Gebundene Ausgabe: 283 Seiten
1999
OT: Milosnika
Aus dem Polnischen von Bettina Eberspächer
Kurzbeschreibung:
Das Leben der Krystyna Skarbek
- eine faszinierende literarische Annäherung an eine beeindruckende Frauengestalt
Über die Autorin:
Maria Nurowska, geboren 1944, lebt als freie Schriftstellerin in Warschau. Weitere Bücher von ihr sind u.a.:
Briefe der Liebe (1992), Spanische Augen (1993), Postscriptum für Anna und Miriam (1994), Ein anderes leben gibt es nicht (1994), Ehespiele (1995), Jenseits ist der Tod (1997), Der russische Geliebte (1999), Die Frauen vom Gut Lechice (2002).
Über die Übersetzerin:
Bettina Eberspächer, Geburtsname Wöhrmann (* 1957 in Göttingen) ist eine deutsche Slawistin, literarische Übersetzerin und Lyrikerin.
Mein Eindruck:
„Wie ein Baum ohne Schatten“ ist eine Art fiktionale Biographie über eine polnische Spionin, die es wirklich gab. Krystyna Skarbek
Krystyna Skarbek, später bekannt als Christine Granville, wurde 1915 als polnische Jüdin und verarmte Adelige geboren.
Sie wurde eine der hervorragendsten Agentinnen der britischen Militärspionage während des zweiten Weltkriegs.
Ich habe den Roman schon vor Jahren gelesen, doch erinnerte ich mich nicht mehr an Details und habe deswegen noch einmal hineingesehen und weite Teile des Buches noch einmal gelesen.
Um den Stoff angemessen zu präsentieren wählt Maria Nurowska eine geschickte Form. Sie lässt eine polnische Journalistin die Geschichte der Agentin nachforschen. Die Journalistin Ewa ist die Icherzählerin, dadurch wird die notwendige Distanz zur Hauptfigur geschaffen.
Ewa sucht verschiedene Menschen auf, die Krystyna einst kannten, außerdem liest sie Krystinas Tagebüchern, die 1920 bis 1952 entstanden. Es gibt immer wieder Auszüge daraus, aber es bleiben auch Lücken. So gibt die Autorin ihrer Hauptfigur eine eigene Stimme, wahrt aber auch Geheimnisse.
Es ist aber so, dass Maria Nurowska die Tagebuchauszüge selber geschrieben hat, die Originale, sofern die existieren, hatte sie nicht.
Krystyna, die in Kriegszeiten so entschlossen und wagemutig vorging und viele Heldentaten vollbrachte, hatte nachher und im Privatleben größere Schwierigkeiten. Sie war unstet und konnte auch beruflich nicht dauerhaft ihren Platz finden. Es mündete in einem Verhältnis zu einem Mann, der sie schließlich ermordete.
Das Wiederlesen hat sich gelohnt, das vielschichtige Buch war so gut, wie ich es damals auch empfunden hatte. Maria Nurowska ist es gelungen, Leben und Persönlichkeit von Krystyna Skarbek so lebendig und aufregend zu schildern, wie es anscheinend auch wirklich war.