Sondereinband: 144 Seiten
Verlag: Brinkmann & Bose
1988
Übersetzt aus dem Französischen von Elisabeth Weber.
Über den Autor:
Jacques Derrida gilt als Begründer und wichtigster Vertreter der Dekonstruktion. Seine Kritik am metaphysischen System sowie seine Überlegungen zu Zeichen, Text und Schrift haben die zeitgenössische Philosophie, Literaturwissenschaft und das politische Denken des 21. Jahrhunderts maßgeblich geprägt. Zu seinem umfassenden Werk zählen insbesondere Grammatologie (1967), Die Schrift und die Differenz (1967) oder Randgänge der Philosophie (1972).
Mein Eindruck:
Der französische Philosoph Derrida hat sich 25 Jahre lang mit James Joyce beschäftigt und in diesem Band befinden sich zwei Essays von Derrida über Joyce.
Das erste mit dem Titel "Zwei Deut für Joyce" behandelt Finnegans Wake und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den vielfältigen Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Übersetzung durch verschiedene Interpretationsansätze.
Ich finde es interessant, dass Derrida auch seine eigenen Werke in den Kontext einbezieht. Sein Buch Glas war sein Wake! Und Joyce beeinflusste ihn in Die Postkarte.
Ich finde mich auch in einem weiteren Satz von Derrida wieder. Er sagt “Ich bin nicht sicher, Joyce zu mögen .. Ich bin nicht sicher, das man ihn mag …außer, wenn er lacht … er lacht immer … dann aber spielt und entscheidet sich alles in der Differenz zwischen mehreren Klangfarben des Lachens “
James Joyce ist kein unumstrittener Autor, man kann leicht an ihm Verzweifeln und Finnegangs Wake ist kaum zu gehen.
Der zweite, längere Text ist Ulyssess Grammophon, diesmal geht es um Ulysses und wieder spielt die Sprache und Übersetzung eine Rolle. Englisch, Französisch, Deutsch.
Gut gefallen haben mir die Passagen, die Dialoge zwischen Stephen und Bloom sowie von Molly zeigen.
Teile von Derridas Essay sind schwer zu fassen, da sich der Kontext aus speziellen Details speist. Diese nutzt Derrida, um Joyce Werke zu dekonstruieren. Wenn man das Offensichtliche sucht, greift man wohl kaum zu Derrida!
Ulysses Grammophon ist ein feines Buch, aber es ist nur für Leser, die sich gleichermaßen für Philosophie und Literatur, für Derrida wie für James Joyce interessieren.
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ASIN/ISBN: 3922660282 |