Berlin-Verlag, 2015
Gebundene Ausgabe
380 Seiten
Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler.
Kurzbeschreibung:
Vor zehn Jahren ist Iris bei einem Terroranschlag schwer verletzt worden. Zwar ist sie in ihr altes Leben zurückgekehrt, sie leitet eine Schule, ihr Mann steht ihr treu zur Seite, die Kinder sind fast erwachsen, doch quälen sie Tag für Tag Schmerzen. Als sie Eitan wiederbegegnet, der Liebe ihrer Jugend, der sie vor Jahren jäh verlassen hat, wirft sie das völlig aus der Bahn. Die Wunde, die er ihr damals zufügte, ist nicht weniger tief als die, die der Selbstmordattentäter, der sich neben ihr in die Luft sprengte, riss. Und doch fühlt sich Iris, zaghaft, überrascht, erneut zu ihm hingezogen, ist versucht, ihrer Ehe zu entfliehen, die ersten Lügen zu stricken, alles aufs Spiel zu setzen.
Wie in ihrem Weltbestseller »Liebesleben« lotet Zeruya Shalev die Untiefen der Liebe, die Fährnisse einer fatalen Anziehung aus. Die erotische Spannung, die Wucht der unerwartet wieder aufflammenden Leidenschaft sind kompromisslos, ehrlich und tief bewegend erzählt. »Schmerz« ist Zeruya Shalevs persönlichstes Buch, eine emotionale Grenzerfahrung, ein Roman, der bis zur letzten Seite fesselt.
Über die Autorin:
Zeruya Shalev, 1959 in einem Kibbuz am See Genezareth geboren, studierte Bibelwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Jerusalem. Ihre vielfach ausgezeichnete Trilogie über die moderne Liebe – «Liebesleben», «Mann und Frau», «Späte Familie» – wurde in über zwanzig Sprachen übertragen. Zeruya Shalev gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit.
Mein Eindruck:
Zeruya Shalevs neuer Roman ist sicher ein umstrittenes Buch, da es sich politisch lesen lässt, wenn man will. Dennoch ist mir nicht erklärbar, wie wirr Kritiker wie zum Beispiel das neue Literarische Quartett das Buch deuten. Aber alles muss man ja auch nicht verstehen!
Schmerz heißt der Roman und Schmerzen spielen für die Protagonistin des Romans eine große Rolle. Sie wurde vor 10 Jahren bei einem Attentat in Israel schwer verletzt, musste mehrfach operiert werden und selbst jetzt hat sie noch manchmal starke Schmerzen davon.
Die Autorin weiß wovon sie schreibt. Bei einem Anschlag eines Selbstmordattentäters wurde sie 2004 erheblich verletzt.
Die Beschreibungen des Schmerzes wirken deswegen besonders glaubwürdig.
Ich denke aber nicht, dass nur weil Zeruya Shalev darüber schreibt, man das als politisches Statement werten muss. Offensichtlich gehört sie zu den gemäßigten. Doch die Minderheit der Extremen haben die Macht. So äußerte sich die Autorin auf der Frankfurter Buchmesse und man versteht, unter welchen schlimmen Bedingungen die Menschen in Jerusalem zur Zeit leben.
Ansonsten hat der Roman die Themen, die Zeruya Shalev immer bearbeitet. Starke Frauen, hin- und hergerissen zwischen einem alltäglichen Familienlieben mit Verpflichtungen und der Sehnsucht nach einer großen Liebe und Freiheit.
Das Thema ist immer noch relevant und deswegen lese ich es immer wieder mit Interesse.
Das dabei die Protagonistin manchmal neben sich steht, emotional aufgewühlt ist und unlogisch handelt, ist verständlich.
Bemerkenswert sind auch die Dialoge! Sprachlich hat Zeruya Shalev noch immer eine große Kraft, immer ist eine besondere Energie spürbar und es gelingt ihr, entscheidende Momente und Gefühle aus dem verborgenen herauszuarbeiten.
Perfekt ist das Buch nicht. Manches wirkt zu gewollt konstruiert, z.B. das Verhältnis zur labilen Tochter. Es wird auch nicht alles logisch zusammengeführt, dennoch halte ich den Roman für lesenswert.
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ASIN/ISBN: 3833310766 |