicht zu stemmen. Soviel Geld lässt sich mit einem Hotelbetrieb wohl nicht mehr verdienen. Wirklich schade.


    Umso schöner ist es, dass die Bühlerhöhe und Hundseck zumindest in unserem Kopfkino wiederauferstehen und wir die Geschichte dort genießen können. :-]

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

  • @ Lese-rina, Chroi, Rouge - Ich habe zuletzt im Oktober 2000 dort ein verlängertes Wochenende verbracht wegen einer Familienfeier. Ich habe mich schon ein bisschen als Prinzessin gefühlt mit dem ganzen Personal um einen herum und dem hofiert werden. Es fing ja schon an, dass ich mit meinem älteren VW vorfuhr und mir die Autotür geöffnet wurde, ich die Autoschlüssel übergab, das Gepäck ausgeladen und auf das Zimmer gebracht wurde und das Auto geparkt und zur Abreise wieder gebracht wurde. Jeder Gast wurde persönlich zum Zimmer begleitet und gefragt, ob er Hilfe (beim Auspacken/ Einrichten) benötigt. Jedes Mal wenn ich das Zimmer verliess, müssen unsichtbare Angestellte danach die Wassertropfen wieder weggewischt haben und auch das Handtuch zurechtgerückt haben. Später war das Bett aufgeschlagen und ein Gute-Nacht-Gruß lag auf dem Kopfkissen, das Licht war gedimmt. Mein Zimmer hatte auch einen behehbaren Kleiderschrank/ Ankleidezimmer. Was war ich froh einiges an Abendgarderobe mitgebracht zu haben, man zog sich öfter um. :lache Beim Packen war mir auch etwas unangenehm was ich nur für normale Koffer/ Kleidersäcke hatte. :lache
    Man hat sich als Gast ganz normal in dem Hotel bewegt, allerdings wurde man sehr zuvorkommend behandelt und immer wieder nach Wünschen gefragt. Machte man Anstalten vom Tisch aufzustehen, wurde der Stuhl abgerückt und man wurde unauffällig dahin geleitet, wo man wohl hinwollte und dann wieder zurück zu seinem Platz begleitet. Sachen wurden einem abgenommen und für einen transportiert. Dieser Aufenthalt war schon einmalig.
    Einige Gäste erkannte man aus Zeitschriften, doch alle verhielten sich normal, es war noch nicht die Zeit der schnell mal ein Foto machen, geschweige Selfie. Die Bühlerhöhe-Mitarbeiter haben auch ganz selbstverständlich und souverän die Gäste angesprochen und nicht bei ("ehem."Adels-) Titeln herumgestottert.


    In Baden-Baden, in Begleitung des Gastgebers hatte ich auch immer schon einmal etwas andere Luft geschnuppert und gemerkt, dass dort auch noch eine andere Zeit/ Umgang herrschte als in der nieders. Landeshauptstadt. Dort wurde man auch viel mehr mit Namen angesprochen und es wurde mehr Wert auf Äusserlichkeiten erkannt/ gesehen werden gelegt.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Gucci, vielen Dank für diesen tollen Bericht über Deinen Besuch im Hotel Bühlerhöhe. Es klingt alles super nobel und vornehm. Aber auch so. als würde man sich dort wirklich wohl fühlen. Da hattest du ja einen wunderschönen Aufenthalt und ein tolles Erlebnis.
    Ich kann mir vorstellen, dass das Buch noch mal ganz anders auf einen wirkt, wenn man schon man selber in dem Hotel als Gast war.

  • So wie Lumos sehe ich das auch. Er kann kein Verwandter sein, sobdern da muss Liebe zwischen Rosa und ihm eine Rolle gespielt haben.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • 31 Postings an nur einem Tag?! :wow


    Ich habe vorhin eine längere Leseeinheit gemacht und fand es mit dem Haifa-Abschnitt etwas verwirrend. Der Wechsel zwischen dem Hotel und den anderen Orten ist dann aber wieder deutlich. Es gibt einige sehr interessante Personen und einige, denen "Spion" schon auf der Stirn geschrieben steht. Aber wenn der Kanzler anreist, ist ein großes Aufgebot von Sicherheitskräften von Nöten. Das war bestimmt damals schon so.


    Die Zeit war sicher schwierig für ein Staatsoberhaupt. So kurz nach dem Krieg und einem kompletten Wandel der Gesinnung. Wem man gerade trauen konnte und wem nicht, war sicher nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.


    Gucci
    Da hattest du dann aber eine erinnerungswürdige Familienfeier.

  • Zitat

    Original von Lerchie
    Oh ja, man musste damals wohl noch sehr aufpassen, wem man trauen konnte. Denn die Entnazifizierung war ja noch lange, lange nicht zu Ende.


    So richtig geklappt hat die sowieso nicht, da sind einige durch die Maschen geschlüpft und haben sich auch in der neuen Republik wieder auf exponierten Stellen eingerichtet.
    Das schimmert auch hier immer wieder durch.

  • Erstmal Gucci herzlichen Dank für deinen tollen Bericht! Sowas macht für mich den großen Reiz einer Leserunde aus, denn das sind Erfahrungen, die zwar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, aber trotzdem irgendwie dazugehören. :knuddel1


    Ein anderes Thema wollte ich nochmal aufgreifen:


    Zitat

    Original von sapperlot
    Mein Wissensstand über den Zeitraum Ende der 1940er und dem Beginn der 1950er Jahre in Deutschland sind eher dürftig. Als Schweizer sei mir dieses fehlende Wissen verziehen. Auch ein Grund warum mich die Lektüre dieses Buches gereizt hat.


    Ich gestehe, mein Wissenstand über das Nachkriegsdeutschland ist auch nicht besonders ausgeprägt. Und ich kann mich nicht damit entschuldigen, dass ich einer anderen Nationalität angehöre. ;-) Auch für mich ein Grund, gezielt Bücher aus dieser Zeit zu lesen, leider hab ich noch nicht allzuviel davon gefunden. Anders als die Kriegsjahre ist die Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung literarisch eher wenig bearbeitet. Wenn jemand da gute Büchertipps für mich hat - nur her damit!


    So richtig aufgefallen ist mir das schon letztes Jahr, als ich (eher durch Zufall) "Morgenland", ebenfalls ein Buch aus der deutschen Nachkriegsgeschichte gelesen habe. Übrigens sehr zu empfehlen, ich hab es mal verlinkt. Bühlerhöhe erinnert mich an dieses Buch, auch hier wird eine junge Israelitin (wobei es ein paar Jahre vorher spielt und es Israel noch gar nicht gab) nach Deutschland geschickt, um einen geheimen Auftrag zu erledigen.


    Ich finde es schade, dass der Zeitraum zwischen Krieg und Wiedervereinigung gefühlt stiefmütterlich behandelt wird. Auch vom Schulunterricht habe ich davon außer ein paar Fakten zum Kalten Krieg nichts mehr in Erinnerung. Bei mir wurde der 2. Weltkrieg sehr, sehr ausführlich behandelt, danach wenig (bis zur Wende).


    Aber zum Glück gibts ja solche Bücher wie das hier und ich bin froh, dass ich so "ganz nebenbei" mein Geschichtswissen auffrischen kann. :-)


    Zitat

    Original von sapperlot
    Der Umgang der Deutschen mit den jüdischen Mitbürgern in diesen Jahren scheint eine Mischung aus steifer Verkrampftheit und ein gewolltes Beiseite schieben der Vergangenheit zu sein.


    Dazu schreib ich im 2. Abschnitt mehr dazu, da hab ich mir bei Rosas "Reise" ein paar Gedanken dazu gemacht.

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

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    Original von Lumos


    So richtig geklappt hat die sowieso nicht, da sind einige durch die Maschen geschlüpft und haben sich auch in der neuen Republik wieder auf exponierten Stellen eingerichtet.
    Das schimmert auch hier immer wieder durch.


    Auf einer Seite ist das verständlich. Nach 11 Jahren (ich nehme jetzt mal 1934 als Beginn, weil es ja mit den braunen Gedanken nicht erst mit dem Krieg begann) Nazi-Gesinnung kann man wohl nicht mehr von heute auf morgen umschwenken. Das Gehirn ist ja kein Lichtschalter. Die Leute, die mit den Machenschaften nichts anfangen konnten, waren entweder ausgewandert oder "verschwunden". Mein Onkel hat mir mal von der Entnazifizierung des Otto-Normal-Bürgers erzählt. Er meinte, dass viele auch den Stempel erhielten, die einfach einen Zwanziger über den Tisch schoben. Also ist es nicht verwunderlich, dass drei Jahre nach Gründung der Republik gerade in der Spionage noch Ex-Nazis zu finden waren.

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    Original von Büchersally
    Auf einer Seite ist das verständlich.


    Verständlich ja, trotzdem bleibt natürlich ein schlechtes Gefühl dabei. Und wenn man sich ansieht, wie lang sich das dann durchgezogen hat ... :rolleyes Das waren sicher nicht nur "einige", die da durch die Maschen geschlüpft sind.


    Wahrscheinlich war es aber einfach auch eine Notwendigkeit, viele "Mitläufer" in ihren Ämtern zu lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass bei einem weitaus strengerem Vorgehen Deutschland komplett zusammengebrochen wäre. Man denke mal daran, um welchen Personenkreis es sich hier handelt. Bürgermeister, Verwaltungsangestellt, Polizei, Lehrer ..., wenn da mehr oder weniger alle wegbrechen, wer soll auf die Schnelle diese Aufgaben übernehmen? Viele Männer sind ja eh im Krieg gefallen, die Frauen konnten diese Lücke nicht auch noch schließen.


    Wie gesagt, schwieriges Thema, vor allem, wenn man es aus der heutigen Entfernung betrachtet. Wobei wohl auch viele nicht besonders stolz auf ihre Vergangenheit waren und dieses Gedankengut auch nicht weiter verbreiteten. von Droste scheint mir so ein Fall zu sein.


    Übrigens:


    Zitat

    Original von Büchersally
    Es gibt einige sehr interessante Personen und einige, denen "Spion" schon auf der Stirn geschrieben steht.


    Wen meinst du denn damit? Ich bin wohl zu wenig geschult, denn ich habe noch keine Spionageverdächtigen! :-(

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

  • Zitat

    Original von Lese-rina


    So richtig aufgefallen ist mir das schon letztes Jahr, als ich (eher durch Zufall) "Morgenland", ebenfalls ein Buch aus der deutschen Nachkriegsgeschichte gelesen habe. Übrigens sehr zu empfehlen, ich hab es mal verlinkt. Bühlerhöhe erinnert mich an dieses Buch, auch hier wird eine junge Israelitin (wobei es ein paar Jahre vorher spielt und es Israel noch gar nicht gab) nach Deutschland geschickt, um einen geheimen Auftrag zu erledigen.


    Leserina: vielen Dank für Deinen Tipp mit dem Buch "Morgenland". Von dem Buch hatte ich bis jetzt noch nichts gelesen, aber es hört sich sehr interessant an. Ich muss ja auch gestehen, dass ich über diese Nachkriegszeit nur recht wenige Kenntnisse habe und noch kein Buch gelesen habe, welches in der Zeit spielt. Und mir geht es auch so wie Dir, dass ich froh bin durch "Bühlerhöhe" mein Geschichtswissen auffrischen zu können.
    Meine Bücherei hat "Morgenland" sogar da, ich habe es mir gleich mal vorgemerkt. :-]

  • Zitat

    Original von Lerchie
    Die beiden Männer haben ja Rosa förmlich entführt. Irgendwie war das keine Bitte von Oz sondern ein Befehl. Unterstand sie ihm da schon? Sie war doch da noch keine Agentin. Hätte sie sich nicht weigern können, denn sie wollte doch nicht mehr nach Deutschland?


    Wenn ich das richtig verstehe, herrscht im (damaligen) Israel ein anderes Pflichtverständnis. Wenn dich dein Land braucht, dann machst du das, auch wenn du persönlich was anderes willst.


    Zitat

    Was hat die Hausdame Sophie Reisacher damit zu tun? Vielleicht weil sie mit Xavier befreundet ist, der ist mir suspekt. Bis jetzt habe ich noch nicht gemerkt, dass sie etwas gegen Adenauer hätte. Will ihr Freund die Aussöhnung mit den Juden nicht? Will er die Entschädigungszahlung torpedieren?


    Für mich hat Sophie Reisacher nur insoweit mit Adenauer zu tun, dass er öfter Gast in dem Hotel ist, in dem sie Hausdame ist. Sie hat sicher nichts gegen ihn. Ich weiß auch nicht, ob Pfister was gegen ihn hat, meiner Meinung nach will er eher krummen (Waffen-)geschäften nachgehen und evtl. ein Geschäft mit dem Kanzler machen, für günstigen politischen Wind sorgen ...


    Zitat

    Und was hat es mit dem schwarzen Engel auf sich, vor dem Agnes davonläuft? War der Mann es, der ihre Schwester – wie ich vermute – vergewaltigt hat? Dann kann ich ihre Angst verstehen.



    Edit: @ Rouge: Das freut mich! :-) Ich bin gespannt, ob und wie es dir gefällt!


    Edit 2: Zu viel verraten. :wave

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

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