Heyne
Taschenbuch
191 Seiten
OT: The Dark Side of the Island
Rosmarie Kahn--Ackermann
Kurzbeschreibung:
Im 2. Weltkrieg wird der junge Captain Hugh Lomax auf die griechische Insel Kyros abkommandiert, um dort einen deutschen Stützpunkt zu zerstören. Lomax gerät in Gefangenschaft, aber es gelingt ihm, zu entfliehen und sich nach England in Sicherheit zu bringen.
Nach Jahren des Friedens kehrt er auf die Insel zurück, wo er zum ersten Mal von dem grauenhaften Ereignissen erfährt, die sich nach seiner Flucht abgespielt haben: Seine Mission auf Kyros ist verraten worden, unschuldige Männer und Frauen mussten dafür ihr Leben lassen. Bis zu diesem Tage glauben die Leute von Kyros, dass Hugh Lomax der Verräter war.
Nur die liebliche Katina, die jetzt zu einer erwachsenen Frau herangereift ist, hat an seine Unschuld geglaubt. Alle anderen wollen nur eins: Rache. Hugh weiß, dass seine Chance, den wirklich Schuldigen zu finden, sehr gering ist. Fast so gering, wie seine Chance, am Leben zu bleiben. Aber lohnt es sich überhaupt, mit dem Makel eines Verräters und eines Mörders zu leben?
Über den Autor:
Jack Higgins, 1929 in Newcastle-on-Tyne als Harry Patterson geboren, wuchs in Belfast auf und schlug sich zunächst mit verschiedenen Jobs wie Zirkushelfer, Straßenbahnfahrer oder Versicherungsvertreter durch. Nach zwei Jahren beim Militär studierte er an der University of London Soziologie, Psychologie sowie Wirtschaft und promovierte in Medienwissenschaften. Mit Der Adler ist gelandet gelang ihm 1976 der internationale Durchbruch als Bestsellerautor. Die Gesamtauflage seiner Bücher beträgt mittlerweile weltweit über 250 Millionen Exemplare, wobei zahlreiche seiner Romane von Hollywood verfilmt wurden.
Mein Eindruck:
Jack Higgins gehört zur Generation der überaus erfolgreichen Thrillerautoren der sechziger und siebziger Jahre. Damals sehr beliebt und manches ist auch heute noch lesbar.
Über „Im Schatten des Verräters“ kann ich fast nur positives sagen, obwohl Leser komplizierter und politischer Agententhriller vielleicht nicht auf ihre Kosten kommen. Auch könnte es sein, dass die Handlung für heutige Leser nicht hart genug ist. Aber mir persönlich kommt das entgegen.
Mit dem Protagonisten Hugh Lomax wird eine gute Hauptfigur geschaffen. Schweigsam, geradlinig und mit besonderen Fähigkeiten, dennoch sensibel und menschlich.
Lomax kehrt Jahre nach dem Krieg auf die griechische Insel zurück, auf der er als Agent tätig war. Ich musste dabei an Alistair MacLean denken, der auch oft exotische Schauplätze für seine Spannungsromane genutzt hat. So wird zusätzlich Atmosphäre aufgebaut.
Es geht um einen Verrat, der damals dazu führte, dass eine Mission scheiterte, Menschen starben oder in deutsche Gefangenschaft gerieten.
Das beschäftigt Lomax immer noch und auch die Griechen, die ausgerechnet ihn für den Verräter halten.
Lomax trifft auch Katina wieder, mit der ihm damals viel verbunden hatte. Auf die Liebesbeziehung zwischen den beiden wird im Plotverlauf viel Wert gelegt. Das gefällt mir gut, weil gerade Beziehungen in Thrillern häufig nur lapidares Beiwerk sind.
Es gibt einige Actionszene, aber nur so weit angemessen. Schwerpunkt liegt auf den Konflikten zwischen den Menschen und der daraus entstehenden Dramatik.
Fazit: Für das was er ist, (halt ein gut gemachter Agententhriller), kann man mit diesem Roman, der immerhin schon von 1963 ist, sehr zufrieden sein. Er ist routiniert geschrieben und sprachlich mehr als ordentlich.