Meine Erfahrungen mit einem ungebetenen Gast
Verlag: Gütersloher Verlagshaus, 2007
Gebunden, 192 Seiten
Kurzbeschreibung:
Wigand Lange leidet an Parkinson. Eindrucksvoll hat er seine Auseinandersetzung mit dieser Krankheit in seinem Bestseller Mein Freund Parkinson beschrieben. In seinem neuen Buch verabschiedet sich Lange von seinem Freund Parkinson. Es scheint, als habe er ihn besiegt: Eine erstaunliche Selbstheilung hat eingesetzt, 2004 überquerte Lange sogar als erster Parkinson-Patient auf einem Segelschiff den Atlantik. Sprachlich brillant, humorvoll und mit großer Offenheit schildert der Autor in Tagebucheinträgen, Briefen und Erzählungen seine langsame, wohltuende Distanzierung von Mr. Parkinson hin zu einem neuen, erfüllten Leben.
Über den Autor:
Wigand Lange, geboren 1946, Dr. phil., studierte deutsche und anglo-amerikanische Literatur und Geschichte. Promotion in den USA mit anschließender Tätigkeit als Professor für Germanistik und Mitarbeiter der Zeitschrift New German Critique. Zurück in Deutschland arbeitete er zunächst an verschiedenen Theatern als Dramaturg; heute ist er freier Schriftsteller und Übersetzer und lebt, westlich von München, im oberbayerischen Denklingen. Diverse Publikationen in den Bereichen Theater, Hörfunk, historische Prosa, biographische und autobiographische Prosa, deutsche und englische Literatur u. a. über Thomas Mann und Henry Fielding.
Mein Eindruck:
Wigand Lange ist schon mit Ende 40 an Parkinson erkrankt. Das ist sehr früh.
Um sich mit der Krankheit zu arrangieren, die das Leben stark bestimmt, hat er beschlossen, die Krankheit zu akzeptieren. Mit seinem Buch „Mein Freund Parkinson“ hat er viel Aufsehen erlangt.
10 Jahre später berichtet er von seinem Leben mit Parkinson bzw. in erster Linie berichtet er davon, was er trotz der Krankheit noch kann.
Zum Beispiel wagte er sich auf eine Fahrt auf einem Segelschiff, fährt noch Auto und schreibt weiterhin. Mit seinem Bestseller geht er auf Lesereise, im ICE beobachtet er die Leser, einmal ist er sogar zu Gast in einer Talkshow.
Er teilt das Schicksal der Parkinson-Erkrankung mit prominenten Leidensgenossen wie dem Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz, dem Sänger Johnny Cash, dem Papst Johannis Paul II, Salvadore Dali und noch so einigen anderen.
Dieses Buch umfasst in Teil 1 die Jahre 2003 bis 2004 und in Teil 2 die Jahre 2005 – 2006.
Wigand Lange kann wirklich schreiben! Er nutzt mehrere Formen, um von seinen Erfahrungen zu erzählen. Meistens sind seine Schilderungen humorvoll, leicht ironisch. Unter anderen ist er öfter im Dialog mit Mr.Parkinson, einmal schreibt er ihm sogar einen Brief, um ihn an die Freundschaft zu erinnern. Doch es gibt auch gesundheitliche Rückschläge und Einschränkungen. Durch die Medikamente wird er schnell müde.
Dann überlebt er nur knapp einen Autounfall, das wirft ihn zurück.
Ein interessantes Buch, bei dem man als Leser froh ist, nicht selbst an dieser Krankheit zu leiden. Betroffenen macht das Buch sicher Mut!