Jenseits des Schattentores (Beate Teresa Hanika/ Susanne Hanika)

  • Sauerländer (Fischer Verlag)


    Die Autorinnen


    Beate Teresa Hanika, geboren 1976 in Regensburg, schreibt bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr Geschichten und Gedichte. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort in der Nähe von Regensburg. Ihr erster Roman ›Rotkäppchen muss weinen‹ wurde u.a. mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2007 und dem Bayerischen Kunstförderpreis 2009 ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert.
    Susanne Hanika lebt mit Mann und Kindern in Regensburg und arbeitete als Wissenschaftlerin im Zoologischen Institut der Universität Regensburg. Sie hat bisher fünf Erwachsenenkrimis veröffentlicht und schreibt seit 2010 mit ihrer Schwester Beate Teresa Hanika im Jugendbuchbereich. Kindern und Jugendlichen die Begeisterung zum Lesen zu vermitteln, liegt ihr sehr am Herzen.


    Jenseits des Schattentores


    Aurora ist in der ewigen Stadt Rom. Für ihren Vater, einem berühmten Professor für Mythologie und dessen altem Freund, muss sie Aufgaben erledigen. Diese haben es ganz schön in sich. Aktuell sucht Aurora zudem eine Wohnung, doch dies ist in der großen Stadt gar nicht so einfach. Als eine Besichtigung völlig anders läuft, als erwartet, versteht Aurora die Welt nicht mehr. Von der jungen Luna wird sie begrüßt und gleich mit eingespannt. Doch Luna hat ein Verbrechen begangen und Aurora ist nun mittendrin und muss ihr helfen, die Drecksarbeit zu erledigen. Dabei stoßen sie auf den attraktiven und geheimnisvollen Leon und seinen Freund, den Zwerg. Es beginnt ein spannendes Abenteuer zwischen Realität und Unterwelt, welches auch die Götter mit einspannt. Die Göttin Persephone beobachtet das ganze Treiben und kann einfach nicht anders, als ständig ihre Finger mit einzubringen…


    Fazit


    Ein fesselnder Jugend-Fantasyroman, welcher mich zu Beginn ein wenig verwirrte. Ich verstand den Zusammenhang des Ich-Erzählers zu Aurora nicht und auch ihren Zusammenhang mit Luna, Leon und dem Zwerg konnte ich zunächst nicht sehen. Nachdem ich mich jedoch auf den Roman eingelassen hatte, konnte ich der Geschichte besser folgen. Aurora ist eine interessante und sympathische Protagonistin, welche unfreiwillig in die Geschehnisse hineinrutschte. Warum sie nicht die Wahrheit sagen konnte, erschließt sich mir nicht wirklich, jedoch hilft sie Luna und lernt die seltsamen Gestalten kennen und lieben. Luna selbst ist mir zu Beginn weniger sympathisch und weist auch später wenig empathische Züge auf. Sie will nur ihre Aufgabe erledigen und die drei Münzen finden, welche sie über den Fluss der Unterwelt, den Styx, bringen sollen. Dazu benötigt sie Auroras Hilfe. Die muss jedoch feststellen, dass sie die Münzen selbst benötigt, um ihre verstorbenen Eltern zurück zu holen.


    Der Schreib- und Erzählstil der beiden Autorinnen ist mehr als ansprechend. Der Roman liest sich flüssig und angenehm. Die bereits angesprochenen Probleme mit dem Ich-Erzähler lösten sich im Laufe des Romans und die Intentionen der einzelnen Figuren wurden deutlicher. So haben vor allem die Götter, welche das Geschehen um Luna, Leon und Aurora beobachten, einen großen Anteil an der Geschichte und gerade Persephone kann ihre Finger nicht von ihrer Kugel lassen, mit welcher sie alles beobachtet.
    Besonders gut gelungen finde ich zum einen die Covergestaltung, welche mich an geheimnisse und mysteriöse Tore erinnert. Gut gefallen haben mir auch die Kapitelüberschriften, welche immer wieder Taten von Aurora in Rom aufgreifen. Da ich selbst einige Zeit in Rom gelebt habe, konnte ich die Orte und Plätze sehr gut nachvollziehen. So ging es mir auch mit den immer wieder auftauchenden italienischen Worten, welche sich durch das ganze Buch zogen. Dies gefiel mir sehr gut und passte hervorragend zum Romanverlauf.


    Eine wirklich packende Romantasy von dem erfolgreichen deutschen Autorinnenteam Beate und Susanne Hanika. Gerade das Ende konnte mich noch einmal fesseln. Gerade für Leser, welche Josephine Angelini mögen, werden auch dieses Buch lieben.


    http://immer-mit-buch.blogspot…es-schattentores-ein.html

  • Im Streit verlässt Aurora die gemeinsame Wohnung mit ihrem Vater in Rom. Durch Zufall landet sie bei einer Wohnungsbesichtigung in einem seltsamen Haus, in dem sie zu allem Übel über eine Leiche stolpert! Doch bevor sie alles klären kann, ist sie auf einmal mittendrin in einer zwielichtigen Sache und muss gemeinsam mit der merkwürdigen Luna um ihr Leben laufen.


    Dabei trifft sie auf den arroganten, aber leider auch sehr attraktiven Leon, der seine ganz eigenen Ziele zu verfolgen scheint. Beobachtet wird das ganze Geschehen durch die Göttin Persephone, die mit ihrem eigenen Schicksal hadert und gebannt die Szenerie auf der Erde verfolgt.


    Meine Meinung:


    Das Thema Götter hat es mir angetan und, da ich bereits eine spannende Trilogie der Hanika-Schwestern verschlungen habe, gab es bei ihrem neuen Buch, das mit einem wunderschönen Cover daherkommt, kein Zögern.


    Der Prolog des Romans macht bereits sehr neugierig, verrät allerdings auch einiges über einen der Charaktere, der sich dieser Szene leicht zuordnen lässt.


    Der Aufbau der Geschichte ist sehr interessant. Sie wird generell in der dritten Person geschildert bis auf die Szenen mit Persephone, die aus der Ich-Perspektive geschildert sind. Vielleicht liegt es daran, aber die Göttin ist mir in diesem Roman auch am ehesten nahgekommen. Insbesondere ihr Humor hat mir gut gefallen, ebenso wie der ihrer besten Freundin. Dadurch wurde die Handlung immer wieder aufgelockert.


    Obwohl mir die verschiedenen Erzählperspektiven gefallen haben, da ich als Leser so sehr vielfältige Einblicke erhalten habe, bin ich auf diese Weise auch immer wieder aus der Handlung um Aurora herausgezogen worden, die sich manchmal etwas eigentümlich verhält. Das fand ich sehr schade, denn eigentlich barg die Szenerie um diesen Charakter unheimlich viel Spannung, die stellenweise aber wieder verloren ging. Irgendwie fehlte mir der Pep im Roman. Handwerklich war alles super und die Idee fand ich auch absolut klasse, aber der Funke, der dem Roman das Tüpfelchen auf dem i verliehen hätte, wollte bei mir einfach nicht zünden.


    Erst zum Ende stieg der Spannungspegel dann wieder fühlbar für mich an und hat mit dem Finale die Geschichte gekonnt abgerundet.


    Fazit:


    Mit "Jenseits des Schattentores" haben Beate Teresa und Susanne Hanika eine interessante Idee gekonnt umgesetzt. Wer Geschichten über außergewöhnliche Götter liebt und sich an leichter Vorhersehbarkeit nicht stört, der wird von einer Handlung unterhalten, die keine Langeweile aufkommen lässt.

    Es wäre gut Bücher kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.
    Arthur Schopenhauer (1788-1860)


    :lesend