Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Hanser
Übersetzt von Helga van Beuningen
Kurzbeschreibung:
Niemand hätte gedacht, dass sie bleiben würde. Nachdem passiert war, was alle nur das Unglück nannten: der Schuss im Chicorée-Treibhaus. Sie blieb, aber sie wollte nicht wie eine Nonne leben. Deshalb gab sie eine Anzeige auf, unmissverständlich. Die Begegnungen mit den unbekannten Männern verliefen stets nach demselben Muster: kennenlernen, erzählen, eine gemeinsame Nacht. Dabei ließ sie die Erinnerung an ihren toten Mann jahrelang nicht los. Und immer wieder die Frage: Warum hatte er es getan? – Bis zu jenem eiskalten Tag und jener schlaflosen Nacht. Margriet de Moor erzählt in ihrem unverkennbaren Ton eine schmerzliche Liebesgeschichte, von Abschied und Tod, Wut und Eifersucht und von der Möglichkeit eines Neubeginns.
Über die Autorin:
Margriet de Moor, eine der bedeutendsten niederländischen Autorinnen der Gegenwart, studierte Klavier und Gesang, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Bereits ihr erster Roman Erst grau dann weiß dann blau (Hanser, 1993) wurde ein sensationeller Erfolg. Heute sind ihre Romane und Erzählungen in alle Weltsprachen übersetzt. Ihr Werk erscheint im Hanser Verlag, zuletzt Die Verabredung (Roman, 2000), Der Jongleur (Ein Divertimento, 2008), Der Maler und das Mädchen (Roman, 2011) und Mélodie d'amour (Roman, 2014). Margriet de Moor lebt in Amsterdam.
Mein Eindruck:
Die Handlung zeigt eine Frau in einer Krise. Ihr Mann hat sich umgebracht. Thema ist das Unverständnis, die Trauer und wie weitermachen.
Sie erinnert sich an Details nach Tons Tod, doch vieles kommt ihr unwirklich vor. 13 Jahren ist das schon her und die Ehe währte nur 14 Monate. Doch der Suizid Tons lässt sie nicht los. In schlaflosen Nächten denkt sie zurück.
Margriet de Moors Sätze sind originell, manchmal leicht schräg und haben den hohen Ton, den ihr Stil ausmacht,. Man sollte nicht verschweigen dass der immer wieder mal ziemlich prätentiös wirkt.
Um da ein Beispiel zu geben, zitiere ich aus Seite 65:
“Ich drücke die Stirn an die Fensterscheibe und spüre und höre die Kälte dahinter. Sie liegt im Jaulen eines Hundes in der Ferne, im Sausen des vorbeifahrenden Zugs, in der konzentrierten, von der Kälte polierten Erschütterung und im Knacken eisverpackter Äste.”
Was der Hanser-Werbetext nicht verrät, ist dass diese Novelle bereits von 1989 stammt und auch 1994 schon in Deutsch veröffentlich wurde.
Immerhin hat die niederländische Star-Autorin den Text überarbeitet.
Trotzdem etwas ernüchternd, wenn man auf einen wirklich neuen Text gehofft hat.