Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Berenberg
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
Kurzbeschreibung:
Ausgeklügelt, elegant, klug und zutiefst radikal: ein kleiner, feiner Anarchistenroman. Mara, eine so depressive wie misanthrope Konferenzdolmetscherin, will endlich ihre Ruhe haben. Ein Jahr mindestens. Und so nimmt sie in einem obskuren Heimatkundemuseum in der Provinz eine Stelle als Saalwächterin an. Dumm nur, dass sie schon rasch befördert wird und einem geschwätzigen Tierpräparator zur Hand gehen soll. Soll das Schweigejahr nicht für die Katz sein, gilt es, drastischere Maßnahmen zu ergreifen - die zu allseitigem Erstaunen eine Art Happy End mit sich bringen (außer vielleicht für den Präparator). Sabotage, Wahnsinn und Anarchie: Würde Thomas Bernhard leben, wäre er eine Frau und lebte er in Argentinien - es wäre sein Buch!
Über die Autorin:
María Sonia Cristoff wurde 1965 als Tochter bulgarischer Immigranten in Trelew, Patagonien, geboren. Sie studierte Sprachen und Literatur in Buenos Aires und war Stipendiatin des Fondo Nacional de las Artes.
Die Autorin lebt in Buenos Aires.
Über den Übersetzer:
Peter Kultzen, geboren 1962 in Hamburg, studierte Romanistik und Germanistik in München, Salamanca, Madrid und Berlin. Er lebt als freier Lektor und Übersetzer spanisch- und portugiesischsprachiger Literatur in Berlin.
Mein Eindruck:
Ich habe dieses Buch mit Interesse gelesen, unter anderen auch, weil es dieses Jahr für den LiBeraturpreis nominiert ist.
Ich muss vorausschicken, dass es nicht in meinen Favoritenkreis gelangte, Hauptgrund ist ein konstruktives Mittel, das angewendet wird. Zwischen den Kapiteln der Haupthandlung, werden jeweils Abhandlungen zur argentinischen Literatur und ähnlichem geschoben, zu dem man als deutscher Leser schwer Zugang findet. Diese Abschnitte gehen also an mir vorbei, sind in der Summe des ohnehin kurzen Romans aber so umfangreich, dass praktisch ein Drittel von dem Buch dafür draufgeht.
Für mich unverständlich wird bei Maria Sonia Cristoff ein Vergleich zu Thomas Berhard gezogen. Das finde ich unpassend, außer das Bernhard in “Alte Meister” auch über einen Museumswärter geschrieben hat, gibt es keinen Zusammenhang.
Tatsächlich ist aber die Hauptfigur eine Stärke dieses Romans. Mara ist eigensinnig und ungewöhnlich. Sie sucht die Ruhe nach beruflicher Stresssituation und als diese Ruhe gestört wird, greift sie zu drastischen Mitteln.
Es gibt Originelles in dem Buch, dass von der Kritik außergewöhnlich gute Rezensionen bekam.
Für meinen Geschmack hätte die Geschichte gerne mehr erzählerisch gestaltet gewesen sein können. Für die Anstrengungen, die ich als Leser erbringen musste, hatte ich das Gefühl, zu wenig belohnt zu werden.