Der entstellte Held - Yi Munyol

  • Taschenbuch: 128 Seiten
    Verlag: Unionsverlag
    Originaltitel: Uridului ilkurojin Yongung
    Aus dem Koreanischen von Kim Hiyoul und Heidi Kang


    Kurzbeschreibung:
    Als sein Vater von Seoul in eine Kleinstadt strafversetzt wird, kommt der zwölfjährige Han Pyongtae in eine neue Schule. Schon bald stellt er fest, dass hier ganz andere Regeln herrschen: Der ein wenige ältere Klassensprecher Sokdae tyrannisiert seine Klassenkameraden und zwingt sie zu willenloser Unterwerfung – mit Billigung der Lehrer. Han Pyongtae nimmt den Kampf auf, doch auch er ist nicht immun gegen die Verführung durch die Macht. Das Klassenzimmer wird zur Bühne eines unerbittlichen Machtkampfes.


    Über den Autor:
    Yi Munyol wurde 1948 in Yongyang in Südkorea geboren. Da seine Familie durch den Koreakrieg auseinandergerissen wurde, hatte er eine turbulente Kindheit und Jugend, war eine Zeit lang obdachlos und brach das Studium in Seoul ab. Heute gehört er zu den bedeutendsten und meistgelesenen koreanischen Schriftstellern der Gegenwart, seine Romane und Erzählungen sind in viele Sprachen übersetzt.
    Yi Munyol ist u. a. 1992 mit dem Koreanischen Preis für Literatur und dem französischen Verdienstorden für Kultur und Literatur ausgezeichnet worden. Er lebt in Südkorea.


    Mein Eindruck:
    Der Icherzähler dieses Romans erinnert sich an seine Schulzeit in Südkorea, 1959/1960 vor 30 Jahren zurück, als er ungefähr 12 Jahre alt war.
    Er kam von einer guten Schule in Seoul in eine eher provinzielle Schule.
    Zu seiner Überraschung muss er dort feststellen, dass die Klasse von einem älteren Schüler diktatorisch geführt wird. Dieser Schüler ist kräftig und verschlagen, aber auch ein umsichtiger und geschickter Diktatur.
    Aus Stolz will Han sich nicht der Herrschaft beugen und es beginnt en monatelang anhaltender psychologischer Zweikampf, in dem Intrigen, Gewalt und Machtmissbrauch vorherrschen.


    Der Roman ist einfach, aber von beeindruckender Dichte und Intensität geschrieben.
    Der Inhalt kann und sollte universell gelesen werden. Das Nachwort erläutert das ausführlich und mit gründlichen Kenntnissen der Lage Südkoreas 1959/60 wie auch bis in die achtziger Jahre, in der der Roman entstanden ist.