'Runa' - Seiten 239 - 302

  • Ich bin mit diesem Abschnitt nun auch durch, habe das Buch ein bisschen liegenlassen und habe etwas Zeit benötigt, wieder richtig reinzukommen. Es ist also durchaus kein Buch, was man zu lange unterbrechen sollte.


    Die Szene mit Runa am Fenster fand ich auch gruselig, hat mich etwas an Zimmer 1408 erinnert. Da hat die Autorin es irgendwie total gut hinbekommen auch eine entsprechende Stimmung mit einfließen zu lassen.


    Ansonsten wird werden wieder gut die Umstände deutlich, wie es in der Einrichtung zugeht. Irgendwie hab ich mir an manchen Stellen von Jori erhofft bzw. erwartet, dass er die widrigen Umstände auch entsprechend in den Situationen deutlich macht und den Wärterinnen Grenzen setzt. Aber da ist er irgendwie doch nur der kleine Student..

  • Toll, wieder einmal war der ganze Text hier weg :schlaeger :hau :bonk
    Also encore une fois!
    Mein Schulfranzsösich reicht auch und bescherte mir gerade einen leicht rührseligen Nostalgiemoment, als "Au clair de la lune" vorkam, das wir damals zusammen mit "Avignon", "Alouette", "Auprès de ma blonde", 2 Weihnachtsliedern und naturellement "Frère Jacques" lernen mussten.
    Aber was, bitte, ist eine "medikamentenverseuchte Luft"? Desinfektionsmittel?
    Ansonsten finde ich immer wieder kleine Formulierungsschätze (die ich aber viel zu gespannt bin, aufzuschreiben).
    Das Buch gefällt mir weiterhin, wenn ich auch nicht die leiseste Idee habe, wohin das alles führen soll. Da mich die Versuche, irgendwelche Geschehnisse sinnvoll zuzuordnen, immer wieder aus dem Lesefluss reissen, versuche ich nun zunehmend, derartige "Ordnungsanwandlungen" zu unterdrücken.
    Der Pole (Babinski oder so), den Jori immer abschmettert - ich bin gespannt, ob der sich als "Guter" oder "Böser" entpuppt.
    :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Das Buch gefällt mir immer besser. So langsam nähern sich die Puzzleteile an, so dass langsam - sehr langsam ;-) - ein Bild entsteht. Gerade diese Enwicklung finde ich sehr gut gelungen und der Lesesog zieht weiter an. :anbet


    Zitat

    Original von Nightflower
    Also Jori, der nervt mich inzwischen total! Er will dem Mädchen helfen und meint sie beschützen zu müssen, tut aber nichts! Gooott! :bonk Falls das mit der Isolation so angeordnet war, dann muss er das doch jmd fragen können!?!? Und dass er diesen Babinski so doof findet, das nervt mich auch. Scheint doch ein kluger Kerle zu sein?!


    So unterschiedlich sind die Empfindungen: Jori ist für mich in der Salpêtrière einer der Menschlichsten. Und das sage ich jetzt nicht nur als seine Landsmännin.... ;-) Es hat mir gefallen, wie er zu Runa allmählich eine Beziehung aufgebaut hat. Er sieht inzwischen in ihr mehr als nur ein Versuchsobjekt - er sieht den Menschen. Allerdings gebe ich dir Recht, dass er noch Schubser in die richtige Richtung benötigt, gerade was Babinski betrifft. Ich hoffe darauf, dass sich Jori noch weiter entwickelt - Runa wird ihm dabei helfen. :-]


    Zitat

    Original von Booklooker
    Findet ihr das Buch wirklich nicht leicht zu lesen? Ich habe da keine Probleme mit. Auch mit den Zeitebenen habe ich kein Problem.


    Es ist für mich kein Buch, dass ich einfach so zwischen Tür und Angel lesen kann. Es verlangt schon einiges an Konzentration, was vor allem am Thema liegt aber auch an den scheinbar zusammenhanglosen Szenen und Situationen, die sich erst mit der Zeit in ein Ganzes einfügen.


    Zitat

    Original von maikaefer
    Mein Schulfranzsösich reicht auch und bescherte mir gerade einen leicht rührseligen Nostalgiemoment, als "Au clair de la lune" vorkam, das wir damals zusammen mit "Avignon", "Alouette", "Auprès de ma blonde", 2 Weihnachtsliedern und naturellement "Frère Jacques" lernen mussten.


    Da ich mich in der Französischen Sprache auch Zuhause fühle, habe ich nicht so darauf geachtet, wieviele französische Begriffe verwendet werden. ;-) Aber beim "Au clair de la lune" wurde ich ganz melancholisch und hätte im Zug fast laut mitgesungen. Gut, dass mir noch gerade rechtzeitig bewusst geworden ist, wo ich zu dem Zeitpunkt war... :lache


    Zitat

    Original von maikaefer
    Der Pole (Babinski oder so), den Jori immer abschmettert - ich bin gespannt, ob der sich als "Guter" oder "Böser" entpuppt.


    Mein Gefühl sagt mir, dass er zu den Guten gehört... ;-) Er versucht zu helfen, ohne sich aufzudrängen. Oder ist das seine Taktik? :gruebel


    Es bleibt spannend... Oder besser gesagt, es wird immer spannender und ich freue mich auf heute Abend, wenn ich dann weiter lesen darf.

  • Zitat

    Original von maikaefer


    Der Pole (Babinski oder so), den Jori immer abschmettert - ich bin gespannt, ob der sich als "Guter" oder "Böser" entpuppt.
    :wave


    Es gibt einen Babinski-Reflex. Hab jetzt endlich gegoogelt. Ist er der Entdecker? Sind ja jede Menge "Psycho-Promis" in diesem Buch. Ein wirklich Böser ist er glaub ich nicht.

    Hollundergrüße :wave



    :lesend


    Die Hexenholzkrone 2 - Tad Williams



    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin,

    daß er tun kann, was er will,

    sondern daß er nicht tun muß,

    was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Zitat

    Original von Zwergin
    Ich kann kein französisch, trotzdem stören mich die Begriffe überhaupt nicht, im Gegenteil, mir gefällt es.


    Mir gefallen die auch. Ich kann zwar auch nur wenig Französisch aber ich störe mich nicht daran, wenn ich nicht alles 100 % verstehe. Passt irgendwie zum Rest der Gechichte. Da verstehe ich auch nicht alles.

    Hollundergrüße :wave



    :lesend


    Die Hexenholzkrone 2 - Tad Williams



    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin,

    daß er tun kann, was er will,

    sondern daß er nicht tun muß,

    was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Ich hab keinen blassen Schimmer von Französisch und mir sind die Begriffe gar nicht groß aufgefallen, d.h. es hat mich nicht gestört oder ich hatte nicht das Gefühl etwas nicht zu verstehen. Passt alles so.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Ich hinke hinterher, was aber auch daran liegt, dass ich das Buch nicht "mal eben vor dem Einschlafen" weiter lesen kann. Ich brauche hier Ruhe und vor allen Dingen wache Konzentration.
    Ich bin fasziniert von der Geschichte, auch wenn sie teilweise noch verwirrend ist.


    Ich vermute stark, dass Runa zu einer Versuchsreihe gehörte, die mit den schon angesprochenen Metallen zu tun hatte. Vielleicht könnte sie fliehen und versucht mit den überall hingekritzelten Elementensymbolen, die sie während der evtl. Versuchsreihe immer wieder lesen konnte, hierauf aufmerksam zu machen.
    Ob sie tatsächlich am Fenster stand oder ob es sich um eine Wahnvorstellung Joris handelt, kann ich nicht sagen. Vielleicht weiß Babinski viel mehr als er zugibt und versucht Jori mit seinen Tips in die richtige Richtung zu schupsen. Vielleicht hat auch er die Fesseln von Runa gelöst ?
    Claire ist also tot...verdurstet in einer verschlossenen Speisekammer. Das von ihr adoptierte Mädchen wird Runa sein, aber hat Runa den Schlüssel umgedreht? War Claire vielleicht nicht das liebevolle Geschöpf ? War es vielleicht Notwehr von Runa oder jemand ganz anderer...Das Interesse von Lecoq ist auf jeden Fall wieder erweckt und das ist gut so. Er wird die Zusammenhänge finden, da bin ich mir sicher...
    Jori wirkt auf mich immer mehr wie ein "Weichei" - eine Marionette des Systems. Nicht unbedingt sympathisch. Wenigstens erkennt er mittlerweile die versteckte Hilfestellung von Babinski...Immerhin...


    Ich les mal weiter...
    :wave
    Sweetie

  • So, ich bin nun auch durch.


    Teilweise ist der Roman wirklich erschütternd, das wird mit mehr gelesenen Seiten auch nicht weniger.


    Allerdings wird Jori für mich immer anstrengender. Er hat den guten Willen Pauline (und ja auch Runa) zu helfen, aber bleibt trotzdem tatenlos. Auf ihn würde ich nciht angewiesen sein wollen. Der Gute muss endlich mal in Schwung kommen! *anschubs* Allerdings muss man ihm ja auch zugute halten, dass er der einzige zu sein scheint, der Runas Leiden auch al solches wahrnimmt, der einen Mensch in ihr sieht und nicht nur ein Objekt der Wissenschaft.


    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

  • Ich habe diesen Abschnitt jetzt auch gelesen.


    Irgendwie ist das ja alles ein wenig mysteriös, immer noch nicht ist mir klar, wie alles zusammenhängt. Jori kommt mir wie ein Teenager vor, der nicht weiß, wann er was wie zu machen hat. Ihm fehlt anscheinend das Selbstbewußtsein, mal aus seiner Rolle zu fallen und sich was zu trauen.


    Babinski finde ich immer sympathischer, ich mag den Polen und er scheint eher auf der "guten" Seite zu stehen. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt, genauso wie die Postkarte, wer hat die denn nun geschrieben...?


    Pauline wird weiterhin von Jori vergöttert, ich hab das Gefühl, er verrennt sich da in etwas, das gar nicht existiert...


    Im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen schießt mir da grade ein Gedanke durch den Kopf: Was, wenn Jori selbst auch psychisch krank ist? Dazu würde auch passen, daß er jameint, Runa am Fenster gesehen zu haben...? Kann er vielleicht schizophrn sein oder eine gsplaten Persönlichkit haben? Ich muß darüber noch nachdenken, mal sehen, ob man im nächsten Abschnitt was zu finden kann. Vielleicht kommt er als zwei Personen in der Geschichte vor....???


    Runa und ihre "Behandlung" lassen mich schaudern. klar war es früher wohl so üblich, daß Menschen zwangsernährt wurden (und werden es heute zum Teil auch noch, aber doch etwas menschlicher), aber das Menschenbild des 19. Jahrhunderts weicht doch erheblich von unserem ab, teils finde ch es erschreckend gut dargestellt, was für mich auch einen Teil der düsteren Atmosphäre ausmacht.


    Ich sehe das ganze Buch übrigens im Kopf eher so als Film Noir, also grau in grau mit wenigen Farbakzenten...

    :lesend Anthony Ryan - Das Heer des weißen Drachen; Navid Kermani - Ungläubiges Staunen
    :zuhoer Tad Williams - Der Abschiedsstein