Heinz Rein - Finale Berlin

  • Titel: Finale Berlin
    Autor: Heinz Rein
    Verlag: Schöffling und Co.
    Erschienen: Januar 2015
    Seitenzahl: 758
    ISBN-10: 3895614831
    ISBN-13: 978-3895614835
    Preis: 24.95 EUR


    Das sagt der Klappentext:
    April 1945, die letzten Tage der Reichshauptstadt Berlin: Während die Bomben fallen, verteidigt das letzte militärische Aufgebot die Nazi-Herrschaft. In den Flüchtlingskolonnen und unter den sich auflösenden deutschen Heereseinheiten fahnden Sicherheitsdienst und Gestapo immer noch nach Juden, Oppositionellen und Deserteuren. Das Misstrauen der Menschen untereinander ist groß: Jeder könnte ein Verräter sein. Inmitten des Chaos sucht der junge Soldat Joachim Lassehn verzweifelt ein Versteck. Friedrich Wiegand, ein im KZ gefolterter Gewerkschafter, versucht durch Sabotageakte das Kriegsende zu beschleunigen. Der Arzt Walter Böttcher hilft Untergetauchten, in der Illegalität zu überleben. Und die Kneipe von Oskar Klose ist der konspirative Treffpunkt einer kleinen Widerstandsgruppe, der die SS auf der Spur ist.


    Der Autor:
    Heinz Rein, 1906 in Berlin geboren, arbeitete in den 1920er Jahren als Bankangestellter und Sportjournalist. 1933 wurde der politisch links engagierte Autor arbeitslos, die nationalsozialistischen Machthaber legten ihm ein Schreibverbot auf, Rein befand sich zeitweise in Gestapohaft. Nach 1945 war er Literaturreferent in der deutschen Verwaltung der sowjetischen Besatzungszone. Später lebte er als freier Schriftsteller in der DDR. Nach dem Bruch mit der SED in den frühen fünfziger Jahren zog er nach Baden-Baden, wo er 1991 starb.


    Meine Meinung:
    Das was Jens Bisky in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG äußert, beschreibt diesen Roman sehr treffend: „Dieser Roman ist ein Schmöker, in dem man sich sofort festliest, und er ist zugleich ein bewegendes Zeitdokument, dem man entnehmen kann, was geschehen ist und wie die Überlebenden das Geschehen zu deuten versuchen.“
    Manchmal schreibt Hein Rein an einigen Stellen vielleicht etwas zu pathetisch, aber die Dosierung ist immer so, das man als Leser nicht abgestossen wird. Man könnte auch sagen, dass dieser Stil ein klein wenig an naive Malerei erinnert.
    Sehr interessant auch die eingestreuten Zeitungsartikel aus damaliger Zeit und die Verlautbarungen der Staatsführung und des Oberkommandos der Wehrmacht. Es sind gerade diese Verlautbarungen die dem Leser, der die damalige Zeit eben nicht aus dem eigenen Erleben kennt, den Wahnsinn der Hitlerdiktatur deutlich machen. Und es ist teilweise unbegreiflich wie ein ganzes Volk diesem Verbrecher wie die Lemminge in den eigenen Untergang gefolgt ist.
    Dieser Roman ist ganz gewiß keine literarische Meisterleitung, trotzdem aber ist es sehr lesenswert, macht es doch deutlich wie es damals gewesen ist. Es ist aber auch ein Beleg für das Verhalten was man als typisch „deutsch“ bezeichnen kann. Weinerliche Brutalität, sentimales Übertreiben und euphorisches Verhalten welches sich dann immer ganz schnell ins Gegenteil verkehren kann. Und offenbar hat sich daran bis heute nicht sehr viel geändert.
    Heinz Rein hat ein Buch geschrieben das vielleicht lehrreicher ist als jedes trockne Geschichtsbuch. 7 Eulenpunkte für ein lesenswertes Buch.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Voltaire ()