Dora Bruder - Patrick Modiano

  • Taschenbuch: 151 Seiten
    Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag


    Originaltitel: Dora Bruder
    Aus dem Französischen von Elisabeth Edl.


    Kurzbeschreibung:
    Wer war Dora Bruder? Eine Zeitungsanzeige im Paris Soir vom 31. Dezember 1941 läßt Patrick Modiano nicht mehr los: »Gesucht wird ein junges Mädchen, Dora Bruder, 15 Jahre, ovales Gesicht, graubraune Augen …« Seit diesem Tag folgt er den Spuren der jungen Jüdin im Paris während der deutschen Besatzung. Von der Flucht aus einem katholischen Mädchenpensionat, über ihre Verhaftung und Deportation nach Drancy bis nach Auschwitz, rekonstruiert Modiano ein zerstörtes Leben.


    Über den Autor:
    Patrick Jean Modiano wurde am 30.7.1945 in Boulogne-Billancourt als Sohn einer flämischen Schauspielerin und eines jüdischen Emigranten orientalischer Abstammung geboren. Sein Vater lebte während der deutschen Besatzungszeit im Untergrund und schlug sich mit Schwarzmarktgeschäften durch. Modiano erlebte eine chaotische Nachkriegskindheit: häufige Abwesenheit der Mutter, früher Tod des Bruders und Trennung der Eltern. Modiano widmete sich schon früh dem Schreiben und bereits mit 21 Jahren beendete er seinen ersten Roman. Seitdem publizierte er zahlreiche Romane, Kinderbücher sowie Theaterstücke und Drehbücher. Mit seinem Roman "Eine Jugend" wurde er in Deutschland bekannt. 2014 ist Modiano mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet worden. Der Autor lebt in Paris.


    Über die Übersetzerin:
    Elisabeth Edl, 1956 in Wagna (Österreich) geboren, studierte Germanistik und Romanistik in Graz. Von 1983 bis 1995 lehrte sie deutsche Sprache und Literatur an der Universität und der École supérieure de commerce in Poitiers (Frankreich). Seit 1995 arbeitet sie als Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin in München.


    Mein Eindruck:
    Patrick Modiano erzählt in diesem Buch von einer jungen Jüdin, die in Paris der Kriegsjahre zunächst verschwunden war und später in das berüchtigte Internierungslager von Drancy kam und schließlich 1942 nach Auschwitz geschickt wurde. Damit wird ihr Schicksal das eines der Opfer des Nationalsozialismus, aber Modiano zeigt mit seinen Ausführungen, das Dora Bruder nicht ihre ganze Identität genommen werden konnte.


    Zweifellos werden viele Leser dieses Buch langweilig finden, denn Modiano bleibt sachlich und nüchtern. Er setzt die wenigen Fakten mit Erinnerungen an seine Zeit in den Sechzigern und an seinen Vater in den vierziger Jahren in Verbindung.
    Da ich schon viel von Patrick Modiano gelesen habe, konnte ich gut folgen.
    Ursula März spricht in ihrer bemerkenswerten Rezension für den Deutschlandfunk sogar davon, hier den Schlüssel zur persönlichen, immer leicht geheimnisvoll wirkenden Poetik von Patrick Modiano zu finden.


    Er erfindet nichts, daher erfährt man von Dora Bruder als Mensch nicht viel.
    Es ist deutlich kein Roman, sondern ein autobiografisch gefärbter Bericht, in dem Modiano auch seine Erfahrungen und Emotionen der Recherche dokumentiert.
    Ein nicht zu unterschätzendes Werk!


    ASIN/ISBN: 3423253681