Verlag Johannes Petri
Gebundene Ausgabe
336 Seiten
Auf den Spuren eines Mordfalls im Musikbusiness
Kurzbeschreibung:
Auf den Spuren eines Mordfalls im Musikbusiness
Warum musste Jerome sterben?
Nach Jahrzehnten des Schweigens gibt Sebastian Winter, einst Tontechniker der legendären Band Klarstein, 2015 erstmals ein Interview. Jule Sommer, gefeierte Nachwuchsjournalistin des Musikmagazins, hat die einmalige Chance, aus erster Hand zu erfahren, was sich damals in der "Kommune des Schreckens" tatsächlich abgespielt hat.
Im Berlin der späten 1970er Jahre war die Band um den charismatischen Sänger Jerome aus dem Nichts kommend kometenhaft aufgestiegen.
Nachdem die erste Platte und vor allem die Single Sommer die Charts gestürmt hatten, schien den Erfolg nichts mehr aufhalten zu können.
Bis zu jener katastrophalen Neujahrsnacht, an deren Ende Jerome erschossen im Tonstudio lag und Klarstein aufgehört hat zu existieren.
Sebastian Winter will reden, doch was hat er zu erzählen - und was bezweckt er damit? Je weiter er die Reporterin in die Vergangenheit mitnimmt, desto beklemmender empfindet diese das Gespräch: Führt sie ein Interview oder nimmt sie eine Beichte ab; hat sie es mit einem Zeugen oder einem Mörder zu tun? Und was bedeutet das für sie selbst?
Weiss Winter gar von Ihrem geheimen Auftrag?
Über den Autor:
Michael Düblin, geboren 1964 in Basel, beschreibt eine kräfte- und nervenaufreibende Verhörsituation, in deren Verlauf immer unklarer wird, wer hier wem auflauert.
Mein Eindruck:
Der kalte Saphir ist ein Roman mit einem herausstechendem Merkmal: er ist originell.
(abgesehen von dem einfallslosen Titel, aber sei es drum!)
Im Interview einer Journalistin mit einem Tontechniker und in reflektierenden Austausch wird die Geschichte einer fiktiven Rockband der späten siebziger Jahre erzählt. Sie nennen sich Klarstein! Es ist eine deutsche Band, deren Musik auf den Wurzeln der Rolling Stones und vergleichbaren Rockbands liegt. Sie sind nicht modern, dafür haben sie einen ehrlichen Ton. Legendär werden sie aber erst posthum, nachdem Jerome, der Sänger und Gründer der Band ermordet wurde.
Bei der Figurengestaltung bin ich in einem Punkt skeptisch. Der Schweizer Autor Michael Düblin versucht diesem Bandgründer eine besonders charismatische Art zu verleihen. Das drückt sich darin aus, wie die anderen Bandmitglieder auf ihn reagieren. Als Figur selbst und in seinen Dialogen kann ich diesen Zauber aber nicht so ganz spüren. So ganz glaubhaft wirkt Jerome nicht.
Besser funktioniert es mit der Drummerin Zed, die locker und humorvoll mit ihren Bandkollegen umgeht und mit dem Tontechniker, der eine wichtige Funktion in der Band ausfüllt.
Interessant wird es auch, wenn langsam deutlich wird, wer eigentlich wirklich der kreative Kopf der Band war. Immer mehr verdeutlichen sich die damaligen Geschehnisse. Das ist spannend und hält mich als Leser dicht am Plot.
Ein konventioneller Krimi ist es trotz der Mordgeschichte kaum. Wichtiger sind die Emotionen der Beteiligten und ihre Stärken und Schwächen, die sich in entscheidenden Momenten zeigen.
Sprachlich ist der Roman ungekünstelt, vielleicht etwas unelegant, aber doch ganz OK und passend. Ich habe mich 2 Tage gut von dem Buch unterhalten gefühlt, das hat in letzter Zeit nicht jeder Roman geschafft.