Das Geräusch der Dinge beim Fallen - Juan Gabriel Vásquez

  • Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
    Verlag: Schöffling


    OT: EL RUIDO DE LAS COSAS Al CAER
    Aus dem Spanischen von Susanne Lange


    Kurzbeschreibung:
    Bogotá, Kolumbien, im Sommer 2009: Der Jura-Professor Antonio Yammara liest in der Zeitung von einem Nilpferd, das aus dem ehemaligen Privatzoo des legendären Drogenkönigs Pablo Escobar entflohen ist. Unmittelbar fühlt er sich in die Zeit zurückversetzt, als der Krieg zwischen Escobars Medellín-Kartell und den Regierungstruppen auf Kolumbiens Straßen eskalierte. Damals musste er hautnah miterleben, wie ein Freund ermordet wurde. Noch Jahre später quälen ihn die Erinnerungen. Bei seinen Nachforschungen über den Mord entdeckt Antonio, wie stark sein eigenes Leben und das seines Freundes von der gewaltsamen Vergangenheit des Landes bestimmt wurden. »Das Geräusch der Dinge beim Fallen« ist eine preisgekrönte Tour de Force und ein intimes Porträt einer Generation, die der Drogenhandel in einem lebendigen Albtraum gefangen hielt. Für diesen großen Roman wurde Juan Gabriel Vásquez mit dem mit $ 175.000 dotierten »Premio Alfaguara de novela« ausgezeichnet. »Juan Gabriel Vásquez stellt sich einem aktuellen und schmerzhaften Thema der kolumbianischen Geschichte: Dem berüchtigten Drogenhandel und der schier endlosen Welle der Gewalt der 90er Jahre.


    Über den Autor:
    Juan Gabriel Vásquez wurde 1973 in Bogotá geboren und studierte lateinamerikanische Literatur an der Sorbonne. Seine preisgekrönten Romane, Erzählungen und Essays wurden bisher in 16 Sprachen übersetzt. 2011 wurde Vásquez mit einem der wichtigsten Literaturpreise der spanischsprachigen Welt ausgezeichnet - dem Alfaguara-Literaturpreis. Juan Gabriel Vásquez lebt mit seiner Familie in Bogotá.


    Über die Übersetzerin:
    Susanne Lange, geboren 1964 in Berlin, lebt in Barcelona. Für ihre Übersetzungen aus dem Spanischen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt das Zuger Übersetzerstipendium für ihre Neuübersetzung des Don Quijote (2003), den Hieronymusring (2007) und den Johann-Heinrich-Voß-Preis (2009). 2010/2011 war sie August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören u.a. Fernando del Paso, Federico García Lorca, Octavio Paz, Carmen Laforet, Juan Rulfo und Javier Marías.


    Mein Eindruck:
    Juan Gabriel Vasquez Roman “Die geheime Geschichte Costaguanas” fand ich sehr gelungen, mit den darauf erschienen Erzählungsband konnte ich weniger anfangen. Dieser preisgekrönte, frühe Roman liegt irgendwo dazwischen.
    Die Handlung ist in den neunziger Jahren in Kolumbien angelegt, als der Drogenhandel das ganze Land bestimmte.


    Es gibt viele gut geschriebene Passagen. Mich interessierte zum Beispiel, wie ein gewalttätiges Ereignis den Protagonisten Yammara beeinflusst und seine Beziehung zu seiner Freundin Aura und der gemeinsamen kleinen Tochter negativ beeinflusst. Das war nachvollziehbar geschildert. Das Leben in einer von Gewalt geprägten Gesellschaft kann nicht normal verlaufen.


    Daneben gibt es aber viele Szenen, die mich nicht so stark erreichten.
    Vielleicht lag das daran, dass das tödliche Schicksal der zentralen Figuren Ricardo Laverde und Elaine schon von Anfang an bekannt waren und ich als Leser bei den Rückblicken deswegen mehr Distanz zu ihnen gehalten habe
    Yammara lässt der Vorfall nicht los. Jahre später trifft er auf Ricardos Tochter und gemeinsam rekonstruieren sie die Ereignisse.


    Fazit: Mich hat das Buch nicht so richtig gepackt. Ich halte Juan Gabriel Vásquez aufgrund der Qualität seiner Prosa jedoch weiterhin für einen der interessantesten Autoren Lateinamerikas.
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