Wieder sind 6 wichtige Autorinnen nominiert.
Da weiß man nicht, für wen man stimmen soll.

LiBeraturpreis 2016: Laksmi Pamuntjak
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Kurzbeschreibung:
Wenige Jahre, bevor in Deutschland und Frankreich Millionen junger Menschen demonstrierten und gegen die enge Welt ihrer Eltern rebellierten, waren die Straßen Indonesiens rot von Blut. Im Jahre 1965 hatte sich der junge General Suharto an die Macht geputscht, seitdem war das Land geteilt in Freund und Feind der neuen Herrschenden, verfolgt wurden alle, die im Verdacht standen, Kommunisten zu sein. Misstrauen und Angst spalteten Dorfgemeinschaften und Familien, viele verloren in gewaltsamen Unruhen ihr Leben, Tausende wurden ohne Prozess in Strafkolonien auf entlegenen Inseln verschleppt. Jahrzehnte später, lange nach Suhartos Sturz im Jahre 1998, sucht eine Frau auf der Gefangeneninsel Buru nach den Spuren des Mannes, den sie in jenen Tagen geliebt und dann verloren hat. In den Wirren einer Straßenschlacht wurden Amba und Bhisma damals auseinandergerissen, und Amba wusste all die Jahre nichts über das Schicksal ihrer großen Liebe. Bis sie eines Tages eine anonyme Mail erhält, aus der hervorgeht, dass Bhisma damals nach Buru verschleppt wurde. Und so macht sich Amba auf, um endlich Antworten auf die Fragen zu finden, die sie schon so lange quälen. Entlang der Linien des indonesischen Nationalepos Mahabharata, jener großen Erzählung von Liebe und Krieg, entfaltet Laksmi Pamuntjak das Panorama einer jungen Nation und ihres bewegten 20. Jahrhunderts zwischen Kolonialzeit und Unabhängigkeit, Diktatur und Demokratie.Über die Autorin:
Laksmi Pamuntjak ist eine renommierte indonesische Essayistin, Lyrikerin und Journalistin. Sie veröffentlichte u. a. zwei Gedichtbände (Ellipsis und The Anagram), den Essay Perang, Langit dan dua perempuan („Krieg, Himmel und zwei Frauen“) über Gewalt und die Ilias und eine Kurzgeschichtensammlung. Sie lebt mit ihrer Familie in Jakarta. -
Kurzbeschreibung:
Antjie Krogs Gedichte sind getragen von Zorn und Zärtlichkeit: Zorn über den Schmerz, die Gewalt, die Zerstörung in Südafrika. Zorn nicht minder über Tabus privater und ästhetischer Natur: des alternden weiblichen Leibs, der seiner Körperlichkeit beraubt wird. Zugleich sind ihre Gedichte voller Zärtlichkeit für das Land, seine Menschen, das Wunder des friedlichen Wandels. Wie aber schreiben in einer Sprache Afrikaans , die als Instrument der Herrschaft missbraucht und darüber ihres ursprünglichen Sinns beraubt worden ist? Inspiriert von den Gedichten Paul Celans, versucht Antjie Krog einen eigenen Weg, die »verhärteten Muskeln« des Afrikaans neu zu dehnen, haucht ihm etwas vom Rhythmus und Klang der mündlichen Traditionen der südafrikanischen Erstbewohner ein und öffnet es für die Ein-Vielheit der afrikanischen Vorstellung eines pluralen, die Gemeinschaft mitdenkenden Ichs. Entstanden sind Gedichte von großer musikalischer Dichte, die den Weg zu einem neuen Miteinander bahnen.Über die Autorin:
Antjie Krog, geboren 1952 in Kroonstad, Südafrika, lebt in Kapstadt. Die Dichterin und Autorin hat mit ihren Büchern den Wandel ihres Landes vom Apartheid-Regime zur Demokratie über Jahrzehnte unerschrocken begleitet und gilt in ihrer Heimat als das »weiße Gewissen Südafrikas«. Als Dichterin hat sie seit ihrem Debüt 1970 bislang elf Gedichtbände vorgelegt. Antjie Krog ist 2013/14 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Barbara Jung ist freiberufliche Lektorin, Bildredakteurin und Übersetzerin und lebt in Berlin. Seit 1988 übersetzt sie Romane, Filme, Dramen und Lyrik aus dem Englischen und Afrikaans, u.a. Dichter wie Jeremy Cronin, Susan Kiguli, Lebogang Mashile, Mmatshilo Motsei und Yvonne Vera. -
Kurzbeschreibung:
Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben - warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft. Wie hätte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt über dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und Böse meisterhaft auslotet.Über die Autorin:
Ayelet Gundar-Goshen, geboren 1982, studierte Psychologie in Tel Aviv, später Film und Drehbuch in Jerusalem. Für ihre Kurzgeschichten, Drehbücher und Kurzfilme wurde sie bereits vielfach ausgezeichnet. Ihrem ersten Roman, Eine Nacht, Markowitz (2013), wurde der renommierte Sapir-Preis für das beste Debüt Israels zugesprochen. -
Kurzbeschreibung:
Ausgeklügelt, elegant, klug und zutiefst radikal: ein kleiner, feiner Anarchistenroman. Mara, eine so depressive wie misanthrope Konferenzdolmetscherin, will endlich ihre Ruhe haben. Ein Jahr mindestens. Und so nimmt sie in einem obskuren Heimatkundemuseum in der Provinz eine Stelle als Saalwächterin an. Dumm nur, dass sie schon rasch befördert wird und einem geschwätzigen Tierpräparator zur Hand gehen soll. Soll das Schweigejahr nicht für die Katz sein, gilt es, drastischere Maßnahmen zu ergreifen - die zu allseitigem Erstaunen eine Art Happy End mit sich bringen (außer vielleicht für den Präparator). Sabotage, Wahnsinn und Anarchie: Würde Thomas Bernhard leben, wäre er eine Frau und lebte er in Argentinien - es wäre sein Buch!Über die Autorin:
María Sonia Cristoff, Gabriel Díaz geboren 1965 in Trelew, Patagonien, studierte Literatur in Buenos Aires, wo sie auch heute lebt. Ihre Beiträge erscheinen in verschiedenen argentinischen Zeitungen und literarischen Magazinen, und sie unterrichtet Patagonische Literatur sowie Kreatives Schreiben. Reisen und die Beschäftigung mit nicht fiktiver Literatur sind zentrale Elemente ihrer Arbeit als Schriftstellerin. -
Kurzbeschreibung:
In Najet Adouanis Poesie finden wir ein meisterhaftes, modernes, zeitloses Werk – es sind ihre Wortbilder – die schönen, ungewöhnlichen, weiblichen, die faszinieren. Die im Zusammenspiel zu einem dramatischen, großartigen ästhetischen Sprach- und Bildrhythmus werden. Die mit kunstvollen Worten ein generationenübergreifendes schambehaftetes Schweigen durchbrechen, beschädigte Würde aufzeigen. Die von Orten, Düften, Klängen, Gewalt und Liebe erzählen.Über die Autorin:
Najet Adouani wurde 1956 in Tunesien geboren. Bereits als Kind schrieb sie Gedichte und Erzählungen. Sie studierte Journalistik und arbeitete in Redaktionen verschiedener oppositioneller Zeitungen und Zeitschriften. In Tunesien sowie im Libanon veröffentlichte sie insgesamt sechs Lyrikbände sowie einen Band mit Erzählungen. Mehr als 15 weitere Manuskripte sind bisher unveröffentlicht geblieben. -
Kurzbeschreibung:
Willkommen zurück in Yop City! Aya hat es geschafft: Sie studiert Medizin. Die junge Frau hat sich gegen ihren Vater durchgesetzt, seines Zeichens eifriger Verfechter tradierter Geschlechterrollen. Aber Machos kommen nicht nur in den besten Familien vor, sie machen leider auch vor dem Hort des Geistes nicht halt. Und so muss Aya sich an der Uni der Zudringlichkeiten ihres Biologieprofessors erwehren. Als wären all das Lernen und ihre chaotischen Freundinnen Adjoua und Bintou nicht Prüfung genug.Über die Autorin:
Marguerite Abouet, geboren 1971 in Abidjan, verbrachte ihre ersten zwölf Lebensjahre in der Elfenbeinküste, bevor sie nach Frankreich zog. Für “Aya” erhielt sie 2006 wie Clément Oubrerie den Preis für das beste Debüt beim Comicfestival im französischen Angoulême. Mit “Akissi” schreibt sie auch Comicszenarios für junge Leser. -
stimmberechtigt ist ab sofort jede/r Leser/in!
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Eine feine Auswahl stellst du da vor, Herr Palomar.
Die drei letzten habe ich gleich notiert. -
2 davon habe ich schon gelesen, 2 noch auf dem SUB und eins gestern bestellt.
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Zitat
Original von Herr Palomar
stimmberechtigt ist ab sofort jede/r Leser/in!
Gibt es vielleicht auch einen Link dafür, Herr Palomar? -
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Danke, Herr Palomar!
Da sind ja einige Schätzchen dabei. -
Und wenn man Glück hat, kommt der Preisträger zur Preisverleihung nach Deutschland auf die Frankfurter Buchmesse!
Das war jedenfalls bei den letzten beiden Preisträgerinnen so. -
Du hast aber noch keines davon rezensiert, oder?
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Doch.
Aya - Leben in Yop City - Marguerite Abouet und Clément Oubrerie
und
Alle Farben Rot - Laksmi Pamuntjak
Edit;
Nachtrag; Hier die Rezension zu Lasst mich da raus - Maria Sonia Cristoff -
Danke!
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Die Entscheidung ist getroffen:
ZitatDie indonesische Schriftstellerin Laksmi Pamuntjak gewinnt mit ihrem Roman "Alle Farben Rot" (Ullstein) den LiBeraturpreis 2016 − das hat das Leservotum ergeben. Die Auszeichnung wird von der Litprom vergeben. Die Preisverleihung findet am 22. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse statt.