Gebundene Ausgabe: 111 Seiten
Verlag: Suhrkamp
Kurzbeschreibung:
Ostern anno 1267 in Florenz: Die Patrizierin Bice degli Uberti rettet ihre Vaterstadt vor der Zerstörung durch die anrückenden Truppen Karls von Anjou.
Mit einem Nachwort von Ulla Hahn.
Über die Autorin:
Gertrud Auguste Lina Elsbeth Mathilde Petrea Freiin von le Fort (* 11. Oktober 1876 in Minden; † 1. November 1971 in Oberstdorf) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Gerta von Stark und Petrea Vallerin.
Gertrud von le Fort stammte aus dem hugenottischen Adelsgeschlecht le Fort und verbrachte ihre Kindheit auf dem Familiengut Boek, heute Ortsteil von Rechlin an der Müritz in Mecklenburg, sowie in verschiedenen Garnisonsstädten, in denen ihr Vater Lothar von le Fort, ein preußischer Oberst, tätig war.
Sie studierte in Heidelberg, Marburg und Berlin evangelische Theologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie. 1938 publizierte sie ihren Roman "Die Magdeburgische Hochzeit" im Insel Verlag. Im Jahr 1939 übersiedelte Gertrud von le Fort nach Oberstdorf im Allgäu, wo sie bis zu ihrem Tode 1971 lebte.
Quelle: Wikipedia
Mein Eindruck:
Gertrud von le Fort muss man wohl auch zu den fast vergessenen Autorinnen zählen.
Die Tochter Farinatas wurde von1939 bis 1941 geschrieben, jedoch erst nach dem Krieg im Jahr 1950 veröffentlicht!
Schwere Kost, leicht zu nehmen.
Natürlich steckt in diesem kurzen Roman (eigentlich ist es eine Novelle, vom Suhrkamp-Verlag als gebundenes Buch herausgebracht) unheimlich viel, dass auch erst einmal gedeutet werden muss.
Doch man kann auch die Geschichte erst einmal ganz wie sie ist, auf sich wirken lassen.
Die Protagonistin Bice, die zu einer Kinderehe gezwungen werden soll, trägt die Novelle.
Klar ist das eine Literatur der Vergangenheit, aber warum das nicht auch heute noch genießen? Schließlich ist das eine emotionale Geschichte.
Wer mehr deuten möchte, dem dürfte das Nachwort von Ulla Hahn nützlich sein.
Mit ihrer Analyse wischt sie "altertümelnde Patina" und "dürre Begrifflichkeit" fort und kommt auf den Kern. Sie zeigt, was im Schleier der Erzählung verborgen liegt und was die Geschichte noch mit unserer Welt zu tun hat.
Das Nachwort von Ulla Hahn ist eine bemerkenswerte essayistische Arbeit und ergibt zusammen mit der Erzählung von Gertrud von le Fort ein gelungenes Buch!