Details:
Seitenzahl: 320 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen: 29. Februar 2016
Inhalt:
Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, sehr weise, aber auch ein bisschen schüchtern. Und ganz schön verwirrend. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist. Die beiden gehen auf dieselbe Schule und schon seit Monaten tauschen sie E-Mails aus, in denen sie sich die intimsten Dinge gestehen. Simon spürt, dass er sich langsam, aber sicher in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Dann fällt eine der E-Mails in falsche Hände – und plötzlich steht Simons Leben Kopf. Die schönste Liebesgeschichte aller Zeiten – Herzchenaugen und Dauergrinsen garantiert!
Autorin:
Becky Albertalli hat als Psychologin schon mit vielen schlauen, schrägen, wunderbaren Teenagern gearbeitet. Sieben Jahre lang leitete sie außerdem eine Gruppe für Kinder mit abweichender Gender-Identität. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Atlanta. »Nur drei Worte« ist ihr erster Roman.
Meine Meinung:
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich das Buch das erste Drittel lang nicht so ganz packen konnte. Doch dann kam die Wende und schließlich konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen.
Sprache:
Die Sprache passt sehr gut zu dem 17jährigen Simon, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Sie ist umgangssprachlich, aber dennoch sehr gut zu lesen. Es hat etwas gedauert bis ich mich so richtig hineingefunden habe, doch als es soweit war, fand ich sie eigentlich sehr gelungen für den Roman.
Einige Formulierungen fand ich wirklich wunderschön gewählt, witzig und besonders. Es gab durchaus Momente, in denen ich ein klein wenig verzaubert war, obwohl ich das anfangs nicht gedacht hätte.
Figuren:
Simon ist ein schöner Protagonist, den ich wirklich gern mag. Man bekommt als LeserIN fast schon Muttergefühle für ihn. Er ist ein wenig planlos und scheint sich auch nicht so sehr in andere Menschen hineinversetzen zu können, aber er ist ein lieber Junge, der einfach gerade dabei ist, sich selbst zu finden und seine Identität zu entdecken. Denn Simon ist schwul und niemand weiß davon. Niemand außer Blue.
Der wiederum hat mir wirklich gut gefallen. Man lernt ihn eigentlich nur durch seine Emails kennen, aber irgendwie auch ein bisschen lieben. Man leidet und fiebert mit Simon mit, weil man auch als Leser unbedingt mehr über Blue erfahren möchte. Er scheint ein toller Kerl zu sein und ich kann Simon definitiv verstehen, dass er sich verliebt.
Simons andere Freunde hingegen bleiben – bis auf Abby vielleicht – in meinen Augen ein wenig blass. Ich hätte gern mehr über sie erfahren, damit sie mir noch mehr ans Herz wachsen können, aber das kam für meinen Geschmack etwas zu kurz.
Handlung:
Die ganze Zeit über steht eine große Frage im Raum: Wer ist Blue? Zum Schluss hin wird das richtig spannend und ich habe wie schon erwähnt mit Simon mitgefiebert und gezittert.
Es geht um eine Liebe, die durch Emails entsteht, etwas, das sich viele nicht vorstellen können. Doch warum eigentlich nicht? In Emails können wir offener sein als wir es bei einem ersten oder zweiten Treffen in der Realität wären. Es fällt leichter, Dinge aufzuschreiben als sie auszusprechen. Also: warum soll man sich nicht verlieben können, wenn man sich nur schreibt?
Gleichzeitig geht es aber auch um einen Teenager, der merkt, dass er auf Jungs steht und erst lernen muss, wie er damit umgehen soll. Das Thema Coming-Out ist sehr präsent in dem Buch und ich fand es hervorragend umgesetzt. Es wirkt so realitätsnah, so authentisch und Simons Probleme erscheinen greifbar.
Ich finde es schade und schlimm, dass in unserer heutigen aufgeklärten Gesellschaft immer noch ein so großes Aufsehen darum gemacht werden muss, ob man nun Männer oder Frauen bevorzugt. Es ist doch traurig, dass es so ist. Eigentlich sollte es niemanden kümmern, ob ein anderer hetero- oder homosexuell ist, denn es spielt keine Rolle. Liebe ist Liebe, also bitte soll doch einfach jeder lieben dürfen, wenn er möchte. Das ändert nichts am Menschen.
Sehr gut gefallen hat mir, dass immer wieder ein Kapitel eingefügt wurde, in dem nur die Emails von Simon und Blue abgedruckt waren. Sie waren wirklich süß zu lesen und haben mich zum Lachen, Schmunzeln und Seufzen gebracht.
Jedenfalls war die Handlung an sich sehr schön, auch wenn sie anfangs ein wenig langsam so richtig in Gang gekommen ist. Das Thema hat mir sehr gut gefallen und auch zu sehen, wie unterschiedlich Menschen mit dem Thema der Homosexualität umgehen.
Fazit:
Nach einem in meinen Augen nicht ganz so fesselnden Anfang konnte sich „Nur drei Worte“ am Ende zu einem wirklich süßen und romantischen Buch entwickeln, in dem ein wirklich interessantes Thema behandelt wird. Ich fand die Geschichte um Simon, der mit seiner sexuellen Orientierung und seinen Gefühlen umzugehen lernt, wirklich schön und es hat mich definitiv auch berührt. 8 Punkte von mir.