Hoffmann&Campe, 2015
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
OT: The Stranger at the Palazzo d'Oro
Übersetzt von Gregor Hens
Kurzbeschreibung:
Manche Begegnungen verändern ein Leben für immer …
Taormina, Sizilien, Sommer 1962: Als ein junger Amerikaner auf Italienreise ein faszinierendes Paar kennenlernt, beschließt er, länger in dem malerischen Küstenort zu bleiben. Schnell verstrickt er sich in Sehnsüchte und Leidenschaften, die ihn gleichermaßen faszinieren und abstoßen …
Ein Roman über die Macht der Erinnerungen an Sehnsüchte und Leidenschaften, die ein Leben formen und prägen.
Über den Autor:
Paul Theroux, geboren 1941 in Medford, Massachusetts/USA, ist mit mehr als dreißig veröffentlichten Büchern einer der weltweit populärsten Gegenwartsautoren. Neben seinen autobiographisch beeinflussten Büchern hat er vor allem literarische Titel über seine Reisen durch China, Argentinien und die Südsee verfasst und dadurch Weltruhm erlangt. Theroux ist seit 2013 Mitglied der American Academy of Science and Arts. Er lebt mit seiner Familie in London und auf Cape Cod.
Über den Übersetzer:
Gregor Hens wurde 1965 in Köln geboren, studierte Sprach- und Literaturwissenschaften in Bonn, Missouri und Kalifornien (Berkeley). Er lebt in Columbus/Ohio, wo er Germanistik lehrt, und in Berlin. Sein erster Roman, „Himmelssturz“, wurde als „Meisterwerk“ (Süddeutsche Zeitung) gefeiert.
Mein Eindruck:
Ein abgründiger kleiner Roman, der den jungen Amerikaner Gil 1962 nach Ende seines Studiums auf Reisen in Sizilien zeigt. Er ist fast mittellos und daher schnell verführt, einem etwas merkwürdigen, reichen Pärchen zu folgen. Eine mysteriöse Gräfin und ihr homosexueller Arzt.
Gil wird schließlich der Geliebte der harschen, aber schönen Gräfin.
Paul Theroux schreibt in einem hohen Ton, den man von ihm kennt, der hier in dieser Novellenform aber besonders intensiv wirkt.
Hinzu kommt eine geschickte Konstruktion der Handlung, die nicht ohne Gleichnisse bleibt.
Das Geheimnisvolle der Begegnung wird betont. Ich habe in einer Rezension leider sehr früh von der Auflösung der Geschichte erfahren, was sehr schadest und mir die Überraschung, auf die alles hinausläuft, nahm.
Daher möchte ich darauf verzichten, inhaltlich mehr zu sagen.
Das Lesen bereitet teils Vergnügen, teils Unbehagen. Ob Theroux die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet, ist halt Geschmackssache.
Stilistisch und inhaltlich dekadent, was aber durch psychologische Härte ausgeglichen wird Daher kann man schon von einem kleinen Meisterwerk sprechen.