Taschenbuch: 102 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Kurzbeschreibung:
Sie war dreißig Jahre alt und lebte in einer terrassenförmig angelegten Bungalowsiedlung am südlichen Abhang eines Mittelgebirges, gerade über dem Dunst einer großen Stadt. Sie hatte Augen, die, auch wenn sie niemand anschaute, manchmal anschaute, manchmal aufstrahlten, ohne daß ihr Gesicht sich sonst veränderte.
Über den Autor:
Peter Handke, geboren 1942 in Griffen (Kärnten) als Sohn eines Bankbeamten, ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegsgeneration. Peter Handke lebt heute bei Paris.
Mein Eindruck:
Literarische Texte sind rar, daher habe ich mal zu diesem schon älteren Buch gegriffen. Peter Handke schreibt nicht unangestrengt, dennoch kommen ein paar klare Bilder heraus. Zum Beispiel das einer dreißigjährigen Frau und ihrem kleinen Sohn, wie sie gemeinsam in Lachen ausbrechen, wie sich das Kind vor dem Fernseher aus der Realität zurückzieht etc. Manchmal wirken die aufgezeigten Bilder aber doch etwas plakativ.
Marianne holt ihren Mann Bruno vom Flughafen ab. Er war beruflich in Finnland. Nachdem sie abends aus waren, kommt es abrupt zur Trennung.
Marianne will ihr Leben künftig allein gestalten, ein befreineder Ansatz ganz im Stil der siebziger Jahre.
Dazu passt auch ein Buch, dass Marianne für einen Verlag übersetzt. Sie schreibt:
“Bis jetzt haben alle Männer mich geschwächt. Mein Mann sagt zu mir: Michele ist stark.
In Wirklichkeit will er, dass ich stark sei für das, was ihn nicht interessiert: für die Kinder, den Haushalt, die Steuern. Aber bei dem, was mir als Arbeit vorschwebt, zerstört er mich.”
Etwas gestelzt geht es zu, Peter Handke hat halt seine eigene Ästhetik.
Der Text wirkt wie ein Filmentwurf und tatsächlich hat Handke daraus auch ein Drehbuch gemacht, dass er selbst verfilmte, sogar mit Starbesetzung (Bruno Ganz, Rüdiger Vogler u.a.).
Für mich wird mit diesem Text deutlich, welche Bedeutung das Kino für Peter Handke hatte.
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ASIN/ISBN: 3518399349 |