Der Eiffelturm - Roland Barthes

  • Suhrkamp Verlag, Berlin 2015


    Aus dem Französischen von Helmut Scheffel.


    Kurzbeschreibung:
    Unter den zahlreichen, zu Klassikern gewordenen Essays von Roland Barthes zählt der 1964 entstandene Der Eiffelturm zu den bekanntesten und folgenreichsten. In ihm wendet der Strukturalist sein Instrumentarium auf das weltweit bekannte Wahrzeichen von Paris, von ganz Frankreich, an - und gelangt zu überraschenden, immer noch beindruckenden Resultaten. Der Eiffelturm ist ein Mythos des Alltags, zugleich Symbol für technische Neuerungen wie unumgängliches Touristenziel, Wahrzeichen der aufkommenden Globalisierung, in jedem Buch, in jedem Film, im Fernsehen unausweichlich, auf Facebook und Twitter von jedermann identifizierbar - kurz, ein Zeichen für alles und jedes. Roland Barthes gilt der Eiffelturm als nahezu unersetzliches Objekt: »Durch den Eiffelturm hindurch üben die Menschen jene große Funktion des Imaginären aus, die ihre Freiheit ist, da keine Geschichte, so dunkel sie auch war, sie ihnen jemals hat nehmen können.«


    Über den Autor:
    Roland Barthes wurde am 12. November 1915 in Cherbourg geboren und starb am 26. März 1980 in Paris an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Er studierte klassische Literatur an der Sorbonne und war danach als Lehrer, Bibliothekar und Lektor in Ungarn, Rumänien und Ägypten tätig. Ab 1960 unterrichtete er an der École Pratique des Hautes Études in Paris. 1976 wurde er auf Vorschlag Michel Foucaults ans Collège de France auf den eigens geschaffenen Lehrstuhl »für literarische Zeichensysteme« berufen. In Essais critiques beschäftigt sich Barthes mit dem avantgardistischen Theater. Prägend für ihn waren unter anderem Brecht, Gide, Marx, de Saussure sowie Jacques Lacan. Zudem war Barthes ein musikbegeisterter Mensch, vor allem als Pianist und Komponist.


    Über den Übersetzer:
    Bekannt wurde Helmut Scheffel Ende der fünfziger Jahre durch Übersetzungen von Michel Butor. Es folgten Übersetzungen von französischen Autoren wie Roland Barthes, Robert Pinget, Claude Simon und Nathalie Sarraute. Mit seiner Frau Gerda Scheffel wurde er 1979 mit dem Johann-Heinrich-Voss-Preis ausgezeichnet.
    Helmut Scheffel ist 2010 in Frankfurt im Alter von 85 Jahren gestorben.


    Mein Eindruck:
    Das Essay des französischen Philosophie-Superstars Roland Barthes entstand 1964. Warum man es auch heute noch lesen kann, liegt auf der Hand. Zum einen hat der Eiffelturm auch heute noch eine große Symbolwirkung, zum anderen ist der entspannte, eloquente Stil des Autors zeitlos. Barthes versteht zu erzählen. Intellekt und Humor halten sich die Waage. Schon zu Beginn zeigt Barthes, dass damals Intellektuelle alles andere als für die Errichtung des Eiffelturms waren.
    Der Schriftsteller Guy de Maupaussant sagt z.B. dass er jeden Tag im Eiffelturm sein Abendessen einnehmen würde, da dies der einzige Ort wäre an dem er den Turm nicht sehen könnte.


    Dass der Eiffelturm keinen offensichtlichen praktischen Nutzen hat, ist in der Bedeutung der symbolischen Strahlkraft unwichtig. Ihn zu besteigen bedeutet, an einem Traum teilzuhaben! "Der Eiffelturm zieht Bedeutung an wie der Blitzableiter den Blitz."


    Auch heute noch wird er eingesetzt, um etwas auszudrücken, so strahlte er noch vor kurzen in Schwarz-rot-gold in gedenken an die Opfer des Amoklaufs in München.


    Roland Barthes beleuchtet den Eiffelturm aus verschiedensten Blickwinkeln und sagt auch etwas zu Gustave Eiffel, dem Erschaffer, und seinen Motiven.


    Der Eiffelturm war bei seiner Erstehung der höchste Turm der Welt!
    Auch dieses Büchlein ist ein Schmuckstück! Es enthält am Schluß einige Illustrationen des Eiffelturms aus alter Zeit, alle von 1889.


    ASIN/ISBN: 3518466321