Titel: Carol oder Salz und sein Preis
OT: The Price Of Salt
Autorin: Patricia Highsmith
Übersetzt aus dem Amerikanischen von: Melanie Walz
Verlag: Diogenes
Erschienen als TB: Juni 2015
Seitenzahl: 464
ISBN-10: 3257243243
ISBN-13: 978-3257243246
Preis: 13.00 EUR
Das sagt der Klappentext:
Die Geschichte von Carol Aird - einer verheirateten, gesellschaftlich gutgestellten, reifen Frau und Mutter - und der neunzehnjährigen Therese Belivet, die verlobt ist, Bühnenbildnerin werden möchte und als Teilzeitverkäuferin arbeitet. Während Therese vom ersten Augenblick an von Carol fasziniert ist, hat Carol zuerst noch Skrupel, sich mit einer Frau einzulassen. Als sie sich schließlich für Therese entscheidet, sieht sie sich vom Verlust ihres Kindes, ihres Zuhauses und ihrer finanziellen Versorgung bedroht.
Die Autorin:
Patricia Highsmith (geboren am 19.1.1921, Fort Worth/Texas, gestorben 4.2.1995, Locarno, begraben in Tegna/Tessin) wuchs in Texas und New York auf. Studium der Literatur und Zoologie. Erste Kurzgeschichten an der Highschool, erster Lebensunterhalt als Comictexterin, erster Welterfolg 1950 mit ihrem Romanerstling "Zwei Fremde im Zug", dessen Verfilmung durch Alfred Hitchcock sie über Nacht weltberühmt machte.
Meine Meinung:
Zu diesem Buch wurde Patricia Highsmith im Jahre 1948 inspiriert, kurz nachdem sie ihren weltberühmten Roman „Zwei Fremde im Zug“ beendet hatte. 1952 erschien „The Price Of Salt“ dann unter dem Pseudonym Claire Morgan.
Bemerkenswert an diesem Roman ist eben auch sein Erscheinungsjahr. In der heutigen Zeit, wo gleichgeschlechtliche Beziehungen zur Normalität geworden sind, würde ein solches Buch sicher kein Aufsehen erregen. Aber ein solches Buch im verklemmten Amerika und dann auch noch in der McCarthy-Zeit – das war schon was.
Patricia Highsmith beschreibt die Beziehung zweier Frauen zueinander mit großer Sensibilität und Einfühlungsvermögen, allerdings verbiegt sie sich auch nicht – sie beziegt deutlich Stellung und macht dieses Buch zu einem wirklichen Leseerlebnis.
Das ist im Übrigen kein Buch, kein Roman, für den gelebten Voyeurismus. Ganz im Gegenteil. In diesem Roman wird das Amerika zu Beginn der Fünfziger des vorigen Jahrhunderts wieder lebendig, ein Amerika das bis heute kaum etwas von seiner Verklemmtheit und sexuellen Verlogenheit verloren hat.
Ein sehr lesenswerter Roman – sicher auch für den Leser, der Patricia Highsmith bisher nur als geniale Krimiautorin kennengelernt hat. 8 Eulenpunkte.